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Kreuzfeuer Mai 2018

1 Mai 2018

Es ist mal wieder der 1. eines Monats, das heißt Zeit für’s Kreuzfeuer. Von Pagan- bis Death, von Prog- bis Black-Metal war wieder alles dabei und jeder Schreiber gab seine Bewertung ab. Unterstützt wurden wir in diesem Monat von Didi, bekannt als Drummer von Betalmand. Folgende Bands stellen sich in diesem Monat dem Kreuzfeuer: Темнолесье, Deathkin, Exarsis, Godwatt, Pile Of Excrements, Sleep In Heads und Warfist / Exidium.

Und gewonnen hat: Deathkin

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Kommentare zu den jeweiligen Alben lesen und per Klick auf die Bandcamp-Seiten gelangen. Viel Spaß!

Deathkin – Kohti Kotiani Kaaosta

C.T.: Okay, wirklich schöner Black Metal ohne viel Gedudel, ein bisschen Windir mit drin, nur Finnisch wirkt manchmal leider nicht böse 😉

K.W.: Was für ein Brett. Ich bin ja nicht ganz so Black-Metal Affin, aber das hier ist einfach eine Walze! Da kannste nicht meckern.

P.S.: Nicht übel, aber auch nicht wirklich mitreißend…

M.B.: Vielleicht liegt es an dem sonnigen Wetter draußen, aber es gibt nur schlichte drei Punkte. Einzelne Songs sind durchaus gut, verschwimmen aber auf dem Album zu einer Masse.

O.S.: Reiht sich in die Bands wie Vreid und ähnliche ein. Sie schaffen es durch den starken Klargesang aber deutlich hervorzustechen. Und die Texte in Muttersprache machen Gänsehaut, auch wenn man sie nicht versteht.

M.K.: Es zieht einen immer tiefer rein. Bei den ersten Tönen wirkt es noch zu aufgeräumt, aber von Passage zu Passage fängt es einen ein. Sehr gut gelungene tragende Melodien, überzeugender Gesang, richtig feines Teil.

C.W.: Interessantes Chaos, vor allem auf gesanglicher Ebene. Allerdings lässt dieser Umstand das Zuhören auf die Dauer ziemlich anstrengend werden. Würd‘ ich gern mal live sehen.

S.B.: Melopathetischer Black/Death mit tollen Melodien, manchmal zwar ein bisschen langatmig geraten, dafür aber mit abwechslungsreichem Gesang, hinterlässt Eindruck.

C.S.: Feinster atmosphärischer Black Metal, der mir auf Anhieb zusagt.

Didi: Von der Pandafraktion holt mich inzwischen eher seltener was ab. Vielleicht gehen wir keine Pferde klauen, aber ich musste beim ersten Song erst mal lauter machen. Straighter Black Metal, der mehr kann als stumpfes geschwarte.

Godwatt – Necropolis

C.T.: Okay, Doom… auf italienisch … mit Theremin … hat irgendwie was. Groovt auch, nicht schlecht.

K.W.: Stoner Rock / Doom den man sich durchaus anhören kann. Groovt ganz anständig

P.S.: Hörenswerter Doom mit italienischen Texten. Einfach nur saugeil!!!

M.B.: Stoner Doom, der an allen Ecken und Enden groovt. Leider passen die meist gepressten Vocals nicht sonderlich gut dazu.

O.S.: Kurzweilige Doomplatte mit definiertem und trotzdem rotzigem Sound. Läuft gut durch, schafft es aber nicht zu fesseln.

M.K.: Anerkennung, ein Genre welches mich sonst überhaupt nicht reizt, interessant zu halten.

C.W.: Stoniger Doom? Find‘ ich gut, denn dadurch kriegt das ganze einen gewissen Pepp und hält davon ab, binnen kürzester Zeit nach der erlösenden Waffe greifen zu wollen. Wird allerdings auch schnell eintönig.

S.B.: Cathedral auf italienisch, so klingt das Ganze. Früher hieß das Doom, heute wohl eher Stoner, für Doom aber auch beinahe zu fröhlich, aber das war bei Cathedral auch schon so. Und das war gut so.

C.S.: Fängt sehr mächtig an, hat aber ab und an Schwächen, doch die italienische Muttersprache, wird honoriert.

Didi: Ich dachte erst, jetzt kommt Doom. Aber dann war’s doch Stoner. Nicht zu verfrickelt, eher straight. Das ging dann ganz gut durch.

Exarsis – New War Order

C.T.: Als würde King Diamond plötzlich im Thrash machen ^^ Eigentlich ganz solide, nur eben auch nichts besonderes. Da ich mich aber dabei erwischt habe, wie ich fast mitbangen wollte, gibt es ’nen Punkt extra 🙂

K.W.: Klassischer bay-area influenced Thrash Metal. Vocals gewöhnungsbedürftig aber irgendwie auch ganz cool dieses hohe Gekeife ^^

P.S.: Netter Retro-Thrash, eher amerikanisch als europäisch. Geht voll klar, ragt aus dem aktuellen Thrash-Wust aber kaum heraus.

M.B.: Thrash Metal für die Aluhut-Fraktion? Es ist mehr als begrüßenswert politische und anti-autoritäre Texte zu schreiben, warum münzt man dann aber alles Übel in der Welt auf eine „jüdische Weltverschwörung“? Ich halte das für dumm und geschmacklos!

O.S.: Die Musik ist angenehm und lädt zum Mitwippen ein. Aber diese Stimme macht alles zunichte. Solcher Gesang ist einfach nichts für mich.

M.K.: Konsequent treibende Nummer, stets nach vorne, niemals ausruhen. Erste und einzige kurze Verschnaufpause ist der 6. Song, welcher lediglich ein Mosher-Interlude darstellt. Beeindruckend wer das die ganze Zeit im Pit schafft, ich habe Nackenschmerzen nur durchs Hören…

C.W.: Ich halte persönlich ja nicht allzu viel von Trash, aber angesichts der hier gebotenen Virtuosität in puncto Instrumente, Gesang und Komposition kann ich nicht anders, als meinen imaginären Hut zu ziehen!

S.B.: Hochgeschwindigkeits-Thrash, der ganz klar den Ami-Vorbildern huldigt, bisschen hektisch, und ohne die Sangessirene könnt ich’s mir deutlich öfter anhören.

C.S.: Die machen ganz schön Laune, die Vocals sind so wunderbar hoch, das Gläser zerbersten könnten, herrlich!

Didi: Thrash mit viel thrashigem Geschrei. Auch nicht meine Welt. Aber ihre Instrumente nehmen sie ernst.

Warfist /Exidium – Laws Of Perversion & Filth

C.T.: Joar, schönes Black-Thrash-Split, ich mag den räudigen Sound bei Warfist, auch wenn da sicher wieder einige nörgeln werden.

K.W.: Exidium sind hier eindeutig die besseren dieser Split. Warfist rumpeln mir zu sehr wie Venom in den 80ern. Auch vom Sound her.  Exidium liefern aber recht geilen Thrash. Warfist -2 und Exidium 4 = ergibt 3 Punkte im Schnitt.

P.S.: Warfist: Stumpfes Geprügel für alle, denen Sodom und Kreator mittlerweile viiiel zu proggy sind. Excidium: Erinnert mich teilweise an die geradlinigen, punkigen Auf-die-Fresse-Stücke von Impaled Nazarene. Auch hier gibt’s einige Early-Sodom-Gedächtnis-Parts.

M.B.: Der Warfist-Part weiß nicht so wirklich zu zünden. Der zweite Teil von Excidium gefällt mir da deutlich besser.

O.S.: WARFIST ballern mit ihrer Mischung aus Black und Thrash ordentlich nach vorne, sind dabei aber recht einfallslos. EXCIDIUMs Part ist etwas sauberer produziert, technisch bewegen sie sich aber auf dem gleichen Level. Macht kurzzeitig Spaß, mehr aber auch nicht.

M.K.: Gepolter mit ein wenig mehr Finesse bei Excidium. Beide Projekte tun sich aber nicht viel..

C.W.: Beide Bands sind überaus anstrengend und enervierend; passen insofern gut zusammen. Wenn ich wählen müsste, würde ich mich für Excidium entscheiden, weil die noch ein bisschen punkig angehaucht daherkommen.

S.B.: Ziemlich coole Oldschool-Black-Thrash-Rumpel-Split, wobei mir Excidium da deutlich besser gefallen, einfach passender vom Klang. Warfist klingt zu sauber.

C.S.: Thrash der rohen Sorte, ein Split der beiden polnischen Bands, wobei mich Excidium doch mehr überzeugen können.

Didi: Das geht schon nach vorn. Leider ist die Warfist Aufnahme recht dünn. Excidium drückt dafür und packt den Knüppel aus. Muss ich mir merken

Sleep In Heads – On The Air

C.T.: Enya macht jetzt Prog? Ach nee doch nicht, könnte man aber denken beim ersten Song. Stimmlich okay, ist mir aber zu lasch

K.W.: Avantgarde Prog … ziemlich Poppig zudem noch produziert. Absolut nicht meins, aber im Grunde durchaus Akzeptabel.

P.S.: Zum Träumen und Wegdriften – Schön!

M.B.: Schön träumerisch, aber ohne Biss. Schade, da hätte ich mehr erwartet!

O.S.: Auch wenn es mitunter ein wenig metallischer wird, ist mir das echt zu seicht und gereicht nur als Hintergrundmusik, auf die man sich nicht konzentrieren braucht.

M.K.: Sehr „DTP-esk“, mit einer ausreichenden Eigenständigkeit, Drums sind hervorzuheben. Das Album wächst, bis man sich spätestens zum vierten Song hat einfangen lassen.

C.W.: Schöne Musik mit progressive Einschlag, aber doch für den klassischen Undergrounder wahrscheinlich doch zu weichgespült, da sie durchaus auch den durchschnittlichen (Rock-) Radiohörer ansprechen könnte.

S.B.: Puh…also das ist alles bestimmt nicht schlecht, aber hat in meinen Augen nur in manchen Momenten Berührungspunkte zu Metal, das ist eher Art-Rock oder so, na ja, was soll’s, gut gemacht isses ja.

C.S.: Das ist glatte Weichspülmusik von der Sorte, die ich unmöglich dauerhaft ertragen kann und möchte.

Didi: Sehr atmosphärisch – klingt musikalisch ganz cool. Aus dem Genre hab ich lang nix mehr gehört. Allerdings knicke ich dann beim Gesang wieder ein.

Pile Of Excrements – Escatology

C.T.: Erstaunlicher Weise gibt es Momente, die mir darauf durchaus gefallen. Mag wahrscheinlich am Tempo liegen. Gesang klingt nur manchmal etwas besoffen so ala uääähhhh… rülps, für die Dauer dann doch too much.

K.W.: Death Metal mit anständiger Old School Kante, Riffing teils 90er jahre Thrash Style.

Auf Dauer nix weltbewegendes, aber für zwischendrin ganz guter Nostalgie Faktor

P.S.: Gääääähn…

M.B.: Songtitel, bei denen man nicht weiß ob man lachen oder weinen soll und musikalisch gibt’s für mich auch nicht viel her!

O.S.: Das ist mal ein kurzweiliges Vergnügen. 40 Minuten spaßiger, sowohl oldschooliger, wie einfallsreicher Death Metal. Es fehlt leider irgendetwas für mich undefinierbares, das den Funken zum Überspringen treiben würde.

M.K.: Old School Death, plus eine Prise Thrash, im Spaßmantel so mancher Slam und Brutalkapelle. Nettes Konzept, kommt aber überhaupt nicht an.

C.W.: Kein kompletter Griff ins Klo, aber schon ein ziemlicher Haufen Scheiße 😀

S.B.: Yeah, Shitfun-Death Metal allerbester Autopsy-Manier, in aller Kürze möglichst viel Fäkalthematik in polternde Form gebracht. Kurzweilig aber auch schnell eintönig.

C.S.: Wer es ungeschliffen und roh mit einer gehörigen Portion von uraltem Oldschool mag, der sollte unbedingt mal reinhören!

Didi: Nettes gepolter. Erinnert mich irgendwie durch den Namen an Grindcore. Und der Gesang ist auch recht Death Metal untypisch. Lässt sich gut nebenbei anhören und macht auch gute Laune.

Темнолесье- Сказания

C.T.: Arkona, weniger Mainstream, am Anfang des Albums überwiegt der Folkanteil, dann wird es ein bisschen mehr Black Metal. Könnte eine bessere Produktion vertragen, für die Ideen gibt es aber ein paar Extrapunkte.

K.W.: Ich sag mal „interessant“. Technisch absolut top, auch wenn mir persönlich etwas zu „Progressiv“, weil auf Dauer etwas anstrengend.

P.S.: Echt nicht mein Ding, aber für Fans dieser Stilrichtung eventuell interessant.

M.B.: Gääähn, von den osteuropäischen Folk/Pagan-Bands, die jetzt gerade zu hier rüberschwappen sicherlich eine der Langweiligsten und überhaupt: Wo sind da die Folk-Instrumente, die die Mitglieder so stolz ins Bild halten? Auf dem Album ist davon nüscht zu hören!

O.S.: Pagan Folk Metal ohne kitschig zu sein. Gefällt mir sehr gut, da es divers und doch homogen ist. Und zum Glück wird auf Abgeschmacktes verzichtet.

M.K.: Ein wenig simpel gestrickt; Aber eingängig und genretreu plus gelegentlichen Black Einflüssen. Leider baut das Album von Song zu Song immer mehr ab.

C.W.: Auch wenn der Markt mittlerweile fast gesättigt zu sein scheint: ich mag russischen Folk Metal. Der männliche Gesang könnte indes noch etwas mehr Variation vertragen.

S.B.: Keine Ahnung wie man das ausspricht…macht aber nix, bei dem insgesamt dünnen Folk-Gedudel mit auch noch die Nerven belastendem Frauen-„Gesang“ wird ich eh nicht noch mal danach suchen…

C.S.: Zieht sich ziemlich hin und wird schnell anstrengend. Nur für Freunde der russischen Folkmusik.

Didi: Das ist gar nicht meins. Vom Klang her eine Mischung aus Eisregen und Oper.

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