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Kreuzfeuer Januar 2017

1 Januar 2017

kreuzfeuerDas Kreuzfeuer ist wohlbehalten im neuen Jahr angekommen und geht in eine neue Runde. Die Regeln sind nach wie vor gleich: Jeder Schreiber sollte sich das Album ein Mal anhören und danach seine Meinung in einem Satz formulieren und Punkte vergeben. In dieser Ausgabe wurden wir dabei von Raven Tongue, Sänger bei Mytherine, unterstützt. Diesen Monat wurden dabei die Black Metaller Angelcide, die Brutal-Death-Metaller Devast, das Post-Prog-Projekt Obscure Sphinx, die japanischen Heavy Metaller Solitude, die Symphonic-Black-Metaller The Devils Music, die Thrasher Tragic Cause und die Viking Metaller Uburen genauer unter die Lupe genommen.

Und gewonnen hat: Solitude!Screenshot 2017-01-01 18.45.37

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Wertungen und Meinungen nachlesen und wenn ihr auf die Bandnamen klickt, dann werdet ihr zur jeweiligen Bandcamp- oder Webseite weitergeleitet. Viel Spaß 🙂

Solitude – Reach For The Sky

C.T.: Das ist doch mal ’ne schöne runde Heavy-Metal-Scheibe und dann noch aus Japan, verrückt!
K.W.: 0815 Heavy Metal. Nicht schlecht, aber auch nix besonderes. Vergisst man auch wieder.
M.B.: Starker Motörhead-Einfluss, klingt aber dennoch eigenständig und schön druckvoll!
K.Z.: Der Sound ist ziemlich dumpf und verwaschen und generell ist das Ganze nach dem 0815-Prinzip zusammengeklöppelt, dennoch ist das Album recht eingängig.
M.K.: Heaaavyyyyy Metaaaalllllll…. Yiehaaa. Gefällig, eingängig aber nicht langweilig. Und genau die richtige Menge Gesang, also wenig.
S.C.: Sehr erfrischend und macht Spaß beim Zuhören. Das Album wirkt durchdacht und man legt Wert auf Abwechslung ohne dabei zu verspielt zu wirken.
C.W.: Solider Heavy Metal aus Japan, der einem die Eier zur Abwechslung mal nicht in den Schraubstock spannt.
C.S.: Schöne Scheibe der Japaner, die sich immer mehr steigert.
R.T: Von Hardrock über Heavy und Thrash bishin zu Death Metal-Passagen ist alles vertreten. Stimmlich Geschmackssache, musikalisch top!

Obscure Sphinx – Epitaphs

C.T.: Bei einer Seminararbeit würde jetzt stehen: „ Leider am Thema vorbei!“
K.W.: Intellektuellen Ambient Irgendwas Doom Metal oder weiß der Geier. Ich schlaf gleich ein.
M.B.: Eine wahre Post-Perle und definitiv mein Favorit aus dieser Kreuzfeuer-Runde!
K.Z.: Definitiv stimmungsabhängige sowie spezielle Charaktermusik, die hier durch die Gehörgänge rauscht und obwohl der weibliche Gesang zuweilen unangenehm stark in die Core-Richtung wandert, macht gerade die Vokalistin Obscure Sphinx noch interessanter.
M.K.: Man will es mögen, es sind ja gute Ideen drin, aber am Ende ist es doch recht schlimm
S.C.: Jeder Song hat einen eigenen Charakter und nimmt den Hörer mit auf eine emotionale Reise. Trotz der individuellen Songstruktur, wirkt dieses Werk als Ganzes.
C.W.: Für diese Platte sollte man sich aufgrund ihrer Vielschichtigkeit Zeit nehmen sollte und nichts gegen Core-Gekreisch haben.
C.S.: Abwechslungsreiches episches Werk mit einer Röhre am Mikro, die mich sogar manchmal an Amy Lee erinnert – Titel 1 ist schon ein mächtig genialer Ohrwurm. Reinhören!
R.T.: Super atmosphärisch mit einer großen Portion Melancholie, die kräftig aufs Gemüt schlägt.

The Devils Music – The Devils Music

C.T.: Interessanter Mix aus Heavy Metal und sämtlichen anderen Sparten. Vor allem die Stimme ist ein Streitfaktor des Mögens, aber insgesamt gut!
K.W.: Fängt so gut an. Bei den ersten beiden Songs hätt ich glatt 4 oder gar 5 Punkte gegeben. Dann wirds leider zu sehr durcheinanander. Man wills wohl allen recht machen und verliert (s)einen Stil.
M.B.: Irgendwie schon gut gemachte Musik, aber es gibt leider keinen Song, bei dem der Funke überspringt und man sagen würde Wow dieses Lied is’n richtiger Ohrwurm.
K.Z.: Mal findet man gar keinen Zugang zur Musik, mal treffen The Devils Music genau den Nerv, was sicherlich an den vielen Einflüssen liegt, die hier verbaut werden – der Gesang nach Mainstream-Manier ist allerdings insgesamt Geschmackssache.
M.K.: Moderner grooviger Heavy, erinnert stark an Xerath, die Varianz an Sängern ist super, auch wenn mancher Song anhand der Sängerwahl scheitert.
S.C.: Daniel J. Finch führt auf eigenem Wege fort, was er mit Devilment begonnen. Er schafft es jeden Song seine ganz persönliche Note zu geben ohne die Rücksicht auf Grenzen. Ein fantastisches Klangerlebnis!
C.W.: Keine Ahnung, was genau das sein soll – aber ich find’s ziemlich langweilig.
C.S.: Hat man das Intro überstanden, so hört man ein symphonisch, technisch ausgereiftes und experimentelles Album.
R.T.: Sehr vielseitig mit Höhen und Tiefen – sowohl stimmlich, als auch musikalisch.

