Es ist mal wieder soweit. Neuer Monat und somit neue Runde im Kreuzfeuer. Jedes Album wurde wieder von der Redaktion einzeln betrachtet und dann einzeln bewertet. Diesmal mit dabei: Arallu, Cerebral Enema, Decresy, Dogbane, Mercy’s Dirge, Steelwings und Truchlo Strzygi.

Und gewonnen hat: Arallu

Caro T.Katja K.Philip S.Maurice K.Celina S.Sven K.Missy S.Stephan B.Tom L.
Arallu4,06353546343,5
Steelwings3,833,53634,54325,5
Truchlo Strzygi3,72433245453,5
Dogbane3,39334343334,5
Mercy's Dirge3,33342245334
Desecresy3,3323,53243534,5
Cerebral Enema2,7214,52541331

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Kommentare lesen und via Klick auf die Links gelangt ihr zu den Bandcamp- oder Facebookseiten und könnt euch selber ein Bild machen. Viel Spaß!

Arallu – En Olam

C.T.: Zu nah an Melechesh, zu wenig überzeugend, aber dennoch okay.

K.K.: Arallu aus Israel habe ich lange nicht mehr gehört. Und zwar völlig zu Unrecht, wie ich gerade feststellen muss. Der Blackened Death Metal mit orientalischen Einflüssen überzeugt. Starkes Album

P.S:. Ja, gefällt mir. Gute Mischung aus rabiatem Schwarzwurzel-Gehasse und Atmosphäre. Werde ich mir nach dem Top-7-Durchlauf gerne noch einmal in aller Ruhe anhören.

M.K.: Stimmungsvoll, den Stil des mittleren Ostens geschickt, aber nicht aufdringlich eingebaut. Lässt sich gut und mehrfach hören.

C.S.: Mir fehlt der Wiedererkennungswert, den ich bei der Band, die einst in Jerusalem gegründet wurde und auch einen orientalischen Touch hat, sofort hatte.

S.K.: Die aus Israel stammende Black Metal Band Arallu beglücken uns mit ihrem bereits 7. Album. Vor allem der Hauch von Death und Thrash Metal und das einbeziehen von Melodien und Instrumente aus dem Nahen Osten macht die Scheibe extrem abwechslungsreich. Arallu spielen brutal aggressive Musik mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Absoluter Tipp!

M.S.: Ein bisschen zu viel Gehämmer. Die Vocals sind gut, aber der Sound einfach zu flach…

S.B.: Der Orient hält Einzug im Black Metal, und in diesem Fall ist das mal ziemlich gut gelungen. Verbunden mit den stark rifforientierten Songs machen die orientalischen Rhythmen hier den Unterschied.

T.L.: Black-Metal gemischt mit Klängen aus dem mittleren Osten… hört sich interessant an. Vielleicht wird’s nach mehreren Durchläufen noch besser.

Steelwings – Back

C.T.: Jupp, damit sind die 80er zurück, ist vollkommen solide, aber ich glaube, man hört auch , warum Steelwing nicht ganz zu den Größen gehören.

K.K.: Steelwings haben sich 1982 gegründet und dürfen damit auch klingen, wie aus der Zeit gefallen. Der 80er Heavy Metal/Hard Rock findet sicher seine Fans, doch für meine Ohren klingt alles wie “schon mal gehört”.

P.S:. Hier wurde aus altbekannten Zutaten ein sehr, sehr wohlschmeckendes Süppchen gekocht. Fans der klassischen Saxon-Werke müssen unbedingt mal in dieses tolle Album reinhören.

M.K.: Noch einmal vorm kalten Winter in Sommer- und Partystimmung kommen. Fetzt gesellig vor sich her, nichts für die Dauerrotation, aber äußerst brauchbar als Begleitung.

C.S.: Die Schweden liefern den Soundtrack für junggebliebene Rocker, deren Kutten aus den 80igern nie im Schrank verstaubt sind. 

S.K.: Gaaaaanz alte Band aus Schweden, gegründet Anfang der 80er Jahre, und jetzt wiederbelebt nach ewig lang anhaltender Pause. Die Schweden zelebrieren einwandfreien old-school-Rock mit bestem Hardrock und Heavy Metal Einschlag. Erinnert mich an die neu/alten Trance/Trancemission. Macht Bock und Laune wenn die Regler aufgedreht sind und grad genau in der Stimmung für diese Art von Musik ist! Daumen hoch!

M.S.: Naja, ist schon ordentlich für Heavy Metal, halt einfach nicht mein Ding

S.B.: Absolut empfehlenswert für jeden Hard’n‘Heavy Rock Fan, ist alles dabei hier, Southern: Check, Udo-Stimme: Check; AC/DC-Reminiszenz: Check, Undsoweiterundsofort: Check. Mir aber ist das nix (Fans vorhergenannter Dinge gäben hier sicher wenigstens 5/6, was ich verstehen kann)

T.L.: Eine gewaltige Dröhnung AC/DC und Saxon scheinen bei den Bandmitgliedern an der Tagesordnung zu stehen. Echter haben sich am klassischen Heavy Metal der 80er-Jahre orientierende Scheiben selten angefühlt. Ein klasse Werk!

