Forgotten Silence Interview

Nile mögen im Moment die großen Abräumer im Deathmetal sein, doch daß man es auch in Europa versteht, Todesblei mit technischem Anspruch und ägyptischem Konzept zu fabrizieren, beweisen Forgotten Silence aus Tschechien auf ihrer aktuellen CD mit dem mysteriösen Namen ‘Ka Ba Ach’. Die genannten Zutaten werden von der Band jedoch komplett anders verarbeitet, als es bei ihren amerikanischen Knüppelkollegen der Fall ist. So beschränkt sich der ägyptische Einfluß nicht auf die Texte, sondern findet auch in der Musik einen Platz, zudem kommt das spieltechnische Vermögen der Musiker in Ausflügen in stilfremde Gegenden zur Geltung. Bassist, Sänger und vermutlicher Simpsons-Fan Krusty beantwortete meine neugierigen Fragen:

Zunächst mal bat ich ihn, zum Marketingstrategen zu mutieren und ‘Ka Ba Ach’ dem Metalvolk anzupreisen:
‘Hallo, Eternity! Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht so recht, wie ich ‘Ka Ba Ach’ denn nun genau den Leuten schmackhaft machen soll… Vielleicht so: Hey, Metalheads!!! Das ist verdammt guter Stoff, ihr könnt definitiv nicht weiterexistieren, ohne die CD- und die Kassettenversion zu besitzen! Exzellente Musizierkunst, vollkommen originelle Musik…wir sind die beste Band auf dieser dreckigen Erde! Hehe, Sebastian, ist natürlich nur Spaß. Eigentlich ist meine Einstellung zu der Marketinggeschichte für ein Album von uns eher die: Liebe es oder hasse es, wir haben jedenfalls unser Bestes gegeben, um es erfolgreich abzurunden. Testet es einfach an, wenn ihr wollt.’

Auf die Frage nach den Ähnlichkeiten und Unterschieden zu den eingangs erwähnten Nile ist Krusty hingegen bestens vorbereitet…
‘Oh ja, der Vergleich mit Nile, nur zu!’ scherzt er. ‘Du darfst uns gerne mit ihnen vergleichen, ich denke aber, daß diese US-Death-Meister auf dem Deathmetalgebiet absolute Spitze sind, mit der wir nicht ganz mithalten können. Karl und Co. sind unfaßbar talentierte Musiker, deren musikalische Fähigkeiten, Gitarrenwälle und zerfetzenden Drums ich absolut bewundere. Auch wenn diese Antwort vielleicht vorhersehbar ist: Ich selbst sehe keine Ähnlichkeiten zwischen Forgotten Silence und Nile. Wir ziehen unser Ding durch und sie ihres. Sie sind im Vergleich zu uns weitaus düsterer und härter. Es ehrt mich aber natürlich, wenn ich lese, daß Forgotten Silence sowas wie die tschechische Variante der allmächtigen Nile wären, denn ich liebe alle drei Alben von Nile, sie sind wahrscheinlich meine Lieblingsdeathmetalband.’

Schwerer fällt es ihm da, über die eigene Musik Auskunft zu geben:
‘Es ist nicht so leicht, über die eigene Band zu reden. Ich weiß nicht, ob wir wirklich vollkommen eigenständig sind, was wir aber mit Sicherheit bieten können, ist sehr facettenreiche Musik, die Elemente aus den Bereichen Death, Thrash, Doom, Rock und vielleicht sogar Pop und Ambient verbindet. Ach, Scheiße, immer diese Stildefinitionen. Hört euch lieber ‘Ka Ba Ach’ oder älteres Material von uns an und verschafft euch einen eigenen Einblick.’

Wenn eine Band ein komplettes Konzeptalbum über Ägypten herausbringt, stellt sich die Frage, ob die Texte der Jungs sich dabei nur auf Bücher und Dokumentationen gründen oder selbst Eindrücke aus erster Hand vor Ort gesammelt wurden…
‘Ich war ’99 und 2000 in Ägypten. Es war verdammt teuer und gleichzeitig verdammt geil. Daher bereue ich es auch nicht, die Tage dort waren sicherlich die bislang aufregendste Zeit in meinem Leben. Ich werde so bald wie möglich wieder dorthin zurückkehren. Vermutlich werde ich Ägypten wieder im nächsten Jahr einen Besuch abstatten und diesmal länger als 3 Wochen bleiben. Drück’ mir die Daumen, denn es ist nicht gerade einfach, so einen Trip zu organisieren. All die schönen und interessanten Dinge, die ich gesehen hab’, in ein paar Worten zu beschreiben, ist ein Ding der Unmöglichkeit…die arabische Kultur ist so verschieden von unserer, sei es die Architektur, die Musik, die Geschichte oder die Religion…vor allem aber ist es einfach die einzigartige Atmosphäre im Land des Nils. Ich bekam dort so viel Inspiration, wieso sollte ich sie nicht für Forgotten Silence nützen?’

