Im August schien uns diesmal kein Album so wirklich zu überzeugen, mit knappen Vorsprung konnte sich aber eins dann doch durchsetzen. Dieses mal mit dabei: Aphrodite, Ceremony Of Silence, Ethir Anduin, Left Hand Path, Kaamos Warrior, Saddayah und Soul Healer. Und gewonnen hat: Ceremony Of Silence

Caro T.Phil S.Maurice K.Sven K.Stephan B.Tom L.
Ceremony Of Silence3,58232644,5
Saddayah3,5145434
Left Hand Path3,17035524
Soul Healer3,08343314,5
Ethir Anduin2,922,524432
Kaamos Warrior2,83322523
Aphrodite2,42331313,5

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Kommentare lesen und via Klick auf die Links gelangt ihr zu den Bandcamp- oder Facebookseiten und könnt euch selber ein Bild machen. Viel Spaß!

Ceremony Of Silence – Outis

C.T.: Ist nicht wirklich leise und nicht wirklich gut.

P.S.: Nicht schlecht, aber ich hätte mir hier einen etwas transparenteren Sound und etwas weniger matschige Vocals gewünscht.

M.K.: Es braucht etwas, bis man sich einfindet. Anschließend wirkt es anständig chaotisch. Mitreißen tut es einen dennoch nicht, denn bevor man sich anfreundet lässt es gegen Ende wieder stark nach.

S.K.: Dieses Album braucht defintiv mehrere Durchläufe um zu erkennen, was für ein chaotisch geniales Album sich durch die Hörgänge frisst. CEREMONY OF SILENCE ballern einen irgendwie unstimmingen und technischen perfektem Blackened-Death Metal, wie Death-

Metal-Bands der Sorte IMMOLATION oder INCANTATION spielen, gemischt mit einem Hauch im Stil von DEATHSPELL OMEGA. Großartig.

S.B.: Hier kommt keine Langweile auf, chaotisch, dissonant, rasant, jede Menge Abwechslung durch Tempowechsel und atmosphärische Parts. Feines Deathgeblaste, jedoch ohne echtes Highlight.

T.L.: Schöne Black-/Death-Combo mit ordentlich Blastbeat-Gewitter. Bitte mehr davon!

Saddayah – Apopheny Of Life

C.T.: Kommt nicht wirklich in die Gänge, und ist echt anstrengend

P.S.: Bolt Thrower sind zurück!!! Ganz so gut wie die englische Legende sind Saddayah zwar nicht, aber für Freunde dieser Death-Metal-Spielart lohnt sich die Scheibe auf jeden Fall.

M.K.: Eingängig, melodisch und mit viel Druck. Der “Ost-Einschlag” (Behemoth, Hate,…) ist klar erkennbar, im Gegensatz zu anderen differenziert man sich hier aber über die technischen Elemente auf gekonnte Weise.

S.K.: Die Jungs aus Rumänien fahren die technische Death-Metal-Schiene mit viel Melodie fahren Saddayah. Leichte Black-Metal-Anleihen sind auch zu hören. Überwiegend eher langsam gespielt, mit gut verteilten schnellen Parts. Daumen hoch für dieses Debüt Album!

S.B.: Modern-technischer Melodic Death-Verschnitt, der sich hin und wieder in brutaleren Stilmitteln suhlt. Alles in allem irgendwie gewöhnlich, aber dabei nicht übel.

T.L.: Solider Death-Metal. Sticht aber auch nicht besonders heraus.

Left Hand Path – Left Hand Path

C.T.: Okay und ein mal Durchfall

P.S.: Moderner, angeproggter Melodic Death Metal, der nur ab und zu ein klein wenig skandinavisch klingt.

M.K.: Erlebt man selten, dass der Bass so präsent knurren darf. Interessant zusammengestellt, hier kommt vieles zusammen und das auf eine gute Weise. Gefällt sehr, Titeltrack als Einstieg große Empfehlung.

S.K.: Die Jungs verstehen es wie man alten Death Metal mit ein wenig neuerem Metal vermischt. Absolut schwer einzuordnen da viele Arten aus verschiedenen Metalrichtungen zusammenkommen. Absolute Überraschung für mich. Ohr riskieren kann nicht schaden. Die Beschreibung Extreme Prog Death Metal, die ich bekommen habe, trifft es wohl ganz gut.

S.B.: Extreme? Ja. Prog? Ne, nicht wirklich. Für mich zu gewöhnlicher Extreme-Metal, wenn auch von Leuten, die ihre Instrumente beherrschen. Gut gemacht, aber mir nix. Ffo Soilwork z.B.

T.L.: Kurzweiliges „Extreme Prog“-Vergnügen. Geht gut ins Ohr, etwas ausschweifender hätten die Songs aber durchaus sein dürfen.

Soul Healer – Up From The Ashes

C.T.: Okay, also geht man hier vom Gas, weil der Sänger nicht schneller kann oder hat man eigentlich gute Riffs und noch nicht den passenden Sänger? Es schwankt zwischen cool und boah nee…

P.S.: Ziemlich guter, melodischer Heavy Metal mit wirklich brauchbaren Hooks. Ganz klar beide Daumen hoch!

M.K.: Solider Heavy Metal, der in jede Szene Kneipe passt. Drängt sich nicht in den Vordergrund, was man positiv oder auch nicht verstehen kann.

