Auch diesen Monat haben wieder 7 Veröffentlichungen sich dem Kreuzfeuer der Redaktion gestellt. Von Black Metal bis hin zu Heavy Metal war alles mit vertreten.

In dieser Ausgabe mit dabei: Arvas, Don’t Drop the Sword, Inhuman, Putrid, Ravenlight, Ruadh und Void King.

Und gewonnen hat: Inhuman

Caro T.Katja K.Phil S.Maurice K.Sven K.Tom L.Celina SThies F.
Inhuman434355534
Don't Drop The Sword3,67444323,545
Arvas3,543424443
Void King3,3824532353
Putrid3,253,534234,551
Ruadh3,2532343434
Ravenlight1,94333113,510

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Kommentare lesen und per Link auf die jeweiligen Seiten der Bands weitergeleitet werden. Viel Spaß!

Inhuman – Unseen Dead

C.T.: Für Brutal Death hat das recht viel Melodie und man erkennt, dass es nicht nur stumpfes Gebolze ist. Wird zwar nie mein Favorit sein, kann man aber machen.

K.K.: Ein solides Death-Metal-Album von Inhuman aus Costa Rica. Reinhören, es lohnt sich. Und das Album wird zum Ende hin noch besser.

P.S.: Diese Art von technischem Death Metal gefällt mir nicht immer, aber Inhuman machen ihre Sache ziemlich gut. Daumen hoch!

M.K.: Moderne Elemente im klassischen Gewand. Macht richtig gut Stimmung und überzeugt von vorne bis hinten.

S.K.: Fett produzierter aber nicht überproduzierter technical Death Metal. Klingt nämlich trotzdem noch Old School und rotzig. Vor allem hört sich das Album nicht so sehr „gefrickelt“ an. Bass, Gitarren und Schlagzeug sind völlig irre und aggressiv. Gesang auch schön brutal! Reinhören empfohlen.  

T.L.: Unter dem Radar trommeln sich Inhuman zum Geheimtipp für Frickelfetischisten –  „Unseen Dead“ ist eine einzige Technikraserei mit marginalen Durchhängern.

C.S.: Wer auf technische Frickeleien, Aggressivität und Brutalität steht und erwartet, dass das gesamte Album im selben hohen Tempo durchrauscht, der ist hier bestens aufgehoben. Mich macht der durchgängig gleichklingende Ritt einfach nur aggro. Ich finde nichts Spannendes, nichts Außergewöhnliches, was sich von der Masse der Bands abheben könnte. Schade….

T.F.: Gute Balance aus Geschwindigkeits-Geballer und Groove, wobei dieser trotzdem technisch bleibt. Das aggressive Growling ist ein weiterer Pluspunkt. Brutal und gut, in manchen Parts gewinnt die technisch-chaotische Seite aber für meinen Geschmack etwas zu sehr die Oberhand.

Don’t Drop The Sword – The Wild Hunt

C.T.: Episch startend und gut auf den Pfaden des Heavy Metals fortschreitend. Der Bandname bleibt skurril, dennoch macht es Spaß, die Scheibe zu hören. Wer es mal wieder richtig true und powerful haben möchte, ist hier richtig.

K.K.: Definitiv gut gemacht ist die Musik von Don’t Drop The Sword. Meinen Geschmack trifft die Band zwar nicht richtig, aber wer bei Blind Guardian feuchte Augen bekommt, der sollte hier reinhören.

P.S.: Starkes Teil von einer wirklich vielversprechenden Band. 90er-Power-Metal lebt! Und ja, der Sänger erinnert mich nach wie vor an Hansi Kürsch.

M.K.: Ein druckvollerer Mix hätte dem ganzen sicherlich weiter geholfen, denn musikalisch ist das alles anständig aufgebaut. Kann ich mir gut live vorstellen.

S.K.: Da fällt mir nur eins ein: Mischung aus alten BLIND GUARDIAN und RUNNING WILD. Allerdings mit etwas dünnem Sound und Gesang. m.E. ein langweiliger „kopierter“ Mischmasch aus beiden Bands….

T.L.: Starke Blind Guardian-Schlagseite. Etwas zu blutleer für meinen Geschmack.

C.S.: Genreliebhaber, die Blind Guardian nicht hassen, dürfen durchaus ein Ohr riskieren. Eingängige fast hynmenartige Melodien, die auch mal ruhiger werden lassen dich bierselig mitschunkeln. Auch wenn das nicht meine Baustelle ist, muss ich doch anerkennen, dass die Vocals sehr harmonisch mit der Musik eine Einheit bilden, der Bandname allerdings – huch, schon wieder vergessen…

T.F.: Running Wild, Helloween…Galopp, du feiner deutscher Speed-Power-Metal! Klassische High-Pitch-Metal-Stimme, perfekt zur Musik passend…das ist so Retro, und trotzdem enorm frisch und modern klingend, das kann man gar nicht schlecht finden! In diesem Segment völlig zurecht als Hoffnungsträger gehandelt, das wird was!

