Grai – Mlada 5/6

Grai-MladaNoizgate Records
Bewertung: 5/6 -> Mächtig
Songs: 11
Spieldauer: 44:14

Was einige Russen schon immer gut konnten, war bzw. ist Folk und Pagan Metal. Dies beweist das 2005 gegründete Quintett GRAI aus Nabereschnyje Tschelny mit dem vorliegenden Album „Mlada“ einmal mehr. Fans der schon längst zu Szenegrößen avancierten Moskauer Band Arkona kommen hier gleichermaßen auf ihre Kosten wie Verehrer des Urgesteins Alkonost , der lettischen Legende Skyforger oder Pagan Reign. Besetzt mit zwei Damen an den Vocals und der Flöte sowie einer Gitarre, einem Bassisten (der auch für die Growls verantwortlich zeichnet) und einem Trommler entwickelt die Kombo mit schnellen Gitarrenläufen, heiteren Flötenmelodien, Maultrommelexzessen und stimmungsschweren Gesangsstimmen ein klangliches Ergebnis, das von Anfang an zum Hüpfen, Hörnerheben und Haareschütteln animiert. Daneben bleibt aber auch noch Platz für die auf Folk Metal-Alben fast schon obligatorische Ballade und den reinen Instrumental-Song.

Als Anspieltipp gilt hier: Am Anfang starten! Denn obwohl die ersten Takte des Openers „Beard“ klingen wie Cat Stevens auf Speed, sorgt die Flöte von Aliya „Leta“ direkt im Anschluss für Klarheit darüber, was man erwarten darf, bevor der Rest der Band losbrettert und, abwechselnd zwischen Growls und hervorragenden Clean Vocals zwar mehr an Arkona erinnert als manch anderes Stück des Albums, aber dennoch keinen Zweifel daran lässt, dass man hier auch live gern mal ganz vorne stehen würde.

Das nunmehr dritte Album der Tataren erfindet das Rad nicht neu, überzeugt aber stilistisch und qualitativ vollkommen. Wer sich in dem Genre zu Hause fühlt und nach ausgiebiger Headbangerei auch mal gern die Augen schließt und genießt, wird „Mlada“ eine Menge abgewinnen können. Und für alle anderen taugt die Scheibe definitiv immer noch als Kopfhörer-Soundtrack zum Wandern oder als Metvernichtungsbegleitmusik.

https://www.facebook.com/GRAI.folkRussia

https://grai.bandcamp.com/