Neuer Monat, neues Glück – Zeit für’s Kreuzfeuer! 7 Alben aus sämtlichen Bereichen des Metals wurden wieder ausgewählt und ein mal von allen gehört. Herausgekommen ist ein klarer Sieger und ein enges Mittelfeld. In dieser Ausgabe mit dabei: Godless Enthropia, Haiduk, Kosm, Laceration, Rapheumets Well (zum 3. Mal im Kreuzfeuer), West Of Hell und Whisky Ritual.

Und gewonnen hat: West Of Hell.

Caro T.Katja K.Phil S.Maurice K.Sven K.Stephan B.Thies F.Tom L.
West Of Hell4,1944445345,5
Whisky Ritual3,864442544,53,5
Laceration3,753453534,52,5
Godless Enthropia3,382,54454223,5
Rapheumets Well3.383,5345431,53
KOSM2,5633532112,5
Haiduk2,062,5331131,52,5

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Kommentare lesen und via Klick auf die Links gelangt ihr zu den Bandcamp- oder Facebookseiten und könnt euch selber ein Bild machen. Viel Spaß!

West Of Hell – Blood Of The Infidel

C.T.: Hat der Udo ‘ne neue Band? Okay, wahrscheinlich ein bisschen zu modern an manchen Stellen, kann man aber als gute Power Metal Ding durchwinken

K.K.: Ich muss zugeben, dass ich mir diese Power-/Thrash-Scheibe wahrscheinlich nicht angehört hätte, wenn sie nicht im Kreuzfeuer wäre. Und da wäre mir eine überzeugende und zeitlose Scheibe entgangen.

P.S.: Heavy/ Power Metal mit wirklich gutem Gesang. Die Songs zünden nicht sofort, aber ich bin definitiv bereit, sie mir nach Abschluss des diesmonatigen Top-7-Marathons erneut anzuhören. Das Zeug klingt einfach sehr vielversprechend.

M.K.: Zimmers Hole? Oh tatsächlich, das isser. Gleich mal die Ansprüche hochschrauben… Am Ende bleibt festzustellen, dass hier einiges gut zusammenläuft und viele Parts den richtigen Geist übertragen. Wirklich und endgültig begeistern kann es dann leider doch nicht.

S.K.: Mit diesem Album lassen West Of Hell die klassischen frühen 80er Jahre mit einem modernem Schlag wieder auferleben. Bester Power Heavy Metal mit halsbrecherischen schnellen Soli wechseln sich ab mit langsamen Riffs und sehr melodischen Elementen. Der Gesang ist hervorzuheben, da der Sänger alles von Knurren, über groovenden Gesang bis irgendwie diesen Rob Halford Gesang hinbekommt. Überraschend geile Scheibe.

S.B.: An sich echt gelungener Heavy Metal, wenn, ja wenn… wenn die Songs mehr auf den Punkt kämen, sind mir alle zu lang und dadurch verlieren sie sich etwas in Langatmigkeit.

T.F.: Verschnörkelt-verschachtelter Power Metal, gut gespielt und mit annehmbarer Stimme. Erinnert mich ein wenig an einen Mix aus Nevermore und Iced Earth. Soliert wird natürlich auch häufig, hätte man die Songs jeweils 1-2 Minuten kürzer gehalten, wären diese noch kompakt-knackiger geworden, aber auch so bleibt das eine wirklich gute, interessante Scheibe.

T.L.: Klassische Zutaten aus Thrash und Power Metal, angereichert mit progressiven Elementen. Das Rezept geht auf. Kurzum: Großartig!

Whisky Ritual – Black Metal Ultras

C.T.: Ganz einfach: Black’n’Roll, so wie man ihn sich vorstellt.

K.K.: Black Metal Ultras? So klingt das auch. Rockig, punkig, black. Macht Spaß!

