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Treasure Hunt: Amplified Memory

9 März 2018

Amplified MemoryTREASURE HUNT: UNSER STECKBRIEF-INTERVIEW ZUM ETERNITY METAL PODCAST #35. HEUTE mit AMPLIFIED MEMORY aus München.

 

Stilbeschreibung:
Progressive Melodic Death Metal

 

Bandgeschichte:
Träume, wiederkehrende Muster, Erinnerungen, Wünsche, die Frage nach der Realität oder schlicht die Sehnsucht nach den unerforschten Weiten des Universums: Mit diesen Themen beschäftigen sich Amplified Memory und verarbeiten sie in ihrer eigenen musikalischen Vorstellung von Melodic Death Metal. Seit ihrer Gründung 2008 bespielt die sechsköpfige, junge Band aus München die Bühnen von überwiegend Süd- und Mitteldeutschland.
War ihr in Eigenregie veröffentlichtes Debütalbum „The Ever Spinning Wheel“ (2013) noch stark von jenem klassischen Melodic Death Metal der Göteborger Schule geprägt, erweiterten sie ihren Stil nach und nach mit zahlreichen Elementen aus dem Progressive und Black Metal, ohne dabei ihre ursprünglichen Stärken aufzugeben: zweistimmige Gitarrenläufe, kraftvolle Growls, mitreißende Melodien, atmosphärische Keyboardpassagen sowie ausgefeilte Riffs. Von emotionalen, schwarzmetallischen Balladen über vertrackte Midtempo-Songs bis hin zu schnellen Death-Krachern stehen Amplified Memory inzwischen für eine außergewöhnliche Mischung aus verschiedenen Metal-Subgenres mit Schwerpunkt auf 90er-Jahre-Melodic-Death-Metal. Am 20. Oktober 2017 veröffentlichten sie via Sliptrick Records ihr zweites Album „Vas Hermeticum“.

 

Diskographie:
2013: „The Ever Spinning Wheel“ (Eigenproduktion)
2017: „Vas Hermeticum“ (Sliptrick Records)

 

Websites:
Facebook: facebook.com/amplifiedmemory
YouTube: youtube.com/c/AmplifiedMemory
Bandcamp: amplified-memory.bandcamp.com
Homepage: www.amplifiedmemory.com
Twitter: twitter.com/AmplifiedMemory
Instagram: instagram.com/amplifiedmemory

 

Wie seid ihr auf den Bandnamen Amplified Memory gekommen und welche Bedeutung hat er?
Als unser Sänger Wolfgang und unser Keyboarder Simon damals 2008 die Band gegründet haben, wussten sie noch nicht so recht, in welche Richtung das alles gehen sollte. In Sachen Lyrics hatten sie dann bald die Idee, dass sie psychologische und philosophische Themen behandeln wollen und dann ist Simon mit einigen Namensvorschlägen zur Bandprobe gekommen, unter anderem eben auch „Amplified Memory“, also auf Deutsch etwa „verstärkte Erinnerung“. Wir haben damals in einem Jugendzentrum geprobt und einmal im Jahr musste jede Band dort auftreten. Das JUZ drängte uns daher zur Namensfindung. Wir haben uns dann vorerst dafür entschieden und sind dann auch bei diesem Namen geblieben, weil er uns gut gefallen hat. Der Ausdruck „Amplified Memory“ hängt für uns mit Vergessen und der Unvollkommenheit bewusster Realität sowie ihrer verschiedenen Ebenen zusammen.

 

Was macht eure Musik einzigartig?
Angefangen haben wir als Band, die schwedischen Melodic Death Metal der 90er Jahre spielt, weil wir alle nicht so begeistert davon waren, in welche Richtung sich das Genre im letzten Jahrzehnt entwickelt hatte. Noch während wir unser erstes Album „The Ever Spinning Wheel“ komponiert haben, wurde uns das Reproduzieren aber zu langweilig und wir haben angefangen herumzuexperimentieren, wie man vielleicht noch andere Stilelemente stimmig in die Musik einbauen kann. Auf dem Debüt ist das alles noch etwas zaghaft und nur in Ansätzen vorhanden, auf „Vas Hermeticum“ haben wir uns da aber wesentlich mehr ausgetobt. Wir würden nie behaupten, dass das alles etwas ganz radikal Neues ist, aber einige Konzepte, wie etwa den Bar-Piano-Boogie-Black-Metal-Teil in „End Of Transference“, haben wir in der Form noch nie bei anderen Bands gehört. Es sind weniger die einzelnen Elemente, sondern eher deren Zusammenstellung, die bei uns einzigartig ist.

