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Hard Stuff: Fitness für Metaller

23 März 2012 1 Kommentar

Mittlerweile kommen wir alle in die Jahre. Und wenn einen der Haarausfall oder irgendwelche Gebrechen noch verschont haben, stellt sich zumindest bei der männlichen Metallerklientel der gewisse Brauereispoiler ein, im Volksmund auch Bierbauch genannt. Auch bei einigen Musikern kann man das beobachten. Chuck Billy  und Jon Oliva stellen Konzertbühnen mittlerweile auf harte Belastungsproben, und wie uns Gerre von Tankard vor einiger Zeit noch aussah, dürfte bekannt sein. Was soll man nun machen, um nicht irgendwann zur Fraktion der Spiegeleier-Figuren zu gehören (will heißen, man kann seine Eier nur noch im Spiegel betrachten)?

Das Bier aufgeben? Weiche von mir, Dämon! Nur noch Gemüse fressen? Ja, bin ich ein Karnickel? Nun hilft ja Sport, habe ich mir sagen lassen. Doch wenn man nicht sinnlos durch die Landschaft joggen will, immer  (ich wohne in Baden Württemberg) in Gefahr, von einem Trecker überrollt zu werden oder seine Lunge mit dem schönen Feinstaub zu asphaltieren, bleiben einem da nur andere Möglichkeiten. Nun ist es ja so, daß man in Fitness-Studios permanent mit hirnloser Schleifenmucke zugedonnert wird. Die sportliche Betätigung läßt zwar die Pfunde schmelzen, allerdings schmilzt das Hirn bei der Beschallung gleich mit. Was nutzt einem der gestählte Body, wenn man anschließend dumm wie Brot ist? Also daheim trainieren? Hm, gute Idee, doch wie macht man das? Man kauft sich irgendeine CD oder DVD mit sportlichen Anleitungen, und kann sich bequem zuhause die Schwimmringe abfräsen.

Doch, haha, da ist es wieder: ausnahmslos sind solche Ton- und Bildträger mit ebenderselben hirntötenden Debilmucke unterlegt. Arrgh! Als gäbe es nicht auch Metalsongs mit gleichmäßigem Rhythmus, aber nee, Fitness gibt es nur im Doppelpack mit Hirnschmelze. Ist das Absicht? Soll die Menschheit in die einerseits Schönen und Bekloppten und andererseits in die Coolen, aber hoffnungslos Verfetteten getrennt werden? Sollen wir Metaller nun, nach dem üblen Sex, Drugs und Rock’n’Roll, um den uns die Spießer und Popper beneiden, bestraft werden, weil wir nicht den Weg jedes angepaßten Fuzzis gegangen sind? Sollen wir das schlechte Beispiel werden, weil wir unsere Jugend damit verbracht haben, zu fressen, zu saufen und zu ficken, anstatt mit 19 zu heiraten, drei Kinder in die Welt zu setzen und brav mit dem Bausparvertrag in der Hand am Samstag „Wetten das“ zu kucken? So nach dem Motto: „Kuck dir den Onkel da an, so fett und häßlich wirst du mal, wenn du auf Metal stehst“. Oder will man uns auf diese Weise drankriegen: „Ha, wenn’s drauf ankommt, hört auch der härteste Metaller unsere so schön geil hyperdebile Hirntodmucke! Bald sind wir alle supersportlich und schön blöd!“

Da muß man als Metaller fast schon die Erfindung des MP3-Players gutheißen, der einem ermöglicht, sich zu seiner eigenen Mucke den Speck von den Rippen zu schaben. Und schon wieder haben uns die Normalo/Pop/Digitalo-Fritzen am Arsch. MP3-Player, ha!!!!! Aber renn mal mit nem Kassetten.-Walkman durch den Wald! Der wird dir was husten! Ich weiß ja nicht, wie es anderen geht, aber diese Fitnessmucke, das sind ja noch nicht mal richtige Popsongs, das sind von irgendwelchen Drittligisten nachgebastelte Sachen, die mit einem sportkompatiblen Rhythmus unterlegt werden. Es ist also nicht mal nur grenzdebile Poppermucke, sondern ein lauwarmer Aufguß derselben. Buärrrgl! Mir geht dieses Gedudel granatenmäßig auf den Sack (den ich glücklicherweise noch ohne Spiegel sehen kann!). Da werde ich lieber fett und häßlich, bzw, bleibe es. Sollte jemand eine Fitness-DVD kennen, die mit Metal unterlegt ist, kann er (oder sie) mir das gern mitteilen, mit Bestelladresse und allen PiPaPo bitte. BITTE…..

Maik

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1 Kommentar »

  • ori sagt:

    http://www.youtube.com/watch?v=9OMH-Zm_xNE

    Immerhin nicht Hirntot, und herzschonender als Metal.
    Maik, es ist nicht gut im Alter beim Sport Thrashmetal zu hören.
    Also immer schön ruhig.

    Ommmm.

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