Kreuzfeuer - Eternity SoundcheckWie letztes Jahr haben wir für Januar wieder ein Kreuzfeuer-Special gemacht. Diesmal gab es 7 Bands aus 7 Ländern und alle haben etwas mit Black Metal zu tun. Nicht immer war es Black Metal im klassischen Sinne, sondern es konnte dabei auch durchaus Mischungen der Genre geben. Wie immer gab jeder Schreiber seine Punkte und Kommentare ab und zum Schluss gab es einen Gewinner. Diesmal mit dabei: Belenos aus Frankreich, Balberskult aus Deutschland, Dantalion aus Spanien, Mortuorial Eclipse aus Argentinien, Prezir aus den USA, Sear Bliss aus Ungarn und Truchlo Strzygi aus Polen.

Und gewonnen hat: Mortuorial Eclipse.

Ø Carolin T.Kai W.Phil S.Maurice K.Celina S.Sven K.Missy S.Thomas W.Thies F.
Mortuorial Eclipse3,94563553233,5
Belenos3,78 553444325
Balberskult3,5533236514
Sear Bliss3,443,544332334,5
Dantalion3,3934243432,55
Truchlo Strzygi3,06342345231,5
Prezir 2,893 3,5324530,52

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Kommentare lesen und via Klick auf die Links gelangt ihr zu den Bandcamp- oder Facebookseiten und könnt euch selber ein Bild machen. Viel Spaß!

Argentinien: Mortuorial Eclipse – Urushdaur

C.T.: Schönes Symphonic Black Metal Album, mit ‘ner brachialen Note. Gefällt mir sehr gut!

K.W.: Whow! Was für ein Brett! Technisch, brutal, brachial. Was für ein extrem feines Gefrickel. Ohne die dezent gemischten symphonischen Keys hart an der Grenze zum technischen Death Metal.

P.S.: Ist Anhängern der reinen Lehre sicher zu bombastisch und schwülstig, mir gefällt’s dagegen ganz gut.

M.K.: Richtig dickes Brett. Die Einflüsse sind deutlich zu erkennen, aber an dieser Interpretation gibt es sonst nichts zu meckern. Kräftiges Brett.

C.S.: Sehr gut gelungenes symphonisches Werk aus Argentinien, gut produziert, aufwendig gemacht. Kann gut mit den großen des Genres mithalten und gefällt schon auf Anhieb.

S.K.: Erinnert an eine symphonische Variante früherer/mittlerer Phase von Behemoth. Kommt schon sehr geil rüber das Ganze. Der gute Gesang und das technisch anspruchsvolle Schlagzeugspiel macht das Album hörenswert. Leider sind die Symphonie-Effekte meiner Meinung nach etwas übertrieben “bombastisch”. Wer die Band nicht kennt und Behemoth gerne mal laut aufdreht, sollte der argentinischen Band eine Chance geben.

M.S.: Geht gar nicht…da kommt mir Dimmu Borgir hoch.

T.W. Technischer Black Death mit jeder Menge Bombast und ordentlichem Tempo. Erinnert mich stark an Behemoth, macht insgesamt schon Spaß.

T.F.: Dieser symphonische Black Metal klingt wie eine argentinische Kopie der etwas älteren Dimmu Borgir-Scheiben, was tendenziell eher als Kompliment gemeint ist, auch wenn es mit den symphonischen Keyboards manchmal ein wenig ZU viel ist. Das alles ist gut gespielt, kann man sich durchaus anhören, als Dimmu-Fan sollte man hier mindestens einen Punkt hinzu addieren, aber die sind nun mal nicht so ganz mein Ding.

Frankreich: Belenos – Best Of Live / 22nd Anniversary

C.T.: Ist ein gutes Best Of, ich mag Belenos sowieso. Passt also!

K.W.: Erinnert bisweilen an Melechesh oder in ihren melodisch folklastigen Passagen an eine extremere Version alter Vintersorg, ohne aber sich des Kopierens verdächtig zu machen.

P.S.: Gar nicht schlecht. Obwohl es sich um Franzosen handelt, ist die Musik nicht mit dem für französische Bands üblichen Artsy Fartsy Bullshit zugemüllt worden.

M.K.: Man bekommt den Live-Aspekt jetzt nicht wirklich mit. Aber man findet gut getragene und schlüssige Melodieläufe wieder, welche einen sehr gut einzufangen vermögen. Empfehlung für den ruhigen Abend.

C.S.: Querschnitt aus der Diskographie dieses Projektes über die letzten 22 Jahre für ihre Fans, aufgenommen live im Studio. Vielleicht auch eine Anregung, sich das Schaffen auf den bisher veröffentlichten Album anzuhören.

