Auch diesen Monat gibt es wieder das Kreuzfeuer. 7 Alben aus verschiedenen Metalgenren wurden ausgesucht, um die Redaktion zu begeistern oder zu enttäuschen. Unterstützt wurden wir dabei von Felix Gretzer, Gitarrist bei Logar’s Diary.

In diesem Monat vertreten sind: Aggression, Crocell, Druj, Friisk, I Am The Morning, Ordinul Negru und Wrathrone.

Und gewonnen hat: Friisk!

Carolin TeubertKatja KruzewitzPhilip Schnitker Maurice KalionowskiCelina SchulzeSven Kobe Missy S.Thies FeddersFelix Gretzer
Friisk4,174,55425644,52,5
Crocell3,94344355353,5
Wrathrone3,7244434343,54
Druj3,524,5325444,52,5
Ordinul Negru3,44443353333,5
Aggression3,282,52,53255324
Iamthemorning2,72335321213,5

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Kommentare lesen und via Klick auf die Links gelangt ihr zu den Bandcamp- oder Facebookseiten und könnt euch selber ein Bild machen. Viel Spaß!

Friisk – De doden van’t waterkant

C.T.: Der Schimmelreiter auf Atmospheric Black? Naja nicht so ganz, aber zumindest die Atmosphäre stimmt und ist für eine erste EP wirklich schön gemacht.

K.K.: Friisk aus Ostfriesland sind mir schon vor dem Kreuzfeuer positiv mit ihrer ersten EP aufgefallen. Vier ergreifende, atmosphärische Black-Metal-Songs, die Lust auf das Debütalbum machen, bietet die EP. Daumen hoch!

P.S.: Faszinierend: Auf dem Papier ist das wirklich überhaupt nicht meine Mucke, aber ich kann mich der Sogwirkung der Songs kaum entziehen. Gutes Zeug. Besonders der Titeltrack kann echt was.

M.K.: Passend für die Jahreszeit. Anfangs noch recht interessant, aber die letzten drei Stücke plätscherten nur so durch, ohne irgendwie um Aufmerksamkeit zu buhlen.

C.S.: Atmosphärischer Black Metal aus Ostfriesland, sehr passend für diese kalten Winterabende. Texte im Dialekt – Pluspunkt, auch die ruhigen Passagen wissen zu gefallen!

S.K.: Sehr atmosphärischer Black Metal dröhnt nach dem Intro aus den Boxen. Zwischen melodischen klirrender Kälte und rasend schnellen Drumparts reiht sich der abwechselnde Sprechgesang und fiese keifende Gekrächze ein. Leider nur eine EP der norddeutschen Black-Metal-Band, dafür aber Oberklasse.

M.S.: Als langweilig kann man diese Truppe auf keinen Fall bezeichnen! Abwechslung scheint hier Programm zu sein.

T.F.: Instrumental top gespielter Black Metal, gute Wechsel aus Raserei und athmosphärisch-melodischen Parts, nur diesen ab und an eingefügten gepresst-geschrienen Klargesang sollten sie sein lassen…klingt ansonsten nach stürmischer grauer See im November, ich mags und komme gern wieder an die Waterkant!

F.G.: Und nochmal Black. Teilweise mit deutschem Sprechgesang. Finde ich zwar mutig, funktioniert aber nicht für mich.

Crocell – Relics

C.T.: Wenn es ein bisschen finsterer wird, mag ich das sogar recht gerne, ansonsten Standard-Melo-Death!

K.K.: Fetter, brutaler Death Metal skandinavischer Prägung mit starker Black-Schlagseite. Knallt ordentlich das Album, gefällt mir.

P.S.: Angeschwärzter Death Metal aus Dänemark – Nicht nur für Genre-Fans eine lohnenswerte Entdeckung. Ich kannte die Band vorher nicht einmal vom Namen her und bin wirklich angetan von dieser Scheibe. Mal gucken, ob die älteren Alben der Band auch was taugen…

M.K.: Erinnert daran, dass man die neue At The Gates zu wenig gehört hat. Der Eindruck verläuft sich auf Dauer, da durchgängiges Geboller dann doch in eine andere Richtung weist.

C.S.: Brachial, voll von tiefer Schwermut und dunkler Dramatik, spannenden Melodiebögen und Vocals, die das Ganze zusammenhalten, ein wahrer Ohrenschmeichler und Hörtipp!

S.K.: Das überwiegend ordentliche Blastbeat-Gewitter wechselt sich bei diesem Album in und zwischen den Songs mit melodischen langsamen Parts passend ab. Die Dänen wissen mit ihrem fünften Albeum vollstens zu überzeugen. Unbedingt checken!

M.S.: Coole Vocals, Riffs kommen auch gut, schönes Tempo.

T.F.: Black-Death mit Wechseln zwischen schnell und Midtempo, klingt böse und trotzdem unterschwellig immer sehr melodiös. Interessante Intermezzi, mal schleppend, richtig guter, dichter Sound, das gefällt mir alles sehr gut!