Truchlo Strzygi – Nad Którymi Nie Czuwa Żaden Stróż

C.T.: Mit 3 Songs leider viel zu wenig , aber das was man hier hört, ist schon mal ‘ne schöne Black Thrash-Sache.

K.K.: Die drei Songs der Black Metal Punks aus Polen sind etwas mager für eine Bewertung. Geht gut ins Ohr, aber ich befürchte, dass mir die Musik über die Dauer eines Albums zu eintönig wäre.

P.S:. Wer seinen Black Metal schön räudig-primitiv, aber dennoch halbwegs hörbar mag, sollte hier mal ein Ohr riskieren. Ich find’s gut.

M.K.: Die Melodielinien lassen einen gelegentlich aufhorchen, doch insgesamt ist das schon ziemlich wenig.

C.S.: Schön punkig rotzig, aber leider nur 3 Song. Dennoch würde ich das Ganze gern mal live sehen wollen!

S.K.: 3-Track CD von den Black/Thrash-Punkern mit einem unaussprechlichem Namen aus Polen. Nicht nur Bandname, Titel vom Album und Tracks sind auf polnisch, auch die Texte. Was die Songs wohl recht exotisch macht. Allerdings wird die Qualität dadurch kein bisschen beeinträchtigt. im Gegenteil, die Songs sind grade deswegen sehr interessant und einmalig. Schöner 12 Minuten Fuck Off und leck mich am Arsch Black/Thrash-Punk!

M.S.: …nicht schlecht! Punk und Black….coole Idee, gute Mischung…hat einen guten Drive!

S.B.: Ziemlicher cool und räudiger Kram, gefällt, der Rotz im Sound bringt den Rotz in der Attitüde gut rüber. Irgendwie so’n bisschen Celtic Frost mit mehr Punk.

T.L.: Schneller „Black ‚n‘ Punk“-Metal, der viel Gutes aus beiden Welten vereint. Das Ergebnis ist solide, wenn auch nicht umwerfend.

Dogbane – Idylls Of Woe

C.T.: Bekommt man schnell Assoziationen zu Black Sabbath, interessante Ansätze, aber nicht überzeugend und fesselnd genug

K.K.: Meine Vorfreude, die durch die Bezeichnung Heavy Doom ausgelöst wurde, hat sich recht schnell verflüchtigt. Klassischer und für meinen Geschmack zu rockiger Heavy Metal mit wenig Biss. Zwei Songs können mich begeistern und den Rest finde ich ziemlich lahm.

P.S:. Gelungene Mischung aus Früh-70er-Retro-Rock, Proto-Heavy-Metal und Kauz-Metal. Die Zielgruppe wird es lieben.

M.K.: Manchmal braucht es nicht den besten Sound oder die perfekte Komposition. Es reicht seine Motivation und Spielfreude einzufangen. Das ist hier gelungen, auch wenn es überhaupt nicht meine Musik ist.

C.S.: Wer noch alte Cordschlaghosen im Schrank hat, die alten Black Sabbath oder Trouble mit Eric Wagner mochte, der kann sich bei diesem traditionell angehauchten Doom durchaus gut unterhalten fühlen.

S.K.: Die Amis spielen schweren und modernen Heavy/Doom Metal. Schlägt ein bisschen in die Kerbe von Black Sabbath, DIO und Deep Purple. Alles nicht so wirklich aufregend, aber trotzdem nicht langweilig da das Album sehr eigenständig ist und nicht einfach nur kopiert wird und, wie schon erwähnt, etwas moderner und dazu noch etwas härter ins Rennen gegangen wird.

M.S.: Tja, sicher nicht schlecht für Leute die es mögen….einfach nicht mein Stil.

S.B.: Release-Date Juno 2019? Klingt hart nach 1919, oder besser 1979 oder so, und das ist gut. Ganz klassischer Kram, old school as can be, was dem ganzen echten Charme verleiht. Heavy-Doom in den Fußstapfen der großen Alten.

T.L.: NWOBHM trifft auf Doom- und „King Diamond“-Einflüsse. „Heavy Metal“-Fans der alten Tage kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten.

Mercy’s Dirge – Live Raw And Relentless

C.T.: Hm, warum denke ich hier nur die ganze Zeit an Gorgoroth, nicht schlecht, aber die Stimme krächzt ein bisschen zu viel.

K.K.: Räudig und ein bisschen billig – hat aber Charme. Gefällt mir gut, obwohl ich nicht genau weiß, warum das so ist.

P.S:. Roh und böse, aber leider oft ziemlich eintönig.

M.K.: Anfangs noch als durchschnittlich anerkannt. Aber je länger das Album läuft (und es ist einfach viel zu lange), desto monotoner und langweiliger wird es.

