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Dark Order Interview

16 Oktober 2006

DARK ORDER kommen aus Sydney und sind meiner bescheidenen Meinung nach das derzeitige Maß aller Dinge im Thrash Metal. Das zweite Album des Quartetts, „The Violence Continuum“, bekam von mir erst kürzlich die Höchstnote.

Meinen Fragen stellte sich Frontmann Raul, seines Zeichens Vollblutmetaller und fanatischer Star Trek-Fan.
Und jetzt haltet euch fest und folgt uns ins „Violence Continuum“!!!

Ok, laß’ uns dieses Interview im Twisted Sister-Style beginnen!!
Who are you?

Ich bin Raul Ignacio Alvarez Garcia, der Frontmann und Gitarrist von DARK ORDER….
El comondante en Jefe de exercito del Orden Obscuro…
Bis jetzt war ich immer für den Löwenanteil der Musik, des lyrischen Konzeptes und der visuellen Präsentation von DARK ORDER verantwortlich.

Where do you come from?

I come from the land down under, where women glow and men thunder…
Manchmal wird dieses Land auch Australien genannt, aber nur, wenn der Name beim Biertrinken gerüplst wird. „Australien“ ist die gerülpste Form von „Down Under“.

Meine wahre Heimat ist aber Chile, mein Erbe und mein Blut sind hundertprozentig chilenisch!! Genau wie bei Tom Araya, übrigens…

What do you wanna do with your life?

I WANT TO CRUSH THIS PATHETIC WORLD WITH THRASH METAL!!!
FUCK RAP, FUCK TECHNO!!!

Die korrekte Antwort wäre aber ,,I Wanna Rock!!!’’ gewesen…

Wer möchte das nicht?

Ok, jetzt mal ein paar ernsthaftere Fragen! Laß’ uns mal über die Wurzeln von DARK ORDER und die Vorgängerband VANADIUM sprechen…

Also in Wirklichkeit handelt es sich um ein- und dieselbe Band. Ich musste den Namen 1995 ändern, weil eine Band aus Westaustralien Ansprüche darauf erhoben hatte. Der Name DARK ORDER kommt aus einem Song, den ich zum damaligen Zeitpunkt schon geschrieben hatte. Der Song heißt „The Dark Order“ und handelt von Bram Stokers Roman „Dracula“.
Als ich siebzehn war, wollte ich unbedingt eine Band haben, die wie Metallica klingt. Mein Bruder Marco, der auf unserem Debütalbum „5000 Years Of Violence“ Schlagzeug spielt, hat mir Metallica nähergebracht und als ich den Videoclip zu „One“ sah, wusste ich, dass ich eine Thrash Metal-Band gründen musste. James Hetfield sah einfach so verdammt cool aus!!
Also bin ich losgezogen und habe mir eine Ibanez Destroyer gekauft. Später ist dann noch eine Gibson Explorer dazugekommen.

Ich fing also an, James Hetfield zu imitieren, denn ich wollte ebenfalls singen und Rhythmusgitarre spielen.
Kurz darauf entdeckte ich Slayer, Iron Maiden, Sepultura, Exodus und Anthrax. Diese Bands lernte ich wiederum durch meinem Bruder Marco kennen. Diese legendären Metal-Combos legten das Fundament für den Sound meiner eigenen Band.
Im Jahr 1992 entstand also Vanadium und jetzt, vierzehn Jahre später, kannst Du das Ergebnis hören…

Stell’ unseren Lesern doch mal das aktuelle Line Up vor!

Momentan sieht’s folgendermaßen aus:

Raul Ignacio Alvarez Garcia – Lead Vocals, Gitarre

Sean Veale – Bass und Backing Vocals

Bryn Morrow – Drums

Michael Demov – Gitarre (Michael verläßt uns gerade aus familiären Gründen)

Diego Cavieres – Gitarre (Diego ersetzt Michael)

Sean ist der beste Bassist, mit dem ich jemals zusammengearbeitet habe. Der Mann weiß so unglaublich viel über Musik, ganz zu schweigen von seinen Fähigkeiten am Bass. Außerdem ist er ein absoluter Heavy Metal-Fanatiker!! Er kennt so verdammt viele Bands aus der Vergangenheit und aus der Gegenwart, ich bin immer wieder erstaunt über sein enormes Metal-Fachwissen. Mal abgesehen davon ist er der netteste und warmherzigste Mensch, den Du jemals treffen wirst.

