Wir starten im Juni wieder mit einem Kreuzfeuer. 7 Alben wurden willkürlich ausgewählt und von der Redaktion bewertet. Ein klarer Favorit hat sich zum Schluss herauskristallisiert. Diesmal mit dabei: Harmonize, Herbstschatten, Hiidenhauta, Ljosazabojstwa, Salem’s Childe, Yellowtooth und Zed Destructive.

Und gewonnen hat: Zed Destructive!

Caro T.Katja K.Phil S.Maurice K.Sven K.Tom L.
Zed Destructive4,4244,54545
Hiidenhauta3,67443254
Ljosazabojstwa3,673,544334,5
Harmonize3,173,544223,5
Herbstschatten3,08333441,5
Yellowtooth2,83233342
Salem's Childe2,42223322,5

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Kommentare lesen und per Link auf die jeweilige Bandcamp-Seite gelangen. Viel Spaß!

Zed Destructive – „Corroded By Darkness“

C.T.: Schönes-Black-Death-Scheibchen. Ist nicht der Megakracher, aber läuft dennoch gut durch, ohne langweilig zu sein.

K.K.: Eine wuchtige Mischung aus Black und Death Metal bieten Zed Destructive aus Israel. Ein solides Album mit mitreißenden Melodieläufen und der richtigen Portion Brutalität.

P.S.: Angeschwärzter Death Metal, der bei mir sofort für gute Laune sorgt.

M.K.: Richtig gute Nummer zum Einstieg. Hier wird einiges dargeboten, einzig und allein ein Punktabzug für die verwendeten Standard Samples bei den Drumtriggern, da wäre etwas mehr Individualität schön gewesen.

S.K.: Ordentliches Death-/Black-Gewitter. Mehr Death als Black, aber der Black scheint immer wieder durch, gerade bei den atmosphärischen Parts. Vor allem ist das Album stark abwechslungsreich. Abschluss vom Album macht ein Deicide Coversong…Kann was!

T.L.: Ein finsterer Kracher: Zed Destructive lassen hier mächtig Dampf ab und finden die nahezu perfekte Balance zwischen den Metal-Extremen.

Hiidenhauta – Riivin

C.T.: Na das ist mal ein Ding. Ich bin zwischen „was ist das?“ und „irgendwie geil“. Pluspunkt gibt es schonmal für die finnischen Lyrics, es gibt viele interessante Passagen, die auch mal Prog- oder Doomschlagseite haben. Ich glaube, das ist ziemlich gut.

K.K.: Ich bin unentschlossen. Eigentlich ist es ein starkes Album, aber es hat seine Längen und man muss in der richtigen Stimmung sein und schräge Tonfolgen mögen. Vor allem der Frauengesang kann zu nervlicher Überreizung führen. „Leväkkö“ sticht mit doomiger und nach Verzweiflung klingender Atmosphäre positiv hervor. Von dem Song abgesehen gefallen mir aber die schnellen Momente des Albums deutlich besser. Die finnischen Lyrics verstärken die Wirkung der wunderbar garstig klingenden männlichen Vocals.

P.S.: Melodisch, düster, dabei aber durch den punkig-räudigen männlichen Gesang und zahlreiche ruppige Einlagen zum Glück nicht zu schnulzig.

M.K.: Hin und wieder taucht ja doch etwas auf, woraus man etwas machen könnte. Aber alles in allem darf man schief nicht mit disharmonisch verwechseln.

S.K.: Sehr interessanter Folk Melodic Black Metal aus Finnland was die Band da eingespielt haben. Vor allem die finnischen Texte die extrem rau und aggressiv vom Sänger rübergebracht werden und sich abwechseln mit weich weiblichem Gesang. Frostig, melodisch, roh, aggressiv, spannend und sehr vielfältig ist dieses Album definitiv.

T.L.: Abwechslungsreicher Finnisch Folk mit Black-Metal-Touch. Klingt ganz gut – mein Ding ist es aber auf Dauer eher nicht.

Ljosazabojstwa – „Gloryja Smierci“

C.T.: Black-/Death in ziemlichen langen Songs verpackt. Guter Ansatz, nur fehlen so ein paar Highlights.

K.K.: Irgendwo ist mir diese Band aus Weißrussland schon begegnet. Wahrscheinlich habe ich versucht mir den Namen zu merken und bin gescheitert. Die überlangen old school Black/Death Metal Songs können mich schon in ihren Bann ziehen, wenngleich das Album wenig richtige Höhepunkte bietet.

P.S.: Melodisch, düster, dabei aber durch den punkig-räudigen männlichen Gesang und zahlreiche ruppige Einlagen zum Glück nicht zu schnulzig.

M.K.: Neigt zum Gedanken abschweifen, und im Hintergrund ist es echt gut. Konzentriert man sich genauer, fallen einem jedoch immer wieder Schachstellen auf. Ein ziemliches Hin und her.

S.K.: Die Scheibe mixt Death und Black Metal der alten Schule. Die unheimlich langen Songs und der mörderische Grusel Gesang macht das Ganze zu einem schauderhaften Spektakel. Ist okay, muss aber nicht…

T.L.: Solider, ungestümer Rumpel-Black-Death. Stellenweise fehlt dann aber doch ein bisschen Feingefühl.

Harmonize – „Warrior In The Night“

C.T.: Musikalisch nimmt man einiges mit von Balladen a la Hammerfall und Blind Guardian, hat aber trotzdem auch rockige und speedige Elemente. Eigentlich eine runde Sache, nur catcht es mich nicht so wirklich.

