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Kreuzfeuer September 2017

1 September 2017

Pünktlich zum 1. September gibt es mal wieder ein Kreuzfeuer. Diesen Monat gab es weniger außergewöhnliche Metalstile ( mal abgesehen von Sci-Fi Metal), dafür waren die Wertungen der einzelnen Autoren unterschiedlicher denn je. Fast jede Band konnte sich über hohe Punkte freuen, bekam auf der anderen Seite auch ab und zu eine fette „0“ oder „1“ reingedrückt. Zu dem ist eine Gewinnerband einer vorherigen Ausgabe – Rapheumets Well – mit neuem Werk dabei. Ob diese wieder den Sieg eingefahren hat?

Unterstützt wurden wir diesen Monat von Lord Faustoos, welcher bei unzähligen Bands wie Beaten Victoriouses, Nashmeh, Mogh usw. aktiv ist. Jener klagte sogar am Ende über Kopfschmerzen 😉 In der aktuellen Runde wurden folgende Bands begutachtet: Akral Nekrosis, Descend Into Despair, Ereb Altor, Mutank, die bereits erwähnten Rapheumets Well, Sinister und Whore Of Bethlehem.

Und gewonnen hat: Ereb Altor

Im nachfolgenden Verlauf könnt ihr wie immer die einzelnen Bewertungen der jeweiligen Autoren durch lesen und per Klick gelangt ihr auf die Bandcampseiten. Viel Spaß!

Ereb Altor – Ulfven

C.T.: Wow, was für eine kraftvolle Stimme. Die zieht mit, passend zum recht eingängigen Rhythmus. Ist wirklich gut abgemischt und schöner Viking Metal.

K.K.: Die Nordmänner von Ereb Altor wandeln auf den Pfaden von Bathory und erinnern streckenweise an Tyr. Gefällt mir grundsätzlich – nur einige der Songs sind etwas eintönig. Zusammenfassend würde ich drei Punkte geben mit Tendenz nach oben.

M.B.: Ereb Altor haben’s einfach drauf! Acht powervolle Songs und über Allem ein Gesang, der seines Gleichen sucht, da kommt man schon schnell ins Schwärmen!

K.Z.: Das Album beginnt richtig gut mit dunkler, mitreißender Epik und kann das Niveau halten. Man kauft den Schweden ihre von Sagen und Mythen geprägte Gangart tatsächlich ab, obwohl man mehr oder weniger nur den 0815-Kram zu hören bekommt.

O.S.: Ein bisschen zu episch für meinen Geschmack, ansonsten verdammt gut gemacht. Da wünscht man sich glatt Schwedisch zu können. Dann wirkte dies Stück noch besser.

M.K.: Gefällig, aber irgendwie kommt die Atmosphäre nicht richtig auf. Auch wenn alles richtig gemacht ist, zieht es einen nicht mit. Wünschte, man könnte es an etwas festmachen.

C.W.: Stimmungsvoller, melodiöser Viking Metal, der ohne brachiale Gewalt auskommt.

S.S.: Dafür, dass ich bei Viking/Black Metal nicht viel erwarten würde, ist die Scheibe ziemlich cool!

C.S.: Ein sehr mächtiger und epischer Trip in den Norden, die Einflüsse des Quorthon sind unverkennbar. Außerdem gibt es immer Pluspunkte, wenn man neben den englischen Texten seine Muttersprache würdigt.

L.F.: Simpel, aber eine wunderschöne Erzählweise über Mythologie und Geschichte.

Akral Necrosis – Underlight

C.T.: Na da hört man aber einige Mardukanleihen raus, aber gute! Kann mich aber nicht so ganz entscheiden ob einfach nur solide gut oder schon mächtig, also gibt es mal ausnahmsweise 4,5!

K.K.: „Underlight“ gefällt mir gut (und deutlich besser als das Debüt der Black Metaller aus Bukarest). Die Band werde ich im Auge behalten.

M.B.: Qualitativ sehr hochwertig, aber irgendwas fehlt da…

K.Z.: Passend klirrend kalte Atmosphäre, aber stimmlich wirken Akral Nekrosis zu sehr gepresst und aufgesetzt. Rauscht ins eine Ohr rein und aus dem anderen wieder raus und ist sofort vergessen.

O.S.: Schönes Teil das. Tolle Melodien, die schwelgen lassen. Sauber produziert und interessant genug um es immer wieder anzuhören. Daumen hoch!