P.S: Wutschnaubender, völlig asozial vor sich hin scheppernder Black’n’Roll. Wer die „rockigeren“ Songs von Impaled Nazarene und Carpathian Forest mag und seinen Black Metal gerne mit `ner ordentlichen Portion Rotz-Punk (bei „Knockout“ musste ich gar an die frühen Turbonegro denken!!!) serviert bekommt, liegt hier goldrichtig.

M.K.: Hm… nunja… Nicht unbedingt zwei Dinge, die zusammen passen in dieser Form. Immerhin wissen sie, was sie tun. Gefällt mir halt nur nicht.

S.K.: Feinster roher und punkiger Black’n’Roll in die Fresse. Schönes schnelles Tempo gegart mit der ordentlich rotzigen Menge Rock, Punk & Hardcore. Viel gibt es zu dem Album sonst nicht zu sagen: Es macht Spaß und fetzt ordentlich die Ohren weg! Bier dazu, logisch!

S.B.: Rock’n’Black wie von den Italienern gewohnt, nech? Kurzweilig, Rotz-Attitüde, Mitgröhl-Refrains und –Wipp-Rhythmik, am Ende mir doch zu monoton, Turbonegro-Cover bringt den Bonuspunkt.

T.F.: Rasendes Inferno zum Start – schöner Old-School-Black-Metal-Punk-Vibe mit harschem „Fuck you!!!“ Growl-Keifen. Wenn mal ein Gang tiefer geschaltet wird, black’n’rollt das Ganze wunderbar. Ab Mitte des Albums etwas gedrosselter und melodiöser mit einem stärkeren Punk-Touch tönt das alles sogar noch einen Ticken stärker. Im absolut positivem Sinne schön ranziges Ding.

T.L.: Solide „Black ‚n‘ Roll“-Scheibe mit ein paar potentiellen Hitsingles. Luft nach oben ist hier aber dennoch.

Laceration – Remnants

C.T.: Wenn es mehr Thrash ohne Death wäre, wäre ich mehr Fan von ;)

K.K.: Das Album ist eine Zusammenstellung älterer Demos/EPs, die so nach Old School Thrash/Death klingen, dass sie locker 10/15 älter sein könnten als sie tatsächlich sind. Laceration erfinden das Rad natürlich nicht neu, haben aber genau das richtige Feeling. Gefällt mir!

P.S.: Knietief im Thrash stehender Old School Death Metal, den man einfach lieb haben muss. Wer so etwas nicht mag, ist doof.

M.K.: Schiebt gut nach vorne und jeder Song wäre sicherlich was für den Partyabend. Als Gesamtwerk ähnelt sich aber alles zu sehr und man ermüdet doch recht schnell. “Hobo” frischt das ganze in der Mitte ein wenig auf.

S.K.: Was ein (Demolition) Hammer! Auch wenn es sich nur um eine Compilation CD handelt (Demos, Splits. EPs) mit dem bisherigen kompletten Schaffen der Jungs von Laceration, weiß man trotzdem direkt woran man ist. Ordentlich brutaler Thrash/Death knallen einem um die Ohren!

Auch wenn mal mit besserem und auch schlechterem Sound. Augen zu und genießen! Fette Drums, ultrabrutale Gitarren und ein hasserfüllter Gesang. So muss es klingen wenn modern auf Old School trifft! Das kommende Album wird definitiv eine 6 von 6! 5 Punkte nur, weil es sich um eine Compilation handelt!

S.B.: Puh, als Compilation schwer zu bewerten…Je nach Release, von dem das Material stammt besser oder altbekannt den Altvorderen nacheifernd…insgesamt aber trotzdem `ne grundsolide Sache, die auch gut von 1990 sein könnte.

T.F.: Nach ruhigem Intro brettert das Album los und lässt schnellen schwarzen Death-Thrash von der Leine. Das holzt, groovt und brettert richtig gut durchs Unterholz, die Stilmischung schmeckt äußerst lecker.

T.L.: Die Scheibe schwächelt an einen unausgegoren Gesamtkonzept durch wahllos zusammengewürfelte Songs, sehr schade.

