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Kreuzfeuer Dezember 2018

2 Dezember 2018

Das letzte Kreuzfeuer für dieses Jahr ist nun fertig. Wie immer wurden sieben CDs ausgewählt und dann von der Redaktion betrachtet, diesmal jedoch leider ohne Gastmusiker. In dieser Ausgabe mit dabei sind: Aornos, AxMinister, Hellfire Deathcult, In Shadows And Dust, Iomair, Lawmänner und Praise The Plague.

Und gewonnen hat: Praise The Plague!

Im weiteren Verlauf könnt ihr die einzelnen Kommentare lesen und via Klick auf die Links gelangt ihr zu den Bandcamp- oder Facebookseiten und könnt euch selber ein Bild machen. Viel Spaß!

Praise The Plague – Antagonist

C.T.: Gut gemacht, aber der Doom-Anteil macht es für mich schon wieder zu schwermütig und langatmig.

P.S.: Nicht übel, wird aber sehr schnell langweilig.

M.B.: Wunderbar düsterer Schwarz-Sludge.

M.K.: Stimmungsvoll, roh und detailiert, in sich schlüssig und nahtlos geschrieben. Mit etwas mehr Klangspektrum in den Vocals ließe sich noch mehr rausholen.

C.W.: Schöner, schwarz gefärbter Doom, der sich einer guten Portion von Black-Metal-Elementen bedient und Lust auf weitere Höreindrücke macht.

C.S.: Blackend Slugde Doom vom Feinsten! Empfehlung!

O.S.: Die musikalische Atmosphäre kann kaum noch menschens- und lebensverachtender rübergebracht werden. Sanfte und labile Gemüter sollten sich dieses Album nicht zu lange anhören!

T.W.: Ganz ansprechender Black Doom, hat mich aber nicht so wirklich gepackt. Nach einer gewissen Zeit wird’s eintönig.

T.F.: Schleppender, tiefschwarzer Doom-Black-Metal-Klumpen, düstere Grundstimmung, passt wunderbar zum November bzw. Dezember. Herrlich monoton walzende Riffs, fieses Black Metal-Gegrowl-Keife, so muss das für diese Art von Musik! Würde mir auch im Sommer perfekt die Laune vermiesen. Beide Daumen hoch!

Iomair – Iomair

C.T.: An irgendeine Band erinnern die mich, aber ich komm gerade nicht drauf. Ist wirklich ganz gut gemacht, und trotz Geige wenig nervig 😉 Aber was soll der Conga-Rhythmus beim Intro „Dance Of Eternal-Insanity“?

P.S.: Das macht Spaß. Erinnert mich an Skyclad, obwohl die Vocals ganz anders sind.

M.B.: Interessanter Mix an Genres und generell sind die mit Freude am Experimentieren dabei. Schön!

M.K.: Anfänglich zweifelnd, ob Folk mich jemals wieder einfangen kann, war ich spätestens beim dritten Song gefesselt. Härte wird immer wieder reingespritzt, und es erinnert teilweise an NeObliviscaris, auch wenn die Zielgruppe eine andere ist. Prog wird ab Song 5 sehr gut abgedeckt. Leider Abzüge in der Produktion.

C.W.: Ausgefeilter Progressive Metal ist immer auch ein Stück Herausforderung für den Hörer, die sich aber auszahlt, denn hier wird Musik in Ihrer Vielschichtigkeit auch als solche verstanden und erzeugt, wodurch sich ein ebenso vielschichtiges Auditorium dafür begeistern dürfte.

C.S.: Wer progressiven Metal mit Geigen und Klargesang nicht mag, der sei vorgewarnt, genau diese virtuose Experimentierfreude kommt hier zur Geltung, vorher bedarf es jedoch mehrerer Durchläufe. Geschmackssache!

O.S.: Starkes Debut der Kanadier. Ist eine Super-Mischung in jeglicher Hinsicht ohne verwirrend zu werden. Definitiv mehrfach hörenswert.

T.W.: Absolut krude Mischung aus allen erdenklichen Versatzstücken, ich habe wirklich nicht die geringste Ahnung wer sich sowas freiwillig anhören sollte.

