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Rock Harz Open Air 2017

18 Juli 2017

Rock Harz Logo

ROCK HARZ OPEN AIR
Ballenstedt, 8. Juli 2017

Seit 2006 heisst es für mich regelmäßig (mit kleiner Unterbrechung 12-15) zu Beginn des Sommers: Ab in den Harz. Denn genau dort hat sich in den letzten Jahren ein ehemals kleines Open Air zu einer festen Größe in der Festival Landschaft etabliert.
Das besondere Kunststück, welches den Veranstaltern dabei gelungen ist: Das Rock Harz Open Air ist eine Veranstaltung, die in der Masse der Freiluft Konzerte seinen eigenen Charme erhalten hat. Das macht andere Festivals nicht schlechter, aber ihr wisst schon: Nur auf dem Rock Harz ist es wie auf dem Rock Harz!

Das verwundert umso mehr, da das Festival mehrfach die Location gewechselt hat, bevor man 2009 auf dem Gelände des Flugplatzes Ballenstedt (nahe Quedlinburg) ansässig wurde. Das Flair und ein besonderes „Feeling“ sind aber, angefangen vom Sportplatz in Osterode mit ein paar hundert Besuchern,-  bis hin zum jetzigen Open Air mit einer Größe von ca. 15.000 Zuschauern erhalten geblieben.

Festivalgelände

In diesem Jahr ermöglichte es mein Terminkalender leider nur für einen Tag dem Spektakel beiwohnen zu können, aber besser ein Tag als kein Tag. So ging es also am Samstag Vormittag Richtung Brocken. Am Gelände angekommen, wurde mir ein schicker Platz auf dem Tagesparkplatz zugeteilt, der mit der Campinplatzüblichen Feld/Wiese Kombination aufwartet. Erfreulicherweise wird zudem das übernachten im Auto auf diesem Parkplatz offiziell geduldet. Nur Campingequipment ist u.a. aus Platzgründen verständlicherweise Tabu.

 

Blick zum BrockenAlso testeten wir zuerst mal die Liegefläche in unserem rückbankbefreiten Gefährt und erfreuten uns sogleich am direkten Ausblick auf den entfernten Brocken. Leider verpassten wir, auch durch die etwas vertrödelte Anreise, nicht nur Dawn Of Desease, sondern auch Dew Scented. Eh wir uns durch die Begrüßungszeremonien aller möglichen bekannten Gesichter den Weg aufs Gelände gebahnt haben, standen bereits Mr. Irish Bastard auf der Bühne.
Perfekte Party Stimmung zum strahlenden Sonnenschein. Bei Serum 114 wurde die Gelegenheit genutzt um das Gelände weiter zu erkunden und sich an den ersten Ständen an Speis und Trank zu laben.

 

Asphyx

Erstes Highlight waren dann Asphyx, die offensichtlich nicht zum RockHarz gereist sind um zu feiern, sondern um standesgemäß zu ZERSTÖREN! Eine wirklich feine Show, Old School to the bone sozusagen!
Wenig spannend aber solide gings dann mit Moonspell weiter.

InsomniumInsomnium, die ich zum ersten mal (ja auch sowas gibts) Live gesehen habe, konnten die hohen Erwartungen, die ich anhand meines bisherigen Konservenkonsums der Nordländer genossen habe, nicht ganz erfüllen, boten aber dennoch eine anständige Show. Insgesamt hat die Darbietung auch etwas an den Soundproblemen auf der Dark Stage gelitten, die sich leider über den ganzen Festivaltag zogen. Aber was willste machen? Wenn die PA nen Knacks hat, kriegt man das vor Ort nicht mal eben schnell gelöst, die steht dann halt da und muß durchhalten.
Keinen Vorwurf daher an den Veranstalter, der sich sicher am meisten darüber geärgert hat. Kompliment hingegen an die Soundtechniker, die zwar wild kopfschüttelnd und schweißgebadet es dennoch geschafft haben, unterm Strich bei jeder Band auf dieser Bühne zumindest nach den ersten 2-3 Songs das bestmögliche rauszuholen. Zumindest die allgemeine Feierstimmung des Publikums wurde nicht erkennbar nachhaltig beeinflusst.

