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Hard Stuff: False Metal

1 Oktober 2010 4 Kommentare

Ja, wenn ich mir so meine älteren Hard Stuff- Kolumnen durchlese, beschleicht mich doch desöfteren das Gefühl, daß ich mich dann doch nicht allen Neuerungen entziehen kann. Habe ich 1998 noch gegen den Fußballweltmeisterschfatswahn gewettert, ertappe ich mich mittlerweile dabei, selbst an diesen Events Interesse zu zeigen. Internet, Handy, all so ein neumodischer Kram waren damals noch ein rotes Tuch für mich. Mittlerweile wäre ich ohne Internet aufgeschmissen, und auch das Handy hat mich schon aus der einen oder anderen prekären Lage gerettet. Mittlerweile bin ich bei Myspace, nenne einen MP3-Player mein eigen (für auf Arbeit, mein Kassettenwalkman wäre einfach zu sperrig…) und recherchiere im WWW , bevor ich eine Band interviewe. Gewisse Sachen gehen heutzutage einfach nur noch mit der allgewaltigen Elektronik. Das muß man nicht mögen, aber egal.

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, in denen ich Interviewfragen per Post verschickt habe, und dann darauf wartete, den Kram irgendwann beantwortet zurückzubekommen. Und das hat funktioniert!  Heute kracht man den Kram per e-mail rüber, und gut. Ein Interview mit einer Band von den Phillippinen – wenn man sie überhaupt kennengelernt hätte –wäre damals eine zeitraubende Wartegeschichte gewesen. Wahrscheinlich hätte unsere Post schon zwei Wochen gebraucht, um herauszufinden, was die Phillippinen denn überhaupt sind. Heute vergehen zwischen Interviewanfrage und fertigem Layout des Inties nicht mal 6 Tage. Wenn die beteiligten Personen schnell sind. Auch heute noch kann man auf Interviewantworten ein halbes Jahr warten…..

Aber zurück zum Thema. Man kann seine Meinung des Gegebenheiten anpassen, wenn es nicht mehr anders geht. Hätte ich am alten Briefschreiben –und- auf- Antwort- hoffen-Schema festgehalten , wären die meisten Interviews in meinem Heft nicht zustande gekommen, das ist mir klar.

Aber eine Neuerung werde ich niemals an mich heranlassen. FALSE METAL. Und wenn auch jetzt der eine oder andere die Augen verdreht, aber meine Meinung in diesem Sinne steht fest. Diese ganzen Gothic/NU-Metal/Metalcore und ähnlichen Geschwüre sind kein Metal. Ich will diesen Musikrichtungen nicht ihre Relevanz bei jungen Leuten absprechen, auch möchte ich nicht ihre Daseinsberechtigung negieren. Aber, und das ist die Quintessenz: NENNT DAS GANZE NICHT METAL!!!!!!!

Meine Religion heißt Metal, und wenn mir jemand irgendeinen geschmirgelten Kram als Metal unter die Nase reiben will, krieg ich einen Hals. Schon wenn ich manche Bandnamen lese, kräuseln sich mir die Sackhaare. Beispiel. „We butter the bread with butter“. Bei solchen Bandnamen habe ich noch nicht mal Lust, die Scheiße anzutesten.  Dasselbe ist mit Monickern wie „Buckets for my Warzenschwein“ oder  ähnlichem. Und wenn ich sehe, bzw höre, mit was für seichtem Geplänkel hochgepriesene NU-„Metal“- Bands wie Linkin Park und Konsorten mittlerweile im Normalo-Radio auftauchen, frage ich mich: was soll daran Metal sein? Da kann man ja gleich Udo Lindenberg und Herbert Grönemeyer als Metal bezeichnen. Neee, also da hört bei mir die  Freundschaft auf. Metal ist meine Religion, wie ich schon angedeutet habe. Und da oute ich mich auch als Fanatiker. Und wie alle religiösen Fanatiker dulde ich keine Heresien! Nur mit dem Unterschied, daß ich diese Pappnasen nicht gerade umbringen will. Ich ignoriere den Krempel einfach.

Und wenn Ihr Euch nun mal richtig die Kante geben wollt, checkt mal BLIZZARD’s „The Roaring Tanks Of Armageddon an“ . Das ist Metal!

Maik

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4 Kommentare »

  • Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram. sagt:

    Weichkekse. Igitt….

    Kürzlich wurde ich wieder mit den Weichkeksen konfrontiert. Auf gut englisch Limp Bizkit. Grauenhaft. Ich nehme lieber harte. Diese Mixtur aus Metal und HipHop, die sich Nu Metal schimpft, ist ganz……

  • Peter Lau sagt:

    Hey Maik,
    Du bist ja noch ganz der alte. Ich habe mich beim Lesen gerade gefühlt als hätte ich einen Zeitsprung gemacht, so 15 Jahre zurück oder so, und habe ein altes Eternity Heft vor mir, ha ha. Cool . . .
    Gruß
    Peter

  • Kai Wilhelm sagt:

    Maik hätteste mal bei „We butter the bread with butter“ reingehört 🙂 Mein Favorit: Fuchs du hast die Gans gestohlen… köstlich. Aber stimmt – es ist wohl kein Metal. Aber die köstlichen Kinderlieder auf Grindcore mit so Schmonzenz wie Linkin Park auf eine Stufe zu stellen oder diese Buckets irgendwas …. wird dem Ganzen zumindest in diesem Fall nicht gerecht.

  • Feuerflut sagt:

    Hallo,

    Das ist sehr schön geschrieben.
    Und ich stimme zu.
    Eigentlich weiss ich nicht genau was Nu-Metal u.ä. ist, ich glaube ich habe das nicht viel gehört. von der wenige neue Musik, die ich gehört habe, kann ich vielleicht den Unterschied definieren: In Metal gibt es eine extreme Gewalt, aber positive Gewalt. aber nicht nur Gewalt. Es gibt darin auch sehr viel, sehr tiefer poetischer stimmungsvoller Ausdruck.

    Soweit ich weiss, in diesen obengennanten neuen Musikrichtungen, gibt es nur Gewalt, blöde Gewalt, und nichts weiteres.

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