Nicht erst auf der neuen Platte ist ein textliches Konzept vorhanden, dies scheint schon seit den Anfängen der Band gewissermaßen eine Tradition bei Forgotten Silence zu sein.
‘Das neue Album ist zwar schon auch wieder ein Konzeptalbum’, schränkt Krusty meine Vermutung ein, ‘aber nicht im eigentlichen Sinne des Wortes. Die Vorgänger ‘Senyaan’ und ‘Thots’ waren hundertprozentige Konzeptalben, in denen jeder Song mit dem nächsten eng zusammenhängt und alle zusammen eine Geschichte ergeben. Auf ‘Ka Ba Ach’ ist dies nicht der Fall, über allen Texten schwebt lediglich ein Hauptthema, und das ist Ägypten, mehr nicht. ‘Rostau’ behandelt die ursprünglichen Begräbnisrituale und die ägyptische Vorstellung vom Jenseits. ‘Saqqara’ hingegen ist eher eine Art Beschreibung eines Friedhofes nahe Kairo, genauer gesagt den königlichen Komplex von Djoser. ‘Vaset’ erzählt die Geschichte eines verrückten Mannes, der im Tal der Könige Selbstmord begeht. ‘Ipet Isut’ beschäftigt sich mit der Frage, ob es gut ist, seinen Göttern Paläste zu bauen. Den Anstoß gab mir da der Karnaktempel, einer der größten dort. ‘Idfu’ handelt von religiösen Zeremonien und der Blindheit der Leute. Und abschließend singe ich in ‘As Suwais’ über die Dummheit der Menschheit mit ihrem Haß und ihrer Hoffnungslosigkeit.
Musikalisch hätte ich gerne noch viel mehr orientalische Tonleitern und Melodien auf ‘Ka Ba Ach’ eingebaut, es ist jedoch sehr schwer für Europäer, solche Musik zu komponieren.’

Nachdem schon sehr oft der Name des Albums, ‘Ka Ba Ach’, genannt wurde, sollte nun eigentlich geklärt werden, was sich dahinter verbirgt.
‘Ka, Ba und Ach sind gewissermaßen drei Teile der Seele im alten Ägypten gewesen. Ka ist der für Opfer empfängliche Teil der Seele, Ba fliegt zwischen Himmel und Erde. Was Ach angeht, so weiß niemand genau, was es nun bezeichnet…der Begriff exisitert aber definitiv.’

Ähnlich obskur erklärt der Herr den Namen seiner Band:
Forgotten Silence ist ein Symbol für etwas Totes, etwas, das gerade nicht existiert. Es ist zugleich die Harmonie zwischen Mensch und Natur, es ist innere Unabhängigkeit, steht für alle wahren menschlichen Empfindungen: Liebe, Respekt, Toleranz. Für uns ist die vergessene Stille etwas Abstraktes. Die Stille inmitten eines verschneiten Waldes weit weg von allen menschlichen Behausungen kommt allerdings ein Stück weit an das heran, was wir damit auszudrücken versuchen.’

Äh, ja…alles klar? Weniger kryptisch gibt sich Krusty, wenn es um die verwendeten ägyptischen Instrumente geht.
‘Wir haben ägyptische Glockenspiele sowie Sand von Sakkara und Giza als Percussions verwendet. Andere exotische Instrumente, die auf ‘Ka Ba Ach’ zum Einsatz kamen, waren Kongas und argentinische Percussions…wobei die natürlich eindeutig nicht ägyptisch sind, hehe…Ich denke, es ist eine gute Idee, die Lieder über Ägypten auch mit dem entsprechenden Instrumentarium auszustatten. Sowas macht die Songs noch etwas interessanter. Ich liebe den Klang dieser Instrumente, sie bringen mich gewissermaßen in eine andere Welt. Wir werden versuchen, in Zukunft noch mehr solche Percussionteile einzubauen, so wie bei den Zwischenspielen bei Nile, bei den Göttern Orphaned Land oder bei Natacha Atlas, dort finde ich sowas total faszinierend.’

