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Night In Gales Interview

9 September 2017

Night In GalesNight In Gales gehören seit Mitte der 90er zu meinen persönlichen Favoriten und ihre Scheiben haben mich all die Jahre begleitet. Nach dem Ausstieg von Sänger Björn und einer gefühlt viel zu langen Ruhepause wurde nun ein neues Album mit dem alten Sänger Christian angekündigt.
Und wie man auf Facebook verfolgen konnte, sind die Aufnahmen mittlerweile im Kasten und Night In Gales halten Ausschau nach einem geeigneten Label. Der richtige Zeitpunkt, um ein paar Fragen zu dem noch unbenannten Album zu stellen…

Wann und wie genau habt ihr entschieden, dass es ein neues Night In Gales Album geben wird?
Tobbe: Dass es von NIGHT IN GALES ein weiteres Album geben wird, stand für uns nach dem Ausstieg von Björn immer fest. Wir brauchten einen neuen Sänger, der bedingungslos Bock hat. Und auch weitere andere Entscheidungen waren zu treffen. So haben wir uns auch Gedanken gemacht über verschiedene Visionen, wie es mit der Band weitergehen kann oder soll.

Als ich die Ankündigung hörte, habe ich zunächst gehofft, dass Björn wieder als Sänger dabei sein würde. Schließlich sind nach dem Ausstieg ein paar Jahre vergangen und manchmal ändern sich die Dinge. Doch nun ist euer alter Sänger Christian zurück. Hattet ihr all die Jahre Kontakt zu ihm?
Tobbe: Christian ist in meinem Freundeskreis und deshalb bestand immer Kontakt zu ihm. Glücklicherweise haben wir ihn wieder in der Band. Als Gründungsmitglied ist er ein besonderer Kandidat für uns gewesen.

Jens: Genau. Es gabe zwar noch zwei weitere sehr interessante Bewerber um den Posten am Mic, jedoch war mir auch Christian am liebsten. Es ist schon spannend zu sehen, ob man es schafft, mit dem am meisten stilprägenden Mitglied des Ur-Line-Ups wieder ein Album schreiben zu können. Björn hatte ja über die Jahre eine Menge Neuerungen in den NIG-Stil hereingebracht. Nun war es auch mal wieder schön, einfach mal nur das zu machen, womit wir 1995 angefangen hatten.

Hat er nach Night In Gales bei anderen Bands gesungen?
Tobbe: Er ist bei SHOCKGNOSIS eingestiegen, mit denen er Anfang diesen Jahres das Album „Of Tyrants And Matyrs“ veröffentlicht hat. Und er hat mit mir zuvor bei IN BLACKEST VELVET die Mini CD „InSuiSight“ gemacht.

Jens: Zudem gab es auch ein paar interessante Veröffentlichungen mit dem Night In Gales – Grindcore Ableger Bloodred Bacteria. Das war eine Split CD mit Abcess (US) und eine mit den japanischen Swarrrm. Da klang er allerings eher Brutal Truth – mäßig, haha.

Und was habt ihr anderen in den letzten Jahren (musikalisch) getrieben?
Jens: Puh, das war ne ganze Latte an Kram. Also nach Bloodred Bacteria hatten Christian (Bass) und ich zwischen 2005 und 2007 einen Metalcore-Ausflug mit Deadsoil (Lifeforce Records) unternommen. Christian ist dann darüber irgendwann auch bei HSB gelandet. Adriano hatte ja nach Bloodred Angel und Coronation mit Grind Inc. Einige Alben über Morbid und später bei Bastardized veröffentlicht. Mit ihm habe ich jetzt auch bald ein neues Projekt am Start, das unter dem Namen Sub-Orbital Anfang 2018 ein Album rausbringen wird. Stilistisch geht es grob in die Florida-Death Richtung im Sinne alter Nocturnus, Death, Cannibal Corpse geht. Marc von Selfdevoured ist da am Gesang. Ach ja und seit 2010 habe ich mit Gloryful natürlich eine sehr intensive Freizeitbeschäftigung gefunden, hier gab es seit 2013 mittlerweile 3 Alben bei Massacre Records, das viert ist gerade in Arbeit.

Okay, dann erzählt mal etwas über das neue Album! Stilistisch geht es sozusagen back to the roots, oder?
Jens: Ja, es ist soweit es sich ergeben hat klar „back to the roots“, aber natürlich haben wir nicht krampfhaft versucht Songs wie auf „Sylphlike“ zu schreiben. Es war einfach ein natürlicher Flow. Gitarre angeschlossen und losgelegt. Viele der Riffs und Ideen auf dem neuen Album waren sogar echte First-Takes, das heißt die initiale spontan aufgenommene Idee hat es direkt und unverändert aufs Album geschafft. Das Drumming ist im Vergleich zu ´95 sicherlich etwas schneller und technischer ausgefallen, beim Gesang gibt es ein paar mehr Overdubs, und die Melodieführung ist insgesamt weniger happy als es zum Teil auf unseren Frühwerken der Fall war. Es ist eher eine negative, melancholische Grundstimmung geworden.

