Alvenrad – Habitat 6/6

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Bewertung: 6/6 -> Tipp!

Songs: 9

Spielzeit: 44:58

Es ist kein Geheimnis, dass Metal eines der elaboriertesten Erscheinungen der populären Musikkultur ist. Oftmals verzweifle ich, wenn selbst Musikliebhaber mit Unverständnis auf den „Krach“ reagieren. Dabei offenbart sich in vielen Spielarten des Metal eine Offenheit gegenüber fremdartigen Klängen, die seinesgleichen sucht. Der lebende Beweis für diese These ist die niederländische Gruppe Alvenrad mit ihrem Debütwerk „Habitat“.

Zunächst empfinde ich Freude, wenn Künstler in ihrer Muttersprache texten. Die angelsächsische Dominanz hängt oft damit zusammen, dass sie die Chancen auf internationalen Erfolg erhöht. Dabei ermöglicht gerade die Landessprache eine Ausdrucksweise, die tiefe und vielfältige Emotionen weckt. Bei Alvenrad nimmt der harte Klang der niederländischen Sprache eine zentrale Rolle ein. Obgleich es unser Nachbarland ist, erhält die Musik dadurch eine exotische Note, die sehr erfrischend klingt.

Das musikalische Grundgerüst von „Habitat“ ist eine Mischung aus melodischem Death Metal mit starken folkloristischen Einflüssen, die mit permanenten Stilbrüchen beeindruckt. Das äußert sich bereits durch den großartigen Sänger Mark Kwint. Er deckt mit klaren Gesangslinien, tiefen Black Metal-Growls sowie Finntroll’schen Hymnen alle erdenklichen Facetten ab.

Die wahre Stärke liegt im Songwriting, das mit ungewöhnlicher Virtuosität besticht. Ich staunte nicht schlecht, als auf eine träumerische Akustikpassage urplötzlich jazziger 70er-Prog folgte, der mit seinen groovigen Keyboard-Einlagen und verrückten Gitarrensoli an Größen wie Jethro Tull oder Focus erinnert. Alvenrad halten sich nie lange an einem Ort auf, schnell stampft wieder die Death Metal-Walze, darauf folgt ruhige Klaviermusik. Fast alle Titel sind Hochkaräter; abwechslungsreich, unaufdringlich, ganz großes Kino.

Offizielle Webpräsenz: http://alvenrad.net/

FB: www.facebook.com/Alvenrad