Panzer’Faust Interview

Bei dieser polnischen Formation handelt es sich weder um derben Black Metal, noch hat das Ganze mit der Verbreitung irgendeiner- und erst recht keiner rechten Ideologie zu tun, wie vielleicht so manch einer denkt, der den Namen Panzer’Faust zu hören bekommt. Nein, dieses Quintett aus der nordöstlichsten Ecke unseres trinkfreudigen Nachbarlandes huldigt viel mehr energiegeladenem Thrash Metal. Dies tun sie ohne Kompromisse, dafür aber mit gehörigen Erfolg, wie eine begeisterte Hörerschaft und der mittlerweile hohe Bekanntheitsgrad in ihrem Heimatland beweist. Dass diese rebellischen Klänge leider noch nicht zu uns vorgedrungen sind, gilt es zu ändern. Dieses Interview soll nun den ersten Schritt dazu tun: Kwiatek, Gitarrist und „Kreator“ der Thrash Metal Berserker, entführt uns in die Welt von Panzer’Faust.

Moin Kwiatek! Habe gerade gesehen, dass sich Panzer’Faust schon auf Platz 2 der Thrash Metal Top ten Liste auf www.mp3.wp.pl befinden. Gratuliere!
Danke! Wo Du schon einmal davon sprichst möchte ich mich hiermit bei allen Maniacs bedanken, die so fleißig unsere Musik herunterladen. Das gibt uns den Kick, weiterzukämpfen.
Nachdem sich Euch Ende letzten Jahres Lysy (Vocals) angeschlossen und somit Euer Line-Up komplettiert hat, konntet Ihr einen großen Schritt nach vorne tun und Euch ganz auf das zweite Album „Iiber“ konzentrieren. Die Promo-Single zu dem Album hat in diesem Jahr das Licht der Welt erblickt. Wie würdest Du dieses Werk jemandem beschreiben, der noch nicht die Gelegenheit dazu hatte, Eure Musik zu hören? Wie waren die ersten Reaktionen darauf und wie kam es zu dem „rosernen Panzer“ (Hidden Track der Promo)?
Hahahahaha, ja herrlich. Nun ja, irgendwann ist es einfach Zeit, sich auszuscheißen und das Scheißhaus zu verlassen. In diesem Sinne habe ich dem früheren Sänger von Panzer’Faust ein paar strategische Fragen gestellt. Die Antworten haben mich nicht befriedigen können, also folgte wieder ein Besetzungswechsel. Und so verschlug es unseren Ex-Sänger Hetfield zur Arbeit in das wohl grünste Land der Welt. Lysy hingegen ist ein absoluter Maniac der extrem in der Szene engagiert ist. Er hat mehr Erfahrung und die Bühne ist einfach seine natürliche Umgebung. Am wichtigsten ist jedoch, dass Lysy bei uns gesangsmäßig eine Revolution hervorgerufen hat. Das, was er auf der Bühne von sich gibt, ist mehr als unmenschlich. Er hat mich in einer für mich schweren Zeit dazu ermuntert, trotz dem ganzen Mist der sich ereignete weiterzumachen, so dass unsere letzten drei Songs durch seinen Einfluss entstanden sind. Dies ist mir zuvor noch nie passiert, ich habe zuvor noch nie etwas durch positive Inspiration eines Bandmitgliedes komponiert.
‚IIBER’ ist eine Thrash Metal Furie, ein wütender Berserker. Hier gibt es keine lieblichen Klänge. Dies ist eine Attacke scharf wie eine Rasierklinge, welche Deinen Geist in Stücke schneidet. Eine Faust ins Gesicht derer, die den Thrash Metal lebendig begraben wollen. ‚IIBER’ ist ebenso eine wichtige Erinnerung an ein paar Dinge die sich im Leben ereignet haben. Wer sich nicht vor dem Zorn wirklich tobender Leute fürchtet, findet hier für sich die richtige Musik. Es gibt hier kein symphonisches Geklimper so wie der ganze düstere Kitsch den sie einem an Halloween andrehen wollen. Dies ist ein Kampf fünf gegen alle. Verfeinert mit einer anständigen Produktion und einer gewissen Dosis an Technik, eben reiner Metal. Konsumiert die radioaktiven Abfälle unseres Geistes! An irgendetwas müsst Ihr schließlich sterben, aber mit uns geht das einfach besser und schneller… Ach ja, Obi Profanum, unser Hidden Track, ist natürlich ein Spaß den wir uns zusätzlich zu dem KAT Cover „Odi Profanum Vulgus“ erlaubt haben. Wir haben das während der Aufnahmesession der Single im Koral Mobil Studio aufgenommen. Wir sind eben ein Haufen voller Narren, bei uns geht’s nicht immer so ernst zur Sache.
