Es ist mal wieder Zeit fürs Kreuzfeuer und diese Runde stand wohl unter dem Zeichen „Alles nicht so schlecht“. So wurde der 1. Platz zwei Mal und der 2. Platz drei Mal vergeben. Wie immer wurden dabei alle ausgewählten Alben der Redaktion zur Verfügung gestellt und jeder gab seine Meinung dazu.

Diesmal mit dabei waren: Abjection, Bolido, Feradur, Invading Chapel, Sepulcros, Video Nasty und Void Paradigm.

Und die Sieger sind: Video Nasty und Feradur!

Caro T.Katja K.Maurice K.Thies F.
Feradur3,8834,544
Video Nasty3,883,5444
Bolido3,383,5343
Sepulcros3,383433,5
Void Paradigm3,382,54,533,5
Abjection3,134431,5
Invading Chapel1,753211

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Bewertungen sehen und per Link gelangt ihr zu den entsprechenden Bandcamp-Seiten. Viel Spaß!

Feradur – Parakosm

C.T.: Hat sicher seine Fans im Melo-Death-Bereich, für mich ist es noch zu gewöhnlich.

K.K.: Im ersten Moment habe ich befürchtet, dass Feradur ihren Stil geändert haben. Aber nach einem atmosphärischen Einstieg in die EP zeigt sich der Melodic Death Metal (mit progressivem Touch). Schöne Scheibe!

M.K.: Hatte sie etwas abwechslungsreicher in Erinnerung. Dennoch bekommt man sehr guten Melodic Death geboten, welcher als Repräsentant des Genres dienen könnte.

T.F.: Im wuchtigem Soundgerüst dargebotener Melodic Death mit gutem Growling, starkem Heavy-Metal-Einschlag inklusive obligatorischer melodischer Gitarrensoli. Das gewinnt keinen Innovationspreis, läuft aber gut rein und gefällt!

Video Nasty – Video Nasty

C.T.: Interessant, Thrash mit bisschen Videospielcharakter und 80s Hype.

K.K.: Ordentlich wuchtigen Thrash/Speed Metal mit einer Prise Death liefern Video Nasty. Die EP ist kurzweilig, mitreißend und viel zu schnell zu Ende.

M.K.: Video Nasty beschreiben sich selbst als 80’s Thrash und was soll man sagen? Genau das bekommt man geliefert in einem kompakten Paket, welches von Anfang bis Ende treibt. Macht viel Spaß.

T.F.: High-Speed-Thrash mit dezenten Death-Sprenklern, insbesondere erkennbar beim Wechsel zwischen Growling und harschen Thrash-Vocals. Gangshouts und auch Gitarrenarbeit lassen ebenso immer mal wieder Hardcore- und Punkeinflüsse aufblitzen. Auf alle Fälle sehr garstig und in der Tat „nasty“ das Ganze, ballert mächtig auf die Fresse!

Bolido – Against The World

C.T.: Radiotauglicher Hard Rock bzw. Heavy Metal, nicht weltbewegend aber auch nicht verkehrt.

K.K.: Der traditionelle Heavy/Hard Rock Mix von Bolido rockt gut, klingt aber teilweise zu altbacken für meinen Geschmack.

M.K.: Der Vibe macht echt Spaß. Anfangs wirken die Mittelpassagen noch zu experimentell, aber selbst dies ist später schlüssig und sauber geschrieben.

T.F.: Den Grundpfeiler bildet klassischer Heavy Metal der 80er, instrumental gut dargeboten. Die sehr nölige Sirene am Mikro führt aber zu mindestens einem Punkt Abzug. Das Album deckt von leicht progressiver Gitarrenarbeit bis hin zu Classic-Rock-Anleihen ein breites Spektrum ab, nach starkem Beginn wird der rote Faden allerdings zu oft verloren und die Scheibe zerfasert immer mehr.

Sepulcros – Vazio

C.T.: Ist sehr atmosphärisch gehalten und kann so nebenbei als Doomplatte durchlaufen. Kein wirklich Highlight, aber ok.

K.K.: Atmosphärischer Death/Doom Metal gefällt mir meistens, was auch auf dieses Album zutrifft. Die schleppenden Passagen sind düster und majestätisch, nur die schnellen Parts enden eher im Soundbrei. Gut, aber kein Überflieger.

