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Kreuzfeuer August 2017

1 August 2017

Wir schreiben den ersten eines Monats, also ist es Zeit für das Kreuzfeuer. Sieben Alben von Doom- über Black- bis hin zu Reggae Fusion Metal wurden dabei von der Redaktion begutachtet und eine Scheibe hat sich mit leichtem Vorsprung an die Spitze gesetzt. Unterstützt wurden wir diesen Monat dabei von Sascha Rauer, welcher aktuell Bass bei Funeral Procession und Gitarre bei Sethnefer spielt, allerdings auch schon bei Bands wie Eis aktiv war. Folgende Bands stellten sich diesen Monat dem Kreuzfeuer: A Long Way To Fall, Albez Duz, Apallic, Atrexial, Dead Head, Katharos XIII und Ninjasky.

Und gewonnen hat: Apallic!

Im weiteren Verlauf könnt ihr die Kommentare von jedem einzelnen Autor lesen und über die Links zu den jeweiligen Bandcamp- oder Facebookseiten der Bands gelangen. Viel Spaß dabei!

Apallic – Of Fate And Sanity

C.T.: Ist auch wieder die Kategorie, ganz gut gemacht, aber langweilig!

K.K.: Packender Death Metal mit kräftigem Schweden Death Einschlag. Knallt sofort! Gern mehr davon!

K.W.: Progressives, bzw. technisches Death Metal Brett. Mit eindeutig mehr Death Metal als Prog Anteil. Sehr düster und bitterböse. Sehr geil.

M.B.: Frage mich was daran jetzt eigentlich progressiv sein soll, aber abgesehen davon spielen die soliden melodischen Death Metal.

M.S.: Härte, Dynamik, Tempo alles drin was in eine Progressive Death Metal Scheibe reingehört!

O.S.: Und der Panzer, ja, er rollt, rollt, rollt. Und im Falle von Apallic bleibt danach nicht viel übrig, was ’nen Brett!

M.K.: Den schwachen Mix (Gesang zu laut und trocken) und dem fehlenden Prog in Prog Death beiseite gelegt, kriegt man dennoch eine dicke Portion vernünftiger Handwerkskunst vorgelegt. Knallhart, schnell, gut.

C.W.: Durch die Progressive-Einschläge wird „Of Fate And Sanity“ zu einem durchaus hörenswerten Album, das vor allem für Death-Fans frischen Wind in die Segel bedeutet.

S.B.: „Progressive“ Death? Nö, nicht wirklich. Apallic zeigen ihre Progressivität eher in Songstrukturen und bieten Melodic Death mit vielen guten Ideen, feinschliffbedürftig sicherlich, aber Eindruck hinterlassend.

S.S.: Ziemlich cooler Prog Death mit melodiöser Liedführung und leichter Bolt Thrower Assoziation.

C.S.: Schöne schnelle Passagen wechseln sich mit gemäßigten Parts ab, die Vocals harmonieren und im Laufe des Albums steigert sich die Spannung.

S.R.: guter, groovender, mit ein paar Blasteinsprengseln gespickter DM von hier um die Ecke, der mich angenehm an (die alten) Illdisposed erinnert. Macht mir Spaß !

Albez Duz – Wings Of Tzincacan

C.T.: Zugegeben: Ich war wirklich gespannt auf die Platte, da Albez Duz doch häufig als Insidertipp im Gespräch war. Aber mich packt es irgendwie gar nicht. Die Stimme hat ein paar interessante Nuancen , und dass sie kreativ sein wollen mag ich nicht abstreiten, aber es haut mich einfach nicht vom Hocker und überspannt den Bogen auch zu sehr.

K.K.: Es ist kein Geheimnis, dass mir Alben Duz gefallen. Ein Album zum Träumen mit Gänsehaut-Gesang! Doom Fans sollten wirklich in die stimmungsvollen Songs reinhören!

K.W.: Sehr cool und doomig. Hat zwar seine Längen, aber an sowas dürfte sich keiner stören der auf Doom steht.

M.B.: Schönes Doom-Brett mit sehr vielseitigen Vocals. Als Doomster sollte man die Band auf’m Schirm haben!

