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Kreuzfeuer April 2017

1 April 2017

Es ist mal wieder Kreuzfeuer-Zeit. Diesen Monat allerdings ohne Unterstützung eines Musikers. Die Musikalische Spannbreite verlief von Heavy-, Death-, Black- bis hin zu Doom und Viking Metal. Folgende Bands wurden dabei begutachtet: Bahrrecht, Dienamic, Evil Cinderella, Fornicus, Mourners Lament, Realms Of Odoric und Valfeyra.

Gewonnen hat: Mourners Lament

Im weiteren Verlauf könnt ihr per Klick zu den jeweiligen Webseiten (wie Bandcamp, Facebook etc.) der Bands gelangen und euch die einzelnen Meinungen durchlesen. Viel Spaß dabei!

 

Mourners Lament – We All Be Given

C.T.: Well Done, Chile! Selten so begeistert von Doom Metal gewesen!

K.W.: Geradzu Majestätisch. Großartiges Album. Alte My Dying Bride lassen grüßen.

M.B.: Perfekt um eine Playliste mit alten Anathema-, Paradise Lost- und My Dying Bride-Titeln zu ergänzen.

K.Z.: Definitiv Stimmungsmusik, die nicht immer geht und sich viel Zeit nimmt .. sehr viel Zeit.. zu viel Zeit.

O.S.: Struktur, Melodien, Hingabe, alles top. Und sogar ein bisschen Optimismus ist bei dem Ganzen zu spüren.

M.K.: Wow, mächtig. Genau meinen Nerv getroffen, wenn es ruhig aber auch roh zugehen darf. Abwechslungsreich, kraftvoll, ziemlich stark. Entwickelt sich auch nach oben während des ersten Durchlaufs, bin beeindruckt.

S.C.: Wuchtiger Doom Metal ohne Gefahr dabei einzuschlafen. Empfehlenswert für alle, die sonst einen Bogen um diese Stillrichtung machen.

C.W.: Hätte nicht gedacht, dass ein Doom-Album mal von mir die Lorbeeren im Kreuzfeuer erntet, aber so ist es: wohldurchdacht, ausgefeilt und keine Kopfschussmucke, wie das sonst so häufig der Fall ist!

C.S.: Solide gemacht, packt mich aber nicht.

S.S.: Manche Songs sind ziemlich langweilig, andere wieder sehr atmosphärisch.

S.B.: Atmosphärischer Doom-Death, der Freunden von Mourning Beloveth sicher sehr gefallen wird, starkes Debut.

Realms Of Odoric – Second Age

C.T.: Hans Zimmer wäre sicher zufrieden damit, nur ist der Metalanteil mir persönlich zu wenig, was es vielleicht noch mehr besonders gemacht hätte.

K.W.: Die Kombination der Illustrationen und Story eines Kris Verwimps und dem dazu passenden orchestralen Soundtrack des Suidakra Materminds Arkadius Antonik sucht zweifellos ihresgleichen. Fernab jeglichem Metals musikalisch beeindruckend.

M.B.: Das Album liebäugelt viel zu sehr mit Zimmer-Sound und Hollywood-Gedröhn. Das ist natürlich alles super episch und mega emotional, aber auch dermaßen uninspiriert. Gut, für die Untermalung einer Pen’n’Paper-Runde reicht’s dann doch.

K.Z.: Schwierig zu bewerten und eigentlich komplett aus dem Rahmen fallend, aber den dazu passenden Film würden wir bestimmt alle mal sehen wollen.

O.S.: Als Hintergrundmusik für den Leseabend bei grauem Wetter super. Ansonsten in Sachen Filmmusik nichts Neues.

M.K.: Zunächst eine große Euphorie meinerseits, super Konzept mit dem Buch und jedes Stück ist für sich kompositorisch sehr gut. Leider stehen die Songs alle für sich alleine, was schade ist. Man wird jedes Mal in ein neues Szenario gestoßen. Auch einfach mal mehr Zeit lassen, um eine Stimmung wirken zu lassen, schließlich sollen dies keine 18 Intros sein. Da geht noch mehr…

S.C.: Man hat den Eindruck, dass Werk ist gespickt mit Filmmusik. Alles ist dabei episch, Fantasy und monumentale Klänge. 

C.W.: Schöner Fantasy-Soundtrack Marke Arkadius (Suidakra), zu dem leider der Film fehlt, der aber für Pen&Paper-Rollenspielrunden durchaus attraktiv sein dürfte.

C.S.: Episch dramatischer Soundtrack um die Geschichten des Odoric, eine gezeichnete Fantasiesaga mit Symphonieorchester. Da muss man sich durchaus auch mal den 1. Teil anhören.

S.S.: Ziemlich schöner, abwechslungsreicher Soundtrack.

