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Kreuzfeuer August 2018

2 August 2018

Leicht verspätet erscheint unsere neue Ausgabe des Kreuzfeuers in alter Manier. 7 Alben aus verschiedenen Metalgenren lieferten sich einen Schlagabtausch, doch alle Veröffentlichungen liegen im Durchschnitt nah beieinander ( Gewinner und Letztplatzierter trennt nicht mal ein Ganzer Punkt). Unterstützt wurden wir diesmal von Michael Eden, Sänger u.a. bei Eastfrisian Terror und Tears Of Decay. Die Runde mit von der Partie waren Amplifire, Greyston Canyon, Gravecoven, Illusion of Control. Schrat, Sucking Void und Witchlore.

Und gewonnen hat: Gravecoven

Im weiteren Verlauf gelangt ihr über die Links zu den jeweiligen Bandcamp-Seiten und könnt zu dem die einzelnen Kommentare lesen. Viel Spaß dabei!

Gravecoven – Coughing Blood

C.T.: Irgendwie ganz schwer einzuordnen, gefällt mir an einigen Stellen, dann wieder nicht und von Doom über Black Metal und Sparten-DSBM ist auch alles dabei.

P.S.: Ziemlich heavy und brutal, aber leider auch recht eintönig.

M.B.: Solide, habe aber schon besseren Blackened Death gehört!

M.K.: Manchmal muss man Glück haben. Da ich immer noch (schon wieder) von Mantar live aufm Dong geflashed bin, ist Minimalismus diese Woche King und daher GraveCoven ganz weit vorne mit dabei.

C.W.: Beeindruckend apokalyptisch, aber auf die Dauer eben auch zu redundant

C.S.: Schwermütig, wehklagend, großartig, genau mein Ding! Wird Zeit für ein Album, denn dies ist nur eine Zusammenfassung der beiden Demos. Halber Punktabzug dafür

O.S.: Hier wird wundervoll düstere Atmosphäre geliefert. Die eingesetzten Melodien sind in genau richtigem Maße im Hintergrund eingesetzt. Auch wenn die Geschwindigkeit stetig hochgehalten wird, wirken die leider nur vier Songs schön getragen. Gerne mehr davon.

T.W..: Mir persönlich zu viel Black Metal, aber es hat was. Mit der richtigen Kulisse, könnte das live durchaus funktionieren.

S.B.: Angeschwärzter Death Doom, natürlich nicht ohne Tempoausbrüche und zum Glück mit mehr Death als Doom, tönt ziemlich cool insgesamt, sogar das Gejaule im letzten Song hat was.

M.E.: Geiler Schriftzug. Pluspunkt. Musikalisch gut. Wütender Black Metal, der mal schnell und mal schleppend rüber kommt und teilweise sogar richtig doomt. Schöne aggressive Stimme, nicht kreischend, sondern morastisch. Gefällt. Bang – und Hassparts klopfen an der Tür zur Hölle. Düster , melancholisch und böse.

Witchlore –  Into The Glade

C.T.: . Bei den melodiösen Parts bin ich voll dabei, sonst leider irgendwie nicht

 

P.S.: Schön eingängiger, schleppender Black Metal mit netter Atmosphäre. Kann man gut hören.

M.B.: Wow, so viele Facetten in nur 23 Minuten?! Thrash Metal und Death Metal stehen neben knackigem Hard Rock. Zwischen durch gibt’s sogar Folk-Einflüsse und zum Schluss Paradise Lost. Definitiv eine Interessante Scheibe!

M.K.: Mir wird nicht klar, wo das ganze hin soll. Stellenweise guter Aufbau, aber stimmig oder in sich geschlossen sind die Songs nicht.

C.W.: Das ist mal Thrash nach meinem Geschmack: melodiös und dennoch brachial, durchsetzt mit Anleihen aus Death Metal & Co. und auch in Sachen Tempo sehr abwechslungsreich.

C.S.: Hier leider ähnlich der Sucking Void Scheibe. Vocals langweilen irgendwann, das macht das Tempo dann auch nicht mehr wett!