M.S.: „Occult Doom Rock“ interessant…..dröhnende Gitarren und nicht zu viel Gothic, passt schon, trotzdem Dracula Doom…

O.S.: Gewöhnungsbedürftig, reißt den geneigten Hörer, wenn er sich darauf einlässt, in eine andere Welt mit.

M.K.: Anfänglich stark angetan verläuft sich das Interesse im Laufe des Albums. Die klare Stimme des Sängers ist super, das Keifen ist weniger sein Ding. Auch stört mancher Effekt auf der Stimme. Die Atmosphäre des Albums ist super gehalten.

C.W.: Sehr interessanter Doom, der hier zelebriert wird: melodiös, einfallsreich und gar nicht so suizidal, wie es sonst des Genres Art ist!

S.B.: Durchaus gut gemacht, das ganze Okkult-Retro-Doom-Geschwurbel mit seinem gedämpften Gesamtsound der mich irgendwie an Brando mit Wattepads in den Wangen denken lässt. Verliert sich am Ende in instrumenteller Spielerei und spielt sich ins Reich der Langeweile.

S.S.: Teilweise sehr cool, teilweise etwas zu abgedreht, auf jeden Fall aber sehr abwechslungsreich für Doom Metal

C.S.: Wunderbarer psychedelischer Trip voller Facetten, der mehr als einen Hördurchgang verdient.

S.R.: Wie konnten DIE so lange an mir vorbeigehen, obwohl ich den Namen kannte? Geiler Doom – YOB mit Orgel in düster – volle Empfehlung, ich bleibe an denen dran.

Atrexial – Souverain

C.T.: Schon ganz gut, aber mir fehlt da noch der Wums, da mit es richtig funkt. Die melodischen Parts sind aber gut und das Album steigert sich zum Ende hin nochmal enorm. Da es aber mit Abstand in dieser Runde hervorsticht gebe ich sogar ’nen Punkt mehr 😉

K.K.: Der treibende Finster-Black/Death Metal der Spanier gefällt mir gut! Passt!

K.W.: Gibt mir leider nicht viel. Black Metal mit ein wenig Death Metal Einschlag. Austauschbar.

M.B.: Knüppelnde Black-Death-Alben mit einer exzessiven Spielzeit sind immer schwierig! Auch die vielen Samples und Interludes können nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Songs ziemlich ähnlich klingen!

M.S.: Wow….gutes Mischverhältnis!

O.S.: Faszinierend mit wenigen Längen. 1 Punkt Abzug für das schlechte Cover. Musikalisch top, der Klang des Schlagzeugs ist – vermutlich sogar absichtlich – arg scheppernd.

M.K.: Zunächst plätschert es ganz schön vor sich her, nichts herausstechendes. Doch irgendwann funkt es und man lässt sich auf die Scheibe ein. „Illuminatur“ und „Shadows Of The Nephilim“ stechen vor allem heraus. Und die Stimme aus dem Off ist nahezu identisch mit Kataklysm, das verwirrt 🙂

C.W.: Kloppt sich kompromisslos durch den Gehörgang und zieht dabei alle Register, punktet aber nicht durch irgendwelche markanten Akzente.

S.B.: Spanisches Black-Death-Geschoss; rasant, finster, abwechslungsreich, und mir zu dünn in Klang und Krach gesetzt. Müsste ich mehr mögen, tu ich aber nicht. Dabei ist das echt nicht schlecht.

S.S.: Sehr düster, sehr stimmungsvoll, sehr zu empfehlen!

C.S.: Handwerklich gut gemacht, knüppelt nicht nur so drauf los, sondern zeigt sehr viel Abwechslung, Spannung und Atmosphäre, sehr mächtig das Ganze!

S.R. : Atrexial holen mich mit ihrem Ulcerate-like Black/Death bis auf die Songs „Unmerciful Imperial Majesty“ und „Illuminatur“ trotz gutem Songwritings und guter Produktion nicht ab… Ich würdige sie trotzdem mit 4 Punkten, weil Vieles einfach stimmt.

Dead Head – Swine Plague

C.T.: Einfacher Thrash ohne Höhen und Tiefen. Kann man mal machen.

