Die zweite Hälfte des Jahres starten wir mit unserem Death-Metal-Special beim Kreuzfeuer. 7 Alben aus 7 verschiedenen Länder stellten sich dem Kreuzfeuer der Redaktion und eins konnte sich ganz knapp durchsetzen.

Mit dabei: Barreleye (Deutschland), Erebos (Österreich), Eschkaton (Australien), Gravewords (Griechenland), Hyperdontia (Dänemark/Türkei), Pig’s Blood (USA) und Rancorum (Rumänien)

Und gewonnen hat: Erebos!

WertungCaro T.Phil S.Maurice K.Sven K.Stephan BThomas W.Thies F.Tom L.
Erebos3,442,53552154
Rancorum3,38225442,534,5
Pig's Blood3,38323434,543,5
Hyperdontia3,3124444215,5
Barreleye2,7513341136
Gravewards2,7523262223
Eschkaton2,544233202

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Kommentare lesen und via Klick auf die Links gelangt ihr zu den Bandcamp- oder Facebookseiten und könnt euch selber ein Bild machen. Viel Spaß!

Erebos – Heretic

C.T.: Puhh, Amon Amarth mit ein bisschen Brutal und Tech? Keine Ahnung, kann ich mir länger geben, als viele der anderen in der Runde, aber dennoch nicht meins.

P.S.: Eingängiger Death Metal, der an den richtigen Stellen mit schönen, skandinavisch angehauchten Melodien glänzt.

M.K.: Schön was zum Matte schwingen, macht richtig Laune und passend für die Festivalsaison.

S.K.: Wieder eine Band die völlig an mir vorbeigegangen ist. Zu den tiefen growlenden Gesängen gesellen sich übelst feinste melodische Gitarrenparts und explosionsartige Blastbeats! Auch wenn die Kapelle aus Österreich kommt, reiht sie sich in dir herrliche Reihe von Bands wie DAWN OF DISEASE, DISCREATION, RECKLESS MANSLAUGHTER, ANASARCA usw. ein. EREBOS

halten die Fahne des Death Metal hoch! Top fetter Sound und unbeschreiblich frisch! Sehr empfehlenswert!

S.B.: US Death inspirierte Grooveattacke von österreichischen Veteranen, die auch At The Gates dufte finden. Das merkt man halt auch. Auch wenn alles auf den Punkt sitzt, isses mir trotzdem zu generisch.

T.W.: Österreich ist ja die Heimat einiger grandioser Death-Metal-Kapellen, wie Pungent Stench oder Disharmonic Orchestra. Davon hört man bei Erebos leider nicht viel. Die Musik wird schnell langweilig und die melodischen Elemente wirken gewollt, da bleibe ich lieber bei den obengenannten Herren!

T.F.: Kurz, knackig, brutal, schnell, mit einem Schuss Melodie und leichtem Viking-Touch: das ist gut produziert und klingt sehr überzeugend. Highlight des Monats!

T.L.: Kurz und knackig knüppeln einem die Österreicher ihren Einstand um die Ohren. Death Metal wie er sein sollte. Ein gelungener Start. Ein bisschen geht da aber noch

Rancorum – The Vermin Shrine

C.T.: Werd ich leider nicht warm mit.

P.S.: Hmmmm…Kickt mich irgendwie nicht so richtig…

M.K.: Gleich mit dem ersten Song mitgerissen und bis zum Ende nicht mehr von losgekommen. Beeindruckend geiles Brett, alt in neuem Gewand. So geht das.

S.K.: Ich glaube mir ist im Leben noch keine Metal Band aus Rumänien untergekommen. RANCORUM ist wohl die Erste und dann gleich mit

so einem erbarmungslosem Death Metal Geballer a la IMMOLATION! Ein überraschend gutes Debüt Album das defintiv potential nach oben hat! Völlig umgehauen hat mich dieser brachiale OSDM Sound aus den USA! Weiter so!

S.B.: Überraschung aus dem Underground, ziemlich fetter Brocken was Sound und Songs/Riffing angeht, erinnert damit hier und da an Dying Fetus und Konsorten. Abwechslungsreiches Teil .

T.W.: Anspruchsvoller Death Metal, der mich streckenweise an Morbid Angel erinnert. Die Songs sind technisch einwandfrei, ziehen sich aber auf Dauer. Die technischen Riffs wirken teilweise auch zu bemüht. Hier sehe, bzw. höre, ich aber definitiv Potential.

T.F.: Recht standardmäßiger Groove-Riff-Death-Metal. Variierend zwischen hohem Tempo und doomigeren Parts, gerne auch mal leichte Disharmonien und Soli einstreuend, und trotzdem fehlt irgendwie der letzte Funke, der nicht zünden will, um das Ganze richtig gut zu machen.

T.L.: Erfrischend klassischer Death mit ordentlich druckvollem Klang – ein wirklich gelungenes Debüt von Rancorum.