O.S.: Da geht es flott zur Sache bei dieser Debüt-EP. Das Schlagzeug klöppelt zu standardmäßig in Thrash-Gefilden herum und auch die Gitarren vermögen nur in vereinzelten Melodiemomenten zu überzeugen. Ansonsten ein solides Stück Musike.

T.W.: Zum Ende noch eine richtige Perle, knackiger Black’n Roll mit ordentlicher Thrash-Schlagseite. Groovig, melodisch, hart – was will man mehr?

S.B.: Hm, Stilmix aus Schweden, Melodeath trifft Thrash trifft Rock trifft Metal, bisschen viel unter einem Hut, daher klingt auch alles irgendwie anders, aber dennoch hat es was.

M.E. Klingen wie frühere Tribulation!!! Geil!! Grob gesehen Mischung aus Death und Thrash, aber mit blackigen Riffs versehen. Jawoll!Hin zu kommen rockige Elemente, die einfach abgehen und Laune machen und eine geile Atmosphäre erzeugen. Gelungene Mischung. Yeah!

Sucking Void – Vegatative State Of Chaos

C.T.: Death Metal , der gut rumpelt und auch so mal hanz okay ist 

P.S.: Gute Mischung aus rabiater Brutalität und Melodie. Nicht übel.

M.B.: Brutaler Death Metal, der ab und zu auch ein bisschen melodisch ist. Meine Musik ist das nicht.

M.K.: Man hört sich langsam rein. Anfangs stark genervt vom Gitarrensound, lässt man sich dann doch ein wenig fallen und versucht das Gesamtkonzept zu genießen.

C.W.: Vielschichtiges und abwechslungsreiche Kompositionen, die auch vor gewagten Breaks und akustischen Einschüben nicht zurückschrecken. Die eintönigen Vocals bremsen den Höhenflug jedoch signifikant.

C.S.: Symphonisch progressiv angehauchter Metal, jedoch die Vocals bieten keinerlei Abwechslung, das langweilt leider sehr schnell.

O.S: Geile Melodielinien treffen auf Schrammelsound – so wie ich es mag. Auch wenn die Melodien klar und sauber sind, wirken die Songs nicht glatt gebügelt und schaffen es ihren Charme spielen zu lassen. Perfekte Symbiose aus Old School und Melodic.

T.W.: Ordentlicher Death Metal, der stark an Obituary und streckenweise an Deicide erinnert. Könnte etwas eigenständiger sein, macht aber Spaß.

S.B.: Im Review zum Vorrelease bat ich noch um mehr klare Linie, die hab’ ich bekommen, der Sound ist zwar dünner, die Songs dafür kompakter, eingängiger, melodischer und trotzdem nicht zu simpel. Gelungen!

M.E.: Endlich Death Metal. Debut der Ulmer Spatzen mit Gefühl für gutes Songwriting. Brutaler Death Metal mit melodischen, teilweise schwedischen Elementen, besonders der Opener überzeugt. Fleshcrawl Olli an der Gitarre hört man. Abwechslungsreich. Nicht alles killt, aber gutes Teil. Absolut Bangkompatibel.

Amplifire – Demolition Party

C.T.: Coole Scheibe, Coole 80s-Flashback-Heavy-Metal-Mucke. Dauerwellen-Modus an!

P.S.: Der Opener „Shotgun Rock’n’Roll“ klingt verdammt nach NWoBHM, was in meiner Welt eine ziemlich gute Sache ist. Bei „Defender Of The Crown“ scheinen auch mal Heavy Load durch, was ich ebenfalls gut finde. Das Songwriting-Niveau ist jetzt nicht überirdisch hoch, aber die Lieder können sich echt hören lassen.

M.B.: Also gefällt mir richtig gut, schön eingängige Dinger! Vielleicht das Ganze noch auf eine Vinyl-gerechte Laufzeit von knappen 40 Minuten runterbrechen?!

M.K.: Ein ziemliches Auf und Ab. Starker Opener, gefolgt von schlimmen Song. Und so zieht es sich durch. Aber die Anlagen sind da und auch so schon einige Schmankerl dabei. Mehr Konstanz bitte.

