Nokturnal Mortum “Ne Christ” 4/6

Last Episode
Auch in den entlegendsten Ländern scheint Black Metal kein Fremdwort zu sein. Nocturnal Mortum aus der Ukraine melden sich mit ‚nem feschen Black Metal Scheibchen zurück. Die Truppe brachte schon vier Alben heraus, welche alle mehr oder minder wohlwollend angenommen wurden. Es ist um so erstaunlicher, dass Jungs aus der Ukraine solch ein Album rausbringen, wenn man an all die Schwierigkeiten in dem Land denkt. So mussten sich Nokturnal Mortum von Gründungsmitglied Karppath trennen, und dazu kamen noch die Unruhen im Land selber. Für Kniaz Varggoth genug Stoff, um Texte zu ‚Ne Christ‘ zu schreiben, welche dementsprechend voller Hass auf die Korruption im Lande sind. Und auch Sehnsüchte an den alten Ruhm sowie die Wurzeln dieser einst mächtigen Nation weckt. Dementsprechend brettert das Album auch nach vorne, man kann förmlich die Wut und Aggression aus dem Werk tropfen sehen. Gegen den Zorn spielt sich slawische Folklore auf, für die sich Nokturnal Mortum sogar ein komplettes volkstümliches Orchester zu Hilfe nahm. Diese folkloristischen Instrumente klingen „aussergewöhnlich„ und wie von einer anderen Welt. Ein paar dieser Instrumente welche auf dem Album zu hören sind sollen über 1’000 (?) Jahre alt sein.“ Hmmm, wirklich? Beim Opener ‚The Funeral Wind Born In Oriana‘ vernahm ich in den ersten paar Sekunden eine Art Jagdhorn (?). Und sonst lockern noch Flöten und andere klassische Instrumente ein paar Songs auf. Nicht zu oft, eher sparsam. Das Ganze wird noch durch russische Texte getoppt, es herrscht ein Gleichgewicht von englischer wie russischer Lyrik. Fünf Songs Englisch und fünf Russisch. Nocturnal Mortum bemühen sich um Abwechslung und dies nicht zu knapp. Dem Werk wurden gut 70 Minuten Spielzeit auf zehn Songs (inklusive Bonus) verteilt geschenkt. Was enorm ist, denn welch andere Band vermag da noch mitzuhalten? Wenn Dir gut gespielter Pagan Black Metal zusagt, kannst Du ruhig ein Ohr riskieren. Die Ukrainer bieten eine gesunde Kost.