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WinterfestEvil 2018

29 Januar 2018

Was läutet die jährliche Konzertsaison im Leipziger Bandhaus ein? Richtig! Traditionen pflegen war angesagt und es zogen viele Leute ins Bandhaus, verteilt auf die 2 Tage kam man wohl auf ca. 120 Gäste. Einige kamen nur einen Tag, so wechselte das Publikum und kam am Samstag verstärkt eher von weiter weg. Die Bandcommunity ließ sich auch nicht lumpen und mischte ein schönes Line-Up zusammen. Es gab diesmal keinen Thementag, sondern eine bunte Mischung aus Death, Black und Thrash und somit gab es auch ein gemischtes Publikum. Auch dieses Jahr konnte man sich am „Defying Danger Records“ Verkaufsstand sowie bei den jeweiligen Bands, durch zahlreiche Tonträger und Merchartikel durchwühlen und fündig werden.

Freitag 12.01.2018

Warforger
Los geht es pünktlich mit schönem Old-School-Thrash mitten aus dem Herzen von Leipzig. Der Saal ist schon gut gefüllt und die sympathischen Jungs von Warforger lassen sich auch nicht lumpen, dem Publikum ordentlich mit einer bunten Mischung aus ihrer Demo und der letzten Scheibe „Global Extincion“ einzuheizen. Reihe eins füllt sich etwas, leider lassen sich nur ein paar Hanseln zum Kopfkreiseln hinreißen. Man ist wohl noch etwas unterhopft, doch den Jungs scheint das nichts weiter auszumachen. Leider ist der Ton kurzzeitig übersteuert, so dass einige aus den vorderen Reihen mit verzerrtem Gesicht flüchten, doch das pegelt sich schnell wieder ein und das Ganze wird ordentlich abgefeiert. Als Zugabe spielt man „Ausgebombt“ von Sodom – ein schönes Abschlussständchen für einen Auftritt voller Spielfreude!

Vidargängr
Welche Band passt wohl besser zum Winter, als Vidargängr, die ohne jegliche Emotion oder Gesichtentlgeisung oder Lächeln in typischer gewohnter Black-Metal-Manier ohne Ansagen ihr Set souverän spielen. Jetzt gibt es feinsten rohen Black Metal, die Show wirkt gewollt kühl und eisig, nur erwärmt durch die 2 Kerzenleuchter auf der Bühne. Fans des schwarzmetallischen Ambientes freut es. Die Musiker sind auch in anderen Bands unterwegs und das merkt man an der spielerischen Qualität. Der Sound hält, der Gesang hallt, so muss das!

Dawn of Disease
Die Niedersachsen gibt es schon seit Jahren und haben ihr 4. Album und reichlich Bühnenerfahrung im Gepäck. Von der Bühne donnert ein feines Riffgewitter auf die Besucher ein, es fliegen Haare auf und vor der Bühne. Als das Mikro kurzzeitig ausfällt, wird souverän weitergemacht. Melodischen Death gibt’s auf die Ohren, Gefangene werden dabei nicht gemacht. Mit „Catacombs“, einer feinen Schwedentod-Nummer von der 2012er  Scheibe „Cripts Of Unrotten“ verabschiedet sich die sympathische Truppe!

Acranius
Slamfreunde aufgepasst! Nicht da gewesen? Selber schuld! Hier wird geslamt vom Feinsten, der Saal regt und bewegt sich plötzlich, es fliegen Haare, Hände und ellenlange Dreads durch die Lüfte. Der eine Teil der Meute tobt und tanzt mit, der andere tritt nach hinten oder zur Seite, denn hier bleibt kein Fuß auf dem anderen im Circlepit. Das ist aber selbstverständlich bei der bunten Musikmischung des 1. Tages. Der Saal ist nach wie vor gut gefüllt, bis auf einen kleinen Teil, der die letzte Bahn in die Zivilisation noch bekommen will. Spätestens nach dem Brutal-Death-Brett Acranius, deren aktuelle Scheibe aus dem Jahr 2017 „Reign of Terror“ ist, sind jetzt alle wieder fit und munter, um die Heimreise anzutreten.