C.S.: Böses rohes Material aus Demozeiten – wer auf Ungeschliffenes steht, der möge hier reinhören.

S.K.: Feinster Old-School-Black-Metal, roh, brutal und primitiv. Der Großteil der Songs ist sehr stark in der Mitte der 80er bis Anfang der 90er Jahre verwurzelt, während einige der Tracks lang und episch sind. Das Album ist genau das, was der Titel verspricht, nämlich: Live, roh & unerbittlich!

M.S.: Die Härte und das Tempo sind klasse, Vocals sind durchschnittlich.

S.B.: Roher und räudiger Mitneunziger/endachtziger Black-Metal-Verschnitt, das kann schon was, muss man aber Bock drauf haben. Kauzig.

T.L.: Schöner Black/Death. Geht gut ins Ohr.

Desecresy – Towards Nebulae

C.T.: Das Konzept des fast komplett instrumentalen gehalten Albums ist zwar nicht schlecht, aber mir irgendwie zu progig langweilig.

K.K.: Getragener Death Metal mit Vocals, die aus einem ganz tiefen Loch zu kommen scheinen und gleichzeitig sehr präsent über allem thronen. Hat streckenweise etwas Hypnotisches und ich kann mich nicht entscheiden, ob ich den matschigen Sound passend oder nervtötend finde. Gefällt mir unterm Strich.

P.S:. An sich recht gut und auch von der modrig-finsteren Atmosphäre her wirklich ansprechend, aber für meinen Geschmack etwas zu gleichförmig.

M.K.: Es reißt einen hin und her. Mal wirklich gute Riffs mit spannenden Verläufen in der Komposition, und dann folgen wirklich platte und langweilig Passagen zum vergessen. Auch von der technischen Ausführung her eine Achterbahnfahrt.

C.S.: Derb sperriges weil ungeschliffenes Material, das mich irgendwie an Puteraeon erinnert. Klingt leider mit der Zeit eintönig.

S.K.: Finnischer extrem Death Metal in Richtung Demigod und Abhorrence. Der sehr unmenschlich tiefe Gesang trifft hier auf sehr psychedelische und, wie soll ich es am besten beschreiben, irgendwie kosmische Gitarrenarbeit und Riffs. Teilweise sind auch tatsächlich, wie im Bio beschrieben, Einflüsse von Bands wie Immolation und Bolt Thrower rauszuhören. Geht in Ordnung.

M.S.: Immer wieder eine Freude….Hammer Vocals! finnischer Death vom feinsten…

S.B.: Low-Fi Death, der seinen Ursprung in einem Topf voller Bolt Thrower und altem Finnen-Death hat. Irgenwie find ich das ganz charmant alles, aber mir ist der Gesang nicht ausdrucksvoll genug.

T.L.: Fiese Deathgrunts und aggressive Gitarrenarbeit – so gehört sich Death Metal!

Cerebral Enema – Erase The Human Dung

C.T.: Das arme Schwein, das hier gekillt wird. Nicht meine Musik und wird es mit dem hier auch nie werden.

K.K.: Cerebral Enema machen uneingeschränkt Spaß! Live zelebrieren sie eine verrückte Party für alle, die den Humor der Gore-Grind-Band teilen. Und auch das Album kann ich nur abfeiern! Ernsthafte Wertung? Schwierig.

P.S:. Der Kollege König feiert das Teil sicherlich hart, ich kann mittlerweile aber echt nicht mehr viel mit diesem ganzen Rülps-Grind anfangen. Ist auf jeden Fall gut gemacht und für Genre-Liebhaber definitiv ancheckenswert.

M.K.: Bei einer CE Scheibe geht es primär darum, Erinnerungen an vergangene Konzerte und Vorfreude für die nächste Runde zu erzeugen. Das ist den Jungs hier gut gelungen, bin schon ganz hibbelig.

C.S.: Schöngeistige Songs wie „Deine Mudda“, Sozialkritisches wie „Gaffen, um im Weg zu stehn“ oder Sexistisches wie „Räuber Kotzinfotz“ – für jeden, der gern im geregelten Kreisverkehr winkend mit einer Klobürste oder wahlweise mit einem aufblasbaren Einhorn unterwegs ist, wird hier was von den Berlinern geboten.

S.K.: Das nennt man dann wohl Guttural-Gore-Grind-Geballer was Cerebral Enema da auskotzen. Teilweise wohl mit deutschen Texten, wenn man einigen Titel glauben möchte. Verstehen kann ich da gar nichts. Sowas geht und ging an mir auch schon immer komplett vorbei.

M.S.: Gehämmer, Gegruntze, monotone Riffs…. Mittelmäßig, aber gutes Tempo

S.B.: Joa…Muss man mögen, ne…aber: für den Goregrinder von heute solide Kost.

T.L.: Stumpfes Rumgeprügel und postpubertäre Tracknamen. Nichts für Feingeister. Der „Sinnlos im Weltraum“-Einspieler sammelt immerhin etwas Sympathiepunkte.