Bryn ist der beste Drummer, den diese Band bisher hatte. Ich meine es ernst, wenn ich sage, daß er wirklich alles spielen kann, was man ihm zuwirft. Ich hab’ noch nie mit einem so talentierten Drummer zusammengearbeitet. Er kann außerdem noch Gitarre spielen und hat schon viele großartige Riffs für uns geschrieben. Er hat außerdem ein Talent dafür, Songs zu strukturieren und ihnen Wiedererkennungswert zu geben.
Bryn ist ein sehr ruhiger Typ, der eine angenehm gelassene Art an den Tag legt. Er ist kein bisschen eingebildet oder stur. Ein wirklich toller Kerl.

Dann ist da Michael Demov, der Mann von Black Reign. Nachdem das alte Line Up im Februar 2005 die Biege gemacht hatte, war Michael wesentlich am Aufbau der neuen Besetzung beteiligt.
Michael ist sehr ernsthaft und seine sehr gewissenhafte, konzentrierte Arbeitsweise hat DARK ORDER sehr weitergebracht. Er ist gut darin, Dinge zu organisieren und dann durchzuziehen. Ich bewundere ihn für seine geradlinige, organisierte Art.

Er hat mir viel über das Geschäft beigebracht. Ich habe von ihm gelernt, wie man eine Band vorantreibt und wie man alle Fäden in der Hand behält.
Wir sind alle ziemlich traurig, daß er uns aus familiären Gründen verlassen wird, aber wer bin ich, daß ich mich seiner Familie in den Weg stelle?? Michael wollte eigentlich auch nicht gehen, aber es hätte zeitlich einfach nicht mehr gepasst. But the show must go on. Wir werden auf jeden Fall in Kontakt bleiben, weil Sean und ich versprochen haben, seine Hap Ki Do-Kurse zu besuchen.

Der neue Mann an Bord heißt Diego Cavieres und kommt geradewegs aus Chile. Er kann phantastisch Gitarre spielen. Er wird im Januar 2007 in die Band kommen. Wir planen einen Abschiedsgig und eine Abschiedsparty für Michael.

Dieses Line Up ist das beste, das ich jemals hatte…Ich werde es hüten wie einen Topf voll Gold!!!

Wo liegen Deine Einflüsse?

Das sind Bands wie Slayer, Testament, Morbid Angel, Sacred Reich, Vio-Lence, Iced Earth, Nevermore, Manowar, Anthrax, Undercroft, AC/ DC, Judas Priest, Iron Maiden, Cannibal Corpse, Exodus, Death Angel, Dark angel, Exhorder, Pantera, Black Sabbath, Queensryche, Annihilator, S.O.D. und OverKill. Außerdem höre ich gerne Sachen von Jerry Goldsmith, John Williams, Wojciech Killar, Wagner, Mahler, Intellemani, Illapu, Sol y lluvia und Victor Jara.
Victor Jara ist der weltbekannte chilenische Folk-Sänger, der am 13. September 1973 von den Schergen des Pinochet-Regimes gefoltert und getötet worden ist. Jara starb zwei Tage nach dem Militärputsch vom 11. September 1973 im Nationalstadion. Am 11. September 1973 nahm die U.S.-Regierung Chile seine Freiheit…

Aber zurück zur Musik: Alle eben genannten Bands und Musiker haben einen mehr oder weniger direkten Einfluss auf den Sound von DARK ORDER gehabt.

Jetzt, wo Sean in der Band ist, sind natürlich noch ein paar neue Einflüsse dazugekommen. Diese Einflüsse werden auch auf unserem dritten Album zum Tragen kommen.
Sean mag Bands wie Asphyx, Baltak, Bathory, Blood Red Throne, Cancer, Celtic Frost, Alice Cooper, Coroner, DarkThrone, Death, Deicide, Destruction, Eternal Solstice, Entombed, Hellhammer, Kreator, Mayhem, Messiah, Morbid, Necrodeath, Pentacle, Pentagram (Chile), Pestilence, Possessed, Protector, Slaughter (Canada), Sodom, Thanatos und Vital Remains.

Bryn mag u.a. Tool, Dimmu Borgir und Nile. Seine Einflüsse kommen von diesen Bands und von zahlreichen Schlagzeugern aus komplett anderen Musikgenres.

Unser drittes Album wird sehr interessant werden. Wart’s nur ab…

Erzähl’ doch mal ein bisschen was über das Science Fiction-Konzept hinter DARK ORDER!

