Home » Filme

The Way of Purity – A Passage Through The Purity Of Pain DVD 2/6

21 September 2015

The way of purity DVD-900x900WormHoleDeath/ Spritic Films

Bewertung: 2/6 → Durchwachsen

Spieldauer: 29:18

Über die Gesichter hinter The Way Of Purity gibt es nur wenige Informationen, und zwar deshalb, weil sie selbst es so wollen. Das Statement auf ihrer Webseite dazu lautet: „The Way Of Purity gibt nicht mit irgendwelchen smarten oder coolen Mitgliedern an. Keine Namen, keine schicken Bandfotos, kein Bildnis, keine trendigen musikalischen Einflüsse und keine Nationalität. Keine Kompromisse, keine Möglichkeit, mit uns zu reden oder uns kennenzulernen, Wir sind nichts. Wir sind eine sehr reale und solide Botschaft.

Nun ja. Aus den weiteren im Netz gestreuten Informationen lässt sich immerhin herauslesen, dass es sich hier um gläubige Individuen handelt, die die Erschaffung des Menschen als gewaltigen Fehler ansehen (insofern nichts Neues) und den Untergang desselben zugunsten der Wiederaufnahme der tierischen Herrschaft herbeisehnen. Ein starkes Engagement in der Animal Liberation Front unterstreicht diesen Ansatz. So weit, so gut.

Der vorliegende halbstündige Film „A Passage Through The Purity Of Pain“ (Regie: Susi Medusa Gottardi) will die vermeintlich wahre Geschichte einer jungen Frau nachzeichnen, die sich anno 1972 selbst ihrem Schöpfer opferte und so der Band The Way Of half, ihre Bestimmung zu finden.

Am Menü der DVD wurde schon mal gespart; es ist nämlich nicht vorhanden. Der Vorspann geht, untermalt von Musik, direkt ziemlich brachial los und zeigt in rascher Einzelfolge zusammengeschnittene Szenerien des Films. Und dann wird es erst richtig seltsam.

Vier Bandmember schwören sich selbst und ihrem Gott die Treue im Wald. Ein herrischer Producer von WormHoleDeath bietet ihnen einen neuen Vertrag, macht aber die Ansage, dass sie für ihr Line-Up noch „eine Bitch“ brauchen. Anschließend verfahren sie sich im Nirgendwo und finden eine einsame Hütte in den Wäldern, in denen eine blonde Frau lebt und ihnen öffnet. Nach einer Ausruhphase finden sie in einem Zimmer des Hauses einen Tonbandrekorder, aus dem schwer verständliches Gebrüll erschallt. Mit diesem machen sie sich aus dem Staub. Im Tonstudio hören sie sich die Brüllerei genauer an und experimentieren mit den Aufnahmen herum. Die Erkenntnis: Was sie hören, lässt sich perfekt als Vocalspur für ihre Musik verwenden. Tief bewegt fangen alle an zu beten und dem Herrn zu danken. Auf diesem Weg wird nun auch der Bandname geboren. Der Produzent wird zu der abgelegenen Hütte gelotst und vollzieht anhand des Tagebuchs der Frau, die sich selbst opferte, einen überaus albern umgesetzten Kreuzweg nach: Sie stolziert, nur im roten Ledermantel, angetan durch die Wälder und verhaut sich mit ihrem Kruzifix. Das zerbricht, sie schleudert ihren Mantel weg und geht nackig zurück zur Hütte, wo sie besagten Mantel dann plötzlich wieder anhat. Nun fängt sie an, sich mit Glasscherben aufzuschlitzen und blutet munter in eine Emaillieschale vor sich hin, bevor sie ihre Prüfungen und Drangsale in den Rekorder brüllt (versinnbildlicht durch die Musik der Band). Aua Aua Aua…

Der gewollte künstlerische Ansatz wird leider insbesondere durch die stümperhaften schauspielerischen Qualitäten zunichte gemacht, die sämtliche Darsteller aufweisen. Die maskierten Gotteskrieger kommen in Tarnfleckhosen, Bomberjacken und Sturmhauben ziemlich martialisch daher, aber sobald sie den Mund aufmachen, wird es lächerlich. Die offensichtlich nachsynchronisierten Sprachspuren offenbaren einen mehr als starken italienischen Akzent (so viel zu „keine Nationalität“). Da kann es dann auch die fast permanente Nacktheit von Schauspielerin Lena nicht mehr rausreißen.

Einiges von dem dargebotenen Material hätte durchaus als Schnipsel für Musikvideos taugen können, aber selbst dann wäre es nur ein coriger und umgedrehter (weil hier eben Gott und nicht dem Beelzebub gehuldigt wird) Abklatsch von Satyricons großartigem Klischee-Video zu „Mother North“ geworden.
Es gibt zwei Punkte, weil die Mischung aus Melodic-Death-Metal und Core-Gekreische sauber produziert ist und sicher auch ihre Anhänger findet. In cineastischer Hinsicht ist dieses Machwerk aber über weite Strecken eine einzige Katastrophe.
https://www.facebook.com/thewayofpurity/

https://www.facebook.com/SusiMedusaGottardi

 

Autor:

Kommentiere den Artikel:

Gib unten Deinen Kommentar ab oder kommentiere per Trackback von Deiner Seite. Du kannst die Kommentare auch per RSS abonnieren.

Sei freundlich, bleib beim Thema und vermeide spam.

Du kannst diese Tags benutzen:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Seite benutzt Gravatar. Bitte melde Dich bei Gravatar an um Deinen Avatar zu ändern.