S.K.: Zum 22. Geburtstag kann man mal eine Best Of (aber nicht Live) auf den Markt schmeissen, auch wenn die Zahl eher ungewöhnlich dafür ist. Die Franzosen haben bereits acht Alben seit Ihrer Gründung auf den Markt geschmissen und ihr bekommt mit diesem Jubiläumsalbum einen sehr guten Überblick über alles zusammen. Feinster, brachialer und wütend schneller Black Metal mit starken Pagan Einflüssen. Soundtechnisch ist das auch obere Liga. Empfehlenswert.

M.S.: Die Altmeister aus Frankreich sind zurück….reißt mich aber nicht wirklich vom Hocker, eher durchschnittlich.

T.W.: Durchschnittlicher Depri-Black-Doom, klingt aber als wäre da noch Luft nach oben.

T.F.: Sehr atmosphärisch, düster und melodisch kommt diese Quasi-Best-of von Belenos daher, und verbindet Wechsel aus Geschwindigkeit und Midtempo mit ordentlich Power sowie melodischen Soli und vergisst dabei auch ruhigere Verschnaufpausen nicht. Oftmals zeigen sich in den Songs auch hymnische Pagan-Einflüsse, so wird immer mal wieder auch Klargesang eingebaut. Vergleiche dieses Pagan-Black-Albums mit Bands wie Drudkh und Winterfylleth passen, nur wird das Ganze etwas schneller dargeboten. Gefällt mir sehr gut!

Deutschland: Balberskult – I

C.T.: Ich mag die Raw-Elemente und der Song „Stadt ohne Namen“ hat es mir angetan. Mir fehlt aber noch so das packende etwas, nicht destro trotz kann ich mir live das richtig gut vorstellen

K.W.: Nettes Old School Black Metal Scheibchen. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

P.S.: Hat man zwar seit den frühen Neunzigern schon zigtausendfach gehört, ist in Zeiten von verwässertem Post-Avantgarde-Kunst-Irgendwas-Black Metal aber herzlich willkommen.

M.K.: Mehrere Jahre zu spät um noch etwas neues einzubringen. Kategorie: Tut nicht weh.

C.S.: Rauer Black Metal ohne Schnörkel, eiskalt mit sagenumwobenen Texten, rumpelt aber auch noch ziemlich vor sich hin.

S.K.: Ganz im Stile der alten 90er Jahre Black Metal Bands haben auch Balberskult diesen “rohen” Sound für Ihre Musik gewählt.Mal schnell, mal brutal langsam und alles mit übelst räudigen evil Krächz Gesang untermalt hat das ganze so seinen eigenen Charme. Die 200er Auflage auf Kassette rundet das Ganze ab! Die Fackel des Old School Black Metal wird mit Bands wie Balberskult weiter brennen!

M.S.: Die Härte und das Tempo sind Hammer und mit einer Prise Old School abgeschmeckt, Vocals kommen gut….stimmt alles!

T.W.: BM-Standardgeschrammel in mieser Quali. Ich brauch’s nicht.

T.F.: Sehr old-schooliges Punk-Black-Metal Album mit schön verwaschener Hall-Stimme und gut gesetzten Slo-Mo-Doom-Parts. Erinnert mich irgendwie an Früh-90er und punkigere Darkthrone-Nummern, sehr altes Flair im absolut positiven Sinne! Dafür gibt’s ein weiteres Bier und wohlverdiente anderthalb Daumen hoch.

Ungarn: Sear Bliss – Letters From The Edge

C.T.: Finde es super, dass wir zum Vergleich Mortuorial Eclipse mit dabei haben. Beides Sympho, das hier ist aber moderner, wahrscheinlich auch mit mehr Details und manchmal zu viel des Guten. Deshalb gut, aber nicht ganz so stark wie die Argentinier.

K.W.: Sear Bliss. Ohne Worte. Da kann man nicht viel falsch machen. Bin zwar jetzt nicht der Mega Fan, allerdings ist diese Art Musik auch sehr stimmungsabhängig. Ein „gefällt mir“ gibts aber immer.

P.S.: Das ist so eine Band, die mir vom Namen her geläufig ist, mit der ich mich aber nie befasst habe. Was ich hier zu hören bekomme, ist auf jeden Fall ziemlich gut. Insbesondere „Seven Springs“ und „Haven“ haben es mir angetan. Diese Scheibe werde ich mir sicherlich noch ein paar Mal in Ruhe anhören.

