Majesty “Sword and Sorcery” 4/6

Massacre Records
Bewertung: 4/6
Spielzeit:
Songs: 0

Sicherlich ein zweischneidiges Schwert, welches da zäh und doch mit voller Gewalt über einen hereinbricht. Es folgt ein Schrei, ein kurzes Bassintermezzo und ein Refrain, der allen Fans pathetisch-schleppenden Metals vor Freude in die hinterste Zimmerecke treibt. Das inzwischen zweite Scheibchen der Herren aus heimischen Landen ist dabei bewusst einfach gehalten und wird bei Anhängern abwechslungsreicher Kost wohl auf ähnliche Weise durchfallen wie bei mir ein neuer Konsalik. Und dass ich mich jetzt als einer outen muss, den dieser ganze Pathos-Quatsch, wenn’s angenehm knallt, durchaus mitnehmen kann, passt mir echt null in den Kram, aber: Ich finde die Scheibe geil und trällere seit Tagen auf meinem tristen Arbeitsweg den Opener Swords and Sorcery, wobei ich gelegentlich auch dazu verfalle, spitz schreiend Ride Silent auszustoßen. Tja, ähem, neben dem dickflüssigen Zeugs haben die Herren auch ein paar recht flotte, nicht minder schwere Brocken wie Fields of War oder das bereits genannte Ride Silent am Start. Mein persönlicher Knaller bleibt allerdings der schnittige Epic War, das grandios treibt und mir stets einen Schauer nach dem anderen über den Rücken laufen und die Tränen in die Augen schießen lässt. Mit Age of Bravery wird gegen Ende noch einmal ganz tief in die Weltschmerzkiste gegriffen, Tarek Magharys heisere und doch klare Stimme tut ihr Übriges dazu), und ich finde ja, danach hätte Schluss sein sollen, denn das abschließende Metal to the Metalheads (keine Sorge, eure Mucke wird schon keinen anderen interessieren) ist mir dann doch ein wenig plump geraten (oder vielleicht gehöre ich auch einfach zu denjenigen Leuten, die sich zwar ein paar Lieder lang für solche Musik begeistern können, bevor sie ihnen wieder zu den Ohren heraushängt –erklärt das mein Ohrwurmproblem?) und den Vinyl-Bonus-Track braucht man auch nicht unbedingt.
Tja, die Herren und sicher auch vereinzelten Damen True-Metaller: zugreifen! Alles andere riskiere besser erst einmal ein Ohr, um zu testen, ob’s einen auch so gegen die wand drückt wie mich.