K.K.: Solider, klassischer Thrash Metal wie aus dem Lehrbuch. Jut – kann man machen, macht Laune!

K.W.: Neues Futter passend zur (gefühlten) Thrash Metal Renaissance.

M.B.: Wow, Thrash Metal der auf Anhieb gefällt! Im Endeffekt gibt’s aber nur eine mittlere Punktzahl, denn dafür ist das Album einfach zu langatmig! Nächstes Mal vielleicht einfach straffere Arrangements oder zwei, drei Songs weniger draufpacken.

M.S.: Schweine Plage auf Holländisch oder Thrash Metal à la Old School…ziemlich überzeugend!

O.S.: Treibender geht es kaum. Sehr klassischer Thrash mit der perfekten Menge an Hass und Emotionen.

M.K.: Gerade vom Festival zurück, will man direkt wieder los und die Sau rauslassen. Stimmungstechnisch großartig, musikalisch jetzt recht unspektakulär.

C.W.: So verdienstvoll die instrumentelle Arbeit auch ist, so sehr geht einem der Gesang auf den Sack und macht leider das zunichte, was sonst ein gutes Album hätte werden können.

S.B.: Good’ol’Thrash Metal wie er sein soll, direkt, flott und rifforientiert, ein grundsolides Genrealbum, dem ein paar wirkliche Hits zu höheren Ehren fehlen.

S.S.:Mal wieder eine langweilige Thrash Band, die modern und 80er zu mischen versucht und kläglich daran scheitert. Die Platte klingt willkürlich zusammengemischt aus gängigen Riffs und unpassenden Breaks.

C.S.: Thrash Granate, bei der keine Gefangenen gemacht werden. Für Genre-Freaks durchaus empfehlenswert.

S.R. : Und ja, ich habe auf deren neue Scheibe gewartet! Rotziger (Death/Thrash) Metal der mich zum Biertrinken nötig und lieber nicht beim Autofahren gehört werden sollte. Hallo Gaspedal!

Katharos XIII – Negativity

C.T.: Das liegt schon recht schwer im Magen, gut ist ja auch DSBM, aber dafür fehlt dennoch noch Würze.

K.K.: Die Scheibe will nicht so richtig zünden bei mir, obwohl man den Songs weder Atmosphäre noch interessante Arrangements absprechen kann. Irgendwie nicht düster und schwer genug. Vielleicht ist es auch einfach zu warm für das Album…

K.W.: Sehr düstere Grundstimmung. Gefällt mir ziemlich gut. Melancholisch und teils recht experimenteller Black Metal

M.B.: Fans von Insomnium, Katatonia (90er) und der schwedischen Shining können hier gerne mal reinhören.

M.S.: Nicht wirklich überzeugend, ziemlich chaotisch…..

O.S.: Böse Scheibe mit vielen Finessen, die Spaß machen entdeckt zu werden. Vielschichtig mit wunderbarer Atmosphäre.

M.K.: Musikalisch ganz stark, der Gesang reißt es leider runter. Da wird zu verkramft versucht Black Metal zu sein, anstelle auch dort etwas Offenheit zu zeigen. Schade, eine Menge Potential nicht genutzt.

C.W.: Ein sehr abwechslungs- und facettenreiches Album, das vielleicht mehr als einen Hördurchgang benötigt, aber zunehmend begeistert.

S.B.: Black Metal mit Längen, die gerne hätten kürzer gehalten werden können, so stören mich die Längen der häufigen atmosphärischen Parts in den Songs zu sehr, lassen sich doch so manche gute Strukturen und Ideen finden.

S.S.: Es gibt einfach diese Alben, bei denen man von der ersten Sekunde an weiß, dass man sie am besten gleich wieder aus machen sollte. Einen Punkt gibt’s trotzdem, weil stellenweise ein Hauch von Potential zu erkennen war.

C.S.: Der Soundtrack für neblige Herbsttage erinnert mich gesanglich etwas an Silencer, jedoch konnten die um Längen besser weh leiden.

S.R.: „DSBM“ aus Rumänien, bei dem mich einzig die Belanglosigkeit in den Suizid treibt…

Ninjaspy – Spüken

C.T.: Reggae Fusion Metal? NEIN, jetzt reicht’s!

