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Mindpatrol – Vulture City 3/6

8 Februar 2018

MindpatrolGolden Light Records

Bewertung: 3/6 -> Okay!

Songs: 10

Spieldauer: 50 Minuten

Die Idee Musik zu einem Buch zu komponieren, gab es schon öfter. Aber gleichzeitig auch der Autor des Werkes zu sein, passiert eher seltener. Stellt sich auch die Frage, was zuerst geschah, oder ob beides zeitgleich entworfen wurde? In jedem Falle garantiert dieser Umstand zu einem bestimmten Rahmen, dass die Texte konsistent sind und die Vocals einem roten Faden folgen können. Doch auf die Vocals kommen wir später zu sprechen.

Nach Eigenaussage sind Mind Patrol mit einem starken Konzept gestartet, um gleich zu floppen. Wenn die Intention ist, dass man sich die alten Alben erst anhört, so ist das hier gelungen. Und so ist es auch möglich gleich zu erwähnen, dass tatsächlich eine positive Entwicklung im Verlauf der letzten Alben stattgefunden hat.

Musikalisch handelt es sich hier um einen sehr ansprechenden, genreübergreifenden Mix. Insgesamt findet man eine schöne Dynamik zwischen harten, deathigen Passagen und klar progressiven Metal Parts vor. „Calamity“ überrascht sogar mit Brutal-Death-Einlagen und obwohl der Gitarrensound nicht optimal für den Stil geeignet ist, wirken die Stellen doch authentisch. Die tragenden Leads der Gitarren (welche sich drei in diesem Project befinden) sind sehr schön ausgearbeitet. Die Keyboards und Synths sind sehr gut dosiert und positioniert, stets der Atmosphäre unterstützend und niemals störend.

Der Dynamikfluss ist größtenteils sehr gut und auf hohem Niveau aufgebaut, es fließt fast immer gut so, wie es sich für vernünftigen Prog gehört. Aber eben leider nur fast. Es gibt gelegentliche „harte Ecken“, welche den Hörgenuss rapide und unerwartet unterbrechen. Bei den ersten paar Durchläufen vermutet man noch, man hört sich in diese Brüche rein. Aber leider stören sie doch das Gesamtbild. Leider war es in der Zeit auch nicht möglich, die Musik mit dem Spannungsbogen des zugehörigen Buches abzugleichen. Die Rhythmussektion verhält größtenteils unauffällig, ist aber bei genauer Betrachtung auf dem gleichen hohen technischen Level wie der Rest und stets zweckdienlich komponiert.

Was sich bislang nach einem richtigen Brecher Album anhört, findet seine Schwachstelle im eingangs erwähntem Gesang. Stellenweise erkennt man hier den Versuch, die aggressiven alten Fear Factory oder Meshuggah Stimmlage zu imitieren. Dies scheitert jedoch, stattdessen wirken sie eher wie monoton und grepresstes Gebrüll, vollkommen im Gegensatz zur Instrumentierung ohne Ausdruck. „Opethige“ Passagen wie bei „He, Summoned by the Needle“ würden mit anderer Stimme deutlich überzeugender wirken. Schade, sonst ist dies nämlich ein herausragender Song. Ähnlich und teilweise noch verheerender verhält es sich beim Titeltrack. Manche Gesangs-Rhythmik wirkt zusätzlich sehr gepresst oder hackend.

Und hier schließt sich wieder der Kreis zu dem ursprünglichen Flop der Band. Betrachtet man die Entwicklung des Sängers auf „Vulture City“ zu vorigen Werken, so ist dennoch eine gute Entwicklung zu erkennen. Bleibt einem also nur zu hoffen, dass für das nächste Album noch ein weiterer solcher Sprung gelingt. Dann könnte man eine durch und durch runde Scheibe erzeugen, welche es auch in die Playlisten vieler Hörer schafft.

Abschließend bleibt noch als Anspieltipp „Her Dire Sacrifice“ zu empfehlen.

https://www.facebook.com/mindpatrolband

 

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