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Studiobericht: Grabak „Bloodline Divine“

19 Juli 2017

GrabakGrabak sind nach langer Zeit mit neuen Songs zum kommenden Album „Bloodline Divine“ ins Studio gegangen. Gut zwei Monate später schauen wir mal nach, wie die Aufnahmen geworden sind und was es sonst so neues bei den Leipziger Black Metallern gibt. Sänger J.K. stand uns dafür Rede und Antwort.

Gleich mal die wichtigste Frage zuerst, seid ihr zufrieden mit den Aufnahmen und was wird den Hörer erwarten?

Ich denke doch, dass wir zufrieden sein können. Wir haben uns eine lange Vorbereitungszeit gelassen, um die Aufnahmen so effizient wie möglich zu gestalten. Das beginnt beim Entstehungsprozess der einzelnen Songs, setzt sich in der Vorproduktion fort und endet am letzten Tag mit dem finalen Mix und dem Mastering. Aus meiner Sicht haben wir den auf „Agash Daeva“ begonnenen Weg konsequent fortgesetzt. Die Songs sind recht komplex geworden und das muss letztlich auch zu hören sein.

Und im Gegenzug gibt es noch Dinge, an denen ihr nochmal feilen wollt?

Nun ja, irgendwann kommt der Punkt, da sind alle Messen gelesen. Bis dahin ist man bemüht, das optimale Ergebnis zu erzielen, was sich bei einer Band wie Grabak, sprich bei fünf Musikern, schon mal schwierig darstellen kann, da das auch bedeutet, sich letztlich auf einen Kompromiss einigen zu müssen. Um ehrlich zu sein, man hört die Sachen wieder und wieder, es sind letztlich nur Nuancen, aber die sind es, die den Unterschied ausmachen. Allerdings läuft man schon gerne mal Gefahr, die eigenen Songs irgendwann nicht mehr hören zu können.

Du hast jetzt erwähnt, dass an den Sound von „Agash Daeva“ angeknüpft wurde. Da stellt sich doch die Frage, warum ihr nicht den Weg vom eigentlich letzten Album „Sin“ fortgeführt habt, sondern noch mal einen Schritt weiter in die Vergangenheit zurückgegangen seid?

Ganz so meinte ich es nicht. Vor „Agash Daeva“ haben wir einen relativ deutlichen stilistischen Wechsel vollzogen. Die „SIN“ markierte den nächsten Schritt in Richtung des Black Metals, für den wir heute stehen. Die Songs des kommenden Albums sind demnach nicht direkte Folge oder Anknüpfungspunkte von „Agash“ sondern das Resultat von zehn Jahren Entwicklung.

Mal nüchtern betrachtet, wie seht ihr eure Weiterentwicklung über die Jahre. Hättet ihr vor über 20 Jahren gedacht, ein Album wie es „Bloodline Divine“ sein wird, zu machen? Vermutlich nicht, aber dennoch wie seht ihr die Veränderungen und was hat sich über die Jahre als markant herausgestellt?

Ich hätte vermutlich nicht mal gedacht, dass es die Band noch gibt…und mal ehrlich, so wie es personell manchmal drunter und drüber ging, ist das echt überraschend. Sei es drum, wir sind noch da und nun haben wir das kommende Album aufgenommen. Die Frage ist insofern interessant, da ich finde, dass wir die Atmosphäre der älteren Alben einfangen haben und in den Sound und den Stil der letzten Veröffentlichungen packen konnten. Wir haben über die Jahre immer stärker daran gefeilt, gegenläufige oder sich ergänzende Riffs zu schaffen, die in ihrer Gänze den Gesamteindruck prägen. Mit der instrumentellen Veränderung weg vom verzerrten Bass hin zu einer zweiten Gitarre, lassen sich die Stilistik noch besser umsetzen.

Ihr habt das Echolux-Studio für eure Aufnahmen ausgewählt. Warum habt ihr euch gerade dafür entschieden?