F.G.: Schwarzer Death Metal in gewollt rauem Soundgewand ist nicht grade meine Lieblingsmusik, ist aber in diesem Fall gut gemacht. Die Jungs bekommen die apokalyptische Atmosphäre über die komplette Spielzeit gut hin, außerdem gibt’s immer mal wieder wirklich gute Riffs. Hat aber auch Längen.

Wrathrone – Reflections Of Torment

C.T.: Ist Death, der mich nicht stört, also gut .

K.K.: Die Finnen von Wrathrone machen Old School Death Metal und das ist gut so. Geht sofort ins Ohr und verfügt über genug Melodien, um sich dort dauerhaft festzusetzen. Coole Scheibe!

P.S.: Geradlinig nach vorne ballerndes Old-School-Todesblei nach skandinavischer Machart. Die „1991 war alles geiler!“-Zielgruppe kann bedenkenlos zugreifen. Anspieltipp: die coole Unleashed-meets-Grave-Nummer „Gut Goddess“.

M.K.: Wissen was sie tun und ziehen ihr Ding auch sauber durch. Leider bin ich nicht alt genug, mich daran zu erfreuen. Es gibt sicherlich einige, denen das mehr zusagen wird.

C.S.: Vom ersten Ton an merkt man, wo die Richtung hingeht – schwedisch wurzelnd und schwer knüppelnd ist dennoch kein neues innovatives Gesamtwerk.

S.K.: Guter solider Death Metal bollert hier einem um die Ohren. Leider ist der Sound extrem dünn, so das ich nur so wenig Punkte für die 10 Songs vergeben habe. Finnischer Death Metal kann auch 2019 noch was. Der tiefe gurgelnde Gesang passt vollends in die Horrorstimmung vom Album. Bang your head!

M.S.: Das Tempo, die Härte und die brachialen Vocals kommen wie aus einem Guss, finde ich gut.

T.F.: Gut gezockter Old-School Death-Metal mit ordentlich Wumms, nach Art der alten modrigen Skandinavienschule. Aber wie bei vielen eigentlich guten Scheiben dieser Art wird mir das dann spätestens nach der Hälfte des Albums etwas ZU eintönig und zu wenig abwechslungsreich, so auch hier.

F.G.: Old School Death, technisch solide vorgetragen. Ist ok, ragt aber fast nie aus dem Durchschnitt heraus (schöne Ausnahme: Bloodshroud).

Druj – Chants To Irkalla

C.T.: Ist genau so ne Art Doom, wo ich mir denke: Mensch, die können doch was, warum hauen die nicht mal auf die Kacke? Ist mir zu monoton.

K.K.: Düster-brachialer Doom/Death aus Alaska. Die bedrückenden und atmosphärisch dichten Songs gehen unter die Haut. Gefällt mir!

P.S.: Manchmal etwas langatmiger, zumeist aber mitreißender Doom Death.

M.K.: Es hat seine Momente, aber insgesamt doch deutlich zu unauffällig.

C.S.: Der Sound aus Alaska fährt einem in Mark und Bein, Bässe weit unterhalb des Gefrierpunktes, schönes Ding!

S.K.: Ganz schwere Kost bieten uns Druj aus Alaska. Eine Mischung aus Death, Sludge und Doom. Die 6 langen Tracks geben mit dem dampfenden Bass und schleppenden Gitarren dir den ordentlichen Schlag in das Fressbrett. Bumst auf alle Fälle.

M.S.: Interessante Mischung, coole Vocals, düsteres Konzept…passt alles.

T.F.: Schöner, schleppend-kriechender Funeral-Death-Doom. Der Spielart geschuldet zwar etwas monoton, aber das klingt mal richtig BÖSE, nach tiefstem Abgrund und Verdammnis, mit anderen Worten: In diesem Genre alles richtig gemacht!

F.G.: Düster, traurig, zäh und doomig. Ebenfalls nichts für die Party-Fraktion. Mir persönlich ein bischen zu viel des Guten.

Ordinul Negru-Faustian Nights

C.T.: Ich könnte schwören, an einigen Stellen höre ich Nehemah raus. Gefällt mir schon ganz gut, könnte noch mehr draus gemacht werden 

K.K.: Atmosphärischer Black Metal. Gut gemacht, doch der berühmte Funke will bei mir nicht überspringen.

P.S.: Coole Atmosphäre, gut zum Abtauchen.

M.K.: Es braucht bis zum dritten Song, um einen mitzunehmen. Man kann es nicht festmachen, aber teilweise wirkt es nicht stimmig, wenn auch gut gemacht.

C.S.: Mit wiederkehrenden Melodien und dunklen Bässen erzeugen die Rumänen hier auf ihrem 8. Album eingängigen Black Metal, der eine sehr düstere Atmosphäre erzeugt.

