Wir wünschen Euch noch ein frohes neues Jahr und starten wieder mit unserem Kreuzfeuer. Im Januar ist es Zeit für das Black-Metal-Special, sprich 7 Bands aus 7 Ländern wurden ausgesucht und jeder Redakteur gab dazu seine Meinung ab. Diesmal mit dabei: Aetherius Obscuritas, Black Pestilence, Horncrowned, Profeci, SevenSins, Streams Of Blood und The Committee.

Und gewonnen hat: The Committee!

Caro T.Katja K.Phil S.Maurice K.Tom L.Celi S.Thies F.
The Committee4,7954,535556
Streams Of Blood4,144,5434553,5
SevenSins4,0733,544545
Profeci43,544354,54
Black Pestilence3,362,55333,53,53
Aetherius Obscuritas3,29345243,51,5
Horncrowned2,714332241

International: The Commitee – Utopian Deception

C.T.: Tja, da war ich früher wohl zu harsch und hatte den Hype um die Band nicht verstanden, das Album überzeugt in ganzer Linie, zieht einen mit und man will gleich auf Replay drücken.

K.K.: Ein starkes und atmosphärisch dichtes Album, das mit erhabenen Melodien überzeugt und zugleich mitreißend und bedrückend ist.

P.S.: Melodisch-erhabener Black Metal, der zum Glück nie in die Kitsch-Ecke abdriftet.

M.K.: Saugute Produktion, nichts für jemanden der es roh mag. Aber meinen Geschmack trifft es, gelegentliche Durchhänger außen vorgelassen.

T.L.: Schwarz und zugänglich? Hier passt die Kombination – und das mehr als gut!

C.S.: Dieses Album erzeugt wieder eine episch dichte Atmosphäre, die so kalt ist, dass man förmlich seinen Atem sehen kann, wundervoll!

T.F.: Melodischer Black-Metal, der wunderbar Elemente aus Doom und klassischem Heavy Metal integriert. Akustik-Einschübe sorgen für eine Menge Atmosphäre, überall scheinen wundervolle Melodien im harschen Black-Metal-Unterholz durch. Für mich klingt es komischerweise wie der ultraböse, animalische Piratenbruder von Running Wild, die majestätischen Segel sind gesetzt für eine wilde Überfahrt…ein grandioses Album, absolute Spitzenklasse!!! DAS (Black-) Metal-Album des Jahres 2020.

Deutschland: Streams Of Blood – Erløsung

C.T.: Gut zu hören, hier und da ein paar Anleihen bei Marduk und Co., ist aber insgesamt eine spannende Scheibe

K.K.: Das Album beginnt wie ein infernalischer Wutausbruch, zeigt sich dann aber glücklicherweise facettenreicher, wobei es räudig und abgrundtief böse bleibt. Besonders fesselnd finde ich das Wechselspiel von rasender Verzweiflung und düster, beklemmendem Leiden in „Days Of Immortality“. Dicht gefolgt von dem Song „Die Ablehnung (Das Opfer)“, der ebenfalls in den schleppenden depressiven Parts besonders beeindruckt.

P.S.: Ordentlich ballernder Black Metal, der trotz aller Brutalität ziemlich eingängig daherkommt.

M.K.: Nicht die große Revolution, aber ein gutes und rundes Gesamtpaket. Großer Vorteil als erstes gehört zu werden diesen Monat.

T.L.: Rohe Wildheit und kalte Atmosphäre. Die unverständlichen Lyrics tragen ihr Übriges bei. So hat Black Metal zu sein!

C.S.: Atmospährisch dichter Black Metal aus Deutschen Landen, sogar mit wiedererkennbaren und gefälligen Passagen („Declaration“ kommt mir z.B. schnell sehr vertraut vor), so dass man sich vom Einheitsbrei abhebt. Gut gemacht, kommt in meine Sammlung!

T.F.: Industrial Black Death-Bastard, der eine Weile zum Zünden braucht, dann aber blitzen Melodien und Grooves durch das Geballer. Mal mehr, mal weniger gut, definitiv interessant. Mir gefällt das Album vor allem dann, wenn der Fuß vom Gaspedal Richtung grooviges Midtempo rutscht.

