Der Juli bedeutet immer ein Death-Metal-Special beim Kreuzfeuer. So wurden diesmal 7 Alben der Sparte Death Metal von Bands aus verschiedenen Ländern ausgewählt. Wie immer gab jeder Autor seine Meinung ab und so wurde die Pole-Position in dieser Ausgabe 2 Mal vergeben. Mit dabei waren: Acherontia Styx, Detritivor, Hypnos, Infest, Phalanx Inferno, Skelethal und Those Who Bring The Torture.

Und gewonnen haben: Detritivor und Infest!

Caro T.Katja K.Maurice K.Tom L.
Detritivor4,634554,5
Infest4,6354,545
Skelethal4,384,54,535,5
Hypnos43544
Those Who Bring The Torture3,634424,5
Phalanx Inferno3,532,525,5
Acherontia Styx2,633313,5

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Kommentare lesen und per Link auf die jeweilige Bandcamp-Seite gelangen. Viel Spaß!

Indonesien: Detritivor – Scattered Remnants

C.T.: Läuft ganz gut durch, trotz teils grunzender Gesänge. Schneller Death Metal, der durchaus Bock auf mehr macht.

K.K.: Starkes Brutal-Death-Metal-Album! Der Sänger klingt wie Chris Barnes (früher). Fett!

M.K.: Bei einem Special per Losverfahren als erstes angehört und für sehr unterhaltsam empfunden. Erinnern vom Sound stark an „Lithany-Zeiten“ von Vader, zwar Old-school aber dennoch eine gewisse Differenzierbarkeit vorhanden.

T.L.: Stabiler Old School Death.

Serbien: Infest – Psychosis

C.T.: Wenn Death sich mit einer Prise Thrash verbindet, kann mich das durchaus schnell packen. So hier geschehen, es gibt stets Geballer, jedoch auch einige epische Momente und es wirkt sehr durchdacht.

K.K.: Kurze und knackige Death/Thrash Scheibe, die ordentlich wuchtig nach vorne losgeht und auch ein paar Ohrwürmer im Gepäck hat.

M.K.: Thrashig und dreckig geht es von statten. Stets nach vorne, keine Ruhe. Und wenn es dann doch mal groovig wird, dann aber nur um gleich wieder loszulegen.

T.L.: Kompromisslose Rüpelmusik ganz nach meinem Geschmack.

Frankreich: Skelethal- Unveiling The Threshold

C.T.: Schönes neues Album der Franzosen, mit Dampfwalze und vielen spielerischen Elementen.

K.K.: Schön, schön! Gekonnter Old-School-Death-Metal geht immer. Da gibt es nichts zu meckern, man bekommt, was man erwartet.

M.K.: Old School, die HM2 sägt, gerotzter Gesang, einmal ein Komplettpaket bitte. Alles sehr stimmig und nicht aufdringlich.

T.L.: Klassischer könnte eine Death-Metal-Scheibe kaum sein – eine akustische Wohltat!

 

Tschechien: Hypnos – The Blackcrow

C.T.: Hypnos hab ich nun schon einige Male live gesehen und schon einige Alben mal gehört. Wie immer solide, aber es fehlt einfach das markante.

K.K.: Nach „The Whitecrow“ folgt nun „The Blackcrow“. Wie beim Vorgänger schaffen es Hypnos, ein vielschichtiges Album mit düsterer Atmosphäre zu erschaffen, ohne sich dabei in Details zu verzetteln. Für Death-Metal-Puristen mögen einige Songs zu komplex sein, aber eine gründliche Beschäftigung mit dem Album kann sich lohnen. Ich bin sehr angetan.

M.K.: Dass Hypnos wissen, wie man die Menschen zum Matte schwingen bringt, muss niemandem mehr erklärt werden. Hinzu die atmosphärischen und schwer tragenden Passagen, welche sich gut einfinden. In jedem anderen Monat vermutlich klar die Nummer eins, waren mir dann doch andere in diesem Death Special erfrischender.

T.L.: Ungezügelte Rohheit und donnernde Blastbeats. Dennoch fehlt es hier irgendwie an etwas.

Schweden: Those Who Bring The Torture – Dark Chapters

C.T.: Da hört man gerne mehrmals hin. Läuft gut durch, die Stimme könnte noch ein bisschen mehr Kraft haben, aber sonst hat das eine solide Basis.

K.K.: Ich frage mich, ob die Tage von Rogga Johansson mehr Stunden haben als meine… Auf jeden Fall hat die Erfahrung gezeigt, dass sich ein Reinhören immer lohnt, wenn der Name drauf steht. So auch hier. Ein solides Album, das man ruhig etwas wirken lassen sollte.

M.K.: An sich mag ich ja, wenn der Gesang fast zum Erzählstil wechselt. Aber hier ist es gänzlich überzogen, jeder will sich in den Vordergrund spielen. Und wo man stilistisch hinmöchte, steht auch nicht fest, gleichzeitig erscheint es einem auch nicht offen für alles. Mit dem Special in Kombination kommt da nur echt wenig rum.

T.L.: Für die ganz extremen Ohren sicherlich ein Fest. Mir fehlt da ein bisschen die Substanz für das Feingefühl. Trotzdem ein gutes Album.

USA: Phalanx Inferno – The Age Of Anti-Aquarius

C.T.: Es geht sicher deutlich schlimmer, aber es rauscht so an einem vorbei, ohne wirkliche markante Höhen. Beim Celtic-Frost-Cover ist man auch gleich dem Sound treu geblieben.

K.K.: Vier eigene Songs mit wenig Wiedererkennungswert und eine Celtic-Frost-Coverversion gibt es auf dieser MCD. Kam mir deutlich länger vor.

M.K.: Ziemlich inspirationslos und gerade zu Beginn schwach. Die letzten beiden Songs bieten noch etwas Perspektive

T.L.: Finster und ungestüm – Black-Death, wie er sein sollte!

UK: Acherontia Styx – Shadow And Flame

C.T.: Die Gitarrensoli gefallen mir, aber insgesamt überzeugt es mich nicht.

K.K.: Dieses Album ist nicht schlecht, haut mich aber auch nicht vom Hocker. Diesen Eindruck können auch einige echt coole Melodieläufe nicht ändern. Etwas zu modern für meinen Geschmack.

M.K.: Überdrehter Metalcore im Möchtegerngewand. Viel kann man da auch wirklich nicht zu sagen. Die Produktion ist gut, hilft halt nix bei der Musik.

T.L.: Zwischen Rumpel-Brutalität und massentauglichen Core-Elementen verläuft sich die Band irgendwo im Äther stilistischer Unklarheiten. Schade.