Zum letzten Mal in diesem Jahr ist es Zeit für das Kreuzfeuer. 7 Alben wurden ausgewählt und von der Redaktion begutachtet. Diesmal mit dabei: Dead Summer Society, Einvigi, Grafjammer, Rubicon, The Plague, When At Night und Witchfuck.

Und gewonnen hat: The Plague

øCaro T.Katja K.Maurice K.Tom L.Thies F.ExxTom
The Plague4,1734,5355,54
Grafjammer44343,54,55
Witchfuck3,673,53,53534
Einvigi3,672424,54,55
When At Night3,5244434
Rubicon3,3333,5343,55
Dead Summer Society2,8421513

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Bewertungen sehen und per Link gelangt ihr zu den entsprechenden Bandcamp-Seiten. Viel Spaß!

The Plague – Withing Death

C.T.: Einfach Death, rast schnell an einem vorbei , ohne große Highlights.

K.K.: The Plague aus Australien liefern Old-School-Death-Metal schwedischer Machart. Die bösen und düsteren Songs kommen gut ohne modernen Überbau aus. Hörenswert!

M.K.: Kategorie „Live bestimmt etwas, wo man vorne steht und sich freut“. Zuhause allerdings zu geradlinig und unüberraschend.

T.L.: Prügel-Death-Metal nach meinem Geschmack – dreckig, laut und voll auf die zwölf!

T.F.: Seeehr geiler blackened Sludge-Hardcore! Der Black-Metal-Stiefbruder von Hatebreed sozusagen…groovt wie Hölle, stumpf, brutal, dreckig, böse, richtig gut! Perfekter Soundtrack zum Nachbarn ärgern.

E.T.: Death Metal Gewitter mit fettem Harcore Touch. Definitiv brutal und mutiger aggressiver Gitarrensound. Beim hören liegen die Songs „schwer im Magen“. Das ist geil, wird mitunter aber auch anstrengend. Mir fehlt hier das „Stop-and-Go“ oder ein wilderer Verlauf. Fließt zuuu stringent.

Grafjammer – De Zoute Kwel

C.T.: Solide Black Metal scheibe, bisschen arg roh aber gut.

K.K.: Grafjammer machen ungeschliffenen und rockigen Black Metal, den sie Necrorock nennen. Einzelne Songs sind cool und die niederländischen Lyrics passen gut ins Gesamtbild, aber über die Dauer des Albums fehlt mir die Spannung.

M.K.: Eine der angenehmeren Kandidaten diese Runde. Wirkt es zunächst noch sehr klassisch und schrammelig, öffnet es sich im Verlauf immer mehr.

T.L.: Lässt sich ganz gut hören. Hinterlässt aber keinen bleibenden Eindruck.

T.F.: Rasender Black Metal-Thrash-Punk-Bastard, schön räudig gezockt, läuft prima böse rein!

E.T.: Rotzig, Böse und einfach geiles speed’n’roll feeling. Es peitscht nach vorne und der Sound
ist optimal. Songs bieten eine gute Portion Abwechslung. Verdammt viel richtig gemacht! Und ich will jetzt Bier(!), ganz plötzlich. ;)

Witchfuck – Black Blood Baptism

C.T.: Hat durch aus seine Momente, kann man als Black-Thrash-Fan gut hören, es fehlen aber so ein paar Highlights.

K.K.: Witchfuck klingen so, wie ich mir das nach dem Lesen des Bandnamens vorgestellt habe. Böser und Räudiger Black/Thrash Metal mit Punkanleihen. Kann man gut hören.

M.K.: Gut gemacht, aber nichts was man nicht schon aus der Ecke kennt. Anhänger vom Black-Trash werden vermutlich andere Alben als Referenz erwähnen.

T.L.: Schnell und ruppig, genau mit dem richtigen Maß an Räudigkeit. Black Thrash wie er sein sollte!

T.F.: Black Thrash-Geknüppel, wildes Chaos mit Slo-Mo-Riffinseln zum Durchatmen. Somit namensgerecht passend zum intensiven Beischlaf mit Hexen! Auf Albumlänge aber doch sehr eintönig, es wird dennoch sicherlich Fans in der Zielgruppe finden.

E.T.: Auch geiler Sound! Fies ballern in guter alter Tradition; das kann Witchfuck auf jeden Fall.
Mir fehlt die Langlebigkeit dieses Albums. Da fehlt der gewisse Pfiff…Knaller…Pfeffer? Irgendwas, dass veranlasst die Platte öfter – als einmal – aufzulegen.

Einvigi – Sielulintu

C.T.: Hier passiert mir zu wenig und dann ist Folk-Post-Gedöns einfach nur einschläfernd.

K.K.: „Blackgaze“ ist meiner Meinung nach eine Mischung von Stilen (Black Metal und Post Rock/Shoegazing), die oftmals so schlecht zusammen passen wir Pizza und Ananas. Die verträumte Musik der Finnen Einvigi entpuppt sich aber als angenehmer als befürchtet und ich bin mir sicher, dass sie viele Liebhaber finden wird. Das Album trifft zwar nur Stellenweise meinen Geschmack, ist aber so gut gemacht, dass ich 4 Punkte vergebe.

M.K.: Hat seine Momente, es muss nicht immer sonderlich kompliziert sein. Leider ist aber kaum eine Linie zwischen den Stücken zu erkennen, als wären sie in verschiedenen Phasen aufgezeichnet und gemixed worden.