M.K.: Den Gesang mal weg gerrechnet bekommt man hier deutlich mehr als „nur“ Black Metal. Gutes Songwriting, das Album fließt sehr locker von Song zu Song. Doch dann muss man wieder an den Gesang ran, welcher leider alles ziemlich runterzieht.

C.W.: Einerseits ganz solide, andererseits irgendwie gesichtslos. Bin unentschlossen.

S.S.: Mächtige Scheibe, sehr kraftvoll und musikalisch ausgefeilt.

C.S.: Eine abwechslungsreiche Mischung aus rohem, garstigen Hass und melodiöser Besänftigung, die nicht langweilig wird.

L.F.: Standard Black Metal, nicht mehr!

Sinster – Syncretism

C.T.: Fängt gut an, die Gitarrensoli gefallen mir persönlich am Besten, aber insgesamt überzeugt es mich nicht und ich finde es nervig mit der Zeit.

K.K.: Sinister sind gewohnt gut! Die Altmeister wissen halt, wie Death Metal zu klingen hat.

M.B.: Death Metal, der stimmungsvolle Atmosphäre vermitteln kann findet man sehr selten und Sinister machen das sehr gut! Dafür gibt’s eine Menge Pluspunkte!

K.Z.: Niederländische Prügelattacke, die auch in Form des 13. Albums der Prügelknaben nicht an Kraft eingebüßt hat.

O.S.: Top produziert und schöner Spannungsbogen mit Melodien, die den Hörer beschäftigen und mitunter etwas ratlos zurücklassen. Lediglich eine etwas langweilige Stimme, die dennoch zur Musik passt. Die Clean Parts lassen aufhorchen.

M.K.: Na hui, da will man aber nochmal zeigen, dass man weiß, wie es geht. Knaller! Der HM-2 sägt und die Drums knallen aufs Trommelfell. Auf den Punkt gelandet.

C.W.: Wer Death Metal der alten Schule mag, kommt an diesem Brett sicher nicht vorbei; von mir gibt’s drei Punkte für die Produktion, aber mit der Musik als solche kann ich nix anfangen.

S.S.: Die haben’s immer noch!

C.S.: Wider Erwartens fängt es total episch und ruhig an, gleich einer Filmmusik, dazu das passende Cover, wundervoll! Man kommt voll auf seine Kosten, wenn man rohen, prügelnden Deathmetal mag, eine Walze!

L.F.: Ohrenbetäubender und mit Alkohol erträglicher Lärm, der einfach nur Müll ist.

Descend Into Despair – Synaptic Veil

C.T.: Schon wieder zu viel doomiger Ballast , aber immerhin sind sie wirklich vielseitig im Songwriting und man kann viele kleine Details erforschen.

K.K.: Funeral Doom mit leicht übermotiviert bösen Vocals. Nicht schlecht, will aber nicht richtig zünden.

M.B.: Bewehrter, gut umgesetzter Doom, trotzdem etwas formelhaft.

K.Z.: Eignet sich hervorragend als Einschlafhilfe.

O.S.: Nichts für die Fahrt zur Oma, das ist mal klar. Hier muss man sich reinarbeiten, dann machen sie richtig Laune.

M.K.: Niemand, wirklich niemand, braucht so einen elendigen 80er Drumcomputer Sound dieser Tage noch, nur um das schlimmste Merkmal dieser „Kreation“ hervorzuheben. Hier passt nichts zusammen. Das waren harte 57:13, die ich nie wieder zurückbekomme.

C.W.: Zieht sich wie türkischer Honig durch den Gehörgang und liegt anschließend schwer im Magen, dürfte aber den einen oder anderen Doom-Fan begeistern.

S.S.: Starker Funeral Doom – schleppend, düster, mit vielen tollen Elementen.

C.S.: Die durchaus gut produzierte Scheibe mit dunkelfinsteren und mehrstimmigen Vocals und stimmig instrumentaler Begleitung schafft eine ziemlich niederziehende Atmosphäre, handelt sie doch von ewiger Trauer und tiefstem Schmerz: Ziel erreicht!

L.F.: Oh ja, hier fühle ich Potenzial!

Whore Of Bethlehem – Extinguish The Light

C.T.: Song Nummer 3 ist ganz okay, der Rest rauscht einfach vorbei.

K.K.: Soliden Death Metal gibt es von den Texanern Whore of Bethlehem. Die Scheibe ist recht kurz und nicht alle Songs sind auf dem gleichen Niveau. Unterm Strich ganz gut, obwohl einige der Songs mehr Potential haben.

M.B.: Kann dem nichts abgewinnen…

K.Z.: Könnte im Lexikon unter „Standard DM“ aufgeführt werden. Tut dementsprechend aber auch keiner Anlage weh.