C.W.: Klassischer und überzeugend vorgetragener Heavy Metal mit heroischen Passagen, der insbesondere live sicher zum Mitmachen animiert und mich auch von Platte weniger nerven würde, wenn er nicht so verdammt repetitiv wäre

C.S.: Hier fehlt mir der letzte Arschtritt, gesanglich sehr gut, doch das Tempo könnte deutlich mehr angezogener sein

O.S: Zwar erwartet niemand neuerfundenen Heavy Metal, aber Mut zur Innovation und eigenen Ideen sollten jeder Band Anspruch sein. Beides wird hier vermisst. Das Riffing ist nur teilweise interessant. Insgesamt ist es einfach belanglos, auch wenn das musikalische Können nicht zu beanstanden ist.

T.W.: Netter Oldschool Heavy Metal. Grundsätzlich gut gemacht, aber auch ziemlich belanglos.

S.B.: Klassischer Heavy, mit deutlicher Rotzrock-Komponente (und –Attitüde) und Eierklemme, das stört mich auch am meisten, der Gesang tut manchmal echt weh, Luft nach oben ist auf jeden Fall da.

M.E.: Kann man machen. Stimmungsvolle Mischung aus Heavy- und Power Metal . Nette Riffs mit Hymnencharacter, simpel und eingängig. Die wechselnde Stimmlage des vortragenen Künstlers gefällt mir. Leider sehr vorhersehbar und wiederholend, deswegen nur gewogener Durchschnitt.

Greystone Canyon – While The Wheels Still Turn

C.T.: Fehlt mir devinitiv der Metal, nicht schlecht gemacht, aber zu lahm.

 

P.S.: Ziemlich cooler Heavy Metal, der trotz vieler klar erkennbarer Einflüsse (z.B. Megadeth) eine eigene Note besitzt. Gefällt mir!

M.B.: Dieser standardisierte Hard Rock lockt mich jetzt nicht hinter’m Ofen hervor!

M.K.: Stellenweise erwähnt man dass eine Heavy Band den Soundtrack für den neuen James Bond stellt, auch wenn es thematisch gar nicht passt. Die Maiden Anzeichen machen es noch gefälliger.

C.W.: Lässt sich wohl auch als Heavy Metal klassifizieren, bedient sich aber vieler Anleihen aus anderen Genres, quetscht einem das Gehänge nicht in den Schraubstock und überzeugt durch erfrischende Progressivität.

C.S.: Die Jungs machen sicher nicht erst seit kurzem Musik, obwohl es deren Debüt ist. „Musik mit Herz und Seele“, so sagen sie und genau so kommt es rüber. Musikalisch werden die Vocals, die mich etwas an Scott Stapp erinnern, wundervoll umrahmt. Gefühlvolle handgemachte Scheibe der Australier!

O.S.: Das ist die perfekte Untermalung für einen Roadtrip. Die Songs sind stimmig, jedoch vermisst man einen roten Faden oder zumindest einen Rahmen der das Album zusammenhält.

T.W.: Plätschert so dahin; hinterlässt keinen bleibenden Eindruck.

S.B.: Rock-Metal-Melange, mit Western-Thematik, mir ist das zu soft, aber hat wirklich ein paar gefällige Stellen mit Händchen für schicke Melodien. An mir rauscht es dennoch vorbei…

M.E.: Angenehm nebenbei hörbare Mischung aus Hard Rock Heavy Metal und Westernliebe, die man zum Glück musikalisch kaum hört. Gute Stimme.Nicht langweilig, nicht spektakulär. Gut produziert. Mein Geschmack ist ein anderer.

Schrat – Alptraumgänger

C.T.: . Huch, die hatte ich anders in Erinnerung… weg vom Geholze, dann ein Cembalo, ein bisschen Melancholie, viel okkultes und okay, doch auch Geholze. So ganz passt mir der Soundmix nicht, aber dennoch gut gemacht. Statt der Live-Songs hätte ich mir jedoch mehr neue Tracks gewünscht.

