Orkus “The Worms of Tomorrow” 4/6

Twilight Vertrieb
Bewertung: 4/6
Spielzeit: 45:51
Songs: 9

Als ich ‚Worms of Tomorrow’ der Deutschen Orkus das erste Mal in den Händen hielt, ging ich noch davon aus, daß mich nun ein Gothic (Metal) Album erwarten würde. Beim Blick auf das Backcover fiel mir die Parole: ‚No Keyboards! No Trigger!’ ins Auge, so daß die Erwartungen sich nun in Richtung rasender Black Metal mittlerer Güte verschoben. So kann man sich täuschen, denn was mich nach dem Druck auf die Play Taste meines heimischen CD- Players umfing hatte mit dieser Grunderwartung rein gar nichts zu tun. Orkus überraschten mich mit melodischem Black Metal mit einem starken Hang zum Melodic (Götheborg) Death, man könnte auch sagen mit Heavy Metal Einflüssen. Dabei ist eine rockige Grundtendenz festzustellen, die sich mit einem warmen, übrigens sehr gut produzierten, Gesamtsound paart. Das Songwriting auf ‚Worms of Tomorrow’ ist sehr abwechslungsreich, Langeweile kommt beim Hörer nicht so schnell auf. Allerdings nimmt das Album zum Ende hin eine Entwicklung, die mit der gelungenen ersten Hälfte des Albums nicht so recht harmonieren will. Die Band öffnet sich folkloristischen Einflüssen, und integriert Elemente von Bands wie Einherjer oder Ensiferum, was meiner Meinung nach aber nur bedingt gelingt, und eher aufgesetzt wirkt. Zum Abschluß liefert die Band auch noch mit ‚Phantoms of Past Days’, quasi als Rausschmeißer, eine Ballade ab. Diese beiden Tatsachen irritieren nicht nur, sondern führen am Ende zu recht zwiespältigen Gefühlen gegenüber diesem Album: die ersten beiden Drittel können wirklich begeistern und laden zu häufigem Hören ein, der Rest wirkt unausgegoren und überflüssig. Da hilft auch ein Gastauftritt von Suidakras Marcel Schoenen in ‚Among the Faceless’ nicht mehr. Trotzdem ist ‚The Worms of Tomorrow’ sein Geld auf jeden Fall wert.
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