Kasachstan: SevenSins – Legends Of Kazakhstan

C.T.: Das ist mir leider zu durchschnittlich und zu wenig eigenständig, allerdings gut gemacht.

K.K.: Dieses Album ist verflucht! Nach dem Import bei iTunes werden dem Album plötzlich 41 Songs zugeordnet. Acht Songs, die tatsächlich auf der Scheibe sind und die restlichen sind von unterschiedlichen anderen Bands. Dennoch gefällt mir dieses dämonische Werk recht gut, obwohl es eintönige Momente hat.

P.S.: Im positiven Sinne fett produzierter, eingängiger Black Metal, der gleichermaßen nach Skandinavien und Osteuropa klingt.

M.K.: Klassisches Spiel, aber halt gut gemacht. Dynamik ist treffend aufgebaut, immer wenn es zu lange nach vorne ging, kurz auf die Bremse. Gefällt.

T.L.: Für ihre Riffs haben SevenSins wohl vorzugsweise schwedischen Kapellen wie Dark Funeral und Watain aufmerksam gelauscht. Hier gibt’s ordentlich Melodie gespickt mit schwarzer Atmosphäre. Herrlich!

C.S.: Erstarrte Kälte in rauher Kasachischer Steppe verbreitet sich beim Hören dieses Albums. Gut produziert, spannend, sehr atmosphärisch und in den letzten Songs auch mal mit getragenen Melodien.

T.F.: Black-Death mit thrashigen Ausflügen, ordentlich Bumms durch eine richtig gute Produktion und geilen Midtempo-Grooves zur Auflockerung der Raserei. Sehr starkes Album!

Polen: Profeci – Matecznik

C.T.: Hm, hat was. Ist nicht einfach nur Black mit Doom-Schlagseite, da hat man sich schon ein paar mehr Gedanken gemacht und ja, Atmosphäre kommt auf. Hat Potenzial!

K.K.: Profeci setzen auf Atmosphäre statt auf Geschwindigkeit (Midtempo und langsamer mit wenigen schnelleren Ausbrüchen). Hier findet man eher Trauer und Depression als Aggression. Der wechselartige Gesang unterstreicht die düstere Stimmung und wirkt stellenweise majestätisch. Obwohl ich nicht alle Songs gleich stark finde, gefällt mir das Album.

P.S.: Midtempo, Atmosphäre, Verzicht auf Genre-Kischees – Hört sich erst einmal nicht so sehr nach meiner Mucke an, ist aber tatsächlich eines der Highlights dieser Kreuzfeuer-Runde.

M.K.: Irgendwie gelingt es dem Album nicht, die Stimmung aufzubauen, die es verteilen möchte. Festmachen kann man es aber auch nicht, woran das liegt.

T.L.: Mal sakral-getragener Gesang, mal unbändige Rasereien. Eine willkommene Abwechslung düsterer Klänge und ein rundum gelungener Erstling von Profeci!

C.S.: Ich mag die schöne dichte Atmosphäre, die mit dem Album den Raum erfüllt. Gefällt!

T.F.: Etwas anderer Black Metal…oftmals cleane Goth-Vocals treffen auf ein Doom-Gerüst mit ordentlich Dreck zwischen den Gitarrenfingern, dazu Double Bass und Black Metal-typische Gitarrenleads. So baut sich eine unheilvolle Atmosphäre auf, hat etwas sehr Rituelles…wie eine Mischung aus Paradise Lost und langsamen Watain. Gut gemacht und mal was anderes!

Kanada: Black Pestilence – Hail To The Flesh

C.T.: Hat nen deutlichen Thrash-Einschlag und auch sonst ist es ziemlich Raw, ganz gut aber nicht wegfegend.

K.K.: Rockig, punkige Black/Thrash Songs mit eingängigen Refrains, die man auch betrunken beim ersten Hören mitgrölen kann. Ein Album, das morgens im Bad für gute Laune sorgt und trotz Verzicht auf Komplexität auf ganzer Linie überzeugt. Das rockt einfach!

P.S.: Black’n’Roll! Fans dieser Stilrichtung können blind zugreifen, denn hier bekommt man genau das, was das Cover verspricht.