T.F.: Sehr interessante Mischung aus Prog, Folk und einer Menge Death Metal mit sehr präsenten Streichern, die durchgehend wie Gitarren eingesetzt werden. Die Mischung klingt furchtbar auf dem Papier, ist aber wirklich sehr gelungen! Sehr rhythmisch, abwechslungsreich und spannend umgesetzt, hätte ich nie erwartet, klasse Album!

Aornos – The Great Scorn

C.T.: Ganz ehrlich, wäre Dimmu Borgir nur annähernd so heute, würde ich mich weniger aufregen ^^. Ziemlich coole Sache, wird gekauft!

P.S.: Nicht meine Baustelle, aber gut gemacht und gelegentlich sogar mitreißend.

M.B.: Gar nicht schlecht, aber nachdem man einmal durch ist, erinnert man sich nicht mehr an den Anfang des Albums.

M.K.: Insgesamt gut gedacht, aber doch recht monoton. Nicht zu vergleichen mit Praise The Plague diesen Monat, welche noch neue Stilmittel in dieses Genre einbringen können.

C.W.: Chaotisch, stilvoll, virtuos: mal wieder eines dieser Black-Metal-Alben, das (fast) alle Register zieht und ein vielseitiges Hörerlebnis präsentiert!

C.S.: Episch melodische Schwarzmusik zum Wegdriften an langen dunklen Winterabenden, sehr schön!

O.S.: Keine Überraschungen, aber gut gemacht. High Speed Drumming und ordentlich Geschrammel plus etwas exzentrischen Gesang machen auf jeden Fall Spaß.

T.W.: Stellenweise gefällt mir das Album eigentlich ganz gut, insgesamt aber zu wenig Abwechslung und zu viel künstlicher Bombast. So ein bisschen Dimmu Borgir für Arme.

T.F.: Schneller, symphonischer Black Metal, relativ klassisch gehalten, mit leichter schwedischer Black/Death-Schlagseite. Gut produziert, mit Tenor-/Keif-Wechselgesang und gelegentlichen atonalen Einschüben. Genauso konfus wie sich das hier vielleicht liest, klingt das dann stellenweise auch. Trotzdem solide und recht ansprechend, auch wenn es auf die gesamte Länge irgendwie etwas anstrengend ist.

In Shadows And Dust – A Fleur De Peau

C.T.: Ziemliches Geknüppel, würde ich mir live vielleicht mal geben, insgesamt holt es mich aber nicht ab.

P.S.: Der Bandname Lässt einen natürlich sofort an Kataklysm denken. Fans der frankokanadischen Hyperblast-Maschine dürften sicher Freude an dieser Scheibe haben, auch wenn die musikalischen Parallelen gar nicht soooo massiv sind.

M.B.: Die Songs haben ja durchaus Potential und Wumms. Leider klingt das Ganze so, als ob die Gitarren in dieser Schmalspurproduktion fast gar nicht zu hören sind.

M.K.: Braucht ein wenig, bis man sich drauf einlassen kann. Schließlich eröffnet sich jedoch ein mächtiges Gewitter, welches mit guten und stimmigen Harmonien vollendet wird. Selbst der anfänglich missfallende Gesang weiß zum Ende hin zu gefallen.

C.W.: Manch ein Song fängt vielversprechend an, um dann doch wieder zu Einheitsbrei zu werden. Ich muss das Spielvermögen der Band loben; damit hat’s sich dann aber auch schon wieder.

C.S.: Hier knüppelt es dich in 11 Stücken über Stock und Stein in alter schwedischer Death-Metal-Manier mit rohen Riffs und reichlich Tempo. Gefällt!

O.S.: Hier treffen wirklich schöne Melodien und ein guter Spannungsbogen auf recht „interessanten“ Gitarrensound. Und das meine ich nicht positiv. Weiß nicht wirklich, was ich davon halten soll.

T.W.: Hektischer Melo-Black-Metal, kombiniert mit dem nervigsten Keyboardsound aller Zeiten und einfallslosen Gitarrensoli.

T.F.: Durchschnittlich bis guter rhythmischer Death Metal. In der Regel mit aggressiver Hochgeschwindigkeit unterwegs, wird das Tempo auch mal gedrosselt und verschleppt. Alles recht höhenlastig und sägend, mit „Bienenschwarm“-Gitarren, was dem Ganzen einen leichten Black-Metal-Touch verleiht. Eben diese Trademarks nerven dann auch ein wenig mit zunehmender Spieldauer, was zu Abzügen in der B-Note führt.

