Es ist wieder Zeit für unser Kreuzfeuer. Wie immer wurden 7 Scheiben ausgewählt und diese durften sich dann der Redaktion stellen. Diesmal mit dabei: Bestial Warfare, Infiltration, Lunar Spells, My Death Belongs To You, Panychida, Rhabstallion und, Sober Truth

Und gewonnen hat: My Death Belongs To You

Caro T.Katja K.Celina S.
My Death Belongs To You4,33445
Panychida4,173,554
Bestial Warfare4,1743,55
Rhabstallion4444
Lunar Spells3,674,52,54
Infiltration3,67344
Sober Truth3,17243,5

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Bewertungen sehen und per Link gelangt ihr zu den entsprechenden Bandcamp-Seiten. Viel Spaß!

My Death Belongs To You – The World Seems To Be Fading

C.T.: Sehr Abwechslungsreicher Doom, der einen irgendwie packt und man lässt sich gern auf eine musikalische Reise ein.

K.K.: In den gefühlvollen und bedrückenden Klangwelten von My Death Belongs To You kann man geradezu versinken. Schöner Funeral Doom mit etwas wenig Wiedererkennungswert für mein Empfinden. Insgesamt ist es ein gutes und packendes Album.

C.S.: Dieses Werk ist düster und schwermütig, genauso, wie die dunkelsten Stunden, in denen man um einen geliebten Menschen trauert. Doch gleichzeitig ist es wundervoll und zieht einen immer mehr in seinen Bann. Kerzenmusik!

 

Panychida – Gabreta Aeterna

C.T.: Band schon ein paar Mal live gesehen und war immer okay, nur fehlte immer das I-Tüpfelchen. So auch hier bei der Platte, guter Pagan-Black-Metal, mit einigen Ideen, aber das gewisse Etwas fehlt.

K.K.: Eine interessante Genre-Mischung versammelt sich bei Panychida unter dem Banner Pagan Metal. Die Songs klingen mal rotzig Black böse, mal verspielt melodisch, treibend thrashig oder verträumt folkig bis zu episch. Von der Musik geht ein ganz besonderer Charme aus, den die tschechischen Lyrics noch verstärken.

C.S.: Fängt es anfangs recht klassisch an, so wird die Platte schon recht schnell sehr abwechslungsreich, denn es wurde tief in die Genrekiste gegriffen und ein ziemlich verrückt gemischtes Süppchen gekocht und das alles noch auf Tschechisch, denn die Bande kommt aus dem Land des leckeren Bieres. Da es schon das 5. Album ist, klingt es musikalisch sehr rund.

 

Bestial Warfare – Desecrating Goat Assault

C.T.: Rohes Black-Death Gespann, EP rennt durch und macht Spaß auch noch ein zweites Mal zu hören.

K.K.: Diese EP von Bestial Warfare ist ein bestialisches Vergnügen für alle, die es so richtig dreckig und roh mögen. Ziemlich stumpf, blasphemisch und voll auf die Fresse.

C.S.: Ziemlich geiler Scheiß.

 

Rhabstallion – Back In The Saddle

C.T.: Klassische Heavy-Metal-Scheibchen. Kann man sehr gut hören und man erwischt sich schnell mal beim Mitsingen.

K.K.: Wahnsinn, das ist das erste richtige Studioalbum von Rhabstallion, die sich ’77 gegründet und bis Mitte der 80er einige Demos veröffentlicht haben (und eine Best Of zehn Jahre später). Nach einer so langen Pause könnte man den richtigen Zeitpunkt für ein Album verpasst haben. Doch das trifft zum Glück nicht auf die Schiebe zu. „Back In The Saddle“ ist ein gelungenes Hard Rock/Heavy Metal Album geworden!

C.S.: Rhabstallion existierten von 1977 bis 1984 und formierten sich erst wieder im Jahre 2018, doch diese Scheibe ist ihr Debüt. Wer also auf klassischen Metal der alten, ehrlichen und schnörkellosen Schule steht, der ist hier sehr gut aufgehoben.

 

Lunar Spells – Where Silence Whispers

C.T.: Raw trifft den Nagel auf den Kopf. Schöner Black Metal mit bisschen Melodic und das alles sehr roh produziert. Mir gefällt‘s, Soundfetischisten finden aber sicher was zu meckern.

K.K.: Raw Black Metal mit miesem Sound und erstaunlich fröhlichen und einfachen Melodien. Nicht richtig schlecht aber über die Länge des Albums auch nicht fesselnd.

C.S.: Kalt, kompromisslos und finster erwischt es dich. Die dunkle Jahreszeit naht und hier ist der Soundtrack.

 

Infiltration – Point Black Termination

C.T.: Standard-Death mit kleinen Nuancen, ist okay.

K.K.: Infiltration aus Russland können mich mit ihrem wuchtigen und groovenden Old School Death Metal sofort begeistern.

C.S.: Brutalster Death Metal aus St. Petersburg, der die alten Größen huldigt und das würdevoll. Ein hörenswertes Debüt.

 

 

Sober Truth – Laissez-Faire, Lucifer!

C.T.: Auch wenn ich das Wortspiel im  Titel lustig finde, bin wahrscheinlich nicht avantgardistisch genug um das hier zu mögen. Hier mischt sich zu viel miteinander und es passt irgendwie nicht.

K.K.: Die Musik von Sober Truth lässt sich schlecht in eine bestimmte Schublade packen und ist damit nichts für Puristen. Wer sich darauf einlässt, der findet eine interessante, abwechslungsreiche und groovende Mischung aus Thrash Metal, Gothic und Progressive vor. Der eine oder andre Ohrwurm setzt sich auch fest.

C.S.: Progressiv sagt man ja wohl, wenn man nicht weiter weiß?! Auch hier geht man genreübergreifend zur Sache, hat hier und da spannende Passage, an anderen Stellen wird es etwas langatmiger. Man merkt dennoch die Spiel- und Experimentierfreude, die sicher auch durch jahrelanges Zusammenspiel gegeben ist. Schublade? Nö!