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Hard Stuff: Bier!

10 Juni 2018

Hard Stuff - Maik GodauJa Leute, heute geht es hier mal um Bier. Und ich möchte jetzt von keinem hören, dass Bier nix mit Metal zu tun hat! Demjenigen empfehle ich eine Umerziehungsmaßnahme durch Trommelmeister Tormentor (DESASTER, ASPHYX, SODOM). Ich meine, wenn man in einem Club zu einer geilen Band die Haarpracht, so noch vorhanden, schüttelt, muss man den verlorenen Schweiß mit einem isotonischen Getränk wieder ausgleichen. Und da ist Bier am besten geeignet. Wenn man nicht gerade fahren muss…. Und wenn die Band scheiße ist, kann der holde Gerstensaft zum Schöntrinken verhelfen.

Aber um was es hier gehen soll, ist dieser komische Trend mit den sogenannten „Craftbieren“. Kommt natürlich aus den USA. Logisch. Dort haben unabhängige Kleinbrauereien irgendwann in den 70er Jahren beschlossen, Bier wieder nach traditionellen Methoden zu brauen. Das Ganze ist typisch amerikanisch etwas merkwürdig. Als „klein“ dürfen sich dort Brauereien bezeichnen, die eine Jahresproduktion von 9,5 Millionen Hektolitern nicht überschreiten. Das muss man mal gaaaanz langsam in die Kehle sickern lassen. 9,5…..Millionen….Hektoliter….Leute, das sind 1,9 Milliarden Halbe. Und das ist dann eine Kleinbrauerei? Ach ja, und sie dürfen zu maximal 25% einem Großkonzern gehören, um als unabhängig zu gelten…geht’s noch?
Aber vom Ami lernen heißt aufblähen lernen, und so ist der Trend auch nach Europa gesickert, und da auch eben in Deutschland. Das Angebot an Craftbieren ist mittlerweile so immens, dass der hiesige Getränkemarkt eine eigene Abteilung dafür eingerichtet hat. Es ist eben Trend. Kommt aus Amerika, juchhu! Dass in Deutschland Kleinstbrauereien schon immer existierten und existieren, dass 95% der deutschen Brauereien einen Jahresausstoß von 200 000 Hektolitern nicht überschreiten, dass regionale Biere, Kleinstbrauereien, die nur ihren eigenen Ausschank bestücken, Tradition sind – völlig egal.

Hey, die Amerikaner haben entdeckt, dass man Bier auch so brauen kann, dass es schmeckt! Bier, das man trinken kann! Tolle Erkenntnis. Machen wir jetzt auch. Halloooooooo? Wohnt da oben noch jemand? Das einzige, was diese Craftbiere wirklich sind, ist teuer. Dass nach amerikanischer Einteilung fast alle deutschen Biere Craftbiere sind, scheint keiner zu merken. Bloß weil ein Trend von Amerika herüberschwappt, drehen hier alle hohl, und meinen, sie hätten den Stein der Weisen gefunden. Das war wie damals mit Jägermeister. Das war hier der Magenberuhiger für alte Herren mit Gamsbarthut, Lederhose und CSU-Parteibuch, um die drei Schweinshaxen zu verdauen. Und was passiert? Die Amis entdecken den Kräuterkommodenlack und bumm: Jägermeister wird zur Trendmarke. Was ganz Neues.

Irgendwie isses doch immer dasselbe. Wie beim Metal. Die Amis haben den Metal aus Europa genommen, und was am Ende herauskam, waren hochtoupierte Haarsprayfrisuren und pinkfarbene Spandex-Leopardenhosen. Und in Europa gingen alle hohl und bald gab es die Kasper auch hier. Und jeder wollte den amerikanischen Markt bedienen.

Leute, am Wochenende sind hier in Ludwigsburg Brautage. Es gibt hier nämlich zwei Brauereigaststätten, die ihr eigenes Bier, nur für den Eigenausschank brauen. Und die nennen ihre Biere nicht Craftbiere. Die wissen nämlich, dass es gute Biere sind, und müssen nicht mit irgendeinem Etikett daherkommen, welches als Verkaufsargument dient. Es muss nicht darauf hingewiesen werden, dass man gutes Bier braut. Das gehört sich nämlich so.

Prost!

Euer Maik

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