S.K.: Stabiler moderner Black Metal mit kreischendem Gesang. Sicherlich hat die Band damit bewiesen das Sie ihre Instrumente gut spielen kann, allerdings für mich etwas zu chaotisch. Vielleicht es auch der (zumindest danach klingende) Drumcomputer. Trotzdem solltet Ihr ein Ohr riskieren…

M.S.: Gute Ansätze, musikalisch sicherlich gut, aber man könnte vermutlich mehr rausholen

T.F.: Leicht depressiver Athmospheric Black Metal. Auch wenn das musikalisch alles andere als schlecht ist, so kommt es sehr belanglos rüber und man hat es oft schon besser gehört. Das Album packt mich von der Stimmung her irgendwie nicht, was bei dieser Art von Musik ja das Wichtigste ist, daher nur Durchschnitt.

F.G.: Extrem düster und schwarz. Wen das nicht stört, der hat bestimmt seine Freude damit. Die wissen auf jeden Fall, was sie tun, und treten auch gerne das Gaspedal durch.

Aggression – Feels Like Punk, Sounds Like Thrash

C.T.: Mir ist das leider zu viel Unsicherheit darüber, was für ne Schiene man eigentlich fahren will. Der Titel gibt dieses Wirr Warr ja auch wieder

K.K.: Punkig, spritzig, thrashig, kurz und voll auf die Fresse. Old-schoo-Feeling pur, doch die Scheibe ist kein Überflieger. Macht aber Spaß!

P.S.: Punkiger Assi-Thrash mit altbekannten Zutaten. Nicht der totale Überknaller, läuft aber trotz einiger etwas uninspiriert wirkender Passagen gut rein.

M.K.: Gut gemacht, jedoch auf Dauer dann auch recht eintönig. Sicherlich aber Party tauglich.

C.S.: Der Name ist Programm, hier wird man von Anfang an mitgerissen, punkig rotziger Thrash, der Laune macht! Dafür, dass es die Truppe schon seit 1985 gibt, versprühen sie immer noch jungenhaften Charme.

S.K.: Der Titel sagt alles: Ordentliche Thrashgranate vom allerfeinsten! Sind zwar Kanadier, könnten sich musikalisch aber direkt in die neue deutsche Thrash-Szene mit einfügen (Traitor usw.). Scharfe Riffs, fettes Schlagzeug, aggressiver Gesang. Daumen hoch!

M.S.: Passender Album Titel….Ziemlich ordentliches Thrash-Album.

T.F.: Recht chaotischer, punkiger Old-School-Thrash mit Shredder-Gitarren in nicht allzu gutem Soundgewand. Auch wenn Bandname und Albumtitel einen Blockbuster versprechen, kommt dann doch nur ein dürftiges B-Movie heraus.

F.G.: Netter Old School Thrash, der sich selbst nicht all zu ernst nimmt. Gefällt trotz hohem Rumpelfaktor, tatsächlich kommt hier sowohl Punk- als auch Thrashfeeling auf. Der Gesang könnte facettenreicher sein

Iamthemorning – Oceansounds

C.T.: Irgendwie habe ich das Gefühl Loona hat „Hijo de La Luna“ in 12 Tracks wieder veröffentlicht. Die Stimme ist gut, aber von Prog-Metal doch recht weit weg. Interessant, was man uns immer als Metal bei den Promos verkaufen will.

K.K.: Also das ist kein Metal, da sind wir uns sicher alle einig. Iamthemorning klingen gefühlvoll bedächtig, mal melancholisch und manchmal einfach nur seicht. Ein rührendes Album, das zum Träumen anregt und das man nur streckenweise als Prog bezeichnen kann. Durchaus gelungen, wenn man zur Zielgruppe gehört und zarten Frauengesang mit Klavier mag.

P.S.: Ziemlich ruhige, entspannende Angelegenheit. Die Sängerin hat ‘ne echt schöne Stimme. Das Album werde ich sicher nochmal rauskramen, wenn ich in der passenden Stimmung bin. Ah, by the way: Das Coverartwork ist wirklich sehenswert.

M.K.: Ganz schwer im Kontext dieses Magazins zu bewerten. Mir gefällt es sehr gut. Man erkennt nur am emotionalen Eindruck, den die Songs vermitteln können, dass es sich um eine live-Aufnahme handelt. Der Orgelsound ist grandios.

C.S.: Feengleiche Mädchenlieder sind nicht meine Baustelle…

S.K.: Ruhiger Frauengesang, Geige und Klaviergeklimper…Nix für mich! Einzig metallische daran ist das man ein Schlagzeug hören kann.

M.S.: Ich bin kein Morgen-Mensch, daher nicht so mein Ding, zu viel Schnick-Schnack

T.F.: Nicht wirklich Metal, Progressive „Rock“ (eher Pop) mit Kate-Bush-Stimme und jeder Menge Piano- und Streichereinsatz. Ist mir trotz spielerischem Können viel zu seicht, wenn schon, dann hör ich da lieber Porcupine Tree oder Amplifier.

F.G.: Ungewöhnlich und proggy. Auf der Habenseite stehen hohe Dynamik, überraschende Wendungen und Musikalität, vor allem am Klavier. Ist allerdings eher was für Liebhaber softerer Klänge.