Klären konnte Krusty auch, was sich hinter dem seltsamen Titel ‘FL2C’ und dem dazugehörigen Instrumental verbirgt.
‘Das steht für ‘From Luxor To Cairo’ und stellt die Schnittstelle zweier Teile auf ‘Ka Ba Ach’ dar. Der Track ist ein auf dem Baß basierendes Zwischenspiel, welches eine nächtliche Zugfahrt durch das schlafende Ägypten versinnbildlichen soll. Mein Hauptziel war es, die Atmosphäre der monotonen Rhythmen der Zuggeräusche einzufangen.’

Zwischen ‘Ka Ba Ach’ und dem Vorgängeralbum ‘Senyaan’ macht Krusty erwartungsgemäß einige Unterschiede aus.
‘Das ‘Senyaan’-Album war weitaus depressiver, alles drehte sich um Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und Zukunftsangst. ‘Ka Ba Ach’ ist dagegen eher ein Album mit Dokumentcharakter. Damit meine ich, daß wir es uns verkneifen, zu urteilen, was gut oder schlecht ist, sondern einfach darüber singen. Gewissermaßen wirkt die Platte wie eine Post-karte aus einem fernen Land (Was allerdings den vielschichtigen Klängen auf ‘Ka Ba Ach’ nicht gerecht wird, finde ich – Anm. d. Verf.).
Musikalisch hat sich auch einiges geändert, was sicher mit an den neuen Gesichtern im Forgotten Silence-Bandgefüge liegen mag. Drei der Songs hat noch der ‘Senyaan’-Drummer Chrobis eingeprügelt, bei zwei weiteren jedoch ist unser alter und neuer Drummer Milon zu hören, der schon auf ‘Thots’ mit von der Partie war. Desweiteren fehlen die Keyboards diesmal mit Ausnahme der Zwischenspiele. Zuletzt ist da auch noch der neue zweite Gitarrist Biggles, der nach der Split-EP mit Notre Dame zur Band stieß. Die neuen Songs sind etwas kürzer ausgefallen, ein 20-Minuten-Epos wie ‘(In) The Marble Halls III’ sucht man vergeblich. Das soll aber nicht heißen, daß wir an Komplexität verloren haben und nun mit einem flotten Hit die Top Ten knacken wollen, hehe…Auf keinen Fall! Die neuen Kompositionen wurden nur einfach dichter arrangiert. Der längste Song ist der Opener ‘Rostau – The Sandwaves’ mit an die zwölf Minuten.
Ein weiterer Unterschied ist deutlich bei der Produktion zu spüren. Diesmal sind wir in das in der Tschechei sehr bekannte Hacienca-Studio zur Aufnahme eingefallen. Sie sind auf Rock und Metal spezialisiert, was dem Sound anzuhören ist. Das Studio gehört einem der besten Gitarristen der Tschechei, Dodo Dolezal, der schon mit Malmsteen- und Michael Schenker-Musikern zusammengearbeitet hat. Vor uns haben auch schon Bands wie Silent Stream Of Godless Elegy, Promises und Darkside dort aufgenommen. Chroming Rose wollen auch bald dort Aufnahmen machen, was wohl für die Qualität des Studios spricht. Für uns kam sicherlich der härteste und beste Sound unserer Laufbahn heraus.’

Neben den Deathmetalparts gibt es im Sound jedoch auch so einige andere Elemente. So meine ich, in vielen der Songs einige jazzige Teile ausgemacht zu haben, was Krusty jedoch anders sieht.
Zunächst einmal will ich klarstellen, daß wir echten Jazz gar nicht spielen können. Unsere Tonleiter und Rhythmen mögen manchmal ein wenig nach Jazz klingen, mit richtigem Jazz hat das aber nichts zu tun, die Jazzer sind dazu viel zu fit auf ihren Instrumenten. Unsere Tendenzen in diese Richtung kannst Du getrost als Pseudojazz oder als billige Jazzimitation bezeichnen, hehe. Wir haben aber Gefallen daran gefunden. Jazz kann sehr gute Musik sein, und wir lieben gute Musik…auch wenn wir sie nicht zu 100% nachspielen können, haha. Musik wird einfach bereichert, wenn man verschiedene Stile inein-anderfließen läßt. Und genau das ist unser Ziel. Geradeaus losgehender Deathmetal ist gut und schön, aber nach ‘ner halben Stunde kann die Chose sehr leicht auch langweilig werden…Hinzu kommt, daß die verschiedenen Stile, seien es Deathmetal, Thrash, Doom oder Punk (immer diese nervigen Schubladen…), meistens hauptsächlich ein einziges Gefühl transportieren, z.B. Aggressivität, Trauer oder Auflehnung. Vermischt man ein paar dieser Stile nun aber, so wird die Musik viel interessanter und voll verschiedenster Gefühle.’