Wie hat sich Eure Musik auf ‚Iiber‘, wenn ihr sie mit Eurem Debüt Album „Panzer 2004“ vergleicht, weiterentwickelt? Denkst Du, dass die Songs auf eurem ersten Album immer noch repräsentativ sind und werdet Ihr diese Tracks weiter auf Konzerten spielen?
Mit Sicherheit. Unsere letzte Scheibe war eine wichtige Lektion für uns. Außerdem würden unsere Fans uns erschießen wenn bei einem Gig die alten Songs „Nigdy wiecej zbawienia“ oder „Elizjum“ fehlen würden (- eine deutsche Übersetzung der Texte wird in Kürze auf der Homepage www.panzerfaust.metal.pl zu finden sein. – Anm. d. Verf.). Auch „Dziewiatka“, „Ulice rozpaczy“ und „Usta kiamcy“ werden immer mit vom Set sein. Die Reaktionen auf diese Tracks sind immer sehr positiv, die Leute gehen darauf ab. Wie eine Armee Wahnsinniger, die sich wild im Rhythmus eines bestialischen Tanzes dreht, das ist das, wofür es sich immer lohnt zu kämpfen. Bei ‚IIBER’ handelt es sich schon um eine ausgereiftere Sache. Endlich haben wir eine optimale Besetzung. Wir wissen genau, wie unsere Musik klingen muss und das hört man auf der Platte. Noch mehr Thrash, noch wilder und noch aggressivere Texte. Ja und der Sound. Der war auf „Panzer 2004“ ultra schwer, auf ‚IIBER’ tobt es um so mehr.
Das Full Length Album IIBER ist noch nicht veröffentlicht, jedoch habt Ihr gerade die Studioaufnahmen zu der Scheibe abgeschlossen. Erzähl mal wie das so abläuft im STUDIO X und die neue Scheibe klingen wird, an die Ihr dort gebastelt habt!
Die Aufnahmesession verlief vom 16.11. bis zum 01.12.2005. Das war ein einziges Massaker. Wir waren täglich über 10 Stunden im Studio. Danach wolltest Du nur noch was essen und schlafen. Am nächsten Morgen wieder früh raus, Frühstück, Hans Kloss (polnischer, legenderer Agentenkrimi, der im zweiten Weltkrieg spielt- Anm. d. Verf.) und ab ins Studio. Wir haben insgesamt 12 Tracks aufgenommen, davon drei Songs der Single in einer neuen Version, 3 absolut neue Songs, welche noch im Studio ausgearbeitet wurden, 3 andere neue Stücke, die wir aber schon bei Konzerten gespielt haben, eine Ballade und zwei Coversongs. Für diejenigen, die schon einen Teil der neuen Stücke kennen, wird es eine Überraschung werden, denn wir haben viel damit herumexperimentiert und noch einige interessante Details hinzugefügt. Generell war die ganze Aufnahmesession für mich eine Überraschung. Wir haben mit dem Produzenten Szymon Czech zusammengearbeitet, den ich persönlich sehr schätze. Er war selbst Musiker der kultigen PROPHECY und ist jetzt Gitarrist bei NYIA und THIRD DEGREE. Wir haben ihn liebevoll „Vampir“ genannt, da er uns einiges abverlangt hat. Er ist eben ein Perfektionist, sehr professionell und ein Visionär. Für alle, die wie wir einen Spleen haben, der ideale Mann für eine Zusammenarbeit. Von den Wurzeln her ist er auch ein Thrasher, jedoch ohne Scheuklappen. Er hat uns sehr geholfen und die Art, wie er die Session geleitet hat, rules. Ich hoffe er wird auch Zeit finden, unsere nächsten Alben aufzunehmen. Überhaupt ist das Studio X total abgefahren. Kielbasa, der Besitzer dort ist sehr kontaktfreudig und flexibel, ohne einem irgendwelche Probleme in den Weg zu legen. Wir werden auf jeden Fall wieder dorthin gehen. Wesentlich ist auch, dass das Studio mit neuster Technik ausgestattet ist, genau wie der Produzent und dennoch sind die Preise dabei erschreckend niedrig. In der „Mini-Küche“ kannst Du Dir Tee, Kaffee oder eine kleine Zwischenmahlzeit zusammenbrauen und damit am Kamin entspannen. Wir haben auch so einige Kilos Aluminium platzen lassen in dieser Zeit. Der Sound von „Iiber“ ist ultra schwer geworden, aber dennoch sehr selektiv geblieben. Lysy hat einige großartige Chorlinien eingesungen, sogar Gitarrist Peter hat uns mit Backgroundvocals überrascht. Ich kann nur sagen, dass es so einiges zu hören gibt auf der Scheibe. Eben reiner Thrash Metal Wahnsinn. Wir werden uns keiner Resozialisierung unterziehen, die nach Durchhören der CD sicher nötig ist. Irgend woran muss man ja letztendlich sterben.