Arvas – Equanimity

C.T.: Ganz klassischer Black Metal, der sich eigentlich das richtig spannende bis zum Schluss aufspart. Entweder brauche ich noch ein paar Anläufe oder es ist eben nur „Standard“ aus Norwegen.

K.K.: Grimmiger Black Metal aus Norwegen. Man bekommt mehr oder weniger was man erwartet. Ganz okay mit wenig herausragenden Momenten.

P.S.: Black Metal, der mit Atmosphäre und kaltem Old-School-Geklirre zu überzeugen weiß.

M.K.: Leider bleibt hier wirklich nichts hängen. Nichts falsch gemacht und dennoch gänzlich unauffällig.

S.K.: Schneller und sehr böser, frostiger Old-School-Black-Metal was Arvas aus Norwegen auf dem Album abliefern. Melodische Sägegitarren, eiskalt krächzender Gesang, schnelles Drumming und punkige Einflüsse sind rauszuhören. Guter Mix aus DARKTHRONE, SATYRICON usw.

T.L.: Das Ein-Mann-Projekt Arvas balanciert irgendwo zwischen modernen Einflüssen und tiefschwarzer Liebäugelei mit der Zweiten Welle. Manchmal weicht die Verehrung aber blinder Liebe, statt musikalische Identität zu stiften.

C.S.: Dreckig rohe Schwarzmetalscheibe der klassischen Art, die man sich durchaus anhören kann.

T.F.: Standard Blackened Thrash von eingespielter Truppe. Keine schlechte Kombination aus Black Metal und Thrash, aber das gibt es dann eben auch 666-fach besser und interessanter dargeboten als hier. Alles in allem sehr durchschnittlich.

Void King – Barren Dominion

C.T.: Live wäre das sowas, wo ich die Kurve kratzen würde. Stimmlich kann man nichts aussetzen, aber mir einfach für Doom typisch mal wieder zu träge und langatmig. Ist dann auch egal, dass man hier noch das Attribut Stoner ranhängt…

K.K.: Stoner Rock ist als der kleine, harmlose Bruder von Doom Metal oft nur mittelgut meiner Meinung nach. Und mit ihrem kräftigen Doom Einschlag und dem starken Gesang gehören Void King wohl zu den besseren Stoner Bands. Mir gefällt das Album ganz gut.

P.S.: Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet eine Stoner-Platte mein Monatsfavorit werden könnte?

M.K.: Es sind ja immer gute dicke-Eier-Riffs drin im Stoner Doom. Aber es zieht sich immer wie Kaugummi, sich das komplett anzuhören. Dennoch muss man seine Momente zugestehen. Es gibt Phasen, wo man sich gut drin verlieren kann.

S.K.: Ganz schwerer und kriechend doomiger Stoner Metal hauen Void King raus. Der cleane Gesang nervt aber leider, weil er ziemlich gequält dazu klingt. Einfach ein weiteres Stoner Doom Metal Metal Album mit nervigem Gesang…

T.L.: Die vielen Versatzstücke im Schneckentempo nagen an der Qualität der Stoner/Doom-Combo. Hier ist noch Luft (und Geschwindigkeit) nach oben.

C.S.: Die Vocals tragen die ganze Scheibe und erinnern mich schon ganz gehörig an Chris Cornell (Soundgarden), ganz großartig. Darf in meinen persönlichen Musikordner!3

T.F.: Mittelprächtiger Stoner-Doom von der Stange mit nicht ganz passendem Organ…das erklingt zu oft zu melodisch-sauber für die zumeist angenehm schmutzige Musik. Somit unterm Strich nichts Neues aus der Wüste.

Putrid – Antichrist Above

C.T.: Sound ist ein wenig zu matschig, die Gitarrensoli fetzen aber und der Hauch von Old School schwebt über allem.

K.K.: Nach einem Blick auf das Cover erwarte ich blasphemisches Old-School-Geboller. Und Putrid aus Peru holzen auch ordentlich los, doch die Songs sind wenig spannungsgeladen und rauschen mehr oder weniger an mir vorbei. Eigentlich ganz gut aber das gewisse Etwas fehlt. Vielleicht muss ich das einfach an einem anderen Tag noch mal hören.

P.S.: Rabiates Black-Death-Thrash-Gemisch, das mir auf Anhieb zusagt

M.K.: Chaotisch, roh und druckvoll soll es wirken. Das klappt, erwischt mich aber auf dem falschen Fuß und stört ungemein.

S.K.: Mit brutal chaotischen, satanistisch, rasend schnellen Blackened/Death/Thrash Metal rasieren Dir PUTRID auf „Antichrist Above“ komplett den Schädel weg. Der etwas dünne Old-School-Sound und der bitterböse Gesang aus der Hölle geben der Scheibe den letzten „Schliff“. Fans von dieser Art Musik werden ihren Spaß haben.

