Alastis Interview

Die schweizer Dark Metaller Alastis, die in der Vergangenheit immer wieder mit Samael verglichen wurden, erfreuen die Fans in regelmäßigen Abständen mit hochwertiger musikalischer Kost. Grund genug, War D. nach Veröffentlichung der Langrille ‘Unity’ ein bißchen auszufragen.

Hallo, War D.! Was ist nach der Veröffentlichung eures letzten Albums (‘Revenge’) passiert?
Direkt nach den Aufnahmen zu Revenge haben wir uns entschieden, ein richtiges Keyboard in die Band zu integrieren, und mit dem Einstieg von Graven X sind Alastis in neue musikalische Dimensionen aufgebrochen. Bei unseren anderen Alben hat das Keyboard eher eine begleitende Rolle gespielt. Im Studio hatte Waldemar die Keys eingespielt und live wurden sie dann über die Gitarre erzeugt. Graven X ist eine wirkliche Bereicherung für Alastis, vielleicht ist er sogar eine der Größen im Dark Music Sektor. Im Mai 2000 hat uns dann unser Drummer Acronoise verlassen, da er die Prioritäten in seinem Leben anders setzen wollte. Ich habe diese Entscheidung respektiert. Wir haben Alastis 1987 zusammen ins Leben gerufen, und er ist wirklich ein Meister seines Fachs und für mich ist er wie ein Bruder und das wird auch so bleiben. Nach dem Ausstieg sind wir mit Sebastian, der zu dem Zeitpunkt in einer Underground Black Metal Band gespielt hat, in Kontakt getreten und wenig später ist er bei Alastis eingestiegen. Es hat nicht lange gedauert bis er ein guter Freund und ein vollwertiges Alastis Mitglied geworden ist. Wir haben dann das Studio für November gebucht und angefangen, an der Vorproduktion von unserem Album zu arbeiten. Das Ganze lief ab wie im Traum, jeder hat sein bestes gegeben und durch Alastis sind wir dann zu einer Einheit verschmolzen.

Eure Musik könnte man mit dem Begriff ‘Dark Metal’ treffend umschreiben. Wie bezeichnet Ihr selbst Eure Musik?
Wir spielen einfach die Musik, die unseren Gefühlen und Stimmungen entspricht – das, was aus uns heraus kommt. Wir kümmern uns nicht um Stilbezeichnungen oder Schubladen. Es ist einfach Alastis und ich denke, daß man uns nicht mit jeder beliebigen Dark Metal Band vergleichen kann, deshalb ist es besser, wenn man die Bezeichnung vollkommen wegläßt.

Wie hat sich die Musik von Alastis im Laufe der Jahre verändert und was denkst Du heutzutage über die älteren Alben (‘The just law’, ‘And death smiled’, ‘The other side’ und ‘Revenge’)?
‘The Just Law’ wurde 1992 veröffentlicht und fällt durch eine schlechte Produktion und eine schlechte Performance auf. Aber Alastis sind an diesem Album gewachsen und es ist immernoch Kult für mich! Zum Glück habe ich die Rechte, denn das Album ist seit Jahren ausverkauft.
‘…and Death smiled’ ist von 1995 und wurde im Woodhouse von Waldemar Sorrychta produziert. Es ist ein sehr gutes Album, das auch großen Zuspruch bei den Fans findet.
‘The Other Side’ (1997) war bis zu den Aufnahmen zu ‘Unity’ mein Lieblingsalbum. Die Scheibe hat so viel Gefühl und die Produktion ist perfekt. Außerdem war es bei einem großen Fankreis (von Black bis Gothic Metal Freaks) sehr erfolgreich…
‘Revenge’ wurde 1998 veröffentlicht und war etwas extremer, sehr gut produziert, aber nicht rauh genug für meine Begriffe.

Was sagt die Presse über Euer neues Album ‘Unity’?
Die ersten Kritiken waren sehr gut, aber ich warte noch auf die Reaktionen der breiten Masse.