S.K.: Ehrlich gesagt könnte dies jetzt jede andere Band sein, die sich dem klassischen Power Metal auf die Fahne geschrieben hat. Sicherlich erwartet euch die nötige Power, Melodien und der bombastische Sound, aber ich brauch nicht noch eine Band in der Kategorie.

S.B.: Diesen Monat wird man aber auch geplagt hier…Stratovarius trinkt Vodka mit Hammerfall, für Arme, oder so. Wäre alles aber nur halb so schlimm, wenn der Mikro-Finne sein Falsett in der Sauna hätte liegen lassen… Hatter aber nicht. Dadurch wird Standardkost anstrengend.

T.L.: Eingängige Melodien gepaart mit klassisch-harten Riffs. Schwermetaller der alten Schule kommen hier definitiv auf ihre Kosten.

Ethir Anduin – Loneliness Of My Life

C.T.: Witzig, dass sie den ersten Song „Lethargy“ nennen, weil genauso hört sich das hier an. Endlos lang, ohne viel Spannung, aber immerhin atmosphärisch. Ich brauch’s nicht!

P.S.: Das Cover-Artwork erinnert mich an Burzums „Det Som Engang Var“, die zumeist elendig dahinkriechende Depri-Mucke geht dann aber trotz einiger Parallelen in eine andere Richtung.

M.K.: Beeindruckend, stimmungsvoll, gewaltig in Szene gesetzt. Wirklich gut gelungen für ein Solo Projekt ist. Die Drums sind sehr gut programmiert. Einziges Manko, zwei Stücke weniger hätten es knackiger gemacht.

S.K.: Fast ausschließlich laaaaaange instrumentale Songs bietet diese für mich Ein-Mann-Band. Gesang ist so spärlich bis gar nicht vorhanden, das man tatsächlich fragen kann, warum 2016 ein Sänger hinzugezogen wurde. Die Tracks bewegen sich allesamt im schweren, düsteren Black/Doom Bereich. Für dunkle, lange Nächte perfekt!

S.B.: Alles gar nicht mal so schlecht, irgendwie Summoning (wegen der Herr der Ringe-Referenz) in instrumental. Atmo-Black mit Trübsalsnote. Ganz ohne Gesang fehlt mir da was.

T.L.: Repetitiver Black/Doom-Folter. Eine ordentliche Portion Schwärze und mehr Abwechslung angesichts der Albumlänge hätten dem Gesamtwerk wohl wesentlich besser zu Gesicht gestanden.

Kaamos Warrior- Ikuisen Talven Sarastus

C.T.: Hat so seine Momente aber bin nicht 10t0% überzeugt, aber steckt da Ajatarra mit drin?

P.S.: Trotz einiger wirklich netter Ideen zündet das Teil bei mir nicht so richtig.

M.K.: Parallelen zu Ajatarra sind nicht von der Hand zu weisen. Benannte schaffen es aber deutlich besser, eine Stimmung aufzubauen. Hier plätschert es dann doch nur herunter.

S.K.: Finnische 2-Mann-Band die ihr Debüt-Album veröffentlichen. Geile kurze dunkle Black-Metal-Songs die sich ins Gehirn bohren. Nicht nur das jeder Song in sich schon sehr abwechslungsreich ist, jeder Song klingt auch noch anders. Gesang ist m.E. weder

Death Metal noch Black Metal. Auf jeden Fall antesten, da auf sehr hohem Niveau die Instrumente gespielt werden.

S.B.: Ist mir alles ein wenig zu ausgelutscht und unspektakulär, die Große Zeit des Melo-Paganblack ist halt vorbei, zwar durchaus Gespür für Melodie zu erkennen, trotzdem: Boring.

T.L.: Eins muss man Kaamos Warrior lassen: Die Finnen haben ein verdammt geiles Gespür für Riffs. Repetitive Songstrukturen und eine nur dreiundzwanzigminütige Spielzeit verhindern leider das Werturteil „gut“.

Aphrodite – Lust And War

C.T.: Antike goes Thrash, aber Antik wird das hier nicht, sondern eher Standard-Thrash

P.S: Ziemlich fetziger, punkiger Speed Metal mit herrlich dilettantischen Female Vocals. Sicherlich nicht jedermanns Sache, mir gefällt’s aber gut.

M.K.: Wenn man sich über den grausamen Gesang hinweg traut, erkennt man einen recht vernünftigen musikalischen Hintergrund. Aber so wird das einfach nix.

S.K.: Ein Gemisch aus Speed/Thrash/Heavy Metal mit dem Sound der 80er. Die Musik überzeugt mich auch vollends, bis jedesmal der weibliche Gesang einsetzt. Leider zerstört der einfach alles. Es fehlt mir hier einfach der aggressive Gesang…

S.B.: Was ist da denn los? Kann man noch gelangweilter klingen als Vocalistin? In der Monotonie, die hier geboten wird, nervt das ganz schnell. Verständlich is‘ diese Langeweile ja, musikalisch ist das echt wirklich nur eintönig lahm…

T.L.: Kantiger Speed Metal trifft auf das hellenistische Erbe, leider mit einem nervtötenden Gesang. Vielleicht stellt sich nach ein paar Mal hören ja die „Manilla Road“-eske Gewöhnung an die Vocals ein. Vielleicht aber auch nicht.