Pigs Blood – A Flock Slaughtered

C.T.: Ist glaube ich ganz gut gemacht, würde ich mir zwar auch nicht wieder anhören, aber irgendwie bleibt das Gefühl, dass es okay ist ;)

P.S.: Macht kurzfristig echt Laune, nutzt sich aber leider ziemlich schnell ab.

M.K.: An den guten Stellen erinnert es an die Knuts. Der Gesang ist schon ziemlich anstrengend auf Dauer, instrumental aber eine runde Sache.

S.K.: Bei den Amis habe ich direkt an die ersten Alben von KATAKLYSM denken müssen. Musikalisch geht es direkt voll in die Fresse und es gibt einen wahrhaften Duell-Gesang zwischen Kreischenden und ultratiefen Growls. Das ist genau das was KATAKLYSM mit der Zeit verloren hat! Dem Album ist definitv eine Note Aggressivität, Hass und Brutalität zuzuschreiben!

S.B.: Puh, schwer zu orten…schön eitrig daher gespielter OSDM mit dickem Sound, mal kein Hall aus den Untiefen, abwechslungsreich gespielt. Und trotzdem: zu generisch, um besser abzuschneiden, aber Augen auf, da geht noch was.

T.W.: Gewalttätiger, primitiver Death Metal. Pig’s Blood gönnen dem Hörer keine Verschnaufpause, liefern aber trotzdem eine abwechslungsreiche Death-Metal-Scheibe ab. Fans von Massacre, Master oder Cannibal Corpse sollten definitiv mal reinhören.

T.F.: Das ist böser, doomiger Black-Death, der ziemlich gut rein geht. Da tropft Dreck, Schweiß und Bösartigkeit aus den Boxen. Guter roher Death Metal halt.

T.L: Wildes Rumgeknüppel allein macht noch keine gute Death-Scheibe. Wer es gern etwas „stumpfer“ mag sollte aber mal reinhören.

Hyperdontia – Nexus Of Teeth

C.T.: Braucht mir zu lange bis mal ein bisschen Spannung aufkommt, so verliert es schnell an Aufmerksamkeit

P.S.: Klassischer Stoff, der einem sofort bekannt vorkommt. Mir gefällt’s ganz gut, da ich beim Hören unweigerlich an die jute alte Zeit denken muss, als Death Metal noch ohne intellektuellen Schmonsens und aufgeblasenes Post-Gedöns auskam.

M.K.: Durchgängige Old-School-Walze, die alles niederwalzt. Gefällt.

S.K.: Alles klaro, bei HYPERDONTIA handelt es sich um schön kranken, ach wie wunderlich, Death Metal :-) Völlig ranzig und verfault kommen die Jungs aus der Türkei mit diesem Album daher. Richtig schwere Drums und ultratiefer “Gesang” und so einige Blastbeats schrauben sich acht mal mit einem matschig und schwammigen Sound in Dein Gehirn! Brett!

S.B.: Rifforientiert, dynamischer Old School Death Metal mit vielen tollen Ideen. Irgendwie so ein wenig alte Incantation in flott. Wäre im Jahr 2018 sicher weiter oben in Death Metal Listen gelandet, wenn die Konkurrenz nicht einfach noch mehr überzeugt hätte.

T.W.: Hyperdontia liefern mit Nexus of Teeth solide Standardkost ab, leider fehlt aber ein Alleinstellungsmerkmal. Bei mir hinterlässt das keinen bleibenden Eindruck.

T.F.: Sumpfig-modrig im Florida-Style. Die dissonanten Gitarren und die extrem tiefen Growls aus der Richtung haben mich noch nie wirklich gepackt. Auch dieses Album ist mir zu psychotisch-disharmonisch und noch dazu irgendwie schlecht abgemischt.

T.L.: So finster, fies und furchteinflößend, dass man denken könnte, der Sensenmann höchstpersönlich growlt die exorbitant tiefen Vocals ins Mikrofon. Das wahre Paradies (oder Hölle?) für die Lauscher von Liebhabern brutaler Musik!

Barreleye – Insidious Siren

C.T.: Oh nee, zu modern, zu sehr Disturbed… zu sehr nicht mein Fall

P.S.: Wirkt anfangs ein bissel arg hektisch, ergibt aber relativ schnell Sinn und macht dann auch durchaus Spaß. Werde ich mir auf jeden Fall nochmal in Ruhe anhören müssen.

M.K.: Gute und spannende Sache, aber im Kontext Death Metal falsch plaziert.

S.K.: Fängt nicht gerade gut an das Death Metal Special…Denn BARRELEYE haben in meinen Augen mal gar nichts mit Death Metal am Hut, sondern bewegen sich, so wie es die Plattenfirma auch beschreibt, im Groove Metal Bereich! Ich will die EP nicht schlecht reden, da sie durchaus geile groovende Thrash Parts hat, aber der Gesang ist leider so rock/melodisch das jeder Ansatz von Death Metal fehlt…Trotzdem 4 Punkte, da die EP definitiv auf seine Weise und in dem Bereich hervorsticht!