Uburen  – Frå døden fødes liv 

C.T.: Ich hatte im Vorfeld schon viel Gutes gehört, jedoch ist es insgesamt nur mittelprächtig und das anfängliche Viking-Intro verliert sich schnell in langweiligen Riffs.
K.W.: Ich weiß nich. Nett. Aber irgendwie nervts bisweilen.
M.B.: Das „real majestic and monumental“ Feeling was Uburen laut Presse-Text kreieren sollen, klingt leider viel zu sehr nach 0815-Schema. Nee, also da gibt’s wesentlich besseres aus der Wikinger-Sparte!
K.Z.: Angenehm chaotisch und bitterböse.
M.K.: Recht gewaltig und kompromisslos, Draugen als Gegenpol ist ein ziemliches Schmankerl. Vieles aber auch überflüssig.
S.C.: Sehr bedrohlich, der variable fiese Gesang lässt einen die Nackenhaare zu Berge stehen und dabei schneiden sich die Riffs ins Fleisch. Gefangen von der ersten bis zur letzten Sekunde!
C.W.: Unkonventioneller, böser Viking Metal, der sich sicher noch besser ins Ohr schmiegen würde, wenn die Soundfiles in solider Qualität abgeliefert worden wären.
C.S.: Schöner Blackmetal, garstiger Gesang, stimmig, sehr gut. Ich möchte sofort im Unterholz rumkrauchen un nach uralten Wurzeln suchen. 🙂
R.T.: Schwarz, kalt, aggressiv. Fans der älteren Werke von Bathory oder Ulver werden hier sicher nicht enttäuscht.

Tragic Cause – No Restraint

C.T.: Eigentlich solide, ohne irgendwelche Höhe- und Tiefpunkte, sodass man es schon fast wieder als Alltagsbrei bezeichnen kann. Dennoch ist es irgendwie okay.
K.W.: Wäre mit einem „Gefällt mir“ und 4 Punkten meine Siegerplatte in dieser Runde. Aber leider sind die vorliegenden MP3s nur halb(herzig) getaggt. Dann eben nicht.
M.B.: Trotz allem Hamburger Lokal-Patriotismus kann ich dem Album (mal abgesehen von der fetten Produktion) nicht wirklich was abgewinnen.
K.Z.: Nette Geschichte, die zum Kopfnicken einlädt, aber leider nichtssagend bleibt.
M.K.: Groovy, straight, man weiß sofort woran man ist. Stumpf ist Trumpf, funktioniert in dem Fall
S.C.: Das Album ist eines von unzähligen im Melodic Death und setzt keine Akzente.
C.W.: Geradlinig, eingängig, aber auch eintöniger Trash ohne Ecken und Kanten
C.S.: Solider Thrash mit wenig Spannung.
R.T.: Solider Thrash, der mühelos zum ausgelassenen Nackenmuskeltraining animiert!

Devast – Apocalyptic Human Extinctiton

C.T.: Ein Schwein mit ordentlich Druck, geht so!
K.W.: Im Grunde sehr feines und derbes Geprügel. Problem is nur: Ich komm da seit längerem einfach nicht mehr ran. Gehts überhaupt noch um die Musik? Oder nur noch darum wer schneller, krasser, abgefahrener drauflosmusiziert?
M.B.: Zwanzig Minuten brutales Death-Metal-Geboller. Entweder man liebt es, oder man hasst es.
K.Z.: Rumpelt, poltert und röhrt ordentlich und ist prädestinierte Livemucke, kann man mal machen!
M.K.: Feinstes Gebollere, spürbarer Spielspaß. Abzug im Gesang, und für holpernde Drums bei Cataclysmic Cycle
S.C.: Bereits das Intro lässt auf eine reudige Produktion schließen…
C.W.: Großer Respekt vor den Skills, aber mir persönlich gefällt es nicht, wenn sich alle Songs genau gleich anhören!
C.S.: Technisch einwandfreier Death Metal für hohe Ansprüche ala Suffocation, Dying Fetus und Konsorten mit schönem Slampassagen – Brutal!
R.T.: Wenn die Auslöschung der Menschheit so monoton ausfällt, bin ich raus!

Angelcide – Hunting Astray Prey

C.T.: Abgekupfert von sämtlichen Bands aus der Sparte Immortal, Inquisition und Co. und dazu ein missratener Sound und einem bescheuerten letzten Song der nur aus „Tut-Tut“ besteht– So wird das nix!
K.W.: Schlechter bis maximal mittelmäßiger Black Metal – und dann MP3s ohne Album und Bandnamen ID3 Tags. Na wenn denen ihre Musik nichma das wert ist, isses mir das auch nich.
M.B.: Nach dem Anhören dieser Platte weiß man wie dunkle Materie klingt: Nach dem Tuten einer besetzten Telefon-Leitung.
K.Z.: Bei Titeln wie „Sadistic Astral Skullfuck“ erwartet man einen gehörigen musikalischen Schlag in die Fresse und exakt das bekommt man auch – plus ein paar nette dynamische Momente
M.K.: Die Ohren bluten, aber dennoch erweckt es permanent Interesse, gutes Songwriting
S.C.: Wütendes Gekeife trifft musikalische Aggressivität, verstörendes Outro
C.W.: Streckenweise ein bisschen zu abgehackt und konfus, doch letztlich kompromissloser Black Metal der rauheren Sorte.
C.S.: Garstig roher BM, Soundtrack für dunkle und schlaflose Winternächte.
R.T: Recht solide, dunkle Klänge zwischen einem extremen Opener und einem eher sinnlos erscheinendem, letzten Track.

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