Das neue Jahr ist gestartet, das heißt für uns, dass das Kreuzfeuer mit einem Black-Metal-Special daher kommt. 7 Bands aus 7 Ländern mit unterschiedlichen Black-Metal-Stilen. Der Sieger konnte sich nur ganz knapp durchsetzen, richtig verloren hat aber auch keiner, denn der Abstand vom ersten und letzten Platz beträgt gerade mal 0,58. Diesmal mit dabei: Arcane Frost, Belenos, Golgata, Ragnell, Tableau Mort, Warfist und Widower.

Und ganz knapp gewonnen hat: Ragnell!

Caro T.Katja K.Phil S.Celina S.Stephan B.Tom L.
Ragnell44,54,53444
Belenos3,92443525,5
Golgata3,92433,5445
Arcane Frost3,833,543,54,534,5
Widower3,6724,54434,5
Tableau Mort3,58443,54,523,5
Warfist3,4233,53434

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Kommentare lesen und per Link auf die jeweiligen Seiten der Bands weitergeleitet werden. Viel Spaß!

Ragnell – Rebirth in Darkness (Mexiko)

C.T.: Rumst ordentlich und macht Laune, fehlt nur noch ein bisschen mehr Varianz, dann ist es perfekt.

K.K.: Der Sound könnte besser sein. Abgesehen davon gefällt mir das mitreißende Album mit starker Death-Metal-Schlagseite gut. Werde ich bestimmt öfter hören.

P.S:. Genau wie bei Golgata funktionieren die Songs für mich am besten, wenn es (wie am Ende von „Bath In The Blood Of The Beast“) etwas erhabener zur Sache geht. Die rabiaten Baller-Parts sind okay, aber nicht überragend.

C.S.: Ungezügelt rauher Black Metal aus Mexiko mit choralen Gesängen zwischendurch, solide gemacht.

S.B.: Erinnert mich – bis auf den hier mit Growls/Kreischen gedoppelten Gesang – ganz kolossal an Midvinters „At The Sight Of The Apocalypse Dragon“… (und an so viele andere Sachen aus der Zeit, auf die ich gerade einfach nicht komme), was gut ist, denn die mochte ich. Hier haben wir dann ein bisschen mehr Death Metal-Einsprengsel. Behalte ich im Auge.

T.L.: „Rebirth In Darkness“ kann vor allem mit seinen langsamen Passagen überzeugen, die für reichlich Abwechslung im sonst so wilden Geprügel sorgen. Ein durchaus gelungenes, wenn auch kein hervorragendes Album.

Belenos – Argoat (Frankreich)

C.T.: Zu Belenos braucht man nicht viel sagen, nur dass sie sehr variieren können in der Qualität, was sie abliefern. Ich mag’s, aber es gab schon bessere Scheiben der Franzosen.

K.K.: Ein stimmungsvolles Album mit wohldosierten epischen Chören und atmosphärisch-mystischen Melodien. Gefällt mir!

P.S:. Das hier ist eher was für Freunde von sauber produziertem, druckvollem Geballer. Gar nicht schlecht.

C.S.: Eine mystisch epische Atmosphäre baut sich auf, abwechslungsreich mit getragenen Melodien und schnellen Parts, mit einem nie nachlassenden Spannungsbogen. Eine großartige Leistung für eine einzelne Person, Respekt!

S.B.: Achtes Full Length, weiterhin (Celtic) Pagan Black der getragenen Variante, reich an Melodik, insgesamt deutlich weniger belanglos als Output Numero sieben. Wer’s so mag, tauche ein in die Wälder der Bretagne (darum geht’s im weitesten und titelgebenden Sinne). Mir ein wenig zu monoton.

T.L.: Klanglich irgendwo zwischen ordentlich produziertem Second Wave Black Metal mit keltischen Einflüssen und einer Prise Naturverbundenheit – das Ergebnis weiß vollends überzeugen. Abwechslung garantiert!

Golgata – Skam (Schweden)

C.T.: Ohh, gar nicht mal so übel. Gut der Klang passt wieder in die 90er. Erinnert mich zum Teil an Gehenna, dann auch mal wieder an Grift und dann… naja noch viele weitere. Sollte man im Auge behalten.

K.K.: Das Album hätte vielleicht ein paar Mehr Durchläufe bei mir gebraucht. Bisher kann die Scheibe mich trotz schöner, schwermütiger Melodien nicht so richtig packen, obwohl sie nicht schlecht klingt. Ich mag die Zutaten, aber irgendwie fehlt die Würze.

P.S:. Am besten ist diese Platte immer dann, wenn auf Atmosphäre und Epicness gesetzt wird. Höre ich mir nach dem Top-7-Pflichtdurchlauf sicher nochmal an.

C.S.: Sind aus Schweden und klingen wie aus einer polnischen Garage: grob, ungehobelt und finster.

S.B.: Nicht ganz passend und dennoch erinnert mich „Skam“ irgendwie an Grift, wegen der Melodik? Hm…keine Ahnung. Überraschend dichtes, in sich stimmiges Werk, das trotz Breisound erfreulich vielseitig daher kommt.

Arcane FrosteT.L.: Typisch schwedisch. Melodische Herangehensweise an die schwarze Musik. Die Formel geht auf – trotzdem ist noch Luft nach oben. Für den ganz großen Wurf reicht es also nicht. Zumindest beim ersten Durchgang.

Arcane Frost – Dragged Into The Void (Deutschland)

C.T.: Frostig schön und oldschoolig, live noch einen Zacken besser als die Platte, aber dennoch nicht schlecht.

