Das Kreuzfeuer ist mal wieder fällig. 7 Alben aus verschiedenen Metalgenren wurden ausgewählt und die Redaktion hat sich jedes ein Mal angehört und dann Punkte vergeben. 4 Alben lagen oben ganz knapp bei einander, die anderen 3 folgen mit deutlichem Abstand. Diesmal mit dabei: Autumnblaze, Evulse, Haimad, Headless Beast, Lucifer’s Child, Manntra und The Great Sabatini.

Und gewonnen hat: Headless Beast!

BewertungCaro T.Katja K.Philip S.Maurice K.Stephan B.Tom L.
Headless Beast44,533454,5
Haimad3,92444335,5
Lucifer's Child3,8353,5333,55
Evulse3,58333552,5
Autumnblaze1,92233120,5
Manntra1,83312212
The Great Sabatini1,83112104

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Kommentare lesen und via Klick auf die Links gelangt ihr zu den Bandcamp- oder Facebookseiten und könnt euch selber ein Bild machen. Viel Spaß!

Headless Beast – Phantom Fury

C.T.: Power Metal, für mich manchmal ein bisschen zu soft, aber vollkommen okay in dem wie es ist.

K.K.: Das Album enthält alle gewohnten Zutaten, die im traditionellen (Heavy) Metal benötigt werden. Recht gut gemacht und findet bestimmt Liebhaber (ist aber nicht so meins).

P.S:. Streckenweise sehr stark von Priests „Painkiller“ beeinflusster Heavy Metal. Nicht besonders originell, aber darum geht’s bei dieser Art von Musik auch seit mindestens 25 Jahren nicht mehr. Hauptsache, man kann zu den Songs die Metal Fist raisen und die Rübe schütteln. Leider ist auf dem Album ziemlich viel mittelprächtiges Füllmaterial gelandet. Wenn alle Songs so gut wie der Opener/ Titeltrack wären, hätte ich ein bis zwei Punkte mehr locker gemacht.

M.K.: Über Inspirationen dieser Band braucht man nach den ersten Tönen nicht mehr zu reden. Der aufkommende Herbst ist zeitlich etwas unpassend für den Stil. Andererseits entkommt man der schlechten Laune auch ein wenig mit dem Album.

S.B.: Huch, Überraschung! Starkes Teil klassischen Metals mit vielen Priest-Vibes, das – nicht wie sonst so oft – richtig gut zu gefallen weiß.

T.L.: Sehr geile „Heavy Metal“-Scheibe. Vielleicht einen Tick zu lang. Gegen Ende verliert das Album leicht an Fahrt.

Haimad – The Return

C.T.: Gefällt mir eigentlich richtig gut, nur müssten die Herren manchmal ein bisschen mehr aus dem Knick kommen. Aber so die oldschooligen Züge haben schon was…

K.K.: Sieht so aus, als hätte es den alten Haimad Gitarristen zwanzig Jahre nach der letzten Veröffentlichung wieder in den Fingern gejuckt. Das Ergebnis ist eine EP mit symphonischem Black Metal. Episch, finster, gut. Gefällt mir!

P.S:. Melodischer Black Metal mit Keyboards. Wer so etwas mag und sich in den späten 90ern noch nicht sattgehört hat, wird hier bestens bedient.

M.K.: Soweit gut in Szene gesetzt, Arrangements in Ordnung und es stößt nichts negativ auf. Aber dennoch bleibt es nicht hängen.

S.B.: Hier hat jemand das Ende der 90er Jahre im Black Metal ziemlich lange ausgesessen. Ganz klar, in den 90ern hätte das jeder Dimmu- und Old Man’s Child-Fan hart gefeiert. Ist auch heute noch nett für jeden, der das Damals liebt.

T.L.: Zwanzig Jahre nach der letzten Veröffentlichung meldet sich die „Symphonic Black Metal“-Truppe aus Schweden zurück und zeigt wie ein grandioses Werk des Genres zu klingen hat. Herrlich!

Lucifer’s Child – The Order

C.T.: Sehr schön, Black Metal, wie ich ihn mag. Gerne mal ein paar getragene Rhythmen, gerne mal auf die 12, es packt mich einfach. Wird gekauft!

K.K.: Eingängiges Black Metal Album. Stellenweise zu gefällig, aber mit genug Atmosphäre und Druck. Kann man gut hören.

P.S:. Rabiater Black Metal ohne unnötigen Firlefanz. Kommt gut auf den Punkt und wirkt nie zu stumpf.

M.K.: Im Mittelteil blitzt ein wenig Interesse auf. Einleitend und zum Schluss aber dann doch zu viel billiges und langweiliges Geschrammel, gespickt mit auf Dauer sehr anstrengenden Vocals.

S.B.: Die nächste Überraschung…bis zur Albummitte, danach ebbt der starke, hier mal relativ untypische, Hellenen-Black-Metal leider ab. Aber gerade Track eins bis drei eröffnen stark und abwechslungsreich.