Godless Enthropia – Tetralcyclic Dominion

C.T.: Ich bin ehrlich, wenn es mal ruhiger zu geht und die Gitarren fast ihre Solo-Momente haben, dann finde ich da echt gefallen. Sonst aber Death, den ich nicht mag.

K.K.: Die Italiener bollern ordentlich! Technisch anspruchsvoller Death Metal, der mehr als einen Durchlauf braucht und etwas mehr Eingängigkeit vertragen könnte. 

P.S:: Ziemlich cooler, technischer Death Metal, den man überraschend lange am Stück hören kann. Daumen hoch!

M.K.: Stellt man sich zunächst darauf ein, dass hier grundauf solider Death geliefert wird, überraschen zunächst die Synths und schließlich Songs wie Solecism I den Hörer völlig und eröffnen eine völlig neue Dimension. Ist fürs weitere Hören markiert.

S.K.: Ziemlich technisches Geholze mit einer ordentlichen Portion Hass und Brutalität legen die Italiener vor. Es klingt mir alles etwas zu modern, ist aber bei weiten nicht so schlimm wie diese unhörbaren Technik-Frickel-Bands. Ein stabiles Brett in die Fresse ist es auf jeden Fall!

S.B.: Irgendwie strengt mich diese Form von Death Metal ungemein an, mir ist das zu klinisch und zu technisch, das machen auch die eingestreuten genrefremden Elemente nicht angenehmer.

T.F.: Nerviger Tech-Death-Prog ohne besondere Note. Wenn auch recht gut produziert, reizt mich so gar nichts, die Scheibe nochmal aufzulegen. Viel zu frickelig – ich finde Death Metal kommt gradlinig einfach besser.

Rapheumets Well – The Elders Anthology

C.T.: Mir gefällt der Symphonische Mischmasch, jedoch kommt es für mich noch nicht so ganz an die ersten Werke ran.

K.K.: Meine Meinung zu dieser Band ist sehr stimmungsabhängig. Mal gefällt mir die Musik, dann finde ich sie überladen und nervig. Bin unentschlossen.

P.S.: Angeschwärzter Death Metal mit Keyboard-Firlefanz – Funktioniert gut und gefällt mir.

M.K.: Der Opener gibt es vor, dieses Mal alles wieder richtig gemacht. Was eine Urgewalt in abwechslungsreichem Kostüm, welche da auf einen losgelassen wird. Beeindruckend!

S.K.: Schwer verdaulicher Mix aus episch/symphonisch melodischem Black/Death Metal mit technischem Gefrickel und eingebauter Science-Fiction Stimmung. Das Album strotzt vor in die länge gezogene Songs. Wer einen Überblick über das Schaffen von Rapheumets Well benötigt liegt

mit dieser Compilation völlig richtig. Das Wort bombastisch darf hier nicht fehlen :-)

S.B.: Wenn das nicht so viel Plastik wäre, dann würde mir das wohl echt besser gefallen, wer Fleshgod Apocalypse heute lieber mag als zu Oracles-Zeiten muss zugreifen.

T.F.: Bombastischer Black Metal, Synthies als Klangteppich, hohe Geschwindigkeit, zu einem symphonischen Ganzen zusammengefügt – kommt euch bekannt vor? Richtig, die Dimmu-Schiene ist hier angesagt, mit einer leichten Prog-Death-Schlagseite. Passende fette Produktion, weibliche Chöre, Piano usw. – vermeintlich eindrucksvoll dröhnt das Ganze aus den Boxen, aber diese Dimmu-Cradle-Richtung ist mir viel zu oft viel zu steril und zu wenig schmutzig für diese Art Musik. Bisschen wie duschen auf Festivals – macht ja auch keiner.

T.L.: Was für ein Genre-Mix! Wirkt allerdings auch irgendwie etwas überladen…

KOSM – Cosmonaut

C.T.: Ich glaube wirklich, dass ist sehr gut gemacht. Nur musikalisch nicht meins. 3 Punkte also fürs Können.

