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Kreuzfeuer Juli 2018 (Death-Metal-Special)

1 Juli 2018

Passend zur WM gibt es bei uns in dieser Kreuzfeuer-Ausgabe auch einen Mini-Kampf der Länder. Es ist mal wieder Zeit für ein Special, diesmal ist Death-Metal an der Reihe. Je ein Album wurde für ein Land ausgewählt und so standen sich diesmal Cadaver Putrefacto (Argentinien), Corrosive (Deutschland), Kremlin (Polen – okay eigentlich Kanada, aber unter polnischem Label veröffentlicht, lassen wir mal so gelten ;)), Pestilence (Niederlande), Satanic (Kanada), Torture Squad (Brasilien) und Vomitile (Zypern) gegenüber. Unterstützt wurden wir in diesem Monat von Stephan Weimar, Gitarrist und Sänger bei Fragments of Unbecoming.

Und gewonnen hat: Corrosive!

Im weiteren Verlauf gelangt ihr über die Links zu den jeweiligen Bandcamp-Seiten und könnt zu dem die einzelnen Kommentare lesen. Viel Spaß dabei!

Corrosive – Lucifer Gave The Faith

C.T.: . Auch wenn mir die Stimme an manchen Stellen nervig erscheint, so passt das ganz gut. Könnte mir vorstellen, mir das live anzuschauen ^^

K.K.: Das Album ist eine abwechslungsreiche und wuchtige Death Metal Dampfwalze ohne Lückenfüller, die seit der Veröffentlichung schon etliche Runden in meinem Player gedreht hat. Mein Favorit ist „My need to kill“

P.S.: Gefällt mir! Schön brutal, dabei aber immer nachvollziehbar.

M.B.: Hier kann ich zumindest nachvollziehen warum Leute das Album gut finden

M.K.: Ein buntes Potpourri, man hört von Obituary über SYL bis hin zu Benediction alles raus. Der Kopf schwingt sich kräftig hierzu ein und nichts wirkt wie eine Kopie. Eine eigenständige Interpretation der letzten Jahrzehnte. Echt gelungen.

C.W.: Was lange währt, wird endlich gut: Corrosive überzeugen hier mit einem überaus kraftvollen und vielseitigen Album, welches sich deutlich von dem ganzen 08/15-Schund da draußen abhebt.

O.S: Die minimalen Anleihen von Kataklysm und auch Illdisposed sind nun wirklich nicht zu überhören. Teils ein wenig zu gewollt chaotisch, ansonsten sehr solide.

M.S.: Die Härte und das Tempo sind klasse, Vocals sind geil….stimmt alles!

S.W.: Das hier ist schon eher meine Baustelle.Leichter schwedischer Einschlag bei den Gitarren und ein gut ausgewogener fetter Sound, ohne klinisch zu klingen. Abwechslungsreicher Death Metal der mehrere Spielarten dieses Genres beinhaltet.Gefällt mir richtig gut. Anspieltipp:At The Devils Door

Vomitile – Pure Eternal Hate

C.T.: Gefällt mir in dieser Runde am Besten. Vermutlich durch die doch hin und wieder melodischen Momente, aber wenn man es bei mir mit Death Metal schafft, dass ich sage, die Scheibe höre ich mir freiwillig nochmal an, dann hat man vieles richtig gemacht^^

K.K.: Der Albumtitel „Pure Eternal Hate“ ist hier Programm! Brutale und dennoch abwechslungsreiche Death Metal Abrissbirne!

P.S.: Nicht schlecht, aber etwas gleichförmig.

M.B.: Der Albumtitel ist Programm – entweder man liebt es oder man hasst es.

M.K.: Solide Nummer, die es diesen Monat nur sehr schwer hat. In einer „regulären“ Runde hätte es deutlich leichter für sie sein können.

C.W.: Sehr eingängige Riffs, zum Teil in überaus gemäßigtem Tempo, gepaart mit schnellen Soli und starken Vocals: die Death-Metal-Gemeinde sollte Augen und Ohren mal aufmerksam gen Zypern richten!

O.S.: Es muss nicht immer Höchsttempo sein um Druck zu erzeugen. Die Jungs machen alles richtig. Fetter Sound, geile Riffs, super Spannungsbogen.

M.S.: Die Herren aus Zypern treffen ganz klar meinen Hörnerv mit Tempo, Härte und den brachialen Vocals.