S.B.: Ein Comic-Soundtrack, joa…mal was anderes…kann man hören…, aber schwer in Konkurrenz mit dem Rest setzen, deswegen drei.

Fornicus – Hymns Of Dominion

C.T.: Könnte richtig guter einfacher Black Death sein, nur die Stimme zieht es ein wenig runter.

K.W.: Garstiger Black Metal der besseren Sorte.

M.B.: Gefällt erstaunlich gut! Wenn Black und Death Metal noch so schön nah aneinander liegen kann auch nur Gutes bei raus kommen.

K.Z.: Sehr generisches Gerumpel, bei dem man wirklich nicht näher hinhören muss.

O.S.: Für die Portion Hass und Misanthropie zwischendurch herausragend geeignet.

M.K.: Überraschend solide, entgegen der Selbstbeschreibung auch gelegentlich verspielte Elemente vorhanden. Wird aber leider nach zwei Drittel dann doch recht monoton.

S.C.: Die Jungs machen keine Gefangen und walzen alles nieder. Das Ganze im Namen des Leibhaftigen. 

C.W.: Kompromisslos brettert sich diese antireligiöse Black-Death-Formation aus Kentucky durch ein facettenreiches und starkes Album.

C.S.: Eine atmosphärische Scheibe Hass, die abwechslungsreich ist und neugierig macht auf Liveauftritte: Herholen!

S.S.: Harmonisch-gewaltvolle und sehr gelungene Black-Death-Verschmelzung.

S.B.: Angeschwärzter Death bzw. angedeathter Black Metal, der sich für thrashige Einflüsse nicht zu schämen braucht und seine stärksten Momenten hat, wenn man das Tempo drosselt und treibt statt trümmert.

Bahrrecht- L’aube glacée

C.T.: Passt in die Richtung Black Metal mit keltischem Einfluss aus Frankreich , aber es sticht leider nichts besonders heraus.

K.W.: Sehr oldschooliger aber leider auch wenig spannender Black Metal. Kein schlechtes Album, aber so recht zünden will es irgendwie auch nicht.

M.B.: Eigentlich ist der Winter ja schon vorbei, aber mit so einer Scheibe holt man sich doch gerne die kalte Jahreszeit zurück.

K.Z.: Typisch melodiöser Black Metal aus Frankreich mit Old School- und Folk-Elementen gemischt ergibt das zweite Album von Bahrrecht und ey, das geht tatsächlich richtig gut ins Ohr!

O.S.: Schöne Ideen, die aneinandergereiht wurden. Wirkt wie wahllos zusammengewürfelt.

M.K.: Der Unwille, Mp3s ordentlich zu erzeugen, scheint sich auch bei der Musik fortzuführen. Größtenteils litargisches Geplänkel, was man sonstwo überzeugender hört. Wenn der Sänger die Klappe hält, meint man dann doch hin und wieder etwas Inspiration und Kreativität aufblitzen zu hören.

S.C.: Bleiben Ihrer Linie treu und hauen dem Hörer ein gelungenes Melodic-Black-Metal-Album um die Ohren. Auf große Spielereien oder Experimente wird verzichtet. Absolut hörenswert. 

C.W.: Gute Ansätze, aber mir ist diese Art von Black Metal ein bisschen zu eintönig und stumpf.

C.S.: Abwechslungsreiches, schön ungeschliffenes Scheibchen mit einer passenden Stimme. Gefällt!

S.S.: Solider BM, gutes Riffing.

S.B.: Endneunziger folkloristisch-skandinavischer Black trifft kanadische Schule, aber nicht so genau auf den Punkt wie so manche der Inspiratoren.

Evil Cinderella – Dangerous Inside

C.T.: Cinderella und böse… nee, is klar. Würde es bei Disney nie geben und wirklich böse ist der Hard Rock auch nicht. Außerdem trifft Cinderella die hohen Töne wesentlich besser.

K.W.: Ist das hier das Alter Ego der Cinderella aus den späten 80ern? Musikalisch ähnliche Schiene, mir deutlich zu glattgebügelt und auch nur halb so originell.

M.B.: Qualitativ gut gemacht, mit einer fetten Produktion. Wie so vielen Hard Rockern fehlt es der Musik aber an Raum für Überraschungen!

K.Z.: Die Rhythmen sind schlicht aber catchy und genau das erwartet man doch von nettem 0815-Hardrock.

O.S.: Klingt wie Steel Panther in soft und ohne Krallen. Austauschbar auf allen Ebenen, selbst die Melodien wirken bekannt.

M.K.: Wissen, was sie tun und das tun sie gut. Sobald die oberen Mitten in den Ohren durch den Sänger abgetötet sind, ist auch dieser gut zu ertragen.

S.C.: Cooler Name für eine Band mit einem sehr abwechslungsreichen und erfrischenden Hard-Rock Still. Massen- und Partytauglich.