 

Bitte ein paar Infos zu „Vas Hermeticum“:
Die Psyche des Menschen kann metaphorisch als ein hermetisch abgeschlossenes, alchemistisches Glasgefäß verstanden werden – ein „Vas Hermeticum“ – in welchem Kondensationsprozesse der menschlichen Fähigkeit entsprechen, die psychischen Inhalte zu vergeistigen (verdampfen) und dann zu realisieren (verflüssigen), sie also zu reflektieren. Alchemisten nannten diesen Prozess in diesem symbolischen kosmischen Uterus „solve et coagula“. Das Album beschäftigt sich mit der philosophischen Natur von Traum und Realität. Auf neun Songs und einem Intro-Track erkunden wir die Welt der Halluzinationen, Nahtoderfahrungen und Traumzustände sowie die Fragen nach Selbstwahrnehmung und der Trennung dieser Reiche von dem, was wir Realität nennen. Während klassischer Melodic Death Metal Göteborger Schule das Fundament der Musik bildet, vermengen wir diverse für Melodic Death Metal unkonventionelle Instrumente und weitere Musikstile, was den Kompositionen einen durchgehend progressiven Charakter verleiht: Ein meditativer Saxophonsolo-Teil im achteinhalb-Minuten-Prog-Epos „A Walk On The Crystalline Path“, tragische Bratschen und Celli in den verträumten und unheimlichen Balladen „Ammon’s Eclipse“ und „Into the Shelter of a Mind“ und sogar ein Black-Metal-Boogie mit einem Barpiano-Solo im vertrackten Death-Metal-Stück „End Of Transference“ sind nur ein paar der außergewöhnlichen Ideen, die wir auf „Vas Hermeticum“ präsentieren. Produziert wurde das Album von Jan Vacik in den Dreamsound Studios (Obscura, Graveworm, Serenity, Edenbridge, Panzerballett…).

 

Habt ihr schon neues Material oder Pläne für die nächste Scheibe?
Wir haben schon die ersten neuen Songfragmente geschrieben und auch schon ein paar wenige fertige Texte. Bis das alles aber konkret Form annimmt, wird es noch dauern.

 

Amplified MemoryWovon lasst ihr euch inspirieren?
Unser Keyboarder Simon, der fast die komplette Musik für uns schreibt, hört sehr viel (verschiedene) Musik und findet dadurch genug Inspiration, unseren Sound zu formen. Die meisten Texte gehen auf Ideen von unserem Sänger Wolfgang zurück. Da er Psychologie studiert und sich schon immer für psychologische und philosophische Themen und Fragestellungen interessiert hat, kann er viel davon in unsere Texte einbringen. Ab und zu beteiligen sich Simon und unser Schlagzeuger Felix auch bei der Gestaltung der Lyrics.

 

Wie entsteht ein neuer Song bei euch?
Simon schreibt und arrangiert die Musik für alle Instrumente fast vollständig bei sich zu Hause. Unser Gitarrist Chris steuert auch immer wieder mal Ideen und Riffs bei, die dann eingebaut werden. Wenn ein Song dann steht und alle damit zufrieden sind, kommt er in den Proberaum, wo wir ihn dann häufig spielen und oft noch einige Details verändern, bis wir das Gefühl haben, dass er fertig ist. Der Text kommt meist erst nachträglich, wir haben aber auch schon Musik auf bereits fertige Texte geschrieben.

