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7 Songs: Sex

7 September 2016

7 Songs an jedem 7. eines Monats. Heute: Sex!

Sex ist alles andere als ein Tabuthema in der Metalszene. Das ist auch gar kein Wunder, da es in der Gesellschaft lange totgeschwiegen wurde bzw. als sündhaft galt. Folglich ist die Fleischeslust eine perfekte Grundlage für obszöne und anstößige Texte. Dabei wird das Thema auf ganz unterschiedliche Art und Weise abgehandelt: von Nekrophilie, über bestialisch-gewaltvolle Lust, bis hin zu Lobliedern an die eigenen Liebhaberfähigkeiten ist alles dabei. Die Darstellung des Liebesaktes ist auffällig stark vom jeweiligen Subgenre abhängig.

1) Piledriver – Sex With Satan

In vielen Metalsongs ist Satan sehr eng mit Lust gekoppelt. Irgendwie klar, denn er steht für alles Sündhafte. Piledriver beschreiben den Satansakt zunächst auf eine ziemlich erotische Art und Weise: Es ist von höllischem Verlangen die Rede, von Vereinnahmung des Körpers und des Geistes. Untermalt wird dies von dreschenden bis penetrierenden Riffs. Ab der 3.Strophe wird das Kopulieren deutlich ungezügelter, gewaltvoller, blutiger. Bei „Lusting loudly, snorting, panting“ hört man bestialisches Stöhnen, doch für die 2.Person ist die Lust vorbei, sie ist erniedrigt, geschlagen und schwach. Dennoch handelt es sich hierbei um eine ziemlich harmlose Darstellung von satanischem Sex, es gibt viele Lieder, die wesentlich expliziter und brutaler vorgehen.

2) Venom – Lady Lust

Nach einem geradezu pornösen Eröffnungsriff beginnen Venom mit ihrem angeschwärzten Speed-Gedresche und Cronos besingt mit seiner rauen, dreckigen Stimme die Vorzüge der „Lady Lust“. Bei selbiger scheint es sich um eine Prostituierte zu handeln, die ganz spezielle Fähigkeiten besitzt, in jedwede Rolle schlüpfen und alle erdenklichen sexuellen Wünsche erfüllen kann. Trotz der sehr expliziten und teilweise beleidigenden Sprache erscheint dieser Song eher als Hommage.
Mitternachtsdamen, Prostituierte, bzw. generell verruchte Frauen, die einen um den Verstand vö… ähm bringen, haben einen besonderen Status im Metal und werden deswegen auch sehr oft lobgepriesen (hier könnte ich eine ganze Reihe Songs aus allen möglichen Genres auflisten). Obwohl sie der Inbegriff der schändlichen Lust sind, werden sie nicht verpöhnt, im Gegenteil! Gerade das macht sie so unsagbar anziehend.

3) Whipstriker – Midnight, Sex and Wine

Dieser Song stammt von der brillianten Split mit Power From Hell („Brazilian Bestial Attack“) und verbindet 3 Dinge, die ganz wunderbar zusammenpassen. Es ist wohlbekannt, dass Sex des Öfteren auch Folge von Alkoholkonsum ist. Wein bringt eben „bestial lust“ und „dark desires“ zum Vorschein.
Die Stimme des Whipstrikers klingt ohnehin meist abgedreht-alkoholisiert und kombiniert mit den sich wiederholenden, flackernden Riffs fühlt sich der Hörer direkt auch ein wenig angetrunken.

4) Carnivore – Sex and Violence

Schmerz gehört bei fast jeder Beschreibung der geschlechtlichen Vereinigung im Metal-Songwriting dazu. Dabei geht es auch manchmal gewaltsamer und ungezügelter zur Sache. Nimmt der Akt dämonische Züge an, wird es dann auch gerne blutig (siehe „Sex With Satan“), doch zumeist ist es einfach die Vermischung von Vergnügen und Schmerz, die einen großen Reiz ausübt.
Carnivore haben das Ganze überspitzt und urkomisch dargestellt. Die Musik ist schnell und stumpf, ebenso wie der Text: „Meaning of life? Pain and sperm!“ – sie verspotten so einige Metallerklischees.

5) Slaughter – F.O.D. (Fuck Of Death)

Auch sexuelle Neigungen/Fantasien werden gerne in Songtexten verarbeit, sei es nun Sodomie, Verlangen nach dem Lehrkörper oder, wie in diesem Fall, Nekrophilie. Slaughter kreirten mit diesem Song ein astreines, düsteres Death/Thrash-Werk, das einem ordentlich Gänsehaut beschert. Die dämonische Stimme schallt über den Friedhof, während Gitarren und Schlagzeug einen finsteren, dahinreitenden Rhythmus erzeugen. Im Sarg liegt eine Leiche, über die sich eine unbestimmte Person hermacht. Die Beschreibung klingt fast liebevoll, wenn man den makaberen Aspekt außer Acht lässt: „ Kissing those lips without any breath..:“.

6) Steel Panther – Party All Day

Steel Panther ist eine moderne Heavy Metal Band, die sich zwischen Verehrung und Parodisierung des 80er Jahre Glam Metals bewegt. Musikalisch immer wieder exzellent, doch die Texte sind bewusst übertrieben. Bei diesem Song heißt es zum Beispiel: „I’m gonna fuck all night and party all day!“. Das ist noch eine harmlose Textstelle, der Rest ist wesentlich expliziter.
Viele Bands, besonders aus dem Heavy/Glam/Sleaze-Bereich, haben mindestens ein Lied, in dem sie davon singen, wie hart sie rocken, Party machen, sich die Kante geben…was letztlich alles darauf hinausläuft, dass sie auf Sex aus sind.

7) The Mentors – My Erection Is Over

Das Beste kommt zum Schluss. Die Mentors besingen das Thema Sex wie keine zweite Band, bekannt sind sie vor allem für Songs wie „Golden Showers“ und „Sandwich Of Love“. Die sollte man sich nur dann anhören, wenn man auf flachen, vulgären Humor steht. Die Texte sind eindeutig und „My Erection Is Over“ bildet da keine Ausnahme. El Duce singt von einem Cosmo Model, das ihn um seine Erektion bringt. Stattdessen wünscht er sich ein Mädchen mit einem dicken Hintern – und wofür? „I want me a sleazy slut who can give a tongue bath to my butt.“
Die Stimme von El Duce ist durchaus gewöhnungsbedürftig und musikalisch ist dieser Song auch nicht gerade herausragend. Doch der Text spricht für sich.

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