O.S.: Starkes Teil, da gibt‘s keine Tiefen. Nur höher, schneller, weiter, härter. Feinste Scheibe brutalen Blackened Death Metals.

M.K.: Was für eine Achterbahnfahrt. Von Geboller hin zu groovig alles da. Viele Parts überzeugen, aber gelegentliche Hänger sind vorhanden. Leider nicht lückenlos empfehlbar, auch wird der Gesang gegen Ende ein wenig eintönig. Dennoch solide Arbeit und guter Sound.

C.W.: Schon wieder Death Metal, 32 Minuten lang kraftvoll und kompromisslos durchgeprügelt, der den Hörer am Ende so klug als wie zuvor zurücklässt.

S.S.: Schöne Mischung.

C.S.: Solide, technisch ausgefeilte Arbeit, die sich brutal ins Gedärm knüppelt!

L.F.: Ziemlich inhaltsloses Rowdytum, das sehr männlich wirken will, aber nichts neues ist.

Rapheumet´s Well- Enders Door

C.T.: Ich fand den Vorgänger besser, jetzt hat man hier leider einfach zu viel abgespactes reingebracht und das ist leider too much.

K.K.: Eigentlich eine interessante Mischung. Aber auf Dauer nervt mich das Keyboard. Doch nicht mein Fall.

M.B.: Die habe ich aus einer älteren Kreuzfeuer-Ausgabe noch in guter Erinnerung und was soll ich sagen, auch diese Scheibe ist ziemlich genial!

K.Z.: Okay, erinnert an etwas abgedrehte Dimmu Borgir gepaart mit 2001: Odyssee im Weltraum. Wäre sicherlich Stanley Kubricks Lieblingsband.

O.S.: Das hier Vorbilder wie Fleshgod Apocalypse oder Hour Of Penance eine Rolle spielen, ist unüberhörbar. Das Album ist leider zu vorhersehbar und blitzsauber. Mehr Seele, bitte!

M.K.: Wirklich schlau wird man nicht draus. Da ist ne Menge Genre-Stimmungs-Technik-Mix drin, der inkonsistente Sound von mal total hi-end hin zu Demokrach und zurück hilft da auch nicht. Das man sich selten festlegen wollte zeigt sich auch darin, dass die Songreihenfolge alphabetisch ist. Reizvoll, aber da fehlt Feinschliff.

C.W.: Wenngleich streckenweise viel gesampelt und dick aufgetragen wird: das Album könnte in Gänze als Soundtrack für ein Metal-SciFi-Drama herhalten.

S.S.: NEIN!

C.S.: Für Freunde atmosphärisch symphonischer Musik mit dem Hang zur Dramatik, bei der sich die tiefen Growls mit weiblichem Klargesang abwechseln, musikalisch schwere Geschütze aufgefahren werden, ein durchaus ein facettenreiches Werk, das allerdings ein paar Durchläufe verdient hat. Der Sound klingt manchmal etwas verwurstelt, aber da alles in dieser Komplexität selbstproduziert ist, ziehe ich diesmal keinen Punkt ab!

L.F.: Nerviges naives und nicht gekonntes Emo-Zeug!

Mutank – W.H.A.T.S.T.H.A.T

C.T.: Solide thrashige EP, kann man auch zwei Mal hören.

K.K.: Durchschnittlicher Thrash Metal. Ist ganz okay. Nur der Gesang nervt mit der Zeit.

M.B.: Ziemlich auf Zack die Musik. Die Heavy-Einflüsse gefallen.

K.Z.: Klingt zwar wie schon tausend mal gehört, aber bei grundsolidem Thrash nickt man halt trotzdem mit.

O.S.: Das musikalische Können will ich ihnen gar nicht absprechen und irgendwas ist auch interessant daran. ABER sie machen mich einfach nur fahrig, nervös und hektisch. Vieleicht ist das ja ihr erklärtes Ziel?

M.K.: Oh man… Sonst begrüße ich ja so manchen Retro Krams, aber das ist selbst mir zu stumpf. Ich vermute, da soll irgendein Partymotto dahinter stecken? Kommt aber nicht an.

C.W.: Mag live funktionieren, ist in digitaler Form aber nur ein weiteres, ein wenig dissonant geschnitztes Boot auf dem übervollen Trashsee.

S.S.: Langweiliger, einfallsloser Thrash.

C.S.: Thrash mit wirklich guten Vocals, der einen aber an so vieles andere erinnert.

L.F.: Ist auch nur Radio-Müll!

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