M.K.: Und noch eine Band diesen Monat, welche ich nur bedingt in den BM einordnen würde. Komplexe Melodielinien treffen auf anspruchsvolle Komposition, untermalt mit ausreichend Athmosphäre. Das ganze Album am Stück offenbart allerdings zu starke Parallelen in den Songs.

C.S.: Sehr melodisch und atmosphärisch immer wieder von der Posaune untermalt, was ich durchaus als gelungen empfinde. Sanfte Lieder für zarte Gemüter.

S.K.: Mit Sear Bliss bin ich noch nie warm geworden. Das ändert sich auch mit dem aktuellen Album nicht. Atmosphärischer Black Metal Richtung ältere Moonspell, Samael und Rotting Christ mit Posaunen unterlegt. Fehlt mir aber irgendwie der Kick und alles zieht sich langweilig hin, auch wenn ab und aufs Gaspedal gedrückt wird. Bleibt bei mir nicht hängen. Auch wenn mich jetzt viele für diese Zeilen hängen wollen…

M.S.: Für eine Atmospheric Scheibe eigentlich noch ziemlich cool…gute Mischung zwischen Härte und atmosphärischen Klängen.

T.W.: Ich bin mir auch hiernach nicht ganz sicher, was ich von Sear Bliss halten soll. Würde ich der Musik ein bisschen Zeit geben, würde sie vielleicht irgendwann zünden. Den Sound finde ich aber nach wie vor interessant und es sind durchaus starke Riffs am Start. Deshalb wohlwollende 3 Punkte.

T.F.: Im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern beweisen Sear Bliss, dass es auch gut gelingen kann, Orchesterpassagen mit Bläsern und Hörnern in symphonischen Black Metal einzubauen. Immer wieder wechseln sich schneller Black Metal mit bösem End-90er-Vibe und benannte Pagan-Orchesterparts und symphonische Keyboardarrangements ab, wobei letztgenannte ab und an dann doch auch mal etwas zu viel des Guten sind, denn auf die gesamte Spieldauer gesehen klingen diese Abschnitte dann oftmals doch sehr ähnlich. Trotzdem ein abwechslungsreiches Album mit dicker Produktion, welches ich Dimmu Borgir jederzeit vorziehen würde, das hier klingt trotz unverkennbarem Bombast deutlich organischer und natürlicher!

Spanien: Dantalion – The Seventh Wandering Soul

C.T.: Mir zu schwermütig, wahrscheinlich zu doomig. Dennoch gut gespielt.

K.W.: Weiß auch zu gefallen. Kommt sehr brachial. Blackened Death triffts ganz gut!

P.S.: Gut gemacht, reißt mich aber nicht mit. Irgendwas fehlt…

M.K.: Erinnert mich stark an die kraftvollen Songs von Barren Earth, welche nun nicht viel mit Black Metal zu tun haben. Sehr gutes Album, aber wieder stellt sich die Frage nach Kontext.

C.S.: Irgendwann nerven die immer gleich bleibenden Vocals, die die Scheibe schnell anstrengend machen.

S.K.: Die Spanier Dantalion kommen sehr kraftvoll und kompakt rüber. Neben dem doch leichten Touch von alten Paradise Lost oder My Dying Bride kommt auch noch etwas DSBM hinzu. Die Songs haben dieses Gewisse etwas sich immer wieder anzuhören, praktisch die Suchtgefahr.

M.S.: Durchschnittlich bis mittelmäßig, vielleicht zu viel Schnick Schnack…

T.W.: Ziemlich weichgespülte Mischung aus Black Doom und Death Metal. Die Melodien sind zwar ganz gelungen aber viel bleibt (leider) nicht hängen.

T.F.: Toller Mix aus gezügeltem Midtempo-Black Metal und Death Doom mit passenden Gothic-Slo-Mo-Parts. Mit fettem Sound versehen sticht vor allem die sehr gute Gitarrenarbeit hervor, immer wieder schweben einzelne melodische, Hall-unterlegte Gitarren über dem walzenden, düsteren Grundgerüst. Als Assoziationen kamen mir irgendwie „Bolt Thrower mit Melodie meets early Paradise Lost im Black-Metal-Gewand“ in den Sinn. Was ja nicht das Schlechteste und als Kompliment gemeint ist. Äußerst hörbar!

Polen: Truchlo Strzygi – Pora Umierac

C.T.: Das Intro ist mal gelungen, ich mag das reudige hierbei, mir noch nicht ausgereift genug, aber macht Spaß zu hören.

K.W.: Ziemlich punkig, Thrash-Metal lastiger Old School Black Metal. Bisweilen gewöhnungsbedürftige Vocals, die aber durch die polnische Muttersprache ihren eigenen Charme entfalten.