K.K.: Das ist bestimmt gut, wenn man die Art von Musik mag. Ich gebe neutrale drei Punkte und halte mich zurück, was weitere Kommentare angeht.

P.S.: Spaciger Prog/ Power Metal, der mit vielen guten Ideen, Eingängigkeit, tollen Vocals und mitreißender SciFi-Atmo punktet. Richtig gutes Zeug!

M.K.: Hat saustarke Momente und dann wieder Phasen, welche viel zu langatmig sind. Insgesamt sind es zu viele Stücke auf dem Album, welche sich selbst wiederholen.

S.K.: Und immer noch kann ich nichts mit diesem Proggeschrammel anfangen. Zwischen dem klaren melodischem Frauengesang wird immer wieder so ein aggressiver Metalcoregekreische reingeschmettert. Alles sehr hohes technisches Niveau, will ich natürlich nicht abstreiten und

abwechslungsreich auch. Aber halt nichts für meine Ohren.

S.B.: Hier überschreitet man die Grenze, an der es für meinen Geschmack nicht mehr reicht. Ich mag solchen Stil nicht, wem’s gefällt, bitte, ran da…geht sicher auch deutlich schlechter, da hab ich aber keine Ahnung von.

T.F.: Klassisch hohes Heavy-Metal-Organ jault sich oft bedeutungsschwanger durch die Strophen der Songs. Diese warten mit proggigen Metalgitarren auf, Prog meets Melodic Metal. Man scheut sich auch vor den ganz großen Gesten nicht, aber die zünden nicht. Vor allem gesanglich ist das oft Murks, denn auch der weibliche Gesang ist nur minimal besser als der männliche. Gänzlich uninteressant.

T.L.: Der Begriff „Radio-Prog“ trifft es wohl ganz gut. Ist auch genauso unspektakulär wie es klingt.

Haiduk – Exomancer

C.T.: Weiß man so gar nicht, was man von halten soll, von hm okay, bis ab in die Tonne ist alles möglich

K.K.: Soloprojekte leiden oft an “unechtem” Sound und das trifft auch hier zu. Recht gute Ideen und schöne Riffs, die leider nicht gut klingen. Wahrscheinlich (wie immer) Geschmackssache

P.S.: Atmosphärischer, streckenweise sogar richtig hypnotischer Death Metal, der gut reinläuft und jederzeit durchdacht wirkt.

M.K.: Ein Paradebeispiel für die Krankheit, die sich Soloprojekt nennt. Da ließe sich sogar einiges draus machen, wenn da mehr als nur zwei Augen drüber geguckt hätten. Die programmierten Drums schmerzen in den Ohren, das Songwriting hakt vorne und hinten.

S.K.: Es gibt Soloprojekte die man geschmeidig übergehen kann. Haiduk ist eines davon. Nerviger Drumcomputer mit gefühlt 10 Songs lang den gleichen Gitarrenparts. Irgendwelche Growls zwischen evil und lächerlich kommen auch noch hinzu, wobei die im Laufe des Albums nahezu

fast weggelassen werden. Ist auch besser so.

S.B.: Mir ist das zu glatt, insbesondere für Death Metal mit Avancen in Richtung schwarz, technisch alles völlig in Ordnung, aber das reicht mir nicht.

T.F.: Ein-Gitarrist-Solo-Showcase-Album aus der Black-Death-Ecke. Zwar mit einer Menge unterschiedlicher Soli und Riffs, aber durch einen ewig gleichen Sound klingt das dann das ganze Album über trotzdem sehr eintönig und langweilig. So ist mir dann selbst eine halbe Stunde Black-Metal-Yngwie-Malmsteen deutlich zu lang.

T.L.: Längere und komplexere Kompositionen hätten dem knappen Dreißigminüter wohl besser gestanden. Hier wurde viel Potential verschenkt.