S.B.: Da hat sich wohl wer in das Death Special reingemogelt…Hier gibt’s eher Groove-Core-Kram, oder so…immerhin isses gut produziert, trotzdem kann ich damit nichts anfangen.

T.W.: Gut gemachte Platte, mir persönlich ist das aber viel zu modern und metalcorig. Absolut nicht meine Baustelle.

T.F.: Etwas falsch im Death-Metal-Special gelandet, dafür gibt’s eher Modern Groove Metal im Machine Head-Style. Ein Schuss Mudvayne-Psycho-Stakkato-Riffing dazu, ein paar Melodic-Soli und fertig ist die gut schmeckende, moderne Pop-Metal-Scheibe. Die Punktwertung bezieht sich rein auf die Musik, Death-Metal-Wertung = 0

T.L.: Ein bombastisches, zwanzigminütiges „Melodic Death“- Konzeptminialbum der Extraklasse – alles mit einer ordentlichen Portion Groove. Der hervorragende Gesang rundet das Gesamtpaket perfekt ab.

Gravewards – Ruinious Ensoulment

C.T.: Will einfach nicht zünden, weder Gesang, noch Gitarrensoli oder was auch immer man da versucht.

P.S.: Das hier ist was für Leute, die ihren Death Metal zwar roh, aber nicht zu stumpf mögen.

M.K.: Es dauert bis zum sechsten Song, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Das reißt es aber leider insgesamt nicht raus.

S.K.: Die aus Griechenland stammenden GRAVEWARDS ballern dir tatsächlich einen 90er Jahre Death Metal um die Ohren, das dir Hören Sagen vergehen! Das Trio vereint klassische Death Metal-und Groove-Riffs, höllische Vocals und eine wilde Trommelarbeit. Highlight des Death Metal Special für mich!

S.B.: Hier wurde mehr gewollt, als gekonnt. Alles nicht schlecht, aber es fehlt noch am Songwriting (zu langgezogen z.b.) und an Variation (Vocals). Die Ansätze sind aber vorhanden.

T.W.: Nicht schlecht, aber auch keine Erleuchtung. Klassische Todesmetall-Kost mit mieser Produktion.

T.F.: Nach passendem Intro rollt der Kriegspanzer-Death-Metal dann auch direkt los. Angeschwärzter, hektischer, mal schneller, mal schleichender Aggro-Death-Metal. Erreicht aber durch zu viel Hektik nicht ansatzweise die Klasse der schmerzlich vermissten Bolt Thrower oder auch Hail of Bullets.

T.L.: Naja… konservativen Death-Metallern wird das semi-gegrowle wohl wenig Begeisterung abringen können. Der Rest der Band bemüht sich derweil um ein solides Arrangement. Haut mich nicht um, ist aber auch kein Müll.

Eskhaton – Omegalitheos

C.T.: Erinnert mich ein wenig an Aosoth, da ich besagte Band mag, kann ich mich mit der Scheibe hier auch ein wenig anfreunden.

P.S.: Gnadenlos rasendes Geballer ohne nennenswerte Verschnaufpausen. Wer mit den südamerikanischen Highspeed-Abrisskommandos (Krisiun, Rebaelliun etc.) gut klarkommt und sich eine rohere, matschigere und etwas schwarzmetallischere Version dieser Mucke vorstellen kann, sollte mal reinhören. Ziemlich geile Vocals, by the way.

M.K.: Von vorne bis hinten Chaos und roh. Wems gefällt, meine Ohren sind danach auf jeden Fall durch.

S.K.: Gleich die ersten sekunden ballern einem das total Chaos durch die Ohren. Völlig durchgedrehter Death Metal. Alles sicherlich primitiv, dafür aber übelst brutal! Insgesamt ist sind das 14 stabile Songs in Richtung von ORDER FROM CHAOS oder auch INCANTAION!

S.B.: Chaotische Trümmerattacke, deren Hauptproblem in der Hauptqualität liegt: Zu chaotisch. Gute Momente verlieren sich im Soundbrei, kommen nicht genug hervor, weil es kaum Verschnaufpausen gibt.

T.W.: Ordentliches Geknüppel, leider ist die Platte etwas überfrachtet und die Gitarren kann man teilweise nur noch erahnen.

T.F.: Konfus, hektisch, Pappdrums, Sirenengitarrensoli, pures Chaos. Mag ja Menschen geben, denen diese Art Brutal-Tech-Death-Metal gefällt, ich gehör nicht dazu.

T.L.: Zu viel Geschwindigkeitsrumgewichse, zu wenig Struktur, zu langes Album. Streckenweise taugt die Scheibe aber immerhin etwas.