 

Wovon handeln eure Texte?
Wie bereits erwähnt beschäftigen wir uns auf „Vas Hermeticum“ mit dem Konzept von Realität und Illusion. Jeder Mensch hat seine eigene klare Vorstellung und Definition von „Realität“, aber auch auf der anderen Seite von Vorstellung, (Tag-)Träume, Halluzinationen oder sogar nur Ideen. Dabei sind diese Dinge oft gar nicht so scharf trennbar. Unsere Vorstellungen oder Träume mögen vielleicht keine realen Begebenheiten abbilden, aber sie haben sehr reale Auswirkungen auf uns, also bilden sie eine eigene Art von Realität. Wir haben dieses Thema von verschiedenen Standpunkten und Blickwinkeln aus betrachtet. Einige der Texte sind eher erzählerisch, so z. B. „Into The Shelter Of A Mind“, das von Verfolgungsangst handelt, „Soporific“, in dem es um die Bewältigung von Verlust und Sehnsucht geht oder „A Walk On The Crystalline Path“, das eine metaphorische Beschreibung des Verarbeitungsprozesses in Träumen beschreibt. Andere Songs wie „Non-Construct“, “End Of Transference“ oder „Multipolar“ nutzen eine eher theoretische, philosophische Herangehensweise. Es geht effektiv grundsätzlich darum, wie und wo wir die Grenzen bei Realität und Illusion für uns selbst setzen.

 

Mit wem würdet ihr gern auf Tour gehen?
Dark Tranquillity waren von der ersten Sekunde an ein sehr großes Vorbild und Einfluss für uns. Ansonsten gibt es aber auch sehr viele andere Bands, gerade aus dem Melodic-Death-, Progressive- und Black-Metal-Bereich, mit denen wir sehr gerne auf Tour gehen oder zumindest für einen Abend die Bühne teilen würden.

 

Eure beste/witzigste/seltsamste Bandstory.
Auf irgendeinem unserer ersten Konzerte (um 2009 herum) in einem kleinen Pfarrhauskeller hat sich unser Bassist nach dem Gig brutal weggeschossen. Irgendwie hat er es dann geschafft, im Laufe des Abends mit herumgelallten Phrasen wie „Kennsu mich nich!? Ich bin da Passist von Amplified Memory!“ ein Mädel für sich zu begeistern, mit der er dann auch einige Zeit lang zusammen war. Tatsächlich sind wir ansonsten aber alle wohl derart unauffällige und ruhige Normalos, dass wir schon wiederholt als „bravste Metalband Münchens“ bezeichnet wurden. Außerdem ernten wir immer wieder Verwunderung von Veranstaltern, wenn wir vor einem Auftritt statt Bier lieber einen Kasten stilles Wasser bestellen.

 

Welche Pläne habt ihr für die Zukunft?
Wir wollen auf jeden Fall weiterhin Musik machen und sind auch schon fleißig dabei, neue Songs zu schreiben. Alles noch mehr Prog, noch außergewöhnlicher. Bevor daraus aber etwas wird, wollen wir uns natürlich erst mal weiter mit „Vas Hermeticum“ beschäftigen. Wir sind gerade dabei unsere Live-Konzerte für 2018 zu planen. Dieses Jahr werden wir außerdem zehn Jahre alt, was auch definitiv gefeiert werden muss. Ansonsten wollen wir vielleicht noch ein weiteres Video für einen unserer neuen Songs produzieren, das steckt allerdings alles momentan noch in der Planungsphase. Ruhig wird es jedenfalls so schnell nicht werden.

 

Last Words:
Vielen Dank an alle, die uns in den bisherigen zehn Jahren, auf welche Art und Weise auch immer, unterstützt haben. Wir würden uns freuen, wenn ihr uns weiterhin treu bleibt. Wir hoffen, dass euch und allen, die uns neu entdecken, unser neues Album „Vas Hermeticum“ gefällt. Wer uns mal live erleben möchte, hat beispielsweise Anfang Juni auf dem Bavarian Battle Open Air in Kirchdorf, am 14.6. im Sunny Red in München oder am 16.6. im On The Rocks in Zwickau die Möglichkeit.

 

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