Moder “Valley Of No Light”

Eigenproduktion
Bewertung: Ohne Wertung
Spielzeit: 12:00
Songs: 4

Ok, drehen wir das Rad der Musikgeschichte mal ein paar Jährchen zurück, genauer gesagt bis zu den frühen Neunzigern. In dieser Zeit entdeckten zahllose junge, vom immer kommerzieller werdenden Death Metal gelangweilte, Musiker die Frühwerke von Bands wie Venom und (vor allem) Bathory. Das Ergebnis war unglaublich rohe, kalte, misanthropische Musik, eben die zweite große Welle des Black Metal. Mit der Zeit veränderten sich die meisten dieser Bands jedoch stark, so daß heute nur noch wenige Originale klingen wie Anno dunnemals. Kein Problem, denkt sich der geneigte Schwarzwurzelfreund, es gibt doch genügend junge Bands, die ihre Vorbilder bis ins Detail kopieren. Stimmt. Das Problem ist, daß die meisten Bands, die uninspiriert im early-Bathory bzw. DarkThrone-Windschatten fahren, ziemlich lahm und austauschbar sind. MODER aus Stemmen reißen in dieser Hinsicht zwar auch keine Bäume aus, aber wenigstens sind ihre Songs halbwegs knackig. Kurz, bündig, simpel und nicht übermäßig originell, so könnte man die vier Songs von “Valley Of No Light” groß umschreiben. Die Hauptzutaten sind ‘ne ordentliche Ladung DarkThrone, ‘ne fette Schippe frühe Bathory, etwas Hellhammer bzw. Celtic Frost und vielleicht noch ein wenig ganz frühe Burzum. Schnelle (aber nicht übermäßig schnelle oder gar chaotische) Parts wechseln sich mit schleifenden, langsamen Heavy-Parts ab. Das für so primitive Musik enorm wichtige Wechselspiel aus schnell und langsam beherrschen MODER schon ganz gut. Mein Favorit unter den vier Tacks von “Valley Of No Light” ist der Opener und Titeltrack, der voll losballert und gut ins Ohr geht. Richtig cool finde ich die Vocals, die typisch kratzig und garstig rüberkommen, dabei aber nicht allzu monoton klingen. Auch hier passt ein Vergleich mit DarkThrone wohl am Besten. So weit, so räudig.
Das ist zwar alles schon hunderttausendmal dagewesen, aber ‘nen Originalitätspreis wollen MODER wahrscheinlich eh nicht gewinnen. Die angepeilte Zielgruppe dürfte auf jeden Fall zufrieden sein. Einem guten Teil ihrer zahllosen Mitbewerber sind MODER sicherlich überlegen. Wer auf technische Kabinettstückchen und guten Sound abfährt, sollte einen gaaanz großen Bogen um diese Veröffentlichung machen. Hier geht’s simpel, roh, primitiv und blutig zu. Einen großen Sympathiepunkt konnten MODER bei mir machen, indem sie auf das handelsübliche “super-evil-wir-sind-so-true-und-krass”-Gepose verzichteten. Hinter Pseudonymen wie “Nekro Nickel”, “Michi Hate” und “Nork Mork” vermute ich mal eine gesunde Portion Selbstironie. Freunde des primitiven Black Metals können mal ein Granitohr riskieren, alle anderen verpassen hier sicher nichts Lebenswichtiges…
Kontakt: Niklas Nottorf, Lindenstr. 42, 27389 Stemmen, Germany
www.moder-metal.de