 

P.S.: Old School Black Metal – Ist gut gemacht, wirkt aber schnell ermüdend. Genre-Fans sollten mal reinhören

M.B.: Schöne düstere Atmosphäre. Die erste Hälfte mit den vielen kleinen Zwischenspielen gefällt mir aber etwas besser, als das was danach kommt.

M.K.: Plätschert ganz schön vor sich her, nichts was einen aufmerksam macht. Dennoch anständig gemacht und für Fans dieses Genres vielleicht auch interessanter.

C.W.: Na, da rappelt es aber gewaltig im Underground-Karton! Schrat beweisen mit „Alptraumgänger“, dass rauer Black Metal nicht auf Melodien zu verzichten braucht und auch nicht wie frisch ausgekotzt klingen muss.

C.S.: Schöner eiskalter Blackmetal, der eigentlich einen Pluspunkt verdient, weil er in der Muttersprache ist. Sticht aber leider nicht wirklich aus der Masse heraus.

O.S.: Arg eintönig, bis zum Zeitpunkt der melodiösen Einspieler. Letztendlich wird hier einfach nur High Speed Black Metal geliefert. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

T.W.: Für Black Metal ganz in Ordnung. Die Produktion stimmt, und der Gesang nervt, verglichen mit anderen Vertretern des Genres, nicht ganz so sehr. Werde ich mir trotzdem kein zweites Mal anhören.

S.B.: Neues Album, Intro plus vier neue Tracks, zwei Zwischendudeleien, Rest der 11 Tracks Liveversionen…was soll das als Album?? Naja, die vier neuen Tracks sind guter deutscher Raw Black Metal, das alles als Album zu verpacken bleibt aber mindestens seltsam.

M.E.: Black Metal.Schrabbelriffs und Kreischvocals. Kann sicherlich gut sein, aber nicht meins. Wechsel zwischen aggressiven Parts und Mittelparts und Black`n`Roll Elementen ganz okay, aber auch nichts neues. Zwar old school mit rohen Sound, aber keine Highlights. Nee.

Illusion Of Control – Grim New World

C.T.: Stimmlich echt gut, aber trotzdem zu langatmig

 

P.S.: Klingt interessant. Kann ich nach nur einem Durchlauf nicht wirklich einschätzen/ beurteilen. Meine Wertung ist daher mit Vorsicht zu genießen.

M.B.: Der cleane Gesang klingt zeitweise ein wenig schräg. Ansonsten ist bei diesem kleinen Debüt auch noch Luft nach oben

M.K.: Musikalisch eine ganz große Nummer und gespannt was da noch kommen wird. Aber nur, wenn die Vocals entfernt werden. Und zwar alle! Eine ganze Scheibe zerstört mit kaputten Stimmen…

C.W.: Insbesondere die Clean Vocals werden nicht jedermanns Sache sein, obwohl sie wirklich gut sind und auf interessante Art und Weise eingesetzt werden. Im Zusammenspiel mit schönen Growls, fetten Riffs und pointierten Breaks entsteht hier ein neuer und eigenwilliger Sound!

C.S.: Ein paar gute Passagen wechseln sich mit Langatmigkeit ab.

O.S.: Irgendwie scheinen sich die Musiker nicht ganz einig zu sein, was sie denn nun spielen wollen. Auch wenn es technisch gut ist, wirkt es eher unausgegoren, trotzdem noch Prädikat „Interessant“.

T.W.: Eine krude Mischung aus allen möglichen und unmöglichen Einflüssen. Soll wohl moderner Death Metal sein. Sehe keinen direkten Grund, warum jemand sich das anhören sollte.

S.B.: Melo-Prog Death aus Rumänien, immerhin Exotenbonus, ich find’s anstrengend aber immerhin für’n Debut nicht schlecht gemacht. Wem’s gefällt…

M.E.: Interessante Mischung aus progressiven Metal und Death Metal. Mal ruhig und atmosphärisch, dann wieder härter und zerstörend. Verschiedene Gesangsstile passend zur musikalischen Gemütslage. Eine gelungene Reise in die Abgründe der rumänischen Seele. Gefällt mir, aber eher was für die heimische Anlage.

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