Lawmänner – Raw Metal (Demo)

C.T.: Manowar irgendwie mit Motörhead vereinen oder was soll das hier werden?

P.S.: Sympathischer, aber insgesamt gesehen eher mittelprächtiger Heavy Metal – kann man sich ab und zu durchaus mal geben.

M.B.: Ahh, das Englisch! Da schlackern die Ohren! Gut, ist ja auch nur eine Demo…

M.K.: Irgendwie habe ich jetzt ungemein Lust, meine alten Guitar-Hero-Klampfen rauszuholen. Eingängige Songs, leider eine zu klein geratene Produktion.

C.W.: Auch wenn ich Testikel im Schraubstock noch nie mochte: dafür, dass es sich hier um die erste Demo der Band handelt, kann man das Ganze nur als saubere Arbeit bezeichnen!

C.S.: Fabelhaft geeignet für die Generation der Schlauchhosenträger und Vokuhila-Jünger die einfach Spaß haben und feiern wollen. Feiner Heavy Metal mit respektabel hohen Tönen im rohen Gewand.

O.S.: Das geht mir einfach nur auf den Sack. Zum Glück sind es nur fünf Songs. Bleibt lieber beim Covern, Jungs.

T.W.: Guter 80er Sound, erinnert mich etwas an Witchfinder General und Omen. Der Gesang ist nicht der Hit, was das 80er Feeling, in meinen Augen, noch authentischer macht.

T.F.: Traditioneller 80er-Heavy Metal mit miesem Gesang. Handwerklich in Ordnung, aber alles in allem doch sehr unterdurchschnittlich. Nö, danke, für mich nicht.

Hellfire Deathcult – Black Death Terroristic Onslaught

C.T.: Äh was denn hier passiert, immer wieder der gleiche Song? Mit viel Rauschen? Och nöö…

P.S.: Wieder mal ein Beweis dafür, dass es gar nicht so leicht ist, guten Bestial-/ War-Black-Metal zu fabrizieren. Das Zeug hier ist in qualitativer Hinsicht Lichtjahre von Archgoat oder Blasphemy entfernt.

M.B.: Mag sein, dass ich mit „War Metal“ nicht so viel Erfahrung habe, aber was zu Hölle ist da?! Da kann man ja in den Songs von SunnO))) mehr Melodien erkennen als in diesem Gebrumme.

M.K.: Eigentlich totaler Mist und unnötig lange. Aber der Knaller ist, dass es im Kopf hängen bleibt und man sich das echt lange geben kann.

C.W.: Liebe Kinder: in unserer heutigen Lektion lernen wir, wie man 28 Minuten lang völlig kaputtgewummertes Black-Metal-Gedöns zusammenschrabbelt, dieses Machwerk dann in 11 Teile zerhackstückelt und diesen „musikalischen“ Durchfall anschließend als Full-Length-Album auf den Markt kackt.

C.S.: Ein-Mann Projekt, dass roh, modrig und morbide klingt. Die Songs heißen eigentlich alle gleich und ja: Sie klingen auch sehr ähnlich. Man könnte meinen, es sei ein verwaschener monotoner Einheitsbrei, doch für Jünger des occulten bösartigen Genres ist es vielleicht interessant.

O.S.: Schwere Kost wird einem hier vorgesetzt. Auf Spielereien wird verzichtet, stattdessen gibt es tiefes Geschrammel, bei dem selbst alle Frequenzen reißaus nehmen möchten. Wie soll man 30 Minuten davon schaffen?

T.W.: Ziemlich mies produziertes Death-Metal-Geschrammel, was man heraushört klingt ganz gut, aber das ist leider nicht viel.

T.F.: Das ist reiner Lärm, nur Rauschen, keine Songs! Ein einziger Soundmatsch, alles klingt absolut gleich. Das Schlagzeug klöppelt immer gleich vor sich hin, Instrumente lassen sich nicht ausdifferenzieren, und das Klospülengerausche soll wohl Growling sein. Diese CD gehört ins Höllenfeuer!

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