T.L.: Eigentlich ist Folk Metal gar nicht meine Welt – und in Kombination mit Extreme Metal noch viel weniger. Aber Einvigi wissen einfach, wie sich die anschmiegsamen Klänge mit flotten Gitarren und finsterer Aggression gekonnt verbinden lassen

T.F.: Melodisch-melancholischer Folk-Black-Metal mit teils leicht proggiger Gitarrenarbeit. Uptempo-Parts und der Wechsel zwischen cleanen und harschen Vocals bringen Abwechslung und Härte. Erinnert an eine melodischere Variante von Moonsorrow, gutes Album!

E.T.: Ok, das ist interessant und hier wird viel geboten; tolle Spannungsmomente aufgebaut. Aber für mich nur wenig „echte“ Metal-Vibes. Hier und da kommt mal der Black Metal durch, ansonsten schwerer melancholischer Rock. Aber gut.

When At Night – Weltanschauung

C.T.: Das war irgendwie nichts für mich. Melo Death der irgendwie so vorbei rauschte

K.K.: Ein anständiges Melodic Death Metal Debutalbum mit ein paar Kanten. Der Einfluss der schwedischen Größen des Genres ist durchaus rauszuhören, was keine große Überraschung ist und mir nicht negativ auffällt. Die Band werde ich auf jeden Fall im Auge behalten und die Scheibe sicher auch noch einige Male hören.

M.K.: Gerade im Kontext dieses Monats eine angenehme Erfahrung. Man liest Melodic Death Metal und bekommt auch genau diesen in der Form von eingängigen Melodien. Auf anstrengende oder verstörende Elemente wurde verzichtet und so wirkt es aus einem Guss.

T.L.: Kräftiger Melo Death. Geht gut ins Ohr, haut mich aber auch nicht vom Hocker.

T.F.: Nicht wirklich schlecht, aber von diesem Mix aus groovigem Modern Metal und Melo-Death bleibt zu wenig Eigenständiges hängen, als dass das Album eine Empfehlung wert wäre. Dark Tranquillity-Jünger sollten ein Ohr mehr riskieren.

E.T.: Ok, live ist das bestimmt ein Knaller. Ich finde den Mix hier nicht so gut gelungen, dass hätte man besser abstimmen können. Manche Songs sind echte Knaller und das doch abwechslungsreiche Konzept geht voll auf. Sand’s Fall! Meistens ist mir der Gesangsstil jedoch zu unaufregend und geile Parts verlieren an Energie.

Rubicon – Demonstar

C.T.: Die Stimme hat was, aber leider zündet hier die Power nicht so wirklich. Recht generisches Heavy-Metal-Scheibchen.

K.K.: Auf „Demonstar“ findet man knackigen Heavy/Power Metal aus Russland. Obwohl der eine oder andere schwächere Song darunter ist, bleibt es unter dem Strich ein gutes Album.

M.K.: „Unkonventionell“, wie sich die Band selbst bezeichnet, würde ich es nicht nennen. Dennoch bleibt der Fuss selten still und die Songs sind eingängig. Wirkliche Passagen zum Mitgröhlen fehlen dennoch und ab der Hälfte baut es leider auch ein wenig ab.

T.L.: Naja… eigentlich ganz gut. Aber aufgrund des Überangebots an herausragenden Heavy Metal-Bands greife ich dann doch lieber zur Konkurrenz.

T.F.: Traditioneller Power/Heavy Metal. Klassische Metalsirene am Mikro, bei Screams und Pathos Richtung Bruce Dickinson gehend, bei dem das allerdings richtig gut und cool klingt, während mich der Sänger hier gewaltig nervt. Iron Iced Priest sozusagen, ich sehe aber so gar keinen Grund, dieses belanglose untere Mittelmaß den Originalen vorzuziehen.

E.T.: Wow, alles da! Power, Atmosphäre, Geschwindigkeit. Tolle Hooklines und Licks. Ein geiles Power Metal Album und, dank starkem Sänger, mit individuellen authentischem Charme. Das zu schaffen, ist gar nicht so einfach; aus meiner Sicht. Hier gibts viele Hits!

Dead Summer Society – Decades

C.T.: Als es hieß, dass hier ist eine Mischung aus Goth, Doom und viel mehr, hatte ich erst ein wenig Angst um meine Ohren. Aber der Mix hier ist wirklich gut, und man wird in den Bann hineingezogen.

K.K.: „Decades“ klingt eher zäh und eintönig als doomig. Ich vermisse den nötigen Tiefgang und den roten Faden.

M.K.: Eine Mischung der beiden Genres mag eine interessante Sache werden, hier ist es aber gescheitert. Vor allem, weil sowohl vom Gothis als auch Doom, lediglich Klischee-Elemente verwendet und aneinander gepappt werden.

T.L.: Schöner Atmospheric-Post-Black-Metal. Für melancholische Stunden definitive der passende Soundtrack.

T.F.: Melodisch-verträumte Post-Rock-Gitarren und Kitschkeyboards treffen auf verwaschene Black-Metal-Growls und Double Bass. Öder Stilmix, plätschert langweilend vor sich hin, tut nicht weh und packt mich so gar nicht. Wenn dann die weiblichen Nightwish-Soprane einsetzen, ist endgültig Feierabend.

E.T.: Schwere Kost. Es gibt vereinzelt charmante Überraschungen, aber mir sind die Songs insgesamt zu gleich. Produktionstechnisch noch viel Luft nach oben.