Endura “Elder Signs” 4/6

Red Stream
Bewertung: 4/6
Spielzeit:
Songs: 0

Die wunderschön aufgemachte Doppel-CD, auf der die beiden Endura-Mitglieder Stephen Pennick und Christopher Walton einen Überblick über ihre Schaffensperiode zwischen 1993-1995 geben, ist ein Trip durch die menschliche Seele. Zarte Flötenmelodien (‘Colours’) wechseln sich ab mit bedrohlich wirkendem Kreischen von metallischen Gegenständen, tiefe Didgeridoo-Klänge (‘Stelluris’) ergänzen sich mit Vogelgezwitscher und gesprochenen Wortfetzen der beiden Künstler. Wer einen Soundtrack zu einem abgedrehten Kunstfilm sucht, wird an ‘Elder Signs’ seine helle Freude haben. Auch Drogen-Fanatiker, die sich die passende musikalische Untermalung für einen extravaganten Abend wünschen, sind bei Endura an der richtigen Adresse. Als schwermetallischer Vergleich könnten allein die genialen Neurosis herhalten – allerdings lösen sich die beiden Briten im Gegensatz zu der amerikanischen Düster-Truppe streckenweise völlig von herkömmlichen Songstrukturen und lassen ihrem kompositorischen Geist freien Lauf. Fazit: nichts für den Normal-Hörer, sondern nur für total ausgeklinkte Gestalten – die sollten jedoch definitiv ein Ohr riskieren.
(Review aus Eternity #13)