K.K.: Dieses Heavy/Power Metal Album aus Zypern hat durchaus seine Momente. Gerade der Titeltrack bleibt sofort im Ohr hängen. Und der vereinzelte Einsatz von Growls weiß zu gefallen. Besonders punktet der episch verspielte Song „Crawling among shadows“. Dennoch bleibt unter dem Strich ein eher durchschnittliches Album (mit Ausreißern nach oben), das für meinen Geschmack etwas zu brav und gemäßigt klingt.

P.S.: Ja, das ist genau meine Mucke.

M.K.: Ich weiß nicht, was ich nach dem Lesen des PR Textes erwartet habe, aber es handelt sich nur sehr bedingt um eine Heavy/Power Band. Liegt es an dem „Post“-Irgendwas Sound? Auf jeden Fall kriege ich keinen Bezug.

S.K.: Vom Intro her erwartet man einen Song mit Manowar Klängen. Geht dann aber doch etwas Thrashiger zu. Was sich nach dem ersten Song dann aber auch schnell wieder ändert und man doch eher in Heavy/Power Gefilden weitermacht, meist melodisch und episch. Nichts halbes und nichts ganzes…

T.L.: Ziemlich schwachbrüstig. Ein totaler Griff ins Klo ist es aber auch nicht.

Herbstschatten – Abschaum

C.T.: Nie gedacht, dass man die Melodie „das Wandern ist des Müllers Lust“ mal in einem Black-Metal-Album unterbringen kann. So richtig warm werde ich mit der Scheibe aber nicht.

K.K.: (Post) Black Metal mit deutschen Texten gibt es von Herbstschatten. Der Opener „Seelenschrei“ hat mir gut gefallen, doch über die Länge des Albums bin ich nicht überzeugt. Die Grenze zum Kitsch wird für mein Empfinden zu oft überschritten und manchmal sind die deutschen Texte unfreiwillig komisch.

P.S.: Kraftvoller, gut produzierter Black Metal, der nicht zu altbacken, aber auch nicht zu abgefahren klingt.

M.K.: Black, gerade mit klassischem Gekeife, ist immer schwer für mich zu bewerten. Dass ich aber doch mehrfach aufgehorcht habe, nehme ich als gutes Zeichen.

S.K.: Weitestgehend rasender und sägender Black Metal mit deutschen Texten. Folkeinflüsse werden auch in den überaus langen Songs mit eingebaut. Aufgrund der langen Songs auch ziemlich komplex die ganze Geschichte. Gut und sollte getestet werden.

T.L.: Warum sind deutsche Black-Metal-Texte eigentlich so häufig dermaßen albern? Die Scheibe trieft nur so vor lächerlichen Genreklischees.

Yellowtooth – „The Burning Illusion“ 

C.T.: Da blieb nun leider wirklich nicht viel hängen. Der Thrash-Einfluss stimmt mich aber milde.

K.K.: Yellowtooth reichern ihren Stoner/Sludge/Doom Sound mit reichlich rockigen, psychedelischen und sogar thrashigen Tönen an. Dennoch mangelt es an Wiedererkennungswert.

P.S.: Fetter Doom, der ziemlich übellaunig und unentspannt rüberkommt. Anstrengend, aber hörenswert.

M.K.: Nen Arschgroove, fließende Komposition und öfter beim Wippen selbst erwischt als gedacht. Warum es letztlich nicht für mehr reicht, kann ich selbst nicht bestimmen.

S.K.: Sehr umfangreiches Werk das Frisch und nach viel Spielfreude klingt und trotzdem einen old-school-touch beibehält. Das komplette Album hat sehr einige unterschiedliche Heavy Metal Genre in einen Sludge Doom Mantel verpackt. Ein hörbar cooles Zusammenspiel aller Instrumente. Macht Spaß.

T.L.: Die Musik klingt ähnlich anziehend wie der Name…

Salem’s Childe –  „The Sin That Saves You“

C.T.: So wirklich überzeugt mich dieses moderne Heavy Metal oder Hard Rock Scheibchen nicht. Stimme packt nicht, und auch so fehlt da einfach was.

K.K.: Thrash, Groove, Prog und Modern Hard Rock wird im Info versprochen. Diese Mischung sagt mir gar nicht zu und ist teilweise nur schwer zu ertragen (was hauptsächlich am Gesang liegt). Wird aber bestimmt seine Fans finden.

P.S.: Gut gemachter, ordentlich groovender Heavy Metal. Der Gesang ist nicht so mein Fall, aber er passt gut zur Musik. Diese Platte wächst garantiert, wenn man sie öfter hört.

M.K.: Den unbrauchbaren Cleangesang ignoriert, findet man hier eine wirklich gute Ansammlung von Riffs zum Mitgehen. Leider werden diese aber auch so oft durchgenudelt, dass schon beim zweiten Hören alles trist wirken würde. Wären die Songs knackiger und kürzer, gäbs Punkte drauf.

S.K.: Schwerer amerikanischer Heavy/Power Metal der ab und an ein ganz wenig (wirklich nur wenig) in Richtung der ersten Iced Earth gehen und erinnern, aber leider hier nicht mal im Ansatz so gut. Melodien sind da, aber irgendwie alles zu stumpf.

T.L.: Ziemlicher Durchschnitt. Haut mich jetzt nicht um