K.K.: Die Scheibe habe ich vor dem Kreuzfeuer schon einige Male gehört. Ich mag das leidende Gekeife des Sängers und die Tempowechsel. Der Sound passt zur frostigen Stimmung. Bei der vorliegenden CD-Version ist das Demo als Bonus mit drauf. Coole Sache!

P.S:. Größtenteils alte Schule, aber zum Glück nicht altbacken. So mag ich meinen Black Metal.

C.S.: Dieses rohkratzige Demo voller düsterer Melodiebögen erzeugt eine wunderbar kalte Atmosphäre, ideal für eiskalte Winternächte.

S.B.: Feine Reminiszenz an alte Zeiten, Retro-Sound, Variation, Gerödel, 2nd Wave Black Metal eben, dazu bekommt der CD-Käufer die Demosongs oben druff. Gelungene Sache, aber mit Luft nach oben.

T.L.: Rau, roh, rüpelhaft. Arcane Frost erfinden das „Black Metal“-Rad keinesfalls neu, wissen aber wie man die altbewährten Stilistiken auf Albumlänge gekonnt in Szene setzt.

Widower – Cataclysmic Sorcery (USA)

C.T.: Ich mag eigentlich Black Thrash, aber irgendwie werde ich damit diesmal gar nicht warm. Da hatten wir schon bessere Scheiben von der Band.

K.K.: Blasphemischer, schwarzmetallischer US-Thrash Metal kommt von Widower. Die wuchtige Mischung gefällt wahrscheinlich auch den Thrash Fans, die mit Black Metal nicht viel am Hut haben. 

P.S:. Black Thrash, der trotz aller Brutalität sehr schnell im Ohr hängen bleibt. Diesen Monat definitiv mein Favorit.

C.S.: Angeschwärzter Thrash, der aus einem hochgehypten Jahrzehnt zu kommen scheint, wer daran Spaß hat, der vergnügt sich hiermit.

S.B.: Nun aber wirklich Black Thrash. Insgesamt ein wenig limitiert, aber bei dem Stil, den die Amis nun mal daher zimmern auch in gewisser Weise unvermeidbar. Mir stellenweise zu hektisch, aber ansprechend gemixt.

T.L.: Solide Black/Thrash-Platte, die ihre Momente hat. Gibt aber durchaus Besseres in der Sparte.

Tableau Mort – Veil Of Stigma. Book I Mark Of Delusion (UK)

C.T.: Auch hier kann man wieder sagen, hat was! Bisschen mehr Melo, vielleicht gar okkult, aber es fehlt auch hier der letzte Brillianzschliff.

K.K.: Die Musik ist angenehm finster mit gekonnt vertonter Aggression. Runde Sache – passt so!

P.S:. Fand ich anfangs etwas langweilig, aber nach einer Weile konnte ich mich mit einigen Songs (z.B. „Fall Of Man“) durchaus anfreunden. Ich vermute, dass die Scheibe weiter wächst, wenn ich sie mir noch ein paarmal zu Gemüte führe.

C.S.: Episch melancholische Melodien gewürzt mit choralen Parts und garstigem Gesang, anhand des Bandfotos frage ich mich allerdings, ob es nicht zufällig die Chorbrüder von Batushka sind?!

S.B.: Okay…Black Metal, der sich inhaltlich mit Orthodoxer Kirche beschäftigt …läutet da irgendwo ein Glöckchen oder riecht’s nach Weihrauch? Sei’s drum. immerhin hat man mehr gemacht, als sich bloß die Bühnenoutfits einer der unzähligen Irgendwas-tushkas auszuborgen… abwechslungsreiche Songs z.B. . Ich komme aber trotzdem vom Gefühl nicht weg, Batushka (optisch und thematisch) mit älteren Dimmu (musikalisch) beim Kopulieren erwischt zu haben… das stößt mir spontan auf.

T.L.: Konzeptionell ziemlich ambitioniert. Irgendwie wird das Gesamtbild dem eigentlichen Vorhaben aber nicht so ganz gerecht.

Warfist – Grünberger (Polen)

C.T.: Das ist solide, aber mir fehlt da noch die Abwechslung!

K.K.: Ungestümer Black/Thrash, der so richtig Old School klingt. So Old School, dass es eigentlich genug Auswahl im gut sortierten CD-Regal gibt. Auf die Dauer etwas eintönig für meinen Geschmack. Macht aber dennoch Spaß!

P.S:. Übellauniger Black Thrash mit gut verständlichen Vocals. Kommt einem zwar alles sehr bekannt vor, aber da die Songs stimmig sind, finde ich das nicht weiter dramatisch.

C.S.: Grünberger ist eher ein kantig trashiges Album, worin die 2 Polen Geschichtliches von der Pest bis zur jüngsten Geschichte der Stadt Zielona Góra, ehemals Grünberg aufarbeiten, direkt, ungeschönt und ohne Gefangene zu machen.

S.B.: Okay, so viel Black wie’s Label behauptet, gibt’s hier nicht, man streiche „Blackened“ vor „Thrash“ und substituiere „Old School Teutonen“, dann passt’s. Angenehm und gelungen, ein bisschen zu glatt gezogen in allen Bereichen für das proklamierte Genre. Aber: Gutes Brett.

T.L.: So wenig überraschend wie das Gros des „Godz Ov War“-Portfolios: etwas überdurchschnittlicher Extreme Metal halt. Beinharte Fans der teutonischen Pioniertruppen Sodom, Kreator und Destruction entdecken hier aber unter Umständen ein kleines Highlight.