Wir starten ins neue Jahr mit unserem Black-Metal-Special bei unserem Kreuzfeuer. 7 Bands aus verschiedenen Ländern stellten sich mit ihren Silberlingen dem Kreuzfeuer der Redaktion. Gleich 2 Alben konnten sich dabei die Pole-Position ergattern, die anderen folgen aber knapp dahinter.

Diesmal mit dabei: Abstrakt, Gotmoor, Grabak, Laang, Montuln, Plague Weaver und Profeci!

Und gewonnen haben: Gotmoor und Profeci!

Ø Caro T.Katja K.Phil SMaurice KTom L.
Gotmoor4,23,55444,5
Profeci4,245345
Grabak3,94,54434
Montuln3,834453
Laang3,433335
Abstrakt3,432,5434,5
Plague Weaver3,32,54225

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Bewertungen sehen und per Link gelangt ihr zu den entsprechenden Bandcamp-Seiten. Viel Spaß!

Belgien: Gotmoor – Zonderlingen

C.T.: Hat viel Gutes, vor allem auch die melodischen Einspieler oder Choräle sind gut platziert, insgesamt aber zu mäßig, da ist noch Luft nach oben.

K.K.: Ein fettes Black-Metal-Album aus Flandern. Die richtige Dosis Melodien trifft auf nordisch kühle Garstigkeit. Und auch die sparsam eingesetzten Chöre passen gut ins Gesamtbild. Solide Scheibe!

P.S.: Das hier bleibt für Black-Metal-Verhältnisse echt gut im Ohr hängen…

M.K.: Der Sound ist es hauptsächlich, welcher mich aufhorchen lässt. Denn der weiß zu überzeugen um das Geberste des Drummers in den Vordergrund zu stellen.

T.L.: Klirrriffs und Blastbeasts – das Norwegen der 90er lässt grüßen. Ganz die Klasse der Zweiten Welle erreichen Gotmoor aber nicht.

Polen: Profeci – Aporia

C.T.: Der Gesang haut es hier ganz stark raus, da kommt richtig was an teils hasserfüllten Emotionen rüber. Auch sonst merkt man, dass sich hier im Vergleich zum Vorgänger einiges getan hat.

K.K.: Ein atmosphärisch starkes Album, das mit seinen düsteren Klängen und den polnischen Texten gut an den Vorgänger anknüpft. Die Band bedient sich kräftig außerhalb der Grenzen des Black Metals und erschafft so emotionsgeladene und fesselnde Songs. Schön!

P.S.: Gut gemacht, aber einfach nicht meine Baustelle.

M.K.: Hatten wir die nicht schonmal? Ja, vor genau einem Jahr. Und in der Zeit scheint sich da einiges zum Guten gewandelt zu haben. Roher, direkter. Und gerade in diesem Monat auch schön geradlinig.

T.L.: Zwischen Black Metal-Raserei und sanftmütigem Saitenzupfen scheinen Profeci eine etwas eigenwillige Schiene zu fahren, die durchaus gefällt.

Deutschland: Grabak – Scion

C.T.: Solide wie immer, gibt es nicht viel auszusetzen, an die Lieblingsscheibe kommt es jedoch nicht ran. Macht aber auch nix.

K.K.: Grabaks Black Metal skandinavischer Prägung hat alles, was man erwarten würde. Bösartige Raserei und epische Parts, packende Melodien und eine gewisse Gefälligkeit, bei der es aber nicht an Härte und Kälte mangelt. Kurz: ein rundes Ding!

P.S.: Ich bin echt kein Experte in Sachen Black Metal, aber der Bandname sagt mir was. Man hört, dass hier keine Anfänger am Werk sind. Mir gefällt’s gut, da es wie früher klingt, ohne aufgesetzt oder stümperhaft zu wirken.

M.K.: Könnte in anderen Monaten bestimmt deutlich mehr auftrumpfen, aber so plätschert es leider im Hintergrund ziemlich vor sich hin.

T.L.: Hat ein bisschen was von Satyricon aus der „Nemesis Divina“-Ära. Klingt gut. Haut mich aber auch nicht um.