Korpiklani

Grave Digger habe ich, des warmen Wetters geschuldet, nur aus der Entfernung bei einer Erfrischung mitbekommen um pünktlich zu Korpiklani wieder am Start zu sein.
Auf Platte gibt mir die Band zwar nur so mittelmäßig viel, aber Live sind sie immer einen Besuch wert, von dem man im Grunde keine Minute verpassen möchte. Auch diesmal hat das Ganze derbe gerockt und stellte für mich eins der Highlights des Tages dar.

Dark Tranquillity

Dark TranquillityGleich nach Dark Tranquillity, die mit zunehmenden Alter auch immer besser werden. Okay, sie sind nunmal meine persönlichen Mitte-90er Helden und haben meine weitere musikalische Entwicklung geprägt. Das verzeiht so einige Ausfälle in manchen Jahren, aber in der Summe lass ich auf die Jungs nix kommen. Live sowieso nicht.
Chris Amott, der ja mittlerweile live bei den Schweden den Sechssaiter quält, wurde übrigens aufgrund eines verspäteten Fliegers bei der Anreise exklusiv mit einer Chessna eingeflogen – und zwar so knapp, dass er erst 5 Minuten vor Showstart auf dem benachbarten Flugplatz landete und wahrhaftig bereits mit der Klampfe unterm Arm aus dem Flieger kletterte. Punktlandung sozusagen.

Eluveitie
Bei Eluveitie weiß ich immer noch nicht was ich von denen halten soll. Bei ihren extremeren Songs nahezu einzigartig geil, haben die folkloristischen Sachen bisweilen ihre Längen.

 

 

 

Doppelbühne

Show und Stimmung waren allerdings gut, also nehmen wir das mal so mit, auch wenn ich selten so zwiegespalten war und den Eindruck hatte, in einer einzigen Show zwei komplett verschiedene Bands gesehen zu haben.
Es ist schon eine Crux wenn man so vielschichtig ist wie die Schweizer.

 

 

Pünktlich zu Blind Guardian platzte das Gelände dann schier aus allen Nähten, was es mir ermöglichte mal ein schickes Foto der prall gefüllten Location zu machen.

Rock Harz Open Air

Blind Guardian

 

Mehr als einen obligatorischen 2-3 Song Schnupperkurs gönnte ich mir allerdings nicht, denn zum einen fehlt mir etwas die musikalische Begeisterung für die Band (Asche aufs Haupt) und zum anderen lockte an diesem Abend noch eine spannendere Herausforderung:

 

 

Nachtwanderung zu den Gegensteinen auf der Teufelsmauer! 

Festivalgelände bei Nacht

Nach gar nicht so abenteuerlicher Wegstrecke und schneller als gedacht war der Gipfel erklommen und wir konnten von oben einen beeindruckenden Blick auf das Gelände werden. Ich kann nur sagen: Ein Aufstieg der sich lohnt und definitiv seinen Anteil an der „Unvergesslichkeit“ meines diesjährigen RockHarz Besuches hat.

Campingimpression
Nach erfolgreichem Abstieg lauschten wir dann noch dem beeindruckenden Soundgewand von Alcest, der uns – mit dem ein oder anderem Getränk in der Hand – dann in den Schlaf wiegte.
Die Abreise am frühen Morgen gegen 7:30 verlief reibungslos, wie ich hörte mussten aber nur kurz später Abreisende einen größeren Rückstau mit entsprechender Wartezeit auf dem Gelände in Kauf nehmen. Aber hey: Wer will schon vom Rock Harz wieder weg 🙂

Im nächsten Jahr feiert das Rock Harz übrigens sein 25jähriges Jubiläum und ich hoffe, dass ich dann wieder mehr als nur einen Tag vor Ort sein kann.

 

Besten Dank an dieser Stelle an meinen Nachbarn & Kollegen Stefan Zwing von Deisterpics für die freundliche Genehmigung der Verwendung seiner Fotos in diesem Beitrag 🙂

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