Ok, das geht komplett auf meine Kappe. Ich bin ein RIESIGER Fan von Star Trek und Kampfstern Galactica. Das alles fing Mitte der Achtziger an, als ich noch sehr jung war. Die Bilderwelt der Science Fiction hat eine ganz eigene, fanszinierende Kraft. Kein V8 Muscle Car und keine Harley Davidson kann es mit der Macht eines Kampfsterns oder eines Föderationsschiff der Sovereign-Klasse aufnehmen!! Warum sollte man ein Poser sein, wenn man Commander eines interstellaren Schlachtschiffs sein kann?? Hahahaha…

Die Philosophie von Star Trek hat sich in großem Stil in meine Lyrics eingeschlichen. Ich glaube an eine positive Zukunft für die Menschheit und die Erde. Das bedeutet, daß man die heutigen Zustände genau beobachten und analysieren muß. Ich glaube, daß die Menschheit eines Tages stark genug sein wird, um sich von den Fesseln der Religion zu lösen, genau wie es bei Star Trek der Fall ist. Bei Star Trek ist die Erde friedlich, befreit von religiösem Fanatismus und Rassismus.
Die Science Fiction-Geschichten von DARK ORDER beschreiben die Kämpfe, welche die Menschheit noch auszutragen hat. Es wird noch großes Unheil auf die Menschen zukommen, bevor sie all ihre Probleme gelöst haben werden.

Das Cover von „The Violence Continuum“ zeigt eine Erde, die unter einer Weltregierung vereint worden ist. Das „Terran Empire“ regiert die Erde und eine hochtechnisierte Gesellschaft.
Das Raumschiff auf dem Cover ist das IMPERIAL STAR SHIP DARK ORDER, der ultimative Kampfstern.

Wer ist für das großartige SciFi-Artwork verantwortlich?

Der verantwortliche Künstler heißt Steve Moore. Steve ist ein guter Freund von mir. Er war früher Drummer bei Addictive und Dungeon. Das gesamte Artwork basiert auf 3-D CGI rendering. Steve ist genau wie ich großer Star Trek- und Babylon-5-Fan.

Wie waren die Reaktionen auf den Text von ,,Systemaized Jewish Nazism’’? Ich finde den Text großartig, aber ich könnte mir gut vorstellen, daß einige Leute davon angepisst sind. Habt ihr irgendwelche Probleme gekriegt?

Dieser Song hat eine sehr interessante Entstehungsgeschichte. 1996 hab’ ich auf SBS, einem lokalen Fernsehsender, eine Dokumentation gesehen, die zeigte, wie die israelische Regierung palästinensische Familien vertreiben und ihre Häuser von Bulldozern einreißen ließ. Die israelische Regierung ließ das Gebiet räumen, um dort jüdische Familien anzusiedeln. Diese Aktionen hatten keinerlei gesetzliche Grundlage. Ich fühlte mich von dieser Vorgehensweise extrem abgestoßen und fühlte mich sofort an die Methoden der Nazis erinnert. Albert Speer wollte eine neue Stadt namens Germania errichten und dafür mussten alle nicht-arischen Menschen vertrieben werden.
Ich war auch erschreckt, als ich hörte, daß Palästinenser, die nach Jerusalem wollen, I.D. Cards und spezielle Armbänder tragen müssen. Das alles hat mich so an das dritte Reich erinnert.

Als Chilene hasse ich schon allein wegen General Pinochets Verbrechen jede Art von Faschismus und als ich diese Ungerechtigkeiten in Palästina sah, fühlte ich den Drang, einen Song darüber zu schreiben. Das war, wie schon gesagt, im Jahre 1996.

Überraschenderweise hab’ ich bisher nur eine einzige Beschwerde wegen dieses Songs erhalten. Ein Typ aus Queensland hat sich per E-Mail bei mir beschwert. Er meinte, ich hätte keine Ahnung, von was ich da rede. Ich schrieb’ ihm zurück und erklärte, daß Faschismus in vielen Formen existiert und viele Gesichter hat. Der Kerl hat sich dann nicht mehr gemeldet…

Warum habt ihr „The Violence Continuum“ neu aufgelegt? Die ursprüngliche Version erschien bereits vor ein paar Jahren…