Samstag 13.01.2017

Atomwinter
Was soll man sagen? Dieses Wochenende gibt es im Line-Up keine Lückenfüller. Samstag ist der Saal beim 1. Takt wieder gut gefüllt, Atomwinter freut es und sie versprechen, dass es heute „was auf die Fresse“ gibt. Zuviel versprochen haben sie nicht, denn wer sie auf dem Party.San sah, wie sie das Zelt mit ihrem fetten Old-School-Death-Metal-Brett auseinander genommen haben, der hat auch hier nichts anderes erwartet. Olle, der charismatische Fronter interagiert mit einer unglaublichen Mimik immer wieder mit dem Publikum und packt einen Fans aus der 1. Reihe liebevoll bei den Haaren und schüttelt ihn hin und her! Was für ein brachialer Abriss! Alte und neue Sachen werden gespielt, „Iron flesh“ und auch eine Vorschau auf das mit Vorschusslorbeeren bedachte kommende Album „Catacombs“  dürfen natürlich nicht fehlen. Heute hat sich ohne Zweifel die Fanschar von Atomwinter vergrößert!

Gateway to Selfdestruction
Mit atmosphärisch, depressivem Black-Metal aus Zwickau geht es weiter. Auch hier finden sich Fans, die eine längere Anreise auf sich genommen haben. Die Bühne ist nahezu lichtlos, nur ein paar rote und blaue Lichtfetzen sind auszumachen. Das kommt der düsteren, dichten Atmosphäre zu Gute. Leises Raunen im Publikum, als Mara, die zarte Frontfrau voller Inbrunst und Wehklagen anfängt zu singen. Der ein oder andere hat Gänsehaut, wenn sie tief Luft holt um dann mit ganzem Körpereinsatz melancholisch wehklagt. Die Vocals und musikalische Begleitung harmonisieren gekonnt miteinander, so dass Zugabe-Rufe am Ende des Set zu hören sind. Mit „Destroyed Self“ wird dieser Wunsch gewährt, das Publikum ist hingerissen und applaudiert gemeinsam mit dieser großen kleinen Frau und ihren Musikern.

Farsot
Progressiv und avantgardistisch angehauchter Black-Metal aus Thüringen, kühl in blaues Licht getaucht – Farsot ist wieder mal im Bandhaus zu Gast. Die Gothaer haben 2017  nach 7 Jahren Pause endlich wieder ein neues Werk namens „Fail-lure“ am Start. Tempowechsel, melancholisch drückende Parts und klagend schnellere Passagen wirken abwechslungsreich und das Publikum lauscht gefesselt. Alte Stücke der „Thematik Tod“ erinnern tatsächlich an Silencer, denn kaum einer kann so leidend klagen. Das keifend krächzende Wehklagen kommt gut rüber und erzeugt eine klirrend kalte Stimmung. Der Sound ist klar und die Musik überzeugt ohne Schnörkel.

Apophys
Wer noch in den Sphären des Black Metal gefangen ist, der wird mit Apophys wachgerüttelt. Auch heute gibt es einen Headliner, der Laune macht und die Leute durch eine stetige Interaktion zum Köpfeschütteln und zum Tanze einlädt. Es ist tatsächlich die einzige Band an diesem Wochenende, die nicht aus Deutschland stammt sondern aus den Niederlanden. Sie bringen nicht nur gute Laune und eine herrliche Bühnenpräsenz mit, sondern auch ihr nagelneues Album „Devoratis“. Im Publikum ruft jemand: „Guter Sound!“ und recht hat er! Es gibt nichts zu meckern! Auf der Bühne geht es zur Sache und die Meute in den vorderen Reihen lassen ihre Häupter kreisen: Arme (und auch Beine?) werden hochgerissen und zu Pommesgabeln geformt. Im hinteren Teil des Saales fehlen zwar schon ein paar Leute, aber das tut der Stimmung keinen Abbruch. Mit einem fetten Death-Metal-Tinnitus werden die Gäste in die Nacht entlassen.

Fazit
Dieses Wochenende war wieder ein gut organisiertes Event! Großer Dank gilt wieder der Bandcommunity Leipzig e.V. und den vielen Helfern. An dieser Stelle wünschen wir Uwe, der sich schon seit Jahren im Verein engagiert, viel Kraft und baldige Genesung!

Bilder

https://www.bandcommunity-leipzig.org/

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