K.K.: Nun ja, experimenteller Stil-Mix kann klappen, muss aber nicht. Nein, im Ernst, das ist schlicht nicht meins. Hier werden Zutaten gemischt, die mir schon einzeln nicht unbedingt schmecken wollen.

K.W.: Interessant. Schwierig. Anstrengend. Bisweilen etwas sehr viel Abwechslung und technischer Firlefanz. Ich mag’s dann doch lieber etwas straighter.

M.B.: Aus dem „Skacore“-Konzept hätte man eindeutig mehr machen können, so bleibt das Album semi-unterhaltsamer Crossover.

M.S.: Sicherlich nicht langweilig und überzeugend musiziert….einfach nicht mein Style.

O.S.: Puh, das ist mir einfach zu viel – und zwar von allem. Da verliert man schnell die Lust am Hören.

M.K.: Hat Potenzial sich in meine „kaputt und Spaß dabei“ Playlist einzuordnen, wo ansonsten Diablo Swing Orchestra, Shaolin Death Squad und Gonin-Ish auf Frischfleisch warten.

C.W.: Leider wurde die hier proklamierte experimentelle Musik streng nach Schablonen komponiert, wodurch sie einen sehr eindimensionalen Charakter bekommt und dadurch schnell ermüdend wirkt.

S.B.: Oh weh, Fusion Style, geht gar nicht für mich…zumal die Qualität der Songs auch noch von Beginn zu Ende stetig abnimmt und mich mehr und mehr nervt. Weitergehen, danke.

S.S.: Ziemlich abgefahren, aber durchaus unterhaltsam.

C.S.: Fans von Bands wie Slipknot, der Gesang hat was von Corey Taylor oder System of a Down, dieser Wahnsinn an der Salatschleuder, daraus entsteht ein sehr progressiver Mischsalat der zuweilen zwar anstrengend ist, aber dennoch seine interessanten Momente hat.

S.R.: Huch… Bei SOAD gelinst und ’ne Rutsche Funk mit reingebracht…?!? Interessant und hörbar, aber für mich nur ab und an

A Long Way To Fall – Hatemosphere

C.T.: Warum ist bei dem modernen Metal immer alles so gewöhnlich und vorher sehbar? Ist eigentlich ganz okay, aber leider nicht besonders.

K.K.: Gefälliger, vorhersehbarer Metalcore. Ganz nett, wenn man sowas mag. Mehr leider nicht.

K.W.: Solider Metalcore wie er im Buche steht. Genau das ist auch das Manko. Es läuft quasi Calibans „The Opposite Within“ reloaded. Nur das diese Platte schon 13 Jahre auf dem Buckel hat.

M.B.: Musikalisch nichts Neues zu bieten, Sound ziemlich unausgewogen… Tja, ich glaube ich habe heute leider keine Punkte übrig.

M.S.: Ganz Ok für Metalcore, ordentliche Riffs…könnte härter sein.

O.S.: Zu simpel, zu viel versucht, dazu eine schreckliche Stimme und technisch nicht ganz so fitte Musiker…

M.K.: Gefälliges Zeugs, gutes Drumediting, da ist noch ein wenig Mensch drin. Erinnert stark an die ehemaligen Berliner Five Kiss Prophecy. Aber eindeutig zu viele Breakdowns und auf Dauer doch sehr eingängig.

C.W.: Angeblich heben sich A Long Way To Fall deutlich vom „Standard-Metalcore der gängigen Szene“ ab; klingt für mich aber wie der restliche Einheitsbrei und ist obendrein auch noch bescheiden abgemischt.

S.B.: Ich glaub, die geben sich mehr Mühe, als man hört, bleibt aber doch nur generischer Corekrempel, der mir persönlich weh tut.

S.S.: Metalcore mit kraftloser Stimme macht sich nicht so gut.

C.S.: Textlich gibt’s einen Pluspunkt, jedoch werden Genrefreunde auch nichts Überraschendes finden können – austauschbar.

S.R.: MetalCore, anachronistisch und vom Reissbrett – mich langweilt´s, auch wenn´s handwerklich gut ist.

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