Wie viele Songs sind enthalten und wann und wie sind sie entstanden?
Jens: Das Album wird zwölf Tracks enthalten, wovon zwei etwas kürzere ruhigere Instrumentals sind. Entstanden sind Sie in drei Songwriting-Phasen innerhalb der letzten Jahre. Die Instrumentals sind noch kurz vor Beendigung der Mix-Phase entstanden. Der Entstehungsprozess sah so aus, dass ich die Songs im Homerecording-Studio komplett vorbereite. Adriano hat dann in Heimarbeit selbstständig anhand alle Songs für die Studioaufnahme vorbereitet. Die Texte hatte ich während langer Busfahrten auf einer Afrika-Reise ins Handy-Notizbuch geschrieben. Tja, so war das.

Ihr habt hochkarätige Gastmusiker angekündigt. Wer wird alles auf der Scheibe zu hören sein?
Tobbe: Als Gastsänger konnten wir Mark Grewe, Gründungsmitglied von MORGOTH und aktueller Sänger bei INSIDIOUS DISEASE gewinnen. Zudem den genialen Christian Mertens von DARK MILLENIUM, die 2016 ein starkes Comeback Album „Midnight In The Void“ veröffentlich haben.
Und natürlich Martin Matzak von TORCHURE, die 1992 das Death Metal Album „Beyond The Veil“ & 1993 „The Essence“ veröffentlicht haben. (Leider sind die Brüder Thorsten & Andreas Reissorf, am 17. Oktober 1992 bei einem Autounfall ums Leben gekommen. R.I.P.)
Zudem hat Anselm Joel Brümmer von CARTHAGO MUST FALL ein paar sehr coole Overdubs und Screams zum Album beigetragen, einer Oldenburger Band, die sich selbst als eine Mischung aus Death, Thrash und Hardcore beschreiben. Seit neustem gründetet er eine weitere Band namens „BY A STORM“, die in diesem Jahr noch ins Studio gehen wird.

Jens: Das einzige Gitarrensolo auf dem Album wurde von Aaron von der genialen Chicagoer Death Metal Band Against The Plagues beigesteuert. Er stand schon länger mit mir in Kontakt und als er sich als alter die-hard Night In Gales Fan geoutet hatte, haben wir Ihn spontan für das Gastsolo eingeladen.

Night In GalesWo habt ihr aufgenommen. Wie hat sich das nach so langer Zeit angefühlt? Wie liefen die Aufnahmen?
Tobbe: Den Bass (und die Gitarren) sind als DI-Spuren bei Jens aufgenommen worden. Es war phantastisch nach all den Jahren, die neuen NIGHT IN GALES Songs endlich aufzunehmen. Es war eine durchweg entspannte Atmosphäre und es hat wirklich Spaß gemacht. Dementsprechend zufrieden bin ich mit den Bassaufnahmen.

Jens: Die Drums wurden im Studio 141 in Schwäbisch Hall mit Roger Grüniger aufgenommen. Die Vocals haben wir in Dr. Darius Widera´s Synesthesy Studio in Wesel aufgenommen. Danach die Gastvocals wiederum in anderen Studios.

Dan Swanö war für den Mix verantwortlich, oder?
Tobbe: Richtig. Dan Swanö hatte schon 2011 bei der „Five Scars“ für den Feinschliff gesorgt. Es ist also jetzt die zweite Zusammenarbeit mit Ihm. Somit kennt man sich schon und alles lief sehr easy und professionell ab.

Hat das sechste Studioalbum eigentlich schon einen Titel?
Jens: Ja, aber der wird erst verraten, wenn es einen unterschiebenen Plattenvertrag dazu gibt.

Das Cover ist auch schon fertig, oder? Mögt ihr etwas verraten? Ist kein Artwork von Killustrations, oder?
Jens: Stimmt, das Cover Artwork ist bereits fertig. Diesmal ist von Costin Chioreanu (twilight13media) Es ist grandios geworden, wird aber auch erst durch ein offizielles Presse-Posting veröffentlicht werden.

Ihr seid aktuell auf Labelsuche. Gibt es schon konkrete Verhandlungen?
Tobbe: Wir haben vor ein paar Wochen mit dem Labelshopping angefangen. Von konkreten Verhandlungen kann man da noch nicht sprechen.

Jens: Es ist noch Festivalsaison, da mahlen die Labelmühlen alle etwas langsamer. Ausserdem haben wir noch längst nicht alle interessanten Labels bemustert. Das läuft eher in Phasen.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft von Night In Gales?
Tobbe: Ich würde mir wünschen ein gutes Label zu finden, das uns die Chance gibt, wieder angreifen zu können, das Album würdig promoten kann und wir wieder auf die Bretter, die die Welt bedeuten, kommen.

Jens: Ein paar Open-Airs 2018 rund um den Release, eine US-/Mexico Tour, das wäre klasse.

Das war es auch schon für dieses Mal. Ich bedanke mich und drücke die Daumen!
Tobbe: 1000 Dank liebe Katja. Wir wissen es sehr zu schätzen, was das ETERNITY MAGAZIN von Anfang an für NIGHT IN GALES bis heute für uns getan hat. Ich bin gespannt, wie ein Flitzebogen, wie die Reaktionen auf das neue Album ausfallen werden. Dementsprechend kann ich es kaum erwarten, dass die Platte auf den Markt kommt.

Mehr über Night In Gales:
night-in-gales.com
facebook.com/nightingalesmusic/

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