Es ist wieder Zeit für das Kreuzfeuer. Wie immer gibt es 7 Alben aus verschiedenen Bereich des Metals. Diesen Monat waren alle recht nah bei einander und konnten mit mindestens 3 Punkten überzeugen. Dabei sind: Extinctionist, Nightstryke, Odraza, Shattered Hope, Sibireal, Vitam Et Mortem und Wintarnaht.

Und gewonnen hat: Odraza

Caro T.Maurice K.Sven K.Tom L.
Odraza4,133355,5
Shattered Hope3,883,5354
Nightstryke3,753,5434,5
Extinctionist3,631544,5
Vitam Et Mortem3,634343,5
Sibireal3,53,5433,5
Wintarnaht33243

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Kommentare lesen und per Link auf die jeweilige Bandcamp-Seite gelangen. Viel Spaß!

Odraza – Rzeczom

C.T.: Ich kann mir vorstellen, das Freunde für Black Doom hier richtig gefallen dran haben. Mir ist es an manchen Stellen einfach zu träge.

M.K.: Polnischer Black Metal mit leichtem Death Anschlag; also eigentlich genau das, was man aus der Ecke kennt und mag. Ein, zwei Drifts sind noch drin, welche die Aufmerksamkeit erwecken. Mich persönlich hats erfreut.

S.K.: ODRAZA aus Polen schmettern eine sehr abwechslungsreiche, chaotische und höchst abwechslungsreiche Black Metal Scheibe um die Ohren. Jeder Song ist tatsächlich anders und es wiederholt sich nichts und es gibt ordentliche Überraschungsmomente. Schön düster und böse das Ganze. Die Jungs schauen definitiv gerne über den typischen Black Metal Tellerrand hinaus. Sehr starke Scheibe.

T.L.: Viel muss dazu nicht mehr gesagt werden: „Rzeczom“ gehört definitiv zu den ganz großen BM-Highlights 2020!

Shattered Hope – Vespers

C.T.: Wie so oft bei Doom zieht es sich sehr in die Länge, es sind aber durchauch spannend Momente dabei, da man sich von vielen Sachen Inspiration holte.

M.K.: Man erkennt sofort, dass es hier um eine gestandene Band geht. Vergleiche zu anderen Genregrößen fallen auf, aber anhand der langen Historie wäre es nicht angebracht, hier von Anleihen oder bedienen zu sprechen.

S.K.: Fünf Songs und alle zwischen 11 und 15 Minuten lang! Ist natürlich Doom Metal aber mit ordentlichem Death Metal Einschlag (zumindest wenn es mal etwas schneller zur Sache geht). Die Griechen verstehen definitiv ihr Handwerk und überraschen auf ganze Linie mit Atmosphäre und Vielfältigkeit. Daumen hoch!

T.L.: Eigentlich ist Funeral Doom total mein Ding. Das Album will aber leider nicht so richtig zünden. Gut ist es irgendwie trotzdem.

Nightstryke – Storm Of Steel

C.T.: Könnte für Maiden-Fans ganz interessant sein und ist radiotauglicher Metal. Gut gemacht.

M.K.: Eingängige Riffs, Refrains zum Mitsingen, Arm in die Höhe gestreckt. Ja, so macht die Heavy Truppe aus Finnland einiges richtig.

S.K.: Typisch traditionellen und stahlharten Heavy Metal haben die Finnen von Nightstryke mit „Storm of Steel“ vorgelegt. Das ist aber auch alles was mir dazu einfällt, ist halt nichts außergewöhnlich Neues, aber okay.

T.L.: Klassischer Heavy Metal in Reinform. Geht prima ins Ohr. Leider fehlt es Nikestryke an der traditionellen Finesse von Eternal Champion und Konsorten.

EXTINCTIONIST – OBSIDIAN

C.T.: Leider so gar nicht mein Fall, zu viel Gequieke, zu wenig Melodie oder Harmonie.

M.K.: Perfekte Nummer, Humor zur Einleitung, dann Attacke und ein wenig Entspannung zum Outro. Alles dazwischen auch richtig gemacht.

S.K.: Übelster Brutal Death Metal mit rasendem Tempo (gerade die Dobule-Bass!)  und unmenschlich tiefem gutturalem Gesang (plus die obligatorischen Kreische). Musik brutal, Gesang brutal, Sound auch brutal! Die deutschen Extinctionist machen also das was sie machen komplett richtig. Alle Songs sind auch recht kurz gehalten. Zum Kopf freiblasen lassen genau richtig.

T.L.: Solides Brutal-Death-Metal-Sci-Fi-Kino für die Ohren.

Vitam Et Mortem – El Río De La Muerte  

C.T.: Oh, recht gut. Black death mit Symphonic Einschlag, okay ein bisschen an Dimmu orientiert, aber durchaus mit Poetenzial.

M.K.: Gute Nummer, aber im Vergleich zum Rest dieser Woche leider unterlegen.

S.K.: Die Kolumbianer hauen ein sehr komplexes und experimentelles Black/Death Metal Album auf den Markt. Es herrscht durchgehend eine sehr mystische Atmosphäre, was oft mit tiefem Sprechgesang und eingängigen Melodien zum Ausdruck gebracht wird. Antesten kann definitiv nicht schaden.

T.L.: Ziemlich unspektakulär…

Sibireal – Blood Color Sky

C.T.: Der Start lässt eher auf Folk a la Arkona wetten, dann kommt aber ein richtiges Thrashgewitter mit sehr sehr kreischender Stimme. Dazu ein bisschen Black, an sich gar nicht so verkehrt, aber die Stimme ist wirklich hart an der Schmerzgrenze

M.K.: Tribal, Punk, Melo-Death, Screamo, und so weiter und so fort. Laut Beschreibung Black Thrash, aber in Wahrheit ein totaler Overload an Impressionen. Einmal Hören reicht hier nicht aus, um sich einen entgültigen Eindruck zu verschaffen.

S.K.: Ganz schwierige Scheibe…Moderner Black/Thrash mit Folk? Sowas wahrscheinlich kommt es dem nahe. Der Gesang geht auch ordentlich in die extreme Metalcore Ecke. Extrem ist die Scheibe auf alle Fälle und strotzt vor Power und Aggressivität. Bleibt aber sehr gewöhnungsbedürftig.

T.L.: Im Verhältnis zur aktuellen Black/Thrash-Welle leider ziemlich durchschnittlich…

WINTARNAHT – Hriuwa

C.T.: Der Sound könnte besser sein, manchmal verschwimmt der Gesang zu sehr im Brei. An sich aber etwas für Bathory Fans

M.K.: Und zum Abschluss haben wir ihn noch, den Ausfall der Woche. Wild aneinander gereihte Klischeeparts treffen auf einen Sound, der nicht Fisch nicht Fleisch ist. Gegen Ende tuts nicht mehr weh.

S.K.: WINTARNAHT ist ein Ein-Mann-Projekt und schwimmt im Pagan Black Metal Teich. Der relativ dünne Sound stört leider. Alles etwas eintönig und ohne großen Highlights. Das keifende Gekreische und der epische Gesang wechselt sich ab. Alles in allem roh, klirrend und stabil gute Pagan Black Metal Scheibe.

T.L.: Bathory ohne Spannungsbogen. Noch Fragen?