C.W.: Sehr solider Heavy Metal, der durch Eingängigkeit und Stilsicherheit zu überzeugen weiß.

C.S.: Ordentlicher 80iger Jahre Heavy Metal, der Laune macht, gut produziert ist und sowie musikalisch als auch gesangstechnisch eine runde Sache ist.

S.S.: Gute-Laune-Hard-Rock!

S.B.: Gewöhnlicher Hard Rock, der nicht wirklich hart rockt. Bonuspunkt für den Namen der Kapelle.

Dienamic – Surfin The Apocalypse

C.T.: Ziemlich lascher Wellengang , zu Surfen auf der Death-Thrash-Welle hat es aber gerade noch gereicht um nicht abzusaufen.

K.W.: Thrash Metal mit meiner Meinung nach leichtem Power Metal Touch aus Götheburg. Vom ersten Song an qualitativ ansprechend und spannend.

M.B.: Schwungvoller Album-Titel, musikalisch geht’s aber leider zu schnell in Beliebigkeit über.

K.Z.: Nicht schlecht, nicht gut, einfach nichtssagend.

O.S.: Die Stimme reißt es absolut raus, sonst wäre es Standard-Thrash. Geht insgesamt gut nach vorne.

M.K.: Groovy, druckvoll, teilweise starke Testament Anleihen, gut. Abzüge beim Sänger, dem das letzte bissel on top noch fehlt, aber dennoch sehr solide sein Handwerk versteht. Gegen Ende hin passiert leider zu wenig, der Highlight Song fehlt irgendwie.

S.C.: Das Album klingt sehr verkrampft.

C.W.: Der Gesang ist zu artig und zerstört so leider einiges von dem Potential, den diese Death Thrash-Scheibe eigentlich hat.

C.S.: Solider Thrash von Leuten, die ihr Handwerk verstehen.

S.S.: Moderner Thrash Metal, der mit Metalcore verschmilzt und genau wie 1000
andere Bands klingt.

S.B.: Wuchtiger Gitarren-Angriff aus Powerthrash und Melocore, dessen Vocals mich irgendwie an Morgana Lefay erinnern, irgendwie aber auch nicht.

Valfeyra – Promised Land

C.T.: Oh je, man merkt sofort, wo das endet: Nämlich in langweiligen überspannten Dudel-Pagan-Kram und dann tauchen noch Melodien auf, die auch von Zelda stammen könnten.

K.W.: Eigentlich unkategorisierbarer Majestic Folk Black Metal. Daher gefällts mir auch so gut. Nicht für jede Stimmung aber wenn alles passt ein extrem vielschichtiges und atmosphärisches Album. Bei manchen parts stressen aber die female Vocals

M.B.: Valfreya schaffen es – ähnlich wie ihre nordamerikanischen Kollegen – nicht dem Folk/Pagan Metal-Genre noch irgendetwas Neues oder gar Eigenständiges hinzuzufügen. Fans dieser Musik werden aber auch hieran ihre Freude finden.

K.Z.: Man fühlt sich zunächst mal zehn Jahre zurückversetzt in die Viking-Hype-Welle und stellt dann fest, dass Valfreya den Hype nicht nur verpasst sondern auch wirklich nicht gekonnt nachahmen können.

O.S.: Anstrengendes Rumgedudel. Man merkt ihnen den Willen an. Sie übertreiben es aber einfach mit den Stilmitteln und benutzen alles, was das Folk-Metal-Spektrum hergibt.

M.K.: Eigentlich solide und eingängig, wenn auch nichts Neues. Aber beim Mastering ging da einiges schief. Das Teil so durchn Limiter zu drücken, dass alles an Dynamik futsch ist, beraubt einem sämtlichen Hörgenuß.

S.C.: Ist das anstrengend. Alles wirkt zu verspielt und man will soviel wie möglich in jeden Song packen. Eine Linie ist nicht zu erkennen. „The Choice“ und „Evolution“ sorgen dafür, dass die Scheibe kein kompletter Reinfall ist. 

C.W.: Prinzipiell ja nicht verkehrt, aber mal wieder viel zu überladen, als dass es den Hörer nicht überfordern und daher nur für das Mittelmaß reichen würde.

C.S.: Gut gemachtes episches Werk, mit abwechslungsreichen Melodien und einer interessanten Mischung aus Black und Folk, fesselt mich aber nicht wirklich.

S.S.: Schreckliche Stimme und überdramatisches Gedudel.

S.B.: Abwechslungsreiches, female-fronted Pagan-Folk-Werk, das durchaus seine Qualitäten (Vocalvariationen) aufweist und dem Genrefan Kurzweil bereiten wird. Mir persönlich zu überfrachtet/dudelig.

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