Sucht man in Leipzig ein passendes Studio für Aufnahmen, die noch nicht im High End Segment liegen, jedoch zum Anspruch an Musik passen muss, kommt man eigentlich nicht ums Echolux herum. Genau genommen haben wir die Aufnahmezeit im Studiokomplex der Sasstraße verbracht und dann in den Produzentensuiten gemixt. Das Team um Michael Boer und nicht zuletzt „unser“ Produzent Andy Schmidt besitzen genau das Feeling, um eine anständige Produktion im Metal Bereich zu realisieren. Mit Andy haben wir schon „Agash Daeva“ und „SIN“ aufgenommen und produziert. Sein musikalisches Gespür, auch mal über den Black-Metal-Horizont hinaus zu gehen, ist der Grund, warum wir erneut die Entscheidung pro Echolux getroffen haben. Darüber hinaus liegt das Studio so zentral in Leipzig, dass ein relativ flexibler Aufnahmeprozess möglich war.

Wenn man eure Facebook-Timeline verfolgt , so hattet ihr einen straffen Zeitplan. Bekommt man das überhaupt unter einen Hut, denn schließlich sind alle von euch berufstätig oder muss man dann gezwungener Maßen auch Abstriche bei der Produktion machen?

Wie ich eben schon meinte, wir haben Urlaub genommen und sind entweder vor der Arbeit oder eben danach noch ins Studio gefahren. Wir wussten, dass es ein wirklich sportliches Programm wird. Trotzdem war alles so gut geplant und vorbereitet, dass wir letztlich sogar vor dem geplanten Zeitpunkt mit den eigentlichen Aufnahmen fertig geworden sind. Dadurch hatten wir mehr Zeit für den Mix und diverse Extras.

Gab es denn Momente im Studio, in denen ihr am liebsten alles hingeschmissen hättet, oder lief alles wie am Schnürchen?

Eigentlich nicht. Bei mir gab es mal kurz Aufregung, weil am zweiten Vocal Recording Tag, die Stimme kurzzeitig mal den Dienst aufgegeben hat. Aber dank GeloVoice hat alles doch noch geklappt.

Ihr habt zu dem, ehemalige Mitglieder, wie ReBe, wieder mit ins Boot geholt. Wie war das für euch mal wieder gemeinsam Musik zu machen und sind noch weitere Gastauftritte auf dem Album zu erwarten?

Nun, R. hat ja einen nicht unerheblichen Anteil an drei Songs, die zu seiner Zeit entstanden sind. Damit ist es nur eine logische Konsequenz, seinen Beitrag entsprechend zu würdigen und für die Ewigkeit festzuhalten. Darüber hinaus haben wir diesmal, außer beim Einspielen dezenter Synths, auf weitere Gastmusiker verzichtet.

Nachdem nun alles fertig ist, was glaubt ihr, was ist der Knaller des Albums geworden? Welchen Song sollte man sich unbedingt anhören?

Gibt sicher ein paar wirklich empfehlenswerte Songs. „Via Dolorosa“, „Bloodline Divine“ oder „Oblivion“ sind schon repräsentativ.

Ihr hattet ja auch wieder einige Live-Auftritte, zuletzt auf dem Gahlen Mosht, habt ihr da auch schon einige neue Songs in die Setlist aufgenommen oder soll das noch eine Überraschung bleiben. Und wann dürfen wir mit dem neuen gepressten Werk rechnen?

Wir haben diverse neue Sachen auf dem Gahlen Moscht gespielt. Die Reaktionen waren durchweg positiv, was im Anbetracht der Spielzeit nicht selbstverständlich war. Wann kommt das Album? Ich denke, dass im Herbst auf alle Fälle damit zu rechnen ist.

Dann hören wir sicher wieder von einander 😉 Vielen Dank für das Kurzinterview !

grabak.com

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