T.L.: Beinharter und dunkler Black-Thrash, der leider etwas aktuellen Genre-Koryphäen wie Wraith, Bewitcher oder Hellripper hinterherhinkt.

C.S.: Finsterfieser Schwarzmetal aus Peru? Schönes Ding!

T.F.: Dumpfe Produktion, vermutlich auch gewollter Soundbrei für diesen schwarzen Thrash. Viel zu krachig hyperaktiv, alles auf die hektische Zwölf, das gibt mir so gar nichts. Eine vertonte Wurzelbehandlung.

Ruadh – The Rock Of Clyde

C.T.: Zu Beginn hat es den Anschein einer geführten Meditation zum Einschlafen, es steigert sich aber mit der Zeit zu einigen spannenden folkigen Passagen.

K.K.: Ich bin unentschlossen, was dieses atmosphärische Black/Folk Projekt angeht. Die eine oder andere schöne Melodie bleibt im Kopf und stellenweise kann ich mich gut auf die Musik einlassen. Aber bald darauf frage ich mich, ob man wirklich jedes stilistische Klischee auswalzen muss und fühle mich gelangweilt. Zusätzlich schwächelt der Gesang massiv. Die größtenteils überlangen Songs wirken gestückelt und am Ende bleibt einfach nur ein unausgegorener Eindruck.

P.S.: Die Vocals passen meines Erachtens nicht so gut zur Musik, aber abgesehen davon ist das hier `ne durchaus gelungene Atmo-Black-Metal-Scheibe.

M.K.: Ich musste den Durchlauf abbrechen, daher in zwei Sessions gehört. Beide Male brauchte ich 5 Minuten um wieder in die Stimmung für das Album zu kommen. Danach haut es einen um durch seine getragene Grundstimmung und sehr emotionale Lage. Die Form von BM, die mir doch zusagt.

S.K.: Würden die mit Keyboard untermalten Folk Elemente und der teilweise depressive cleane Gesang bei RUADH weggelassen, wäre es eine richtig geile abgefahrene und schnelle atmosphärische Post-Black-Metal-EP in Richtung von DER WEG EINER FREIHEIT und HARAKIRI FOR THE SKY. Schade.

T.L.: Etwas träge dümpelt das schwarzmetallische Ein-Mann-Projekt aus Glasgow im Sumpf des Black Metal/Folk-Einheitsbreis herum. Hier und da keimen dann aber doch ein paar Momente der eigenen Qualität auf.

C.S.: Pluspunkt ist schon mal das Cover, das spricht mich an. Die Produktion ist nicht roh und ungeschliffen – das mag ich ja so, sondern hölzern. Es fehlt das gewisse Etwas, die Spannung will sich partout nicht einstellen.

T.F.: Sehr epischer, mit vielen Soli durchzogener melodischer Folk Black Metal. Viel besser als der Vorgänger, facettenreicher, runder…sehr sphärisch-melancholisch, klingt tatsächlich nach Schottlands Felsen und Feldern. Immer noch sehr schwülstig, aber das kann sich diesmal durchaus hören lassen, well done!

Ravenlight – Project Genesis

C.T.: Könnte sich auch um eine Scheibe von After Forever um 2000 rum oder sogar alte Xandria-Sachen (man denke da an den Song “Ravenheart”) handeln. In diesem Sinne komplett an die Stimme, allerdings könnte die Scheibe mehr Frische vertragen.

K.K.: Gefälliger, symphonischer Power Metal mit Frauengesang. Potential ist vorhanden, doch die poppige Produktion könnte druckvoller sein und der Kitsch-Level ist für mein Empfinden unerträglich hoch. Wer Nightwish und Korsorten mag, der ist hier richtig.

P.S.: Gut gemachter Symphonic Power Metal, der Genre-Fans sicher gefallen wird.

M.K.: Nach dem Revival von Old-School foo und bar sind wir jetzt im Symphonic Metal der 90er angekommen, welche gerne eine Scheibe Nostalgie abhaben wollen. Zunächst entschleunigt der Gesang zu sehr, gegen Ende hin fallen alle in träge Melancholie.

S.K.: Augen zu und durch ☹ Gitarren, Schlagzeug, Frauengesang…Genau was der Symphonic-Bombast-Metal-Fan braucht und auch mit „Project Genesis“ bekommt…

T.L.: Das Symphonic/Power Metal-Gespann mimt eine abgespeckte Version von Nightwish – nur die Stimmgewalt reicht nicht an das Können von Tarja oder Floor Jansen heran.

C.S.: Melodic Power Metal? Not my cup of tea!

T.F.: Opernhafter Symphonic Metal im Stile von Nightwish oder Within Temptation. Sagt alles. Für immer ein stinkender Kackhaufen auf dem Bürgersteig der harten Musik.