P.S.: Blackened Asi`n`Roll? Ist schon ganz witzig, packt mich aber nicht so richtig.

M.K.: Das Intro verdient alleine schon volle Punkte. Lange her, dass die ersten Töne solche Aufmerksamkeit erzeugen konnten. Die Song selbst sind gut gemacht, aber es fehlt ein Alleinstellungsmerkmal. An manchen Stellen wundert man sich, ob es für diesen Monat passend ist.

C.S.: Abgesehen vom Bandnamen, den man kaum aussprechen, geschweige denn schreiben kann, ist das hier eine verrückte Mischung mit viel Punk und einem Hauch Thrash. Das macht diesen Black Metal interessant und weniger langweilig.

S.K.: Schön schneller rotziger Black-/Punk-Metal dröhnt hier aus der Konserve. An die polnischen Texte muss man sich erst gewöhnen, was aber relativ schnell geht. Die Songs haben teilweise diese feinen Hardcore Mitgröhl Passagen. Alles voll in die Fresse und sehr abwechslungsreich mit vielen geilen Riffs. Das Album animiert sich ein Dosenbier aufzureissen, Kumpels zu besuchen und einfach eine dreckige spontane Party zu feiern! Daumen hoch!

M.S.: Trifft nicht mein Geschmacksnerv und die Vocals sind gewöhnungsbedürftig

T.W.: Was die Polen hier abliefern ist streckenweise nicht mal schlecht, würde man die ungeschliffene Energie, die an frühe Sodom erinnert, in kontrollierte Bahnen lenken, könnte daraus durchaus was werden.

T.F.: Black Metal aus Polen mit Polka-Beats und gelegentlichen Ausflügen in punkige und doomigere Gefilde malträtiert hier die Ohren. Der in Landessprache vortragende Sänger röhrt wie ein angeschossener Hirsch oder quakt wie ein überfahrener Frosch vor sich hin, und die Band macht auch vor „Ohh-Ho-Ho-Hoo“-Chören und Gangshouts nicht Halt. Immer wenn man gerade denkt „Ok, der Part ist gar nicht mal schlecht“, geht es mit einem Haufen Kacke weiter. Deswegen regt mich das Ganze auch gerade tierisch auf, wer auf besoffen klingende Polen steht, die eine Polka-Punk-Black-Metal-Party feiern, ist hier richtig. Ich schau da mal kurz vorbei und bin dann direkt wieder weg.

USA: Prezir – As Rats Devour Lions

C.T.: Hier finde ich den Speed super und viele einzelne Details, zusammen aber st es für mich aber noch nicht ausgereift.

K.W.: Ebenfalls recht cooles Scheibchen, hat aber in dieser Runde einfach zu große Konkurrenz um herauszustechen.

P.S.: So etwas kann ich mir ab zu mal anhören, aber nicht länger als 20 Minuten am Stück.

M.K.: Jetzt sind wir da angekommen, was ich für alle Bands befürchtete. Langweiliges, stereotypisches Geboller ohne irgendeine Überraschung oder Neuigkeit. Der Sound ist das einzige, was zu überzeugen weiß. Allerdings kann er auch so nicht verstecken, dass kaum Inspiration zu finden ist.

C.S.: Klirrend kalter Black Metal mit Melodien und kompromisslosen Geknüppel.

S.K.: Die Amis überraschen hier mit einem sehr abwechslungsreichem Gemisch aus Black, Death & Thrash Metal, wobei die fiesen schnellen Black Metal Parts mit den sägenden Gitarren und krächzendem Gesang im Vordergrund steht. Prezir sind die Black Metal Variante von Morbid Angel und Deicide. Daumen Hoch.

M.S.: Coole Vocals, rauer, kratziger Sound….Riffs kommen auch gut.

T.W.: Absolut nicht meins, klingt in meinen Ohren auch irgendwie halbgar und stümperhaft.

T.F.: Permanenter ICE-High-Speed-Black-Metal, allerdings ohne den Schmutz in den Gitarren wie in der alten skandinavischen Raserei-Schule. Die Vocals bieten einen Mix aus Gekeife und tiefen Death-Metal-Growls und in den Tracks werden zusätzlich auch schnelle cleane Sirenen-Gitarrensoli untergebracht. Für einen Song ist das mal ganz nett, auf Albumlänge gesehen ist mir da deutlich zu viel ADHS vorhanden, ich komm da bei dem anstrengenden Hochgeschwindigkeitsgefrickel nicht mehr mit.