Der Name ‚Panzer‘Faust‘ hat wider Erwarten nichts mit der Panzerabwehrwaffe ‚Panzerfaust‘ zu tun. Inspiriert zu dem Namen wurde man viel mehr von Robert Nye‘s Werken. War dieses Wortspiel dennoch beabsichtigt und ist es nicht doch so, dass man ein wenig damit provozieren will? Oder hat der Name „Panzer‘Faust“ vielleicht sogar noch eine noch tiefere Bedeutung für Dich persönlich, Kwiatek?
Klar. Du musst wissen Robert Nye ist ein Spaßvogel, ein tobender Pornofiler und Skandallist. Wenn Du „Falstaff“ oder „Faust“ liest, weißt Du nicht, ob er das was er da schreibt gerade ernst meint oder wann er sich einen Scherz daraus macht. Genauso sind wir. Wir lachen über alles, aber uns ärgert auch vieles. Bei Späßen kennen wir genauso wie im Kampf keine Kompromisse. Was den Namen, der Panzerne Faust, angeht, so bezeichnet dies einen Geist mit einem Ständer aus Stahl, der unermüdlich andere Seelen und die Lebenden vergewaltigt. Die Schreibweise in unserer Version ist natürlich dem Namen der Panzerfaust Waffe entnommen um bestimmte Puristen von Politik und anderem damit auf die Palme zu bringen. Das ist auch schon das ganze Geheimnis. Ach ja, da ist dann noch das Fadenkreuz in unserem Logo. Es hat zwei Bedeutungen. Erstens: Wir fürchten wir uns nicht vor Kritik, also liebe Leute, zielt ruhig mit Euren Waffen auf uns! Das geht uns sowieso am Arsch vorbei. Und zweitens stellt das Fadenkreuz eine Warnung dar: Es wird Dir mit Sicherheit nicht gefallen, in unserer Zielscheibe zu stehen.
Dank eures Namens habt Ihr in Deutschland schon einige Probleme bekommen. Erzähle uns mal, was da passiert ist. Hat dies Deine Meinung über die Deutsche Metalszene beeinflusst? Habt Ihr bereits ähnliche Erfahrungen in Polen oder auch anderen Ländern gemacht?
Also Deutschland ist ein schönes Land. Ich fühle mich dort wohl, auch wenn die Leute da nicht ganz so trinkfest sind und die Vorteile von preußischem Gebräu nicht zu schätzen wissen, hehe. Leider gibt es dort immer noch viele kranke Leute die überall nur Nazis sehen. In einem gewissen Bonner Club wurde uns trotz Einladung einer anderen Band verboten zu spielen, da unser Name allein Grund genug war, uns als Naziband abzustempeln. FUCK OFF ihr Idioten!!! Solche beschränkten, oftmals eben Clubeigentümer, sind einfach nicht dazu in der Lage, die simpelsten künstlerischen Aussagen zu verstehen. Daraus entstand dann das Gerücht, wir seien eine rechte Band. Es stimmt zwar, dass wir uns wegen einem Shirt mit Hammer und Sichel schon mal in die Haare kriegen können, aber auch nur deshalb, weil wir gezwungen wurden, unter dieser Flagge zu leben und nur zu gut wissen, was das bedeutet. Nun ja, diese Schwachköpfe haben anscheinend keinen blassen Schimmer von uns als Band, deren Mitglieder drei verschiedenen Glaubensrichtungen angehören und ebenso vieler Nationalitäten welche wiederum aus zwei „Rassen“ bestehen, wenn man so sagen will. Wo ist da Platz für Rechtsextremismus? Was unsere Erfahrungen in anderen Ländern angeht, wurden wir dort bisher immer ähnlich wie bekannte Bands geschätzt, dort geht es um unsere Musik, den Sound den wir repräsentieren. Es gibt eben auch Länder, dort können wir frei entscheiden wie wir unsere Tour nennen und bevor man sich dort eine politische Meinung von uns macht, beschäftigt man sich erst mal mit unseren Texten. Ich hoffe, dass diese deutschen Ausnahmen der Evolutionstheorie dies auch irgendwann kapieren.