M.K.: Dass sie wissen, was sie machen, steht außer Frage. Gerade jetzt wo der Herbst Einzug nimmt, kann man hier getrost zugreifen und sich der kälteren Stimmung hingeben.

T.F.: Funeral Doom mit tief-modriger Stimme, bei dem immer wieder unerwartet harsche Geschwindigkeitsausbrüche und Geknüppel den zähfließenden Strom unterbrechen. Das klingt definitiv nach Gruft, reicht aber bei weitem nicht an beispielsweise AHAB heran, die das trotz Monotonie deutlich besser und abwechslungsreicher hinbekommen als Sepulcros.

Void Paradigm – Ultime Pulsation

C.T.: Das Können will ich gar nicht in Frage stellen, nur ist das absolut nicht meine Baustelle und für mich kommen die 2 sehr langen Songs nicht in Fahrt.

K.K.: Das Album enthält bei einer Länge von knapp 40 Minuten nur zwei Songs. Wie erwartet handelt es sich hier nicht um leichte Kost. Man kann den Stil der Franzosen als Experimentellen Black Metal mit doomigen Einflüssen bezeichnen. Experimentell für Black Metal mit nachvollziehbaren Stimmungswechseln (aber nicht völlig chaotisch und abgefahren). Mir gefällt die komplexe Musik.

M.K.: Eine gemeine Nummer, dass das Konzept nur erlaubt eine Scheibe einmal zu hören. Denn ich bin ziemlich überzeugt, dass dieses Werk der Franzosen wachsen muss, um wirklich anzukommen. Sehr interessant und vielseitig. Ob es bündig ist, kann man so kurz echt nicht sagen. Daher ist die Wertung sehr vorsichtig und müsste vermutlich nach oben korrigiert werden.

T.F.: Mächtiger Sound, vor allem der Bass! Doomige Dissonanz trifft auf progressives Black-Tech-Geknüppel. Da geht es echt hinunter in den Abgrund, das harsche, tiefe Schreien des Sängers verstärkt den Eindruck nur. Definitiv böse krasse Nummer und nix für Weicheier, hat man die beiden 20-Minuten-Brocken durch, vermeidet man wohl zwecks Verdauens des Gehörten das Drücken der Repeat-Taste! Trotzdem auf beängstigende Weise irgendwie gut.

Abjection – Malignant Deviation

C.T.: Solider Black Death, sticht in dieser Runde leicht heraus.

K.K.: Mit düsterer schwarzmetallischer Atmosphäre kommt diese Death Metal MCD daher. Die bedrückende Stimmung weiß zu gefallen. Und während der Beginn der Scheibe noch etwas eintönig schien, zeigen sich die weiteren Songs facettenreicher und nicht weniger bösartig.

M.K.: Anfangs noch gedacht, dass sich hier ein echt guter Rohling wiederfindet. Leider ließ die Begeisterung aber im Durchhören nach, da sich vieles dann wiederholte.

T.F.: Recht technischer Death Metal mit viel Dissonanzen und extrem viel Hall auf den Growls. Das ist mir definitiv zu hektisch, zu anstrengend und zu mies produziert.

Invading Chapel – Ghostly Rock Season

C.T.: Na da hat sich mal wieder was gothmäßiges mit Doomeinflüsse hier eingeschlichen. Das Depeche Mode Cover gefällt schon irgendwie, aber insgesamt zu generisch.

K.K.: Die Gothic Rock/MetalSongs rauschen an mir vorbei, ohne einen besonderen Eindruck zu hinterlassen. Und die Depeche Mode Coverversion („It’s no good“) überzeugt mich nicht.

M.K.: Man nehme einen einzigen Song von Type-O, und strecke ihn über ein ganzes Album ohne ansatzweise an die kompositorischen Fähigkeiten des Originals heranzukommen.

T.F.: Düster-Rock auf Valium mit Möchtegern-Ville-Valo. Gähn…HIM waren schlimm, Invading Chapel schlimmer! Ein Mitleidspunkt für das halbwegs gelungene Depeche-Mode-Cover von „No Good“.