T.L.: Die unheilvolle Allianz bestehend aus George Emmanuel (ex-Rotting Christ) und Stathis Ridis (Nightfall) präsentiert ihr nunmehr zweites „Black Metal“-Werk mit streckenweise rockigen Einflüssen, gemischt mit Tapping und stimmigen Soli. Reinhören lohnt sich!

Evulse – Call Of The Void

C.T.: Sowohl nicht schlecht, aber auch nicht übermäßig gut oder herausstechend.

K.K.: Die pure Zerstörung, wobei der Titeltrack heraus sticht und mit Atmosphäre überrascht. Die 4-Songs machen Lust auf mehr, aber da ist noch Luft nach oben. 

P.S:. Gewollt rumpelig-roher, aber nicht zu primitiver Death Metal. Nicht übel.

M.K.: Gerade in diesem Monat scheint es hilfreich zu sein, einfach gestrickt und geradlinig was darzubieten. Es gab andere Monate, da wäre das nicht so gut angekommen. Aber sauber runtergerotzt.

S.B.: Noch `ne EP…na gut, Demo-Release, macht aber nix, dicker Death-Metal-Batzen mit eigentlich nur einem Manko: 10 Minuten und vier Songs sind viel zu wenig!

T.L.: Ziemlich unspektakuläres „Death Metal“-Gedudel. Haut mich eher nicht so um.

Autumnblaze – Philia

C.T.: Tja, ist natürlich weit weg von Metal, da es nur 2 Songs sind, kann man sagen: „erträglich„ aber noch mehr davon würde mich auch nicht reizen

K.K.: Mit zwei gefühlvollen Songs melden sich Autumnblaze zurück. Im Gegensatz zu dem (ganz) alten Material der Band gefällt mir “Philia” leider nicht besonders, obwohl die Songs bei mehrmaligem Hören wachsen.

P.S:. Ziemlich chilliges Zeug. Dunkler Pop mit Gefühl und Atmosphäre. Gefällt mir.

M.K.: Geil, das kam überraschend, hahaha. Hat nixe mit Goth, geschweige denn Metal zu tun. Cool sind die Songs (oops, erwischt), aber nunmal hier völlig daneben.

S.B.: Jo…2 Track-digital-only-EP, ich muss irgendwie an A-Ha denken, wenn ich den ersten Track höre…Ist das jetzt was Gutes? Weiß nicht, ist halt einfach…seicht?

T.L.: Angenehmer Radiohead-Touch, aber viel zu übertriebene Halleffekte. Ein absolut ungenießbares Stück Musik – sofern es diese Bezeichnung überhaupt verdient hat.

Manntra – Oyka

C.T.: Modern Folk Metal ist also die neue Bezeichnung für einst Mittelalter-Folk? Nun ja, ist ganz solide gemacht, aber würde die Folkwelle nicht wiederaufleben lassen und kaum denkt man, wie viel In Extremo hier eigentlich drin steckt, dann kommt ein Duett mit deren Sänger.

K.K.: Hm, für Popmusik ist das wahrscheinlich gar nicht schlecht. Next!

P.S:. Folk Metal ist – mit Ausnahme von Skyclad – überhaupt nicht mein Ding, aber einige Songs auf diesem Album machen mir durchaus Spaß. Den Großteil des Materials finde ich jedoch ziemlich anstrengend.

M.K.: Das war ganz schön zähflüssig und berechenbar. Immer noch besser als 1Live im Hintergrund, aber der Abstand ist schon anstrengend gering. Obwohl, angetrunken auf einem Festival vielleicht…

S.B.: Balkanakustik mit Mittelalterrockkomponenten gepaart, dazu ein bisschen Folk- und Schunkelattitüde sowie ordentlich dick auftragen im Promo-Text….am Ende doch nur Standard, und sowieso eine Stilistik, die mich persönlich kolossal nervt.

T.L.: Streckenweise ganz unterhaltsam, driftet aber zu oft in massentauglichen 0815/Standard-Folk Metal ab. Da rettet auch das Duett mit „In Extremo“-Sänger Michael Rhein nicht mehr viel.

The Great Sabatini – Goodbye Audio

C.T.: Also egal, wie viele Details da vielleicht gedacht waren, bei der Stimme geht langes Zuhören nicht.

K.K.: Nein! Sorry, aber das spricht mich gar nicht an. Schwer zu ertragen. Ich sage besser nichts weiter dazu. Next!

P.S:. Im Grunde genommen ganz gut gemacht, aber dieser zähe, widerspenstige Sludge-Brocken funktioniert für mich leider überhaupt nicht.

M.K.: Bei den ersten zwei Stücken hoffte man, dass irgendwas noch dazu kommt. Aber es bleibt bei anstrengendem Gesang im Verbund mit Post-achwasweißich…

S.B.: Wer `nen Vintage Grizzlor so verschandelt wie auf dem Cover hier, kann nur verlieren bei mir. da kann die Brüdertruppe hier auch noch so guten Sludgekram präsentieren (soooo gut isses aber auch nicht).

T.L.: Schönes „Progressive Sludge“-Werk… Vielleicht hat es nach ein paar Mal anhören genug Potential für noch mehr Punkte.