Was hältst Du denn generell von Politik in der Musik oder von Bands, welche die Musik als Medium zur Verbreitung ihrer Ideologie nutzen?
Was ich davon halte? Das bringt mich zur Weißglut. Denn Bands, welche wirklich Musik produzieren, werden oftmals unterdrückt durch diesen kläglichen Abschaum, der im Metal nichts zu suchen hat. Das ist wie musikalisches Abwasser welches nur dank der Kontroverse verbunden mit der Ideologie bestehen kann. Lass’ uns am leben dann hauen wir dir auch keinen ins Maul. Ein einfaches Grundprinzip, um zu überleben und auch andere leben zu lassen. Das genau ist Thrash, und so sind auch wir.
Du wirkst schon einige Jahre bei verschiedenen Bands mit. Wie siehst Du die Underground-Szene in Polen und Euren Nachbarländern? Erzähle uns von Deinen positivsten Erfahrungen und was hat Dich andererseits am meisten aufgeregt?
Hmmm…. Underground. Was mich im Underground generell aufregt, ist die Prostitution die sich in vielen Clubs abspielt. Wenn ich all die Arschgesichter sehe, die dort lauern und nur darauf warten, Bands zu hintergehen, dann könnte ich kotzen. Ich kann mich an Zeiten erinnern wo der Metal zusammengehalten hat und man sich gegenseitig geholfen hat. Es gab eine Menge großartiger Parties, Konzerte und Touren, welche zu spielen die reinste Freude waren. Heutzutage lächeln Dich alle nur nett an. Niemand hilft Dir nirgendwo weiter und wenn Du jemandem hilfst, dann lachen sie hinter deinem Rücken über dich was für ein Depp du doch bist. Dazu kommt die primitive Aufteilung des Metals auf der Bühne. Die Frustration wächst, man teilt sich in irgendwelche beschissenen Fraktionen auf, welche nur eine Spielart des Metals hören will, das ist grausam. Jeder hat Angst in einem Umfeld akzeptiert zu werden, wenn er etwas andere Musik hört und sich bei einem anderen Umfeld anfreundet. Und so will Black Metal nichts mit Thrash zu tun haben und umgekehrt. Death Metaller fassen keine Scheibe an auf der kein buuuuuu bei den Vocals zu hören ist, obwohl sie was die musikalischen Klänge angeht einen Orgasmus nach dem anderen haben würden. Heavy Metaller denken sie wären der Mittelpunkt von allem. Und die, die klassische Metal Sachen mögen, fassen nichts an was irgendwie moderner gespielt wird. Das ist doch total bescheuert. Andererseits gibt es auch Clubs, die Musik nur wie Schlachtfleisch behandeln. Sie denken dann auch noch sie wären die selbstlosen Samariter, die den armen Bands Spielraum gewähren. Heutzutage müssen Musiker auch ihr Brot verdienen und Rechnungen bezahlen, also sollten sie wenigstens nicht auch noch drauflegen müssen, um in den Clubs spielen zu können. Man sollte wenigstens ein klein wenig Ehrlichkeit beim Abrechnen, sowie eine ernsthafte Vorangehensweise was Promotion und Organisation der Veranstaltungen angeht, erwarten können. Nur dann kann dieses Problem beseitigt werden und wieder goldenen Zeiten heranbrechen. Für diejenigen, die die Bands ausbeuten ist dies natürlich nicht von Bedeutung, aber es gibt schließlich auch Fans, die in die Clubs kommen und diese Betrüger damit unterstützen. Nun ja, ich hab’ wahrscheinlich sowieso schon zuviel gesagt. Dafür werden wir bestimmt rausgeschmissen hahaha.