Im letzten Interview mit der Band ließen die Tschechen bereits anklingen, daß sie mit Livegigs ein wenig auf Kriegsfuß stehen…ob sich daran in der Zwischenzeit etwas geändert haben mag?
‘Nein, das ist nach wie vor so, die Studioarbeit wird weiterhin für uns mehr Wichtigkeit besitzen. Bislang haben wir sieben Auftritte gehabt, die sicherlich eine gute und nützliche Erfahrung für uns waren, gerade wenn man bei bekannteren Bands ein wenig über die Schulter schauen kann. Für uns waren diese Auftritte hauptsächlich eine Gelegenheit, zu zeigen, daß wir unser Material auch live spielen können, und den Fans ein paar ihrer Faves vorzuspielen. Und last but not least wollen wir ja auch mit Gigs die CD-Verkäufe ein wenig ankurbeln, um unserem Labelboss, der viel Geld in Forgotten Silence gesteckt hat, eine Freude zu machen. Die Auftritte waren auch alle ziemlich o.k. Gut, wir selbst hören schon immer wieder kleinere Fehler, was aber normal ist und wir diese vermutlich als einzige bemerkt haben. Auch wenn’s ein bißchen angeberisch klingen mag: Die Leute mochten unsere Shows. Vor allem unser Auftritt beim Dynamo North Power Jam Fest ’99 war großartig dank unserer Fans dort. Und das Prager Publikum war beide Male auch fantastisch.’

Die Band bekam zudem die Chance, für die Bay Area-Legende Testament zu eröffnen.
‘Testament sind absolute Profis. Sie hatten einen exzellenten Sound, eine großartige Lichtshow und ein total ausflippendes Publikum…und sie haben es verdient. Ich fühlte mich sehr geehrt, vor ihnen auf die Bretter zu gehen, auch wenn’s wohl eher vom Label arrangiert wurde, Chuck Billy hat vermutlich noch nie was von Forgotten Silence gehört, hehe…Für uns war es ein wahrgewordener Traum, so wie damals ’93, als Medved, Milon und ich mit unserer damaligen Death/Thrash-Band Sax mit Atheist gespielt haben. Wer weiß, vielleicht klappt es dieses Jahr noch, daß wir die Bühne mit unseren Faves Misantrophe teilen, da ist allerdings noch nichts sicher.’

Was beim Blick ins Inlay der neuen CD auffällt, ist, daß sieben Musiker aufgeführt werden, aber nur vier davon auf dem Bandphoto zu sehen sind…
‘Medved (Gitarre), Hanka (Gesang), Biggles (Gitarre) und ich, wir sind der harte Kern von Forgotten Silence, die anderen drei waren eher Gastmusiker. Unser Drummer Chrobis hat uns im Mai letzten Jahres verlassen, er spielte aber noch die Tracks ‘Rostau’, ‘Saqqara’ und ‘Ipet Isut’ für uns ein. Milon, der bereits ‘Thots’ mit uns aufgenommen hatte, sprang dann bei ‘Vaset’ und ‘As Suwais’ ein. Unser eigentlicher Studiotermin war nämlich eigentlich erst für Juli geplant. Bis dahin entstand ‘Vaset’ erst, während ‘As Suwais’ schon mit Chrobis eingeprobt worden war. Die Zwischenspiele wurden mit Ausnahme von Biggles’ Solotrack ‘Syene’ von mir und Iggy programmiert. Iggy ist ein alter Freund von uns, er spielte früher bei Hypnos und konzentriert sich nun auf sein XYZ-Projekt, bei dem auch Musiker von Dark Gamballe und Forgotten Silence mitwirken. Die Zwischenspiele mit den vielen Percussions haben wir gleich bei ihm in seinem Heimstudio aufgenommen, was sehr praktisch und angenehm war. Eigentlich wollten wir sogar ein Bild mit allen sieben Mitwirkenden ins Inlay setzen, doch Chrobis war von der Idee nicht sehr begeistert, so daß wir letztlich einfach ein Bild nur mit uns vier festen Mitgliedern genommen haben.’

Nach dem Abgang von Keyboarderin Hanka (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Sängerin) sollte eigentlich Ersatz her, doch es kam anders…
‘Hanka verließ die Band im September ’99, und es ist sehr schwer, hier in der Tschechei einen guten Ersatz für sie zu finden. Wir fragten dann Tom von Dark Gamballe, ob er einige Keyboards für ‘Ka Ba Ach’ einspielen wolle, haben uns letztlich dann aber dazu entschieden, keine Synthies auf das Album zu bringen. Ich finde, daß das Album dank der beiden unterschiedlichen Gitarrenstimmen Keyboards nicht nötig hat. Wir wissen nicht genau, warum Chrobis und Hanka die Band verließen, vermutlich waren sie mit der Zusammenarbeit der Band unzufrieden. Wir sind jedenfalls nach wie vor ohne Keyboarder, vielleicht läuft uns ja eines Tages der richtige über den Weg.’