Die Originalversion hatte einen etwas schwachbrüstigen Sound, der den internationalen Standards nicht gewachsen war. Wir haben das Teil dann lediglich in Australien und Amerika veröffentlicht. Insgesamt haben wir 500 Stück unters Volk gebracht. Zu diesem Zeitpunkt wollten wir bei Joey DeMaios Label Magic Circle Music unterkommen. Tief in meinem Herzen wusste ich aber, daß wir die Scheibe noch mal würden verbessern müssen. Die Songs waren toll, aber der Sound war noch lange nicht perfekt.
Kurz darauf erhielten wir über John Pettigrass eine Nachricht von Joey DeMaio. In der Mitteilung hieß es, daß „The Violence Continuum“, verglichen mit „5000 Years Of Violence“, eine hundertprozentige Verbesserung sei, aber daß die Band noch weiter an sich arbeiten müsste, bevor eine Zusammenarbeit mit Magic Circle Music denkbar wäre.
Da wurde mir schlagartig klar, daß wir einen Remix würden machen müssen. Ich habe die Überarbeitung komplett selbst finanziert. Der Spaß hat insgesamt zwei Jahre gedauert. Auf der DVD-Rückseite der CD findet man u.a. zwei Videoclips. Beim Clip zu „The Terran Empire“ habe ich selber Regie geführt, außerdem habe ich das Teil auf meinem iMac G5 geschnitten. Das Design des DVD-Teils geht komplett auf meine Kappe. Es steckt wirklich ein Haufen Arbeit in diesem Album und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Ich hoffe, ihr werdet viel Spaß mit „Violence Continuum“ haben.

Was sagst Du zu Deinem Label, Battlegod Productions?

Ganz ehrlich? Ich hab’ noch nie mit einem so professionellen und gewissenhaften Label zusammengearbeitet. Ich erzähle Dir jetzt keinen Scheiß, Mann!! Und jeder, der mich kennt, weiß, daß ich sehr kritisch und schwer zufriedenzustellen bin. Das ist wohl auch der Grund, warum mich gewisse Ex-Bandmitglieder nicht mehr ausstehen können.
Gorgoroth ist ein Energiebündel und hat beinahe endlose Ausdauer. Er ist eine echte Propagandamaschine. Er weiß, wie man Artworks macht, er hat z.B. am Inlay der dual Disc mitgewirkt. Außerdem weiß er, wie man Bands richtig promotet…Frag’ mal Saxorior!! Er ist unnachgiebig!! Er hat mir sehr viel beigebracht. Manchmal fühle ich mich wie ein Padowan Adept und Gorgoroth ist ein weiser Jedi Meister. Oder vielleicht bin ich Darth Vader und er ist Darth Sidious??
Gorgoroth hat mir den Vorschlag unterbreitet, eine CD/ DVD-Dual Disc zu machen. Ich hatte vorher noch nie eine gesehen!!

Battlegod Productions ist auch großartig, wenn es um Konzerte geht. Als Beispiel möchte ich den „Metal For Skott“-Event nennen, der letzten Juni über die Bühne gegangen ist. Diese Veranstaltung wurde sehr professionell beworben und war dementsprechend erfolgreich. Gorgoroth hat jede Menge ganz- und halbseitige Anzeigen geschaltet. Desweiteren hat er bereits drei Monate vor der Show 5000 farbige Flyer verteilt. Wirklich JEDE Show, die wir für Battlegod gespielt haben, war ein riesiger Erfolg und hat ausreichend Profit abgeworfen!!

Ironischerweise war es unser ehemaliger Bassist Zoran, der mich dazu gebracht hat, mit Battlegod Productions zu kooperieren. Ich hab’ mich am Anfang extrem dämlich angestellt und war Gorgoroth gegenüber sehr arrogant. Ich glaubte, in Bezug auf Promotion und Organisation alles besser zu wissen, aber schon nach kurzer Zeit hatte Gorgoroth mich eines besseren belehrt. Ich hab’ verdammt viel von Gorgoroth gelernt!! Vielleicht hat der Kerl wirklich Jedi-Kräfte…HAHAHAHA…

Ich vertraue Gorgoroth blind, ich vertraue ihm meine Band an und würde ihm jederzeit mein Leben anvertrauen. Er hat sich in kurzer Zeit meinen vollsten Respekt und meine Bewunderung erkämpft!!

Gorgoroth hat wirklich das makedonische Blut Alexanders des Großen in seinen Adern!!

Was gibt’s zu eurer lokalen Metal-Szene zu sagen?

