Skin The Pig “Article XIX” 3/6

Eigenproduktion
Bewertung: 3/6
Spielzeit: 60:00
Songs: 10

Skin The Pig müssen der Traum vieler Frauen sein. Nicht weil sie so toll aus sehen, sondern weil sie eine ganze Weile brauchen bis sie zum Punkt kommen und erstmal ewig vorspielen. Erst dreieinhalb Minuten (ok, manche Frauen verlieren jetzt doch das Interesse) langsam gesteigertes Instrumental als Intro, dass erahnen lässt, dass noch etwas kommt. Aber auch das folgende “I rise, you fall” steigt mit Vorspiel-Dramaturgie ein, bevor die Engländer nach ein paar Minuten endlich den Dödel rausholen und loslegen. Aha, Metalcore. Originell. Mit typischem Schreigesang. Doch was ist das? Ein zweiter Vocalist mit etwas nöliger Emo-Stimme klinkt sich ein. Harte Riffattacken werden von fast rockigen Melodien abgelöst. “Factory, factory” lässt typische Hardcore-Jump-Around-Parts hören. Aber richtig kommen Skin The Pig erst mit dem knapp neunminütigen Oschi “Room 121” in ihrem Metier ein: der Vermengung verschiedstener Spielarten härterer Musik, wobei Übergänge stellenweise holprig und gewollt klingen. Als Hörer ist man angesichts mancher überraschender Schlenker echt verduzt und verwirrt. Hier gilt es auf jeden Fall noch zu feilen. Die Band ist ein Hybrid, ein Schmelztiegel in dem die bereits erwähnten Metalcore-Zutaten, Alternative Rock, Emo, ein Tick Hardcore in einem Standard-Modern-Metal-Sound köcheln. Aber Progressive Metal, wie es uns das Infozettelchen Glauben machen möchte, ist es nie im Leben, sondern einfach der Versuch Originalität mit aller Macht aus bekannten Elementen unterschiedlicher Stile zu verbacken. Das klappt trotz guter Ansätze nicht ganz, manchmal liegt man sogar glatt daneben, wie bei den kitschigen “Ohuwohuho”-Refrains in “Box 5”. Anspieltipps nichtsdestotrotz sind “In loving memory” mit schöner Melodik und “Yet nameless” mit gut ins Ohr gehenden Klargesangs-Passagen.

www.skinthepig.com