Chile: Montuln – Arquetipo

C.T.: Schwierig zu bewerten. So richtig gepackt hat es mich nicht, ich sehe aber durchaus, was damit erreicht werden sollte. Braucht vermutlich mehrere Anläufe.

K.K.: Der eingängige Melodic Black Metal von Montuln gefällt mir gut. Viele Parts klingen bekannt, aber dann verlässt die Band die ausgetretenen Pfade und verfeinert die Songs mit verspielten, melancholischen und epischen Tönen.

P.S.: Jedes Mal, wenn eine reine Black-Metal-Top-7 ansteht, befürchte ich das Schlimmste. Jetzt bin ich halb durch und bislang war nur gutes Zeug dabei. Motuln aus Chile machen da keine Ausnahme.

M.K.: Erinnert teilweise stark an was man eher so aus der australischen Progressive Ecke hört. Gefällt mir also sehr gut.

T.L.: Schöne, melodische Midtempo-Passagen im sonst sehr aggressiven Soundbrei. Darüber hinaus ziemlicher Durchschnitt.

Taiwan: Laang – Xinteng

C.T.: Auch ganz schwierige Geschichte, der Gesang ist sehr gewöhnungsbedürftig, dennoch kraftvoll. Ach die Songs wirken zeitweise sehr gleich, dann kommt aber wieder Abwechslung durch Soli etc.

K.K.: Schwieriges Album! Ich finde die Musik streckenweise durchaus ansprechend, aber der Gesang trifft meinen Geschmack überhaupt nicht. Bleibt irgendwie im Mittelfeld hängen.

P.S.: Das hier bräuchte definitiv mehrere Durchläufe. Der erste Eindruck ist positiv, so richtig hängen geblieben ist beim einmaligen Hören aber nichts.

M.K.: Anfangs noch skeptisch wächst das Album während des Hörens. Obs mich aber letzlich ganz überzeugen würde, wenn man sich mehr darauf einlässt, vermag ich auch in diesem Format nicht zu beurteilen. Ggf kann man sich hier einen potentiellen Punkt mehr vorstellen.

T.L.: Asiatischer Black Metal ist eigentlich eher für seine Rüpelhaftigkeit bekannt. Umso positiv überraschender stechen hier melodische Passagen heraus.

Finnland: Abstrakt – Uncreation

C.T.: Puhh, das war dann zu viel auf einmal gewollt ohne eine klare Linie. Symphonic kann dann schnell zu viel des Guten sein.

K.K.: Das Album klingt irgendwie unrund und hinterlässt bei mir einen chaotischen, unausgegorenen Eindruck. Die Vocals wollen nicht auf den Rest passen. Vielleicht liegt es auch am Sound.

P.S.: Das erinnert mich stellenweise an Limbonic Art, was ich als Kompliment verstanden wissen möchte.

M.K.: Das moderne Gewand hat seine Vor- und Nachteile. Vor allem aber stört der unfertige Genre Mix aus Instrumenten und Gesang.

T.L.: Frühe Amorphis treffen auf eine Menge Symphonic-Einflüsse. Das kann gefallen, muss aber nicht.

Kanada: Plague Weaver – Ascendant Blasphemy

C.T.: Auch hier zündet das Gesamtwerk einfach nicht, oftmals zu monoton.

K.K.: Ein dämonischer Bastard aus Black, Death und Doom Metal mit fieser apokalyptischer Stimmung. Durchaus gelungen!

P.S.: Nicht schlecht, zündet aber bei mir auf die Schnelle nicht so richtig.

M.K.: Das ist…. eine Menge Gesang… Instrumental scheint es auch soweit in Ordnung zu sein, also was man halt hört, wenn die Vocals mal verstummen.

T.L.: Nicht nur Spectral Wound scheinen im vergangenen Jahr ein viel umjubeltes Werk des kanadischen BM an den Start gebracht zu haben – Plague Weaver stehen mit ihrem Todesfauchen besagten Qualitätsstandards nur marginal nach.