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Kreuzfeuer Oktober 2018

2 Oktober 2018

Mit leichter Verspätung ist nun das neue Kreuzfeuer da. Diesmal ohne Gastmusiker, dafür scheint aber ein Album uns diesmal gesamtheitlich nicht überzeugt zu haben. Und auch der Sieger konnte sich recht deutlich durchsetzen. Wie immer wurden 7 verschiedene Metalalben willkürlich ausgewählt und von jedem Redakteur einmal kurz gehört und danach bewertet. Mit dabei sind: Braindamage, In Demoni, Kapala, Monads, Neorhythm, Sense Of Fear und Sisyphean.

Und gewonnen hat Monads.

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Kommentare lesen und via Klick auf die Links gelangt ihr zu den Bandcamp- oder Facebookseiten und könnt euch selber ein Bild machen 😉

Monads – IVIIV

C.T.: Tatsächlich Doom, der über langweiliges-es-passiert-einfach-nichts-Boom-Chak hinausgeht.

K.K.: Oh, diese Scheibe hatte ich auf meiner Bandcamp-Wunschliste. Überzeugendes Album, schöner Doom/Death bzw. Funeral Doom.

K.W.: Bereits nach wenigen Sekunden schnürt es da einem die Kehle zu und es zerdrückt einem die Brust. Selten in letzter Zeit was gehört, was einen gleich von den erste Takten emotional so krass bindet. Einfach nur fett, packend und ergreifend!

P.S.: Nicht übel, aber es passiert für meinen Geschmack einfach viel zu wenig in den überlangen Songs.

M.K.:  Stilecht und mich perfekt an einem beschissenen Tag erwischt.

C.S.: Schwermütige Melodien lassen einen in Trauer versinken, nichts für zarte fröhliche Seelchen.

O.S.: Herrlich, was zum Genießen und Zurücklehnen. Die Belgier sind einfach stark in dem, was sie tun. Die 4 Songs in 50 Minuten vergehen sowohl viel zu schnell als auch so schön getragen langsam

S.B.: Imposanter und facettenreicher Funeral Doom, fetzt…, das gefällt mir gut, obwohl mir Doom irgendwie immer irgendwie zu langsam ist.

T.W. Unendlich langsam und unendlich melancholisch – genau so muss Funeral Doom klingen. Die Band sollte man im Auge behalten.

T.F.: Düsterer, rhythmischer Funeral Doom mit einer Menge Melodien. Vier absolut überzeugende Longtracks für die schwärzeren Tage im Leben. Ausgezeichnet!

In Demoni – The Grand Slam

C.T.: Ich glaube für die Sparte ist das gar nicht so verkehrt, mich packt das allerdings gar nicht

K.K.: Fetter, brutaler Death Metal mit wenigen Verschnaufpausen. Kompromisslos gut! Trotz Spaßfaktor (Coverartwork, Songtitel, Videoclip) lässt die Band es ordentlich krachen.

K.W.: Sehr geiles Death Metal Brett

P.S.: Slam Death Metal mit Fun-Texten. Besser, als ich erwartet hatte.

M.K.:  Slam typische Snippets zur Einleitung, ausreichende Verspieltheit und „Duelle“ zwischen den Instrumenten und gelegentlich großer Dying Fetus Einschlag, um auch mal das Können zu zeigen. Gefällt in allen Belangen.

C.S.: Kann man empfehlen, wenn man Slam liebt, macht das richtig Laune.

O.S.: Spaß, Technik, Spielwitz, dieses Album kann ich nur lieben. Abgefahrene Slammelodien treffen auf stumpfes Geboller.

S.B.: Och je, Slam-Death-Funporn-Melange, “The Grand Slam”, “Pizza Slamami” ja ne, is’ klar, anscheinend ist Slam-Humor nicht meiner…macht nix, ordentlich gemacht isses, aber ich find’s Kopf -> Tisch.

T.W. Ganz netter, brutaler Death Metal, hat man so, oder so ähnlich, halt schon zigmal gehört. Die Gitarren nerven streckenweise ein bisschen.

T.F.: Sehr eindimensionaler Standard-Brutal-Death-Metal. Keine allzu gute Produktion, nstrumental ok, aber ich kann damit überhaupt nix anfangen.

Sense Of Fear – As The Ages Passing By

C.T.: Joar, kann man so machen. Schönes klassisches Metalalbum mit kraftvoller Stelle, wenig innovativ, aber gut.

K.K.: Ordentliche Songs mit starken instrumentalen Passagen, doch der Gesang schwächelt. Kann man ganz gut hören.

K.W.: Solider Powerlastiger Heavy Metal. Sehr cooles Organ und auch instrumental mit coolen Parts. Da wippt der Fuß schon mal unweigerlich mit.

P.S.: Durch und durch solider Power Metal, der mich leider überhaupt nicht mitreißt.

M.K.:  Anfangs ärgert man sich über einzelne Mängel in der Produktion, da man das Album besser präsentieren könnte. Ist man darüber hinweg, offenbart sich aber eine wirklich gute und abwechslungsreiche Scheibe. Einzelne Passagen wirken zu lang, aber das schlägt nicht ins Gewicht.

C.S.: Freunde des Heavy Metal der alten Schule können hier gern mal reinhören, mich reißt es nicht wirklich vom Hocker und hängen bleibt auch leider nichts.

O.S.: Die Jungs schaffen es nicht die Power des Heavy Metal in Songs zu verpacken. Aber immerhin versuchen sie es auf sehr solide Art und Weise. Ist mir alles zu langatmig geraten.

S.B.: Echt ganz solider Heavy mit Thrash-Einfluss, oder umgekehrt, irgendwo an der oberen Grenze des Mittelmaßes, mit Tendenz nach oben. Geht deutlich schlimmer.

T.W.: Das Rad haben Sense Of Fear nicht neu erfunden, zu meckern gibt’s aber auch nichts. Grundsolide, stimmige Heavy Metal Platte, vor allem der Gesang gefällt mir richtig gut.

T.F. Sehr klassischer 80er-Heavy-Metal. Gar nicht mal übel, vor allem instrumental, aber auch schon zig Mal gehört und mit dem Gesang werde ich irgendwie nicht warm. Satt und druckvoll produziert, die Maiden-/Priest-/Iced Earth-Fraktion könnte hiermit durchaus glücklich werden.

Sisyphean – Illusions Of Eternity

C.T.: Hat ein paar schöne Effekte,  aber so ganz ausgereift scheint es mir noch nicht.

K.K.: Black/Death Metal aus Litauen mit atmosphärischer Tiefe. Gefällt mir auf Anhieb. Muss ich öfter hören, glaube ich.

K.W.: Gefällt mir gut, was im Black Metal ja nicht so oft vorkommt. Für son‘ richtiges Highlight reicht‘s nicht, aber das ist schon recht amtlich.

P.S.:  Netter, melodischer Black Metal mit ansprechender Atmosphäre.

M.K.:  Bringt nichts neues und selbst altbewährtes ist nur mittelmäßig dargestellt. Es ist schwer heraus zu stechen, aber selbst für die große Masse reicht es hier leider nicht.

C.S.: Dieses Debüt darf alt, roh und ungeschliffen klingen, für die Herbststimmung genau die richtige Atmosphäre!

O.S.: Ziemlich starkes Teil mit geilem Cover. Aus meiner Sicht müssten sie sich aber für Black oder Death entscheiden. Das Album wirkt mitunter sehr zwiegespalten.

S.B.: Generischer Black Metal, nicht super, aber auch nicht scheiße.

T.W. Black Metal ist halt einfach nicht mein Genre, daran können auch Sisyphean nichts ändern. Zugute muss ich ihnen halten, dass sich auf der Scheibe einige gelungene Riffs finden und mir das Ganze weniger auf den Geist geht, als es bei Black Metal sonst der Fall ist.

T.F. Böser Bastard aus Black- und Death-Metal, mal holzend, gerne aber auch langsam-schlurfend unterwegs. Atmosphärisch durchaus ansprechend, aber musikalisch und in der Gesamtheit packt mich das Album irgendwie nicht.

Braindamage – Mind Crimes

C.T.: Knallt ganz schön, hat was gutes, thrashiges, auch ein bissel groove… jetzt müsste es einen nur noch umwalzen.

K.K.: Gut gemachter (Power) Thrash Metal aus Deutschland. Kann begeistern, obwohl einem das alles irgendwie bekannt vorkommt.

K.W.: Solide Power-Thrash Kante. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

P.S.: Gutklassiger Power Thrash, der an die Zeit von `88 bis `91 erinnert.

M.K.: Power Thrash trifft es gut. Zieht gut nach vorne und hat entspannende Momente, welche aber zu sehr in die Länge gezogen sind. Der Sänger versucht vieles zu imitieren, vielleicht zu viel.

C.S.: Thrash mit einem Hauch von Progressivität, der in gute alte Zeiten passen würde, solide und strukturiert und mit interessanten abwechslungsreichen Passagen. An manch einer Stelle findet man Songs (Bed of Prokrustes), die sogar sehr eingängig sind, mich aber immer wieder an andere Bands erinnern.

O.S.: Die 80er/90er sind zurück und das mit stampfenden, allerdings recht eintönigen Rhythmen. Mal ganz lustig, aber nichts Tiefergehendes.

S.B.: Ziemlich harmonischer „Happy Thrash“ mit Pantera als Sound-Vorbild…nur hier bleibt’s deutlich zahnloser.

T.W. Man hört immer wieder interessante Ansätze raus, insgesamt klingt es aber etwas halbgar und unmotiviert. Reißt mich nicht vom Hocker.

T.F.: Während man in der ersten Albumhälfte denkt, dass da jemand die guten alten Metallica- und Exodus-Alben gehört hat, folgt auf einmal ein Bruch und die zweite Hälfte des Albums weist viel stärkere Power-Metal-Einflüsse vor allem im Gesang auf und ist insgesamt deutlich schwächer. Schade, denn bis zu diesem Schwenk macht das Album durchaus viel Spaß!

Neorhythm – Zetetic

C.T.: Was denn daran Cosmic? Eher Countdown to Zero für mich

K.K.: Nein, danke! Eingängig, groovig, etwas Djent mit einer großen Portion Core. Bestimmt nicht schlecht gemacht – trifft meinen Geschmack aber gar nicht.

K.W.: Neoirgendwas. Achja heißt ja auch so. Wird sowohl instrumental als auch vocaltechnisch leider schnell langweilig.

P.S.: Hat gelegentlich ein bisschen was von Fear Factory. Nicht so mein Ding, kann man aber durchaus hören

M.K.:  Beginnt verheißungsvoll, anschließend erwartet man etwas mehr Abwechslung und spätestens bei Song 4 hat man alles gehört.

C.S.: Mir fehlt da die Abwechslung, vor allem der Gesang klingt immer gleich. Breakdowns und durchaus interessante Passagen halten dann doch etwas Spannung aufrecht.

O.S.: Ein wenig zu viel Mainstream-Rumgedjente wird hier abgeliefert. Wenn die Jazz- und Math-Elemente noch mehr hervorkommen würden → Bombenplatte. So bleibt sei nicht hängen.

S.B.: Was soll ich denn dazu sagen? Erster Gedanke: Meshuggah in schlimm. Zweiter Gedanke: Was anderes hören.

T.W. Handwerklich gut gemacht, die Produktion ist tadellos, aber die Musik ist mir persönlich zu vertrackt und abgedreht, dazu finde ich keinen Zugang.

T.F. Nu Metal trifft Meshuggah in langsam und das nennt man dann „Cosmic Metal“. Naja. Ein Song lang halbwegs interessant, auf Albumlänge sehr eintönig.

Kapala – Infest Cesspool

C.T.: Oh je, das ist wirklich nicht schön, egal wie man es betrachtet.

K.K.: Die Band kommt aus Indien. Damit wären die interessanten Aspekte der EP auch schon erwähnt. Der unterirdische Sound geht gar nicht.

K.W.: Nee. Egal woher man aus der Welt kommt, sowas hier kann man lokal für seine Kumpels aufnehmen, aber für „an die Öffentlichkeit“, sollte man doch eine Form der Aufnahme wählen, die diesem Begriff gerecht wird.

P.S.: Sorry, das ist mir echt zuuu stumpf und matschig…

M.K.:  Da wird man nostalgisch. Jeder, der mal in einer Band gespielt hat, weiß wie es sich anfühlt, die eigenen Stücke in dieser Qualität wieder zu erkennen. Für die nächste Aufnahme, empfehle ich den Kassettenrekorder eher auf den Boden und nicht an die Decke zu stellen.

C.S.: Ohje, was haben die in ihrem Tee gehabt? Besteckkasten trifft knarzende alte Türen. Ziemlich gruslig und nicht empfehlenswert, wenn dir dein Gehör lieb und teuer ist!

O.S.: Warum nur tut man seinen Fans so ein mieses Soundgewand an? Möchte Kapala damit ein Statement setzen? Die zwei Punkte gibt es auch nur für das zu erahnende Können.

S.B.: Indien muss echt krass sein, wenn da so was her kommt. Dafür bin ich nicht hart genug…Krachgewitter, Chaos im Sound-Hechsler. Zurück in die Sickergrube, bitte.

T.W. Bei einer derart unterirdischen Produktion fällt es schwer, genug herauszuhören, um sich ein differenziertes Urteil zu bilden. Das was man hört klingt aber nach langweiligem, uninspiriertem Black Metal. Da hilft auch der Exotenstatus nicht mehr.

T.F. Unterirdisch produzierter War-Black-Metal-Müll. Oder der Nachbar hatte lautstark Durchfall. Nein danke!

 

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