Mann, ich will ganz ehrlich sein und ich bin mir ganz sicher, daß einige lokale Bands von meinen Aussagen mächtig angepisst sein werden. Aber was ich sage, ist die Wahrheit und diese Bands müssen der Realität einfach mal ins Auge schauen.
Die australische Szene ist wirklich klein und sie darbt eigentlich nur so vor sich hin. Es gibt zwar eine große Anzahl an Bands, aber die sind meist nicht so toll. Einige Bands sind zwar gut, aber einige sind auch wirklich furchtbar. Nur ganz wenige Bands sind wirklich großartig. Sakkuth, die zu meinen Favoriten gehören, sind wirklich gut.
Natürlich ist „gut“ Ansichtssache, wie schon Sidious in „Star Wars Episode III: Die Rache der Sith“ sagte.
Zu viele Bands kopieren einfach nur die gerade angesagten Sounds aus Europa und den USA. Diese Combos ändern ihren Stil mit jedem aufkeimenden Trend. Die drehen ihr Fähnchen stets mit dem Wind. Sean sagt immer, daß diese Bands wohl einfach eine andauernde Identitätskrise durchmachen. Meiner Meinung nach mangelt es diesen Bands einfach an Phantasie. Diese Leute machen sich über Bands wie DARK ORDER lustig und bezeichnen sie als Slayer-Klone. Wahrscheinlich tun sie das nur, weil Slayer die einzige Thrash Metal-Band ist, die sie kennen. Ich finde das so kindisch!!
Australien und insbesondere Sydney ist in der ganzen Welt für das „Tall Poppy Syndrome“ bekannt. Das nervt wirklich. Ich hasse diesen ganzen Scheiß!!

(Eine ausführliche Erklärung des Begriffs „Tall Poppy Syndrome“ findet ihr unter http://en.wikipedia.org/wiki/Tall_poppy_syndrome. Das „Tall Poppy Syndrome“ ist so eine Art umgekehrter Snobismus: Man gönnt Leuten, die Erfolg haben, ihren Status nicht.)

Das sind die Erfahrungen, die ich in den 14 Jahren seit der Gründung von DARK ORDER gemacht habe.
Die Leute hier sind einfach viel zu gleichgültig, wir in Australien nenn das eine „She’ll be right“-Einstellung. Das bedeutet, daß die Leute einfach abwarten und untätig rumsitzen, bis sich von selbst was tut. Weißt Du, diese entspannte Einstellung ist an sich gar nicht so übel und sie funktioniert auch in den meisten Lebensbereichen. Leider funktioniert sie in der großen, weiten Welt des Heavy Metals nicht so gut und verhindert, daß die durchaus vorhandenen guten australischen Metal-Bands niemals über die Landesgrenzen hinaus bekannt werden.
Es gibt Bands, die sich den Arsch aufreißen, um bekannter zu werden. Solche Bands respektiere ich. Am meisten bewundere ich Bands, die sämtliche Trends ignorieren und hartnäckig ihr Ding durchziehen. Leider fallen nur wenige australische Bands in diese Kategorie. Zu nennen wären da eigentlich nur Baltak, Sakkuth, Pegazus, Hobbs Angel Of Death und ein paar weitere Truppen.
Es macht mich schon ein wenig stolz, daß ich mich mit DARK ORDER immer den Trends widersetzt habe und daß die Band trotz aller Line Up-Wechsel nie ihre Integrität verloren hat.

Mein Kumpel Sean meinte neulich, daß fanatische Metalheads wie unsere Freunde Skott und Fabian das Herz der Metal-Szene sind. Solche Typen machen die Essenz der Szene aus.

Erklär’ uns doch mal bitte, was Dich so an Star Trek fasziniert!

Fuck, Alter…Wo fang’ ich da bloß an??? Sag’ hinterher nicht, ich hätte Dich nicht gewarnt!!!

Hahahaha…

Ich wünschte, wir würden im 24. Jahrhundert leben, verwaltet von einer globalen Regierung. Ich wünschte, es gäbe eine interstellare Allianz wie die Föderation. Ich wünschte, die Sternenflottenakademie wäre Realität.
Ich sehne mich nach solch eine Welt, in der, wie Captain Jean-Luc Picard sagt ,,Die Anhäufung von materiellen Besitztümern nicht länger der Antrieb in unserem Leben ist. Uns und den Rest der Menschheit zu verbessern ist unser Antrieb geworden.“
Im 24. Jahrhundert gibt es kein Geld mehr, die Menschen folgen ihren Zielen aus freiem Herzen. Es gibt keine unheilbaren Krankheiten mehr, keinen Rassismus, keine Klasseneinteilung und keinen religiösen Fanatismus. Die Umweltzerstörung hat endlich ein Ende gefunden und die Menschen sind ein Teil einer interstellaren Gemeinschaft.
Meiner Meinung nach repräsentiert „Deep Space 9“ diesen paradiesischen Zustand am besten. Ich bin ein „Armchair Socialist“ und ich bewundere Salvadore Allende. Ich glaube an die Gleichberechtigung aller Menschen. Ich hasse Extremisten jeglicher Coleur, egal, ob es sich um religiösen Fanatismus, extremen Ausbeutungskapitalismus oder Faschismus handelt. Ich glaube, daß sie die größten Feinde der Menschheit sind.
Die in Star Trek beschriebene Zukunft ist eine für die Menschheit erstrebenswerte Zukunft.
Ich kann mit meiner Musik und meinen Texten dazu beitragen, daß die Leute sich darüber Gedanken machen.