Die beiden angesprochenen ‘Abtrünnigen’ sind mittlerweile bei Love History gelandet…noch lange kein Grund für böses Blut zwischen den Bands, wie Krusty zu berichten weiß:
‘Wir sind gelegentlich in Kontakt und ich wünsche ihnen das beste. Es war sehr schön, gerade mit Chrobis zusammenzuspielen, er ist ein verrückter Kerl und ein guter Drummer. Ich hoffe für ihn, daß er mit Love History zufrieden und glücklich wird. Ich liebe nach wie vor die MCD ‘Desires’ von Love History, ein tolles, atmosphärisches Stück Doommetal. Ihre ‘Galileo, Figaro, Magnifico’ Platte hingegen leidet daran, daß sie erst vier Jahre nach den Aufnahmen veröffentlicht wurde, klingt inzwischen ein wenig altmodisch. Ihr neuestes Werk konnte ich noch nicht hören.’

Wer dem Werdegang der Band ein wenig gefolgt ist, wird feststellen, daß auf dem aktuellen Album erstmals die einst so obligatorische Enya-Coverversion fehlt. Krusty klärt auf:
‘Insgesamt haben wir im Laufe der Jahre drei Songs von Enya gecovert, vermutlich ihre besten. Wir sind große Fans ihrer Alben wie ‘The Celts’, ‘Watermark’, ‘Shepherd Moons’ und ‘The Memory Of Trees’. Ihre neuen Alben finden wir zwar auch nicht schlecht, aber wir vermissen eine gewisse Weiterentwicklung. Vielleicht waren wir ja aber auch nur so sehr mit unseren eigenen Songs beschäftigt, hehe, daß wir darüber vergessen haben, eine Coverversion einzustudieren! Beim nächsten Mal dann wieder, o.k.?’

Enya scheint allerdings einer der wenigen gemeinsamen Nenner zu sein, wenn man sich so die anderen Faves der einzelnen Forgotten Silence-Musiker anschaut:
‘Biggles ist ein großer Fan von Anathema und Konsorten, Milon hört ausschließlich Jazz und Pop, während Medved ein alter Thrashfan ist. Daher hätten wir sicher Probleme, uns auf eine Coverversion einer anderen Band zu einigen. Medved wäre für einen Slayer-Song, vielleicht auch noch für was von Saxons ‘Crusader’-Album sowie ‘Changes’ von Yes. Mit letzterem kann ich mich auch anfreunden, ganz egal welcher Song. Sie sind auf all ihren Alben einfach der Hammer. Ansonsten noch was von Natacha Atlas, Tom Waits, Mercyful Fate und A-Ha. Hanka hingegen könnte sich eine Neubearbeitung von Songs von King Diamond, Madonna, The 3rd And the Mortal, Republica und The Gathering sowie 2Unlimited vorstellen. Versuch’ da mal, zu einer Übereinstimmung zu kommen, hehe!’

Im letzten Eternity-Interview berichtete Chrobis von der Idee, einen 140-Minuten-Song als nächstes Album zu veröffentlichen. Was mag dazu wohl das Label Redblack sagen?
‘Oh, unser Label hat sich schon an unsere verrückten Ideen gewöhnt. Das mit dem 140-minütigen Song war allerdings ein Scherz. Wobei ‘Senyaan’ immerhin als Gesamtwerk 100 Minuten lang war…Aber ich glaube, unter einem 5-CD-Boxset mit einem einzigen Song machen wir es gar nicht mehr, hehe! Das wäre doch was!’

Zum Abschluß möchte Krusty dann noch ein paar Danksagungen und Grüße loswerden:
‘Danke erstmal für die Möglichkeit, in einem der besten Magazine zu erscheinen (nur weiter so, nicht aufhören, hehe – Anm. d. Verf.). Einen Gruß an alle Fans guter Musik und vor allem an unsere Freunde in Deutschland! Glaubt an euch selbst…und zur Hölle mit den Nazi-Arschlöchern!’

Und so bleibt nur noch, euch ein Anchecken von ‘Ka Ba Ach’ ans Herz zu legen und die Kontaktadresse der Band zu nennen, falls ihr mit dieser vielversprechenden Band direkt in Kontakt treten wollt:
Forgotten Silence, Alexandr Novácek, Máchova 487, Rosice u Brna, 66501, Tschechische Republik, e-mail: fallon@centrum.cz

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