Es hört sich so an, als wärt Ihr mit ‘Unity’ voll und ganz zufrieden, ist dieser Eindruck richtig?
Ja, wir sind mehr als zufrieden mit dem Album. Für mich ist es das beste Album, das wir je gemacht haben und das beste, was in meinem musikalischen Leben passiert ist. Nachdem wir drei Alben mit dem großartigen Produzenten Waldemar Sorrychta gemacht haben, war es eine großartige Erfahrung für uns, die Produktion selbst zu überwachen, und ich bin sehr stolz auf meine Band.
Es ist ein großartiges Album geworden mit abwechslungsreichen Songstrukturen und kraftvollem Sound.

Hast Du soetwas wie einen Lieblingssong auf dem Album?
Das Album ist so simmungsvoll, es reißt mich immer wieder mit, wenn ich es höre. Ich habe zehn Lieblingssongs auf dem Album!

Warum habt Ihr Euch für die Aufnahmen das Sound Souite Studio ausgesucht? Würdet Ihr dort wieder hingehen wollen?
Das war bisher unser bester Studioaufenthalt. Terje und seine Freundin waren sehr nett und wir hatten in musikalischer Hinsicht die gleichen Ansichten. Leif von Century Media hat uns das Studio übrigens empfohlen und der nächste Aufenthalt dort ist schon geplant.

Die Arbeit im Studio scheint Dir sehr zu gefallen. Ist es besser als live zu spielen?
Es ist immer eine großartige Erfahrung, im Studio zu arbeiten, aber ich bevorzuge es, auf der Bühne zu stehen.

Wer hat eigentlich Euer Covermotiv gestaltet?
Unser Gitarrist ‘Nick’, allerdings unter Regie der gesamten Band.

Kommen wir zu Euren Songtexten, wovon handeln sie?
Sie drücken nur meine persönliche Sicht des menschlichen Seins aus und zeigen meine Visionen und die dunkle Seite meiner Persönlichkeit. Schon seit meiner Kindheit verstehe ich bestimmte Dinge, bevor sie geschehen. Man muß keine Vampirgeschichten oder alten Legenden lesen, um die dunkle Seite zu verstehen, so wie man nicht Nietzsche oder Freud gelesen haben muß, um den Sinn des Lebens oder den Menschen an sich zu verstehen. Man muß nur die Augen offen halten, zuhören und den Zeichen folgen. Meine Botschaft ist: ‘LISTEN TO YOURSELF’

Durch wen oder was fühlt Ihr Euch beeinflußt?
Da wir alle aus anderen Metal Szenen kommen und die verschiedensten Metal Stile hören, sind unsere Einflüsse schwer einzugrenzen.

Interessierst Du Dich für Literatur, Filme, Sport oder hast Du noch ein anderes Hobby?
Ich interessiere mich für alles, was in meinem Leben passiert und beschäftige mich mit allen Dingen, die mein Wissen erweitern können.

Bisher ist noch keine Tour geplant, um das neue Album etwas zu promoten, oder? Wo hattet Ihr Euer bisher bestes ‘Live-Erlebnis’?
Der beste Gig war auf dem Wacken Open Air 1997. Wir waren eigentlich gerade mit Theatre Of Tragedy auf Tour und es war nicht geplant, in Wacken zu spielen. Aber wir sind dann kurzfristig für Dismember eingesprungen… Wir haben die Bühne unter Buh-Rufen betreten, aber bald hatten die Leute Dismember vergessen, das war eine sehr erhebende Situation und eine großartige Erfahrung.

Momentan wird von Seiten diverser Labels und Bands darüber diskutiert, ob man dagegen vorgehen sollte, daß die Fans sich Soundfiles aus dem Internet laden können. Was denkst Du über dieses Thema?
Das hängt davon ab, was man sich von seiner Musik erwartet.

Die abschließenden Worte gehören Dir.
Danke für Dein Interesse. Schaut auf unserer Homepage vorbei, dort werdet Ihr auf dem Laufenden gehalten.

www.alastis.ch