Fünf Alben wurden willkürlich ausgewählt, um sich dem Kreuzfeuer der Redaktion zu stellen. Jeder Schreiber sollte sich das Album ein Mal anhören und danach seine Meinung in einem Satz formulieren und Punkte vergeben. In dieser Ausgabe wurde noch mal ohne die Mithilfe eines Musikers die Bewertung durch geführt und zum ersten Mal teilten sich zwei Bands einen Platz. Diesen Monat wurden dabei die Extreme Metaller Foul Body Autopsy, die Heavy-Doom-Metaller Iron Jawed Guru, die Black Metaller Korgonthurus, die Split-Veröffentlichung von Revel In Flesh und Wombbath, und die Pagan-Folk-Metaller Winterhymn genauer unter die Lupe genommen.

Und gewonnen hat: Revel in Flesh / Wombbath

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Wertungen und Meinungen nachlesen und wenn ihr auf die Bandnamen klickt, dann werdet ihr zur jeweiligen Bandcamp- oder Webseite weitergeleitet. Viel Spaß ?

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Revel in Flesh / Wombbath – Dragged Into The Obscure

C.T.: Solide und gut!
K.W.: Geil.
P.S.: Zweimal coolen Schwedentod der Stockholmer Schule gibt’s auf dieser Split-EP zu hören.
M.B.: Beide Bands liefern auf dieser Split klasse, eingängige Tracks ab! Jünger des schwedischen Death Metal greift zu!
K.Z.: Revel in Flesh erinnern stark an die alten Amon Amarth und Wombbath liefern das Standardprogramm: die Scheibe muss man definitiv nicht zweimal hören.
O.S.: Warum nur eine 2-Song-Split-EP? Ich will mehr! Von beiden! Unterschiedlicher der Death Metal kaum sein kann und doch überzeugen beide Bands.
S.C.: Side A: klingt wie viele andere Bands auch zum Beispiel Bloodline oder Fleshcrawl
Side B: guter schweden death, aller Demonical
C.W.: Sehr sauber vorgetragener und produzierter Death Metal von Revel In Flesh; eher breiiges Chaos von Wombbath, das live wahrscheinlich besser rüberkommt
S.S.: Abgesehen vom Gesang ist die 2-Songs-dauernde Split sehr mächtig.

Iron Jawed Guru -Mata Hari

C.T.: Alle hauen mal auf die Zwölf und herausgekommen sind ein paar psychedelische Klänge, bei denen mehr Text auch nicht mehr heraus geholt hätte
K.W.: Psychedelic stoner rock. Hm. Passt vielleicht ins Genre. Aber eine reine Instrumentalplatte sollte dann auch den Platz der fehlenden Vocals musikalisch ausreizen. Nich schlecht, aber auch nicht komplett überzeugend
P.S.: Ziemlich langweiliger Doom Rock ohne Gesang, unter Umständen für eingefleischte Instrumental-Rock-Fans, die auf Sachen wie Karma To Burn stehen, interessant.
M.B.: Groovy as hell – aber so sind die anderen Siebenundzwanzigtausend instrumentalen Stoner- Alben auch!
K.Z.: Eignungstest für klammheimliche Stoner Rocker bestanden.
O.S.: Instrumentaler Heavy Stoner Doom… Kann der überzeugen? Ja, er kann, mit eingängigen und kreativen Melodien bleibt er im Kopf und hinterlässt Südstaatenfeeling.
S.C.: Erinnert an Rage Against The Machine und ist gut zum runterkommen
C.W.: Für Fans von Red Fang und Co. ein absolutes Muss! Iron Jawed Guru lassen ihre Instrumente für sich sprechen und beweisen, dass man keinen Gesang braucht, um gute Musik zu machen.
S.S.: Groovy Instrumental Rock mit einem Hauch Blues, eignet sich super zum
Fahrradfahren!