M.K.: Durch und durch rockige Nummer mit angehauchtem Black. An sich eine lockere Nummer, aber im Kontext diesen Monats leider nur Mittelmaß.

T.L.: Ein Querschlag durch Punk, Thrash und Black Metal. Hauptsache rasend. Allerdings auch etwas zu mutlos, um die verhältnismäßig mainstreamige Wohlfühl-Soundschiene zu verlassen.

C.S.: Black´n Roll Punk oder was auch immer aus Calgary. Kommt nicht so wirklich bei mir an, die Vocals haben wenig Variation, die Songs wenig Abwechslung. Ein Durchgang fürs Kreuzfeuer und dann lege ich die Scheibe zu den Akten…

T.F.: Black-Thrash-Hybrid, der ebenso gern und oft auch in punk’n’rolligen Gefilden wildert. Mir auf Dauer zu monoton und wenig abwechslungsreich (Punk halt…), aber für diese Spielart sicher gut gemacht. Einen halben Punkt extra für das schicke Cover!

Ungarn: Aetherius Obscuritas – Mártír

C.T.: Ähnlich wie bei SevenSins, nicht schlecht aber auch nicht weltbewegend.

K.K.: Grimmiger und nordisch klingender Black Metal aus Ungarn. Gut gemacht mit einigen Höhepunkten.

P.S.: Schöne Mischung aus primitivem Geschepper und gehobenem musikalischem Anspruch. Gefällt mir von Minute zu Minute besser. Für mich ganz klar die beste Scheibe des diesmonatigen Kreuzfeuers.

M.K.: Wirkt anfangs noch sehr stark aufgesetzt und zu hart gewollt, gegen Ende lässt man sich ein wenig drauf ein. Wirklich überzeugen kann es aber nicht.

T.L.: Es grüßt die Zweite Welle. Wenig überraschend, aber gut.

C.S.: Bitterböse rumpelt sich der kauzige Gesang durchs Album. Von eiskalten Passagen über liebliche Gitarrensoli ist ziemlich viel dabei, aber das Ganze wirkt auf mich wie ein Pottpouri aus Ideen, die in einer Salatschüssel durchgerührt wurden, so dass irgendwann meine Aufmerksamkeit flöten geht.

T.F.: Sehr klassischer, schneller Black Metal mit knurrigen High-Pitch-Vocals und Wechselspiel aus Dissonanzen und schrägen Melodien. Sehr 90er-Norway-like, wenn auch mit leichter Prog-Note an der einen oder anderen Stelle versehen. Packt mich aber so gar nicht…

Kolumbien: Horncrowned – Rex Exterminii

C.T.: Stark mit Anleihen von Behexen, aber auch eigenem Flair. Noch ein wenig mehr Feinschliff und die Scheibe würde exzellent sein. Ich mag vor allem, dass es nicht glatt poliert wurde, sondern noch richtig auf die 12 ist.

K.K.: Die Kolumbianer geben kräftig Gas, was mir stellenweise zu hektisch wirkt. Das Album ist nicht schlecht, klingt aber an den meisten Stellen so, als hätte man es schon etliche Male gehört. Und der Drumsound gefällt mir gar nicht. Das Album hat ordentlich Wucht – will aber nicht so richtig zünden.

P.S.: Die Jungs kommen ganz offensichtlich aus der Chaos-Rumpel-Ecke, haben aber genug Erfahrung, um ihre blasphemischen Hassklumpen strukturiert und nachvollziehbar darbieten zu können.

M.K.: Die gewollt starken Disharmonien sind zu überzogen für meinen Geschmack und lenken von den eigentlich guten Songs ab. Insgesamt geht es hier 10 Stücke lang treibend nach vorn, gegen Ende sind meine Ohren einfach nur müde.

T.L.: Stumpfes und brutales Rumgebolze á la Marduk – ich bleibe lieber beim Original.

C.S.: Das columbianische Todeskommando liefert den Soundtrack für bitterböse Bierabende. Nicht mehr und nicht weniger. Knüppel aus dem Sack!

T.F.: Black-Death-Geballer, ziemlich chaotisch und rasend schnell. Song für Song das gleiche Spielchen, hektisch auf die Fresse. Nö, das war nix.