S.W.: Solider Death-Metal der mich jetzt nicht unbedingt vom Hocker reißt.Klingt alles zu sehr gewöhnlich, ohne wirkliche Höhepunkte. Ihre Stärken haben die Zyprioten wenn Sie sich in groovigen Gefilden bewegen. Anspieltipp: HateField

Torture Squad – Far Beyond Existence

C.T.: Hm doch, hat was… muss mich vermutlich noch 3 Durchläufe weiter durchkämpfen und ein Favorit wird es nie, aber ist zumindest etwas deathiges, das durchaus interessante Punkte hat, z.b. der weibliche Gesang mit mythischem Einschlag an manchen Stellen.

K.K.: Seit Anfang der 90er knüppeln die schlagkräftigen Brasilianer als gäbe es kein Morgen. Ihr Death/Thrash Metal geht sofort ins Ohr und gehört zu der Art von Musik, die live immer funktioniert. Macht Spaß die Scheibe!

P.S.: Ich mag meinen Death Metal eingängig, deshalb sagt mir das hier grundsätzlich zu. Zu den Spitzenreitern in diesem Sektor ist es qualitativ aber noch ein weiter Weg.

M.B.: Okay, hier haben wir also mal interessante Mucke! Aggressiv, mit schönen Riffs und düsteren Atmosphäre – und sogar melodisch wird’s hier und da auch.

M.K.: Rotzig und groovig, richtig gut. Blood Sacrifice erschrickt im Intro. Am Ende waren es dann zu viele Songs.

C.W.: In musikalischer Hinsicht recht abwechslungsreich und fett, aber wie so oft bringt mich der Gesang über weite Strecken auf die Palme.

O.S.: Ein starkes Stück thrashigen Death Metals bringen die Brasilianer hier raus. So lange dabei und doch noch nicht satt.

M.S.: Coole Vocals, geiler Bass….Riffs kommen auch gut.

S.W.: Das hier klingt mir mehr nach Thrash als Death-Metal,von den Blastbeats mal abgesehen. Sind einige gute Ansätze dabei,aber so richtig zünden möchten Ihre Songs bei mir nicht.

Pestilence – Hadeon

C.T.: . Dachte erst jetzt kommt Thrash. Aber nee mischt sich auch mit Groove, manche Passagen gefallen mir, aber ganz überzeugt bin ich nicht.

K.K.: Pestilence sind zurück und klingen wieder mehr wie in den 90ern. Schöne Scheibe mit gewohnt interessanter Gitarrenarbeit. Gefällt mir!

P.S.: Die ersten drei Pestilence-Alben sind schöne Jugenderinnerungen. Das hier ist aber auch nicht übel. Auf jeden Fall weniger anstrengend als die „Spheres“.

M.B.: Sicherlich das abwechslungsreiche Album dieser Kreuzfeuer-Runde. Ich kann mit der Musik trotzdem nichts anfangen.

M.K.: Zeigen, warum sie Vorreiter für so viele Subgenres waren. Während man durchhört, fällt einem auf, wie viele sich von dieser Band haben beeinflussen lassen, um dann in eine eigene Richtung zu gehen.

C.W.: Einerseits mag ich die minimalistischen Mittel und die hervorragende Gitarrenarbeit, mit der hier ganz passable Musik erzeugt wird; andererseits entpuppt sich der Gesang ein weiteres Mal als Schwachstelle. Immerhin ist dadurch aber mehr vom Text zu verstehen.

O.S.: Ihre früheren Progressive Spielereien können sie auch hier nicht leugnen. Es klingt über die gesamte Spielzeit ein bisschen gelangweilt und als ob sie nicht alles aus sich rausholen (wollen).

M.S.: Aha! Die Altmeister sind zurück….reißt mich trotz allem nicht vom Hocker, auch eher durchschnittlich.

S.W.: Ich kann mir nicht helfen,die Qualität der großartigen „Testimony of The Ancients“ Scheibe haben Pestilence nie wieder erreicht.Teilweise sind richtig geile Riffs dabei,werden aber immer wieder von den schrägen und sehr nervigen „Spheres“-mäßigen Passagen unterbrochen. Klingt mir nach dem Versuch krampfhaft „anders“ klingen zu wollen.Überlasst die schrägen Riffs lieber Gorguts,die kriegen das besser hin. Anspieltipp: Timeless

Cadaver Putrefacto – La Maldicion del Zombi Errante

C.T.: Also den Einstieg fand ich schon mal nett, langsames Hinführen zu den Songs. Insgesamt zu monoton , aber durchaus machbar. Mir zu viel Gegrunze… das ist echt too much.

K.K.: Solider Death Metal, der gut gemacht ist und wenig herausragende Momente bietet.