Korgonthurus – Vuohen Siunaus

C.T.: Eigentlich nicht schlecht, aber hier fehlt die treibende Kraft…
K.W.: Nee. Vielleicht ist Sommer einfach nicht die richtige Jahreszeit für diese Art von Black Metal. Der Funke will bei 30 Grad einfach nicht überspringen.
P.S.: Wenn man bei der hunderttausendsten Schwarzmetall-Scheibe interessiert aufhorcht, obwohl man eigentlich gar kein großer Fan des Genres ist, dann muss die Band irgendetwas richtig gemacht haben…
M.B.: Hier sticht leider kein einziger Song heraus! Da ist man von finnischem BM Anderes gewöhnt!
K.Z.: Nö, nicht weltbewegend, aber sommerliche Temperaturen unter den Nullpunkt fallen lassen – das können die Finnen einfach nur gut.
O.S.: Klassischer Black Metal ohne Schnörkel. Die Stimmenwechsel bringen den Pep rein, ohne den es langweilig wäre. Der letzte Song hat das Zeug zum Klassiker.
S.C.: schweres Geschütz begleitet von hasserfülltem Geschrei
C.W.: Klassisch-rauher Nordmannen-Black Metal: es faucht, kreischt, grunzt und scheppert ordentlich. Nicht schlecht, gibt es aber schon hunderttausendfach.
S.S.: Emotional geladenes Album mit exzellentem Riffing.

Foul Body Autopsie – Perpetuated By Greed

C.T.: Langweilige Extreme
K.W.: Derb, Kurz, Knackig, Frisch, Macht Spaß. Gefällt mir.
P.S.: Netter Death Metal, handwerklich recht solide, leider ohne echte Höhepunkte.
M.B.: Death Metal mit leicht technischer Schlagseite. Selbst für eine EP fast schon zu kurz um sich eine Meinung zu bilden. Das Ganze ist wohl nur ein Appetizer für kommendes Getrümmer.
K.Z.: Geistloses Gepolter und Gerotze kann auch mal geil sein, aber nein, hier nicht, denn bei dem Gerumpel herrscht nur Freude über die kurze Spieldauer.
O.S.: Absolut geil, mit der Faust ins Gesicht mit dem gewissen Etwas, und das von nur einem Menschen.
S.C.: einfach nur langweilig
C.W.: Kurzes und ehrliches Gekloppe, das sicher den einen oder anderen Nerv kitzelt, aber auch nicht durch Außergewöhnlichkeit besticht.
S.S.: Angenehm melodisch für Deathgrind.

Winterhymn – Blood & Shadow

C.T.: Wer auf Pagan abfährt, der hört eher die guten bekannten Bands
K.W.: hm, im Grunde ganz passabler und gut produzierter Folk/Pagan/Death. Mir persönlich allerdings etwas „zu rund“. Mir fehlt da etwas der „authentische“ Charme von z.B. früheren Ensiferum oder auch Korpiklaani.
P.S.: Superkitschige Mischung aus Folk, Pagan und Power Metal, die aber gut gemacht ist und erstaunlich viel Spaß macht.
M.B.: Nachdem seit einigen Jahren das Paganfest in Amerika mit Erfolg tourt, bilden sich auch auf der anderen Seite des Atlantiks Bands wie Winterhymn und eifern ihren europäischen Vorbildern nach. Das Aktuelle Album hat Potential, bediehnt sich aber leider zu häufig an ausgelutschten Folk-Metal-Klischees
K.Z.: Man fühlt sich zwar in Genres zurückversetzt, die man schon lange hinter sich gelassen hat, aber hey, das geht total ins Ohr und bekommt Nostalgiepunkte.
O.S.: Zu gewollt episch, aber gut. Allemal abwechslungsreich, aber es scheint, als ob sie alle Facetten des Folk Metal abdecken wollen
S.C.: Pagan Metal für jedermann, einziger Lichtblick sind die Geigenparts
C.W.: Mag man noch so stolz auf seine Stimme sein: Manchmal wäre es für die Musik besser, auf die Clean Vocals zu verzichten. Ohne das Powerschmalz hätte die ansonsten solide Folk- Metal-Scheibe meiner Ansicht nach jedenfalls mehr Potential.
S.S.: Nicht nur der Albumtitel ist klischeehaft…