Hast Du eine Lieblingsrasse bei Star Trek?

Ironischerweise liebe ich die nicht gerade friedfertigen Klingonen am meisten. Die Jungs lassen sich nicht verarschen. Die Klingonen sind so etwas wie die Metalheads bei Star Trek. Die Borg hingegen repräsentieren für mich Techno und Dance Music, sie sind leblose Automaten. Sie müssen um jeden Preis zerstört werden!!
Hahahaha…

Magst Du das neue Slayer-Album?

Ja!! Verdammt, ich schwör’s Dir!! Skeleton Christ, Flesh Storm…Aaaaargh!!!
,,Take a deep breath ‘cause it all starts now as you pull the fucking pin. The shrapnel burns as it tears into your skin!!!”
AAAAARRRRRRGHHH!!!
I fucking love it!!! Für mich ist es das beste Album seit Nevermores ,,Dead Heart In A Dead World”. Ich höre das neue Slayer-Album ununterbrochen!!

Hast Du irgendwelche Nebenprojekte?

Tja, in der Frauenwelt bin ich als L.L.M. bekannt…Die LATIN LOVE MACHINE. Schöne Frauen sind mein Nebenprojekt!!
Aber Scherz beiseite, ich hab’ noch eine Band am Start, in der ich aber lediglich Gitarre spiele. Mein bereits erwähnter Kumpel Fabian „El zombe del rio Mapocho“ Aquino singt in dieser Band. Die Musik ist mit der von Brujeria vergleichbar und die Texte sind komplett auf Spanisch. Wir sind angepisste linke Latinos, die die Sau rauslassen!!
HAHAHAHA!!

Was hast Du in nächster Zeit mit DARK ORDER vor?

Das Jahr 2007 wird für uns ziemlich voll werden. Wir sind gerade dabei, die Songs für das dritte Album zu komponieren. Wir werden das Album aller Voraussicht nach im Sommer 2007 aufnehmen.

Wir konnten uns noch nicht auf einen Albumtitel einigen, aber das Album wird auf jeden Fall ein Konzeptwerk über das Pinochet-Regime. Musikalisch werden wir versuchen, eine Mischung aus „Reign In Blood“ und „Operation: Mindcrime“ hinzubekommen. Bisher läuft es sehr gut. Das Album wird einige neue Elemente enthalten, ohne den Sound von DARK ORDER zu verwässern.
Sean meinte kürzlich, daß einige der neuen Songs stark an den rohen Thrash Metal unseres Debüts „5000 Years Of Violence“ erinnern. Andererseits gibt es auf dem kommenden Album aber auch richtig abgedrehte Nummern, die sicher keiner von uns erwartet hätte.
Nach der Veröffentlichung werden wir unsere erste Deutschland-Tour absolvieren. Wir werden mit Saxorior, Buio Omega und Baltak auf Tour gehen.
Wie würde Worf es ausdrücken?
,,Wir werden sehen, ob du wirklich den Geist von Kayless in dir trägst!!“

Hast Du irgendwelche letzten Worte, die Du unbedingt loswerden willst?

Das geht an alle Bands da draußen, die schwere gerade Zeiten durchmachen:
Gebt nicht auf, was immer auch kommt!! Wir fallen alle mal hin, denn nur so lernen wir, wieder aufzustehen. Vergesst das nicht!!

Metal ist das, was ihr in euren Herzen fühlt…SANGRE ARAUCANO INSENDIDO!!!

Und jetzt sitzt nicht faul auf euren Ärschen, sondern besorgt euch „The Violence Continuum“. Dieses Album ist der Überhammer und ihr verpasst den Thrash-Überflieger des Jahres, wenn ihr euch das Teil entgehen lasst!!!

www.darkorder.com.au

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