Sind die Songtexte für Euch von großer Bedeutung? Wirst Du weiter allein für die Lyriks verantwortlich sein oder wird sich zukünftig auch Lysy, der ebenfalls sehr kreativ ist, damit beschäftigen?

Die Texte sind das Fundament des Ganzen. Sie selbst sind Panzer’Faust. Das was wir machen ist ihre Illustration. Zuerst entwerfen wir den Inhalt, danach die Form. Es wird niemals so sein, dass der Text keine Aussage hat, denn für einen schlechten Text schreibe ich keine Musik. Die Themen der Lyriks welche Lysy schreibt, haben bisher nicht zu einer Band wie unsere gepasst. Eine Ausnahme stellt der Text des Songs „Marmury“ dar. Dort habe ich nur die Musik und den Anfang der Lyriks geschrieben. Wie das in Zukunft sein wird, wird sich mit der Zeit herausstellen. Wir planen beim nächsten Mal ein gemeinsam gestaltetes Album herauszubringen, eine Art Konzept über uns selbst. Es ist gut möglich, dass etwas daraus wird, dann wird sich mein Anteil an den Texten auch um einiges verringern. Aber noch ist es zu früh um mehr darüber zu sagen, weil noch nichts Näheres feststeht.
Die Lyriks sind in polnischer Sprache geschrieben. Hat das einen besonderen Grund oder hat sich das einfach so ergeben? Ich persönlich bin der Meinung, dass die Polnische Sprache sehr viel emotionaler und somit stärker ist als z.B. das Englische. Hast Du auch diesen Eindruck oder siehst Du das ganz anders?
Richtig, die Texte sind auf Polnisch geschrieben, aber nicht alle. Das hängt von den Emotionen ab und die Aussage, welche ich rüberbringen möchte. Wir wollen uns nicht auf das Englische beschränken nur weil der Rest der Welt auf Englisch schreibt und andere Sprachen ignoriert. Vor allem wenn wir dann auch noch aus für uns so exotischen Ländern wie Argentinien, wo die Leute sich mit unseren Lyriks plagen, gebeten werden, ihre selbst entworfene Übersetzung unserer Texte zu begutachten. Tatsache ist auch, dass das Polnische sehr aggressiv klingt, wenn man es richtig anwendet. Und beim Englischen? Hmm, da sage ich lieber nichts zu…
Satan, Odins und andere gefallene oder auch nicht gefallene Götter interessieren Panzer’Faust nicht wirklich, denn wie Du sagtest, hat jeder bei Euch in der Band andere Einstellungen. Woran glaubst Du persönlich?
Ich bin ein festgefahrener, fanatischer Heide, stolz auf die preußischen Götter. Andere zu importieren habe ich nicht nötig.
Und welche Bedeutung hat Panzer’Faust für Dich?
Es ist mein Kind, mein Stolz, schließlich habe ich die Band ohne größere Erfolgsaussichten gegründet und ihr eine eigene Gestalt geschaffen die ganz anders ist als die der übrigen Bands. Tatsache ist, dass die Sache nicht leicht war und ich ständig mit neuen Problemen zu kämpfen hatte. Aber je länger wir mit Panzer’Faust arbeiten, desto einfacher wird es und wir kommen immer schneller voran. Unsere Musik spricht immer mehr Leute an und wir bekommen viele positive Resonanzen. Und so werde ich den Kampf um puren Metal weiter fortsetzen.
Wie hast Du eigentlich zum Metal gefunden? Wann hast Du die „dunkle Seite der Macht“ für Dich entdeckt?
Das ist eine einfache Geschichte. Meine Mutter hörte sich hin und wieder klassischen Hard Rock an und mein Onkel spielte Gitarre und so fing ich anfangs etwas TSA und Led Zeppelin ein, was dann bei Zimmers Hole endete. Angefangen zu spielen habe ich ’88; zunächst auf der Trompete in der Schule und Bass zu Hause. Beide Instrumente habe ich dann schnell gegen die Gitarre eingetauscht und dabei ist es geblieben. 6, 7 oder 8 Saiten, Distortion und los geht’s.
Nenne mir mal Deine 6,66 favorisierten Metal Alben!
Unsere hehehehehe.     Nein, im Ernst höre ich auch selbst unsere Musik. Aber natürlich nicht nur. 6 Lieblingsalben, da würde ich jetzt einfach mal sagen: alles von  MEKONG DELTA, MORBID ANGEL, KAT, FORBIDDEN, ACCEPT und TIAMAT.
Wenn morgen die Welt untergehen würde, wie würdest Du dann den letzten Tag verbringen?`
Ich würde mir da eine gewisse Bekannte und mir nahestehende Blondine schnappen und mit ihr das Bett verwüsten.
So so, hehehe… Das Coverartwork von ‚Iiber’ sieht sehr interessant aus. Was wird darauf dargestellt?
Die Version der Single stellt zwei feindselige Manipulatoren dar, die sich über der Welt befinden und diese aus Lust und Laune heraus zerstören. Sie steuern alles, verhüllt unter Masken, so dass sie keinerlei Emotionen zeigen. Die Version des Full Length Albums stellt das Gewissen dar. Dieses wird ebenso wie bei den Manipulatoren unter einer venezianischen Maske versteckt, an welcher blutige Tränen der Verzweiflung und ohnmächtigen Zornes hinabfließen. Dieses Cover erzählt von dem Bewusstsein, dass das Böse existiert. Dies wird verstärkt dargestellt durch Farben, die Buße und Schuld symbolisieren und ebenso sind einige versteckte Zeichen auf dem Cover enthalten. Denjenigen, die sich damit beschäftigen sei gesagt, dass man sich das Ganze sehr genau ansehen sollte. Die Rückseite beider Alben zeigt Straßenpflaster und darauf verschütteten Patronen. Diese Bedeutung ist offensichtlich.
Euer erstes Album ist unter dem Titel ‚Panzer 2004’ erschienen. Nun wurde ‚Iiber’ aufgenommen und wie ich erfahren habe ist danach schon das Album ‚Alles’ geplant. Diese Reihenfolge ist bestimmt nicht zufällig, oder?
Nein, alles ist sorgfältig von den Manipulatoren unseres Schicksals geplant. Ein solches drittes Album ist vorgesehen, das Konzept steht bereits, es bestehen auch schon ein paar Texte und Riffs. Aber es wird noch sehr viel Wodka fließen, bis dies wirklich Gestalt annimmt. Zunächst einmal gilt es ‚Iiber’ zu veröffentlichen.
Was gibt es in Eurer Gegend Interessantes zu entdecken? Was würdest Du jemandem empfehlen, der zum ersten mal Polen besucht (oder sollte ich besser Preußen sagen?)?
Nein, Polen bleibt Polen und Preußen bleibt Preußen. Jeder in Deutschland weiß, dass es einmal Preußen gab, aber Preußen mit Deutschland zu verbinden, ist genauso ignorant wie Preußen mit Polen zu vereinigen.
Wenn man in das Territorium der Republik Polen (politisch gesehen) kommt, dann sollte man ziemlich trinkfest sein, gerne gut essen gehen, die Nase nicht zu hoch tragen, schnell autofahren und auf keinen Fall Krakau und Warschau besuchen. Alles andere ist wirklich sehenswert.
Welche Metalband ist für dich am erotischsten?
Hmmm, abgefahrene Frage. Das kommt wohl ganz auf Lust und Laune an, manchmal eher was härteres im Stile Rockbitch. Sehr sexy sind aber auch Sachen wie Tiamat, Dead Can Dance oder ähnliches.
Okay Kwiatek. Es bleiben Dir noch 3 Minuten Werbung… Wie würdest Du die Omi von nebenan dazu überreden Eure CDs zu erwerben?
Kaufe sie jetzt, das wird Deine letzte Gelegenheit sein zum Orgasmus zu gelangen. Sei heute ein Flittchen, denn morgen nimmt dich vielleicht keiner mehr. Hahahahaha. Außerdem haben wir Dich sowieso beim Stöhnen aufgenommen und das auf die CD gepackt hahahah.
Na wunderbar! Sonst noch was? Letzte Worte?
Na klar. NEVER STOP THE MADNESS, SEX AND METAL FOREVER!
Weitere Informationen zu Panzer’Faust, sowie MP3s etc. zum Downloaden findet Ihr auf der Internetseite: http://www.panzerfaust.metal.pl Schaut einfach mal vorbei, neben der polnischen Seite ist auch eine deutsche Version online!