P.S.: Cannibal Corpse für Kassenpatienten! Finde ich in kleinen, kontrollierten Dosen ziemlich spaßig. Daumen hoch für die Argentinier!

M.B.: Nicht zu wuchtiger Sound, das macht es zumindest ein bisschen leichter die Musik zu ertragen.

M.K.: Man braucht eine Weile, bis man sich reinhört, aber dann ist es eine nette Scheibe der alten Cannibal Corpse Schule.

C.W.: Puristisches und geradlinigies Gekloppe, was sehr schnell ermüdend wirkt, da es hier, abgesehen von gelegentlichen rabiateren Tempowechseln und ein paar Soli, keinerlei Abwechslung gibt.

O.S.: Ganz besonders Old School, dabei aber schön variabel. Der Sound roh und trotzdem ausreichend präzise. I like very mucho. Gracias!

M.S.: Alles ziemlich mittelmäßig…Gehämmer, Gegruntze, monotone Riffs….

S.W.: Die Jungs sind wohl große Fans von Cannibal Corpse,ist nicht zu überhören. Machen Ihre Sache aber trotzdem gut,spielerisch einwandfrei.Könnten noch versuchen etwas eigenständiger zu werden, da es mit Cannabis Corpse schon eine sehr gute CC Copie gibt. Anspieltipp: Gerontofilia

Satanic – Architecture Of Chaos

C.T.: . Rumpelt ganz schön, hat was Old Schooliges und macht mir sogar Spaß zu hören

K.K.: Der Death/Thrash von Satanic hat zwar seine Momente, kommt aber meist nicht über gutes Mittelmaß hinaus und ist damit ähnlich einfallsreich wie der Bandname. Nicht schlecht mit Luft nach oben.

P.S.: So was kann ich mir ab zu mal anhören, um die Sau rauszulassen. Ist eher was für `ne zünftige Metal-Party als für den Genuss daheim im stillen Kämmerlein.

M.B.: Beginnt gut, lässt dann aber stark nach.

M.K.: Das Gegenteil von gut gedacht ist… Leider fehlt es gänzlich an Präzision und so rumpelt das ganze vor sich hin. Da täuscht auch kein HM-2 drüber hinweg. Die Stimme weiß ebenfalls nicht zu überzeugen.

C.W.: Die Aufnahmen scheinen nicht sonderlich professionell zusammengeschustert zu sein, was dazu führt, dass partiell erkennbare gute Ansätze nicht nur durch den grottigen Gesang, sondern auch durch den Schnipselsound ruiniert werden.

O.S.: Arg thrashiges Rumgeholze, das ganz schön holpert. Die Jungs dürfen gern noch ein wenig üben und schauen, in welche Richtung sie denn nun wollen. Thrash oder Death? Unausgegoren.

M.S.: Überzeugt mich nicht wirklich…klingt für mich eher nach organisiertem Chaos.

S.W.: So richtig nach Death-Metal klingt diese Band für mich auch nicht.Was auffällt ist, dass die Gitarrenfraktion doch einige Male ziemlich neben dran ist….oder ist es vielleicht doch der Drummer….oder Beide…..

Kremlin – Decimation Of The Elites

C.T.: . Auch wenn es ganz gut klingt, aber insgesamt passiert mir zu wenig.+

K.K.: Die Kanadier überzeugen mit schwedisch geprägtem Old School Death Metal. Gelungenes Album mit düsterer Atmosphäre!

P.S.: Lässt mich irgendwie ziemlich kalt. Die Vocals sind auch nicht so richtig geil.

M.B.: Die Musik macht mich aggressiv und nicht im positivem Sinne!

M.K.: Trifft den Nerv der Zeit, aber leider nicht meinen. Nach ein paar Songs sehr ermüdend.

C.W.: Sehr schön krustig, hat was…aber live sicher auch wesentlich angenehmer als auf Platte.

O.S.: Diesen schnarrigen Sound kann man mögen, muss man aber nicht. Mir verschleiert er zu viel, was KREMLIN eigentlich nicht nötig hat. Schöne Riffs mit variablem Schalgzeugspiel und rotzigem Gesang.

M.S.: Ein bisschen zu viel Gehämmer. Die Vocals sind ok, aber der Sound einfach zu flach…

S.W.: Cooler Oldschool Death-Metal mit einem Sänger der mehr als einmal nach Martin van Drunen klingt. Der ranzige Gitarrensound wird leider vom schrecklich klinischen Drumsound in Mitleidenschaft gezogen. Denke mal hier wurde ein E-Drum oder fürchterlich schlechte Samples verwendet